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Dienstag, 20.12.2005 13:26:00

Bundesvertretung der Medizinstudierenden bvmd steht hinter den protestierenden Ärzten

(Berlin) Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) fordert eine deutliche Verbesserung der Arbeitszeiten und der Entlohnung von Ärzten in deutschen Krankenhäusern. Daneben sind Strukturveränderungen in den Kliniken und eine Neuordnung von Arbeitsaufgaben und -abläufen längst überfällig. Unter den miserablen Arbeitsbedingungen drohen eine massive Auswanderung gut ausgebildeter Ärzte und ein Einbruch in der Qualität der Patientenversorgung. Die bvmd plant eigene Protestaktionen und unterstützt die streikenden Krankenhausärzte und den Marburger Bund, die in ihrem Arbeitskampf und ihren Verhandlungen auch für die Zukunft der Medizinstudierenden eintreten.


Ein Student der TU München beim Ärztestreik (Foto: Philip von der Borch)

„Mittlerweile sind wir an dem Punkt angelangt, an dem ein großer Anteil der Medizinstudierenden konkret überlegt in der Zukunft im Ausland zuarbeiten oder aber erst gar nicht zu praktizieren.“ sagt Jonas Johannink, Bundeskoordinator für medizinische Ausbildung, und fügt hinzu: „Zudem leidet die Qualität der Patientenversorgung massiv unter den  Arbeitsbedingungen der Ärzte. Ein Arzt in Deutschland operiert noch nach 18 Stunden – einen Bus oder LKW zu fahren ist bereits nach der Hälfte dieser Arbeitszeit strafbar!“

“In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, ob die Situation der Krankenhausärzte in Deutschland auf Jahre hin kläglich bleibt, oder ob die Trendwende zu einem attraktiven Arztberuf in Deutschland erreicht wird.“ stellt Thorsten Hornung, Präsident der bvmd, fest.

Mit bis zu 80 Wochenstunden Arbeitszeit, deutschlandweit Millionen unbezahlter Überstunden, vielen langen Bereitschaftsdiensten sowie dem stetig steigenden bürokratischen Aufwand wird die ärztliche Arbeit immerschwerer zu leisten und zu einer Gefahr für Ärzte und Patienten. Durch das in Deutschland im westeuropäischen Vergleich extrem niedrige Grundgehalt sind die Krankenhausärzte schon seit Jahren gezwungen, durch Bereitschaftsdienste ihr Gehalt aufzubessern. Die Verschleppung der Umsetzung der Europäischen Arbeitszeitrichtlinien durch die Bundesregierung und die Krankenhausbetreiber, sowie der neue „Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst“ (TVöD) und die darin geänderte Bewertung von Dienst und Überstunden führen zu einer weiteren massiven Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

Von: PR


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Dateien:
2005-12-20_Pressemitteilung_bvmd_und_Aerzteprotest.pdf