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Bericht des Monats: Juli 2011

 

Anästhesie-Tertial am CHU de Pointe-à-Pitre/ Abymes, Guadeloupe

Motivation

Als französisches Überseedepartement bot Guadeloupe für mich die ideale Kombination, ohne allzu großen organisatorischen Aufwand einen Teil meines PJs im französischsprachigen Ausland zu verbringen, die kalten Monate in der Sonne zu überwintern und gleichzeitig auch medizinisch etwas zu lernen.

 

Vorbereitung

Schon bei der Bewerbung am Centre Hospitalier Universitaire de Pointe-à-Pitre stellt man fest, dass die Verwaltungsabläufe in Guadeloupe doch einem etwas gemütlicheren Tempo folgen. Zunächst sollte man sich beim jeweiligen Chefarzt der gewünschten Abteilung „pour un stage en tant qu'externe“ bewerben. Die „Externes“  sind im französischen Studiensystem Medizinstudenten, die ab dem dritten Studienjahr im Krankenhaus praktische Erfahrungen sammeln sollen.   Auf der Internetseite (www.chu-guadeloupe.fr) des CHU findet man einen guten Überblick über die verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses sowie auch die Kontaktdaten der zuständigen Chefärzte. Die Zusage des Chefarztes ist meistens das geringste Problem, obwohl man eventuell mehrere Male schreiben muss bis man eine Antwort erhält.  Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin mit der Weiterleitung des positiven Chefarzt-Bescheids ein offizielles Zusageschreiben  der Sekretärin des Personalchefs, Madame de la Reberdière zu bekommen.

Mit kombiniertem Mail-, Post- und Telefonbombardement hält man dann aber meist doch sein Zusageschreiben in der Hand mit der Aufforderung, eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung, einen Lebenslauf, eine „convention de stage“, einen Dean's letter, sowie bei Ankunft in Pointe-à-Pitre den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung vorzulegen. Lässt die offizielle Zusage  der Affaires médicales jedoch auf sich warten, ist es durchaus möglich, nur mit der Zusage des Chefarzt einer Abteilung nach Guadeloupe zu kommen und den Rest vor Ort mit Madame de la Reberdière zu regeln.

 

Visum

Da Guadeloupe als französisches „Département d’Outre-Mer“  Teil der EU ist, ist für Reisende deutscher Nationalität kein Visum erforderlich. Die Einreise ist mit Personalausweis möglich, plant man jedoch einen Abstecher nach Dominica (sehr empfehlenswert) benötigt man einen Reisepass. 

 

Gesundheit

Guadeloupe ist eine sehr sichere Insel mit relativ wenigen gesundheitlichen Risiken. Als französisches Übersee-Département ist der Lebensstandard höher als auf anderen karibischen Inseln und auch die medizinische Versorgung ist recht gut.  Die Insel ist malariafrei, allerdings aber Dengue-Fieber-Gebiet, wogegen jedoch keine Impfung möglich ist (Moskitonetz ist sinnvoll). Ansonsten sind die üblichen Impfungen empfehlenswert. Die HIV-Prävalenz in Guadeloupe liegt mit 20 : 100.000 um einiges höher als in der Métropole (4 : 100:000).

Im Meer trifft man manchmal auf Quallen, der Hautkontakt  kann von Hautausschlägen bis zu leichten Lähmungserscheinungen führen. Vor den Riffen halten sich Haie auf, die bei Dunkelheit auch näher an die Küste herankommen - man sollte also lieber auf Schwimmen bei Mondschein verzichten! An der Küste wächst der Mancenillier, ein Baum, dessen Rinde und Blätter hochgiftig sind. Sogar Regentropfen, die von seinen Blättern fallen, können Hautverbrennungen hervorrufen. Es ist sinnvoll, einen kleinen Vorrat an Sonnencreme  von daheim mitzunehmen, da die Preise dafür in Guadeloupe ungefähr das 3-fache betragen.

 

Sicherheit

Insgesamt habe ich mich auf Guadeloupe immer sehr sicher gefühlt. Natürlich sollte man allgemeine Vorsichtsmaßnahmen beherzigen, wie etwa keine Wertsachen offen im Auto herumliegen lassen oder bei Dunkelheit nicht alleine im Hafenviertel von Pointe-à-Pitre herumstreifen.

