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Donnerstag, 18.05.2006 14:13:00
Magdeburger Medizinstudenten erklären sich solidarisch mit streikenden Ärzten
Die Studierenden an der Medizinischen Fakultät Magdeburg haben sich entschlossen, die Forderungen nach gerechteren Löhnen für Krankenhausärzte zu unterstützen.
 |   Studenten streiken mit Ärzten
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Dazu Janine Poranzke, Vorsitzende des Fachschaftsrates: „Wir sind als Studierende zur Zeit natürlich noch nicht direkt von der Tarifproblematik betroffen, dennoch halten wir es für unsere Pflicht, uns in die aktuelle Auseinandersetzung einzumischen. Schließlich werden fast alle von uns in nur wenigen Jahren ebenfalls in Krankenhäusern als Assistenzärzte arbeiten. Hinzu kommt, dass wir auch Auswirkungen auf unsere Ausbildung befürchten müssen. Überlastete Ärzte sind nicht nur ein Problem für die Patientenversorgung, sondern betreffen auch uns Studenten ganz direkt. Die Lehre steht hinter Patientenversorgung, Dokumentation und Forschung leider zunehmend an letzter Stelle. Das wollen wir nicht hinnehmen!“
„Es geht bei den Tarif-Verhandlungen ja nicht einfach nur um mehr Geld. Es ist auch eine Frage der Arbeitsbedingungen. Durch den Zuwachs an Bürokratie wird immer mehr Arbeitszeit gebunden, die dann bei der Patientenversorgung und der Lehre fehlt. Neue Stellen werden hingegen nicht geschaffen. Das führt zu leider oft unbezahlten Überstunden. Gerade für angehende Mediziner wie uns ist das eine extrem unattraktive Situation.
Viele Studenten nutzen die während der Praktika aufgebauten Kontakte ins Ausland um langfristig Deutschland den Rücken zu kehren und unter attraktiveren Konditionen zu arbeiten. Viele Studenten scheuen mittlerweile die Karriere als Klinikarzt, sondern entscheiden sich stattdessen für attraktivere Alternativen in Wirtschaft und Forschung.
Deshalb finden nicht nur auf dem Land, sondern auch hier im Stadtgebiet Magdeburg viele Ärzte keine Nachfolger mehr für ihre Praxis. Dies gefährdet bereits jetzt mancherorts die medizinische Grundversorgung.“, ergänzt Till Leber, Mitglied des Fachschaftsrates.
Der Fachschaftsrat fordert die Studierenden an der Medizinischen Fakultät auf, sich diese Woche an den Protesten der Ärzte zu beteiligen. Die Medizinstudenten fordern von den Arbeitgebern vernünftige Arbeitsverträge, die es den Ärzten ermöglichen, ihren Aufgaben bei Patientenbetreuung und Lehre bestmöglich nachzukommen. Wir erwarten, dass Strukturen geschaffen werden, die es uns nach dem Studium ermöglichen, hier in das Berufsleben einzusteigen und nicht nach alternativen Berufsfeldern oder Anstellungen in andern Ländern Ausschau zu halten.
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