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Meldung

Montag, 19.04.2010 23:51:00

Auch bvmd-Vorstand von Aschechaos betroffen!

Auf der Rückreise vom European Regional Meeting der IFMSA auf Malta gerieten einige Mitglieder des bvmd-Vorstands auch in die Fänge der isländischen Aschewolke und mussten einen kleinen Umweg einlegen, der auch vorbildhaft für andere europäische Regierungsmitglieder war.


Die kleine Reisegruppe auf einem Rastplatz bei Rom

 

Christoph (Finanzer) und Dominique (Präsident) waren nach dem EuRegMe auf Malta noch einige Tage dort und gerieten mitten ins schlimmste Verkehrschaos seit Menschengedenken. Erfreulicher Weise haben sie ihre  Odyssee "Rückkehr von Malta" doch im Endeffekt ziemlich gut überstanden. Der 32 Stunden-Trip war allerdings echt aufregend: Gekennzeichnet von schlechten Nachrichten, bösen Überraschungen, ständigen Hoffnungen und trotzdem immer wieder Rückschlägen.

Es lief ungefähr so:

Schon den Medien konnten wir (die letzten Mohikaner von unserem Medizinstudierendentreffen in Malta) sehen, das da mit unseren Flügen wohl etwas nicht so ganz stimmen konnte: Alle Flüge nach Deutschland abgesagt. Zwar immer nur für die nächsten 12 Stunden, aber trotzdem beständig verlängert. Naja, wir fuhren trotzdem optimistisch zum Flughafen - irgendwas würde sich schon machen lassen. Und als wir am nächsten Morgen dort ankommen: alle Flüge abgesagt und umbuchen ginge frühestens auf Dienstag - Prima! Dann gab es plötzlich die Info, dass es einen "Emergency Flight" nach Rom geben würde. Rom? Hmm, richtige Richtung, nur 1200 km zu kurz... Aber immerhin Festland - von dort könnten wir im Zweifel laufen ;) Also schrien wir kurzentschlossen "Hier!" und schwupps hatten wir Tickets nach Rom in der Hand und waren umgehend eingecheckt. In Rom angekommen wurde der Hoffnungsschimmer schnell zur Illusion: Alle Busse (immerhin 150) hatten Rom schon lange verlassen und eine Rückkehr wäre frühestens in 10-15 Stunden zu erwarten. Schnell fand sich jedoch eine größere Gruppe (zu Spitzenzeiten bis zu 51 Personen!) die sich auch auf eingene Faust auf den Weg machen wollte. Nach Nervenaufreibendem Bussuchen vom Flughafen aus "ja, für 2800 Euro gibt es einen 50er Bus" "oh, sie brauchen noch einen Fahrer" "oh, und einen Bus..." hatte dann jemand ein Busunternehmen in Ravensburg an der Leitung der uns einen Bus von dort schicken würde. Dummerweise fand eben jener Organisator plötzlich noch eine Mitfahrgelegenheit in einem anderen Bus und war mit seiner Familie verschwunden. Damit leider  auch die Sicherheit für diesen Unternehmer, der uns partout keinen mehr Bus schicken wollte, obwohl Dominique (der sich mittlerweile zum Telefonisten hatte machen lassen) die Tasche voller Kreditkarten von zahllosen Reisenden hatte. Was soll man da sagen? Er rief jedenfalls die halbe Welt an: die deutsche Botschaft (keiner da - es war ja Wochenende!), die Notfallnumer der deutschen Botschaft (erst nur die Mailbox, später dann die Auskunft: "Nein, da können wir ihnen auch nicht helfen. Das muss ihre Airline organisieren. Ich kann ihnen nur sagen, dass bis Dienstag alle Busse, Taxis, Bahnen usw. ausgebucht sind. Viel Erfolg noch.", dann eine Omnibusvermittlungzentrale in Heidelberg. Das war schon eher ein Fund: Plötzlich hatten wir ein halbes Dutzend Nummern von Busunternehen die gerade Busse in Italien hatten und die uns vielleicht irgendwo aufsammeln könnten. Also telefonierte ich dort weiter. Letztlich endete er bei einem Busfahrer der sehr nett und willens schien uns wirklich mitzunehmen. Unsere Gruppe war auf 7 Personen geschrumpft nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Bus höchstens Platz für 8 Personen hätte. Der vereinbarte Treffpunkt (ein Rastplatz an der Autobahn von Rom nach Florenz) schien aber doch schwerer zu erreichen als gedacht. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass der Taxifahrer de factor kein Englisch sprach und dies auch nicht versuchte. Nun ja, zum sagenhaft günstigen Preis von 75 Euro (immerhin zu viert im Taxi) standen wir dann auf dem Rastplatz. Oder besser gesagt "einem" Rastplatz. Denn wie es so kommen musste waren wir natürlich auf dem falschen. Später stellte sich heraus das der eigentliche noch fast 40 km weiter gewesen hätte. Aber der Bus war ein echter Glücksgriff und er ließ uns dort nicht verhungern, sondern fuhr den Umweg um uns abzuholen - das stell man sich mal vor. Da fährst du ahnungslos mit deinem Bus durch die Gegend und plötzlich ruft dich jemand an und fragt ob er bei dir mitfahren kann. Abends um 8 - mitten Italien. Er kannte ja nichtmal unsere Namen. Und trotzdem fuhr er ne halbe Stunde Umweg um sie aufzusammeln. Vielleicht gibt es ja doch noch gute Menschen auf der Welt!

Von da an war es dann quasi ein Kinderspiel. Der Bus war ein echter Luxusliner mit schier grenzenloser Beinfreiheit, freundlicher Crew und der deutschen Frauen-Ringer-Nationalmannschaft an Bord. Und für nur 90 Euro mit so einem Flaggschiff von Rom nach Kempten (irgendwo im Allgäu) zu kommen ist geradezu ein echtes Schnäppchen. Jedenfalls verglichen mit allen anderen Reisemöglichkeiten. Nun ja, in Kempten gab es dann einen Bahnhof und von dort lief alles ganz langweilig mit verspäteten Zügen der Deutschen Bahn.

Soviel zu unserer kleinen Rundreise - nur schade, dass wir Angie nicht auch mitnehmen konnten bzw. getroffen haben.


Viele herzliche Grüße,

Christoph und Dominique

Von: Präsident