 

Geld

Als Teil Frankreichs und der EU ist die gültige Währung auf Guadeloupe der Euro. Geld kann man mit EC(Maestro) oder VISA-Karte an allen Geldautomaten abheben. Es ist empfehlenswert, sich ein Konto bei der DKB einzurichten, mit deren Visa-Karte man weltweit gebührenfrei Geld abheben kann. Die Deutsche Bank bildet zwar theoretisch einen Cashpool mit der auf der Insel vertretenen PNB Paribas, dies gilt aber wohl nur für das kontinentale Frankreich, denn beim Geldabheben auf Guadeloupe fallen Gebühren an. Im Supermarkt kann man aber (ab einem gewissen Betrag, meist 10 €) ohne weitere Gebühren mit Karte zahlen.
Da der Großteil der Lebensmittel importiert wird, sind die Lebensmittelpreise entsprechend höher als in Festlandfrankreich. Aber auch hier gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Supermärkten: Leaderprice etwa ist mit unseren Lebensmitteldiscountern zu vergleichen, während „Géant“ eine etwas gehobenere Preispolitik verfolgt. Auf den Märkten und Straßenständen kann man Obst und Gemüse vergleichsweise günstig erstehen, teils aber aufgrund etwas undurchsichtig geeichter Waagen auch mal draufzahlen.

 

Sprache

Offizielle Verkehrssprache ist Französisch, sehr gebräuchlich ist aber auch „Créole“, eine auf die Kolonialzeit zurückgehende Abwandlung des Französischen mit afrikanischen Einflüssen. Je nach Alter oder Bildungsstand kann es unter Umständen zu Verständnisschwierigkeiten kommen, da manche der Älteren lediglich Créole sprechen, meist bereitet die Verständigung jedoch absolut keine Probleme.

 

Verkehrsverbindungen

Pointe-à-Pitre wird nur über den Umweg über Paris angeflogen. Es gibt drei Fluggesellschaften, welche die Route Paris – Pointe-à-Pitre bedienen: Air France, Corsair und Air Caraibes.  Nur Air France bietet Flüge von Deutschland aus an, die natürlich dementsprechend teurer (etwa 800 € Hin- und Rückflug) sind und in Paris einen Flughafenwechsel von Paris-Charles-de-Gaulle nach Paris-Orly beinhalten. Hier wird das Gepäck nicht durchgecheckt! Man erhält am Check-In-Counter am deutschen Abflughafen bereits das Ticket für den Bustransfer (keine Extrakosten) zwischen den beiden Pariser Flughäfen, muss in Charles-de-Gaulle angekommen, sein Gepäck abholen und in Orly erneut aufgeben. Für den Transfer sollte man einige Zeit einplanen. Ich hatte 3,5 Stunden Puffer zwischen den Flügen, was knapp gereicht hat.  Bei Corsair und Air Caraibes bekommt man Flüge ab Paris schon für 500 €.

In Guadeloupe selbst sollte man sich auf jeden Fall überlegen, ein Auto zu mieten. Ein öffentliches Verkehrssystem existiert zwar, ist aber relativ unzuverlässig und unübersichtlich - Extravaganzen wie offizielle Fahrpläne und feste Abfahrtszeiten gibt es nicht. Möchte man an den Wochenenden oder auch einmal nach der Arbeit etwas unternehmen, gestaltet sich das ohne Auto entsprechend kompliziert. Ideal ist es natürlich, sich ein Auto und die damit verbundenen Kosten mit anderen PJ-lern zu teilen. Eine bewährte Adresse für günstige Mietwagen ist Monsieur Nanette, ein verschrobener 80-jähriger Mechaniker, der Unfallautos ausschlachtet und daraus mit viel Kreativität neue Autos zusammenbaut, die in ihrer angerosteten Unverwechselbarkeit schon fast wieder eine Diebstahlsicherung darstellen. Für den Fall der Fälle fungiert M. Nanette auch als mobiler Pannenservice.  Ein Nanette-Auto kostet je nach Auto etwa 250 €/Monat. Eine Alternative bietet die West-Indies-Autovermietung, die mit konkurrenzfähigen Preisen „à partir de 11 € par jour“ werben. Benzinpreise sind in etwa mit den deutschen vergleichbar.

