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Freitag, 16.08.2002 14:01:23
Zukünftige Ärzte diskutieren Ausbildungsreform
Ärztekammerpräsident Jörg-Dietrich Hoppe und Andrea Fischer unterstützen Anliegen der jungen Mediziner [15.08.2002 - 09:19 Uhr] Schnellere Abschaffung des AiP gefordert - Förderscheck an studentisches Peer-Education-Projekt zur Aids-Prävention überreicht
Am vergangenen Freitag trafen in Berlin angehende Mediziner mit der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne), Armin Belg vom Marburger Bund und Jörg-Dietrich Hoppe, dem Präsidenten der Bundesärztekammer, zusammen. Gegenstand der Diskussion war die Reform der ärztlichen Ausbildung. Die studentischen Vertreter der Fachtagung Medizin und Jörg-Dietrich Hoppe kritisierten vor allem die fehlende Praxisnähe des Medizinstudiums. Ziel der Runde war es, Strategien zur Verbesserung der Ausbildung zu entwickeln. Zu Beginn des auf Einladung der Medvantis Medical Services GmbH erfolgten Treffens überreichte Thomas Schönemann, Geschäftsführer des Unternehmens, einen Scheck über 2000 Euro an Tim Theobald. Der Medizinstudent leitet das bundesweite Projekt "Mit Sicherheit verliebt". Die "Peer-Education" durch Medizinstudenten soll Schülern die Möglichkeiten zur Aids-Prävention vermitteln. Die Aufklärungsteams besuchen Gymnasien, Haupt- und Realschulen und erklären den Jugendlichen in drei- bis vierstündigen Gesprächsrunden "alles, was sie über Sex wissen wollen". Im Gespräch über die ärztliche Ausbildung war der Schwerpunkt der Diskussion die Abschaffung der achtzehnmonatigen Tätigkeit als "Arzt im Praktikum" (AiP). "Das AiP ist sicherlich einer der Gründe, warum es in der Medizin einen Nachwuchsmangel gibt", sagte der Studentenvertreter Daniel Thomas. Die Ausbildungsphase sei nicht mehr zeitgemäß und diene lediglich dazu, Jungmediziner auszubeuten. Alle Anwesenden stimmten darin überein, dass auch nach der diesjährigen Reform der Approbationsordnung Verbesserungsbedarf bestehe. "Der wesentliche Mangel der Approbationsordnung ist, dass man angloamerikanische Ausbildungssysteme kopiert hat, ohne die Verhältnisse an unseren Universitäten zu ändern", sagte Jörg-Dietrich Hoppe. So sei es beispielsweise schwierig, die große Zahl der Studenten in die "kleinen Gruppen" zu unterteilen, mit denen die Lehre am Krankenbett stattfinden könne. "Der Arzt im Praktikum ist längst obsolet, da mittlerweile gesetzlich festgelegt ist, dass nur noch Fachärztinnen und Fachärzte vertragsärztlich zugelassen werden können", ergänzte Jörg-Dietrich Hoppe. "Den ersten Studenten, der seine Approbation ohne AiP erhält, wird es erst in sieben Jahren geben", sagte Studentenvertreter Özgür Onur und weiter: "Es kann nicht sein, dass es noch so lange dauert, wenn sich jetzt schon alle einig sind." Ein Problem, das nach seiner Ansicht auf verkrusteten Strukturen im Gesundheitswesen beruht. "Es gibt kaum ein Gesellschaftsfeld in Deutschland, das so stark hierarchisiert ist, wie das in der Medizin der Fall ist", so Onur. Andrea Fischer sagte dