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Die einzelnen Motive der PJ-Kampagne



Mund und Haken halten?

Das Praktische Jahr ist in drei Tertiale zu je 16 Wochen unterteilt, eins davon muss in der Chirurgie absolviert werden.

Die Tätigkeit des Chirurgie-PJlers (Studierende im Praktischen Jahr) besteht in der Regel aus einer Mischung von Stationsarbeit, Ambulanz / Poliklinik und OP-Assistenz.

Je nachdem in welchem Krankenhaus und bei welchem Ober- / Chefarzt die Studierenden eingesetzt werden, kann diese OP-Assistenz sehr unterschiedlich aussehen. Teilweise werden die Studenten aktiv einbezogen, es wird viel erklärt und sie dürfen kleinere Arbeiten wie das Zunähen am Ende der Operation selbst durchführen.

Es gibt allerdings auch die andere Seite der Chirurgie: PJler werden gerne als „Hakenhalter“ benutzt, die teilweise stundenlang fast regungslos am Operationstisch stehen müssen. Dabei wird nichts erklärt und oft sind selbst Fragen unerwünscht – das ist der Grund, warum das Chirurgie-Tertial mittlerweile mit Abstand am häufigsten im Ausland absolviert wird.

„Nach einer mehrstündigen Hüftoperation habe ich den chirurgischen Chefarzt gefragt, was ich denn auf seiner Station noch lernen könnte. Seine Antwort: ' Ihre Klappe zu halten. Aber das können Sie ja schon ganz gut. Ich hasse Leute, die die ganze Zeit am Tisch reden.'“

Solche Bedingungen führen langfristig dazu, dass das Fachgebiet Chirurgie ernsthafte Nachwuchsprobleme bekommt.

Kurzfristig produzieren sie frustrierte PJler, die sich missbraucht und nicht wertgeschätzt fühlen. Dazu kommt, dass man bei einer OP, in der man keine Fragen stellen darf, nichts lernt – und dazu sind wir ja eigentlich dort.

 

 

 
Zuletzt geändert am 04.06.2009 um 18:38:19

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