 

Kommunikation

Es gibt mehrere Mobilfunkanbieter wie „Only“, „Orange Caraibes“ und „Digicel“,, bei welchen man Prepaid-SIM-Karte (Ausweis bereithalten für den Kauf!) für 20 Euro kaufen kann, auf denen 10 Euro Guthaben enthalten sind. Für die Kommunikation mit Deutschland ist das Internet aber eindeutig die bessere Alternative. Im “Internat“ (Wohnheim des Krankenhauses) gibt es eine mehr oder weniger zuverlässige Internetverbindung, wofür man ein LAN-Kabel braucht. Ansonsten gibt es WIFI Hotspot in einigen Restaurants  und Bars (KFC,  im „Pirate“ in der „Marina“ ).

 

Unterkunft

Da es in der Vergangenheit wohl Probleme mit deutschen Externes gab, war es offiziell nicht mehr möglich im Internat des CHU unterzukommen. Ende April soll das Internat ganz geschlossen werden, so dass es definitiv nicht mehr möglich sein wird, dort zu wohnen. Als Zugeständnis der Affaires médicales konnten wir, während wir auf Wohnungssuche waren, eine Woche im Internat wohnen. Wir hatten Glück und konnten die Zweizimmerwohnung (350 € p.p.) von anderen deutschen PJ-lern übernehmen, die in einer Résidence in Bas-du-Fort gelegen war. Für uns war es optimal, da der morgendliche Anfahrtsweg zum CHU vom Stau weitgehend verschont blieb und auch das Meer nur 5 Minuten entfernt war.  Weiter von Pointe-à-Pitre entfernt gelegene Orte locken teils mit direkt am Strand gelegenen Bungalows und manchmal auch günstigeren Preisen, man muss jedoch trotz der verhältnismäßig geringen Entfernungen wegen des inseltypischen Staus lange Anfahrtszeiten in Kauf nehmen.

 

Literatur

Es ist sinnvoll, medizinische Fachliteratur zum Nachlesen mitzunehmen. Eine Krankenhausbibliothek existiert zwar, umfasst meist jedoch eher veraltete Werke und das Ausstellen eines Bibliotheksausweises bedeutet etliche bürokratische Hindernisse.

Reiseliteratur: Empfehlenswert ist entweder der „Routard“ (in Deutschland schwer  zu bekommen, aber man kann ihn während der Anreise in Paris am Flughafen erstehen) oder der „Géoguide“. Beide Reiseführer sind französischsprachig und bieten recht viele Informationen. Der „Petit Futé“ oder „Lonely Planet“ sind weniger gut. 

 

Mitzunehmen

Für das Krankenhaus sollte man die üblichen Utensilien wie Stethoskop, Lampe, Reflexhammer mitnehmen. Ein weißer Kittel und eventuell Hose wird vom CHU gestellt.  Für den Essensausweis im self (Krankenhauskantine) des CHU benötigt man ein Passfoto.

Ansonsten mitzunehmen: Vorrat an Sonnencreme (vor Ort um einiges teurer), Regenjacke (für Wanderungen), Laufschuhe (für Wanderungen eher geeignet als wasserfeste Wanderschuhe, da häufiger mal Flussüberquerungen anstehen), ein LAN-Kabel für den Internetzugang im Internat, gegebenenfalls Schnorchelequipment und Moskitonetz.

 

Reise und Ankunft

Am ersten Tag habe ich mich im Büro der Affaires médicales bei Madame de la Reberdière vorgestellt, bei der man den Nachweis seiner Berufshaftpflichtversicherung vorlegen muss. Außerdem stellt sie eine Essenskarte aus (Passfoto notwendig), mit welcher man im krankenhauseigenen self (Personalkantine) ein freies Mittagessen erhält (Öffnungszeiten des self: 12:15 Uhr bis 14:30 Uhr). Schließlich habe ich noch einen weißen Kittel geholt und habe mich dann im bloc opératoire vorgestellt.

 

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Der Chefarzt der Anästhesie, Dr. Bride, bei dem ich mich beworben hatte, war während meiner vier Monate am CHU insgesamt nur eine Woche anwesend und feierte schließlich seinen Rentenantritt. Für seinen Posten fand sich noch kein Nachfolger und schließlich reichte auch noch der Co-Chef seinen Rücktritt ein. Zusätzlich gab es einen enormen Ärztemangel in der Anästhesie, was dazu führte, dass der Hauptanteil der Anästhesisten über eine Agentur ans CHU vermittelt wurde, oft nur für wenige Monate oder sogar nur Wochen.  Die Besetzung änderte sich daher häufig und vielen der Ärzte fehlte noch der Überblick über die organisatorischen Strukturen und Abläufe im CHU. Besonders wichtig für den reibungslosen Ablauf der  Anästhesie sind die IADs (Anästhesiepfleger), die Medikamente und den Patienten vorbereiten und lagern, Präoxygenierung und Intubation durchführen und das Narkoseprotokoll führen. Die Anästhesisten tragen zwar die Verantwortung, sind meistens jedoch nur zur Narkoseeinleitung und Extubation im Saal und werden während der Intervention allenfalls bei größeren Komplikationen gerufen.

Der Tag beginnt theoretisch gegen 7:30 Uhr, in der Urologie etwas früher um 7:00 Uhr, meistens aber verzögern sich die OPs.  Die Ein- und Ausleitung der Narkose findet direkt im OP-Saal statt und führt des öfteren zu langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Interventionen. Die französischen Anästhesie-Internes folgen einem Rotationsschema, wodurch sie einem bestimmten Saal und damit meist einer bestimmten Fachdisziplin fest zugeteilt sind. Zusätzlich gibt es noch die IAD-Schüler, d.h. die Anästhesiepflege-Schüler, die auch jeweils einem Saal zugeteilt sind. Um möglichst viel selbst tun zu können, suchte ich also jeweils einen Saal, in dem weder ein Interne noch ein IAD-Schüler war, was meistens der Uro- oder Viszeralchirurgiesaal war.   Die  Anästhesiepfleger waren alle sehr nett und immer bereit etwas zu erklären oder zu zeigen und so kann man eigentlich immer das airway management übernehmen. 

 

Land und Leute

Guadeloupe ist ein aus neun Inseln bestehendes Archipel und  als Überseedépartement und Region Frankreichs ein vollintegrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der EU. Die enge Bindung an Frankreich bietet viele Vorteile: eine gute Infrastruktur, wenig Gesundheitsrisiken und trotz hoher Arbeitslosigkeit und Strukturkrisen gehört Guadeloupe so zu den bestentwickelten Regionen des karibischen Raums. Das CHU liegt im Außenbezirk von Pointe-à-Pitre, in etwa zwischen den beiden Hauptinseln Basse-Terre und Grande-Terre, die nur durch einen schmalen Meeresarm voneinander getrennt sind.  Guadeloupe ist zwar recht klein mit einer Einwohnerzahl von etwa einer halben Million, die vielen unterschiedlichen Landschaftsformen schaffen es aber doch immer wieder, einen zu überraschen: so gibt es auf Basse-Terre von dichter Dschungelvegetation überwucherte Berge, Mangrovensümpfe, Bananenplantagen und den aktiven Vulkan La Soufrière. Grande-Terre hingegen besteht aus einem relativ flachen Kalksteinplateau mit einer endlosen Aneinanderreihung von Zuckerrohrfeldern, das ganz oben im äußersten Norden am Pointe de la Grande Vigie in schroffen Steilwänden zum Meer hin abfällt. Vor allem im Süden gibt es hier lange weiße Sandstrände, die östliche Küste ist etwas wieder mit versteckten kleinen Buchten (sehr schön: Porte d'Enfer du Moule).

Der Nationalpark auf Basse-Terre umfasst etwa 30.000 ha an dicht bewaldeten Bergketten, Wasserfällen und Flussläufen. Hier kann man viele schöne Wanderungen unternehmen, die  an der Küste entlang führen oder aber durch die Regenwälder des Nationalparks zu Wasserfällen, durch Bananenplantagen und entlang von Flüssen. Eine kostenlose Karte mit verschiedenen, eingezeichneten Wandervorschlägen findet man im Touristeninformationszentrum und auch der Routard oder Géoguide bieten einige Informationen. Bei einigen Wegen, vor allem im etwas unzugänglicheren Teil des Nationalparks sollte man sich beim ONF (Office National des Forêts, Tel: 0590 99 28 99) nach dem Zustand der Wege erkundigen, da aufgrund von Erdrutsch oder Unwettern manche Wege zeitweise gesperrt sind. Im Herzen des Nationalparks gibt es einige Réfuges, in denen man übernachten kann, wenn man eine mehrtägige Wanderung über eine Kombination der längeren „Traces“ unternimmt. Da einige dieser Traces jedoch recht vernachlässigt und streckenweise beinahe unkenntlich sind, ist es wichtig eine entsprechende Landkarte dabei zu haben (Carte de randonnée IGN).

Grande-Terre bietet eine Vielzahl an wunderschönen Stränden und Möglichkeiten für alle Arten von Wassersport: tauchen, surfen, schnorcheln, kitesurfen. Im Norden der Insel, an der Pointe de la Grande Vigie stürzen sich bizarre Felsformationen ins tosend aufgewühlte Meer und an klaren Tagen geht der Blick bis hinüber zu den umliegenden Inseln Montserrat, Antigua und La Désirade.  Hier kann man an der Lagune der Porte d'Enfer grillen oder eine Wanderung mit Küstenpanorama unternehmen (Trace des Falaises). Auch sehr beeindruckend, vor allem bei Sonnenuntergang, ist die östlichste Landzunge von Grande-Terre, La Pointe des Chateaux mit einem Gefühl von finis terra.  Schöne Strände in der Nähe von Pointe-à-Pitre sind die Strände von Le Gosier, l'Îlet de Gosier (mit dem Boot übersetzen), die Buchten von Petit Havre, Saint-Félix und Sainte-Anne (La Caravelle und Bois Jolan).

Von Saint-Félix über die Plage de la Saline gibt es auch eine abwechslungsreiche Joggingstrecke, die durch Mangrovenwald, am Meer entlang und durch eine Rinder-bevölkerte Feuchtwiese führt.

Pointe-a-Pitre ist die größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum der Insel. Es ist nicht unbedingt eine schöne Stadt, es gibt aber durchaus auch sehenswerte Gebäude, v.a. alte Kolonialhäuser mit schönen Balkonen. Das Herz der Stadt ist die Place de la Victoire, hier breitet sich entlang der Meeresseite der turbulente Hafenmarkt aus bis hin zum Gare maritime et routière (Busbahnhof und  Schiffsanlegestelle) La Darse, dem Verkehrsknotenpunkt der Insel. In der Nähe des Friedhofs gibt es noch einen weiteren, sehr farbenfrohen Markt, etwas touristischer ist der Marché fermé unter der Eisenkonstruktion der Markthalle.
Mit der Fähre kann man auch die kleineren Inseln des guadeloupesischen Archipels erkunden: La Désirade, Les Saintes, Marie-Galante. Besonders schön ist vor allem die Inselgruppe Les Saintes, die mit ihren vielen, hügelig aus dem Meer aufsteigenden Spitzen eines unterseeischen Gebirgszugs eine kleine Welt für sich bildet. Hier lohnt es sich, eine Nacht zu bleiben und das Inselleben zu genießen.
Von Januar bis Aschermittwoch lebt Guadeloupe unter dem Bann des „Carnaval“. Beinahe zwei Monate lang finden, vor allem an den Wochenenden, Übungsläufe der verschiedenen Karnevalsgruppen, Tanzmarathons und Schönheitswettbewerbe statt. Aschermittwoch schließlich kulminiert der Carnaval in farbenfrohen Spektakeln mit aufwendig gearbeiteten Kostümen und komplex choreographierten Tänzen zum Trommelbeat. Der Höhepunkt des Ganzen ist die zeremonielle Verbrennung des Roi Vaval, des Karnevalkönigs, zu dessen Ehren es drei Feiertage gibt. 

 

Fazit

Ich habe eine sehr schöne, ereignisreiche Zeit auf Guadeloupe verbracht. Es war interessant, einen Einblick in eine andersartig organisierte Form der Krankenversorgung zu erhalten. Obwohl das CHU ein Universitätskrankenhaus ist, ist der „esprit pédagogique“ jedoch leider nicht sehr verbreitet, aber man kann einige praktische Fertigkeiten erlernen. Die Insel selbst ist sehr schön, die Leute herzlich und die Leichtigkeit der karibischen Lebensart äußerst ansteckend!

 
Zuletzt geändert am 20.07.2011 um 14:44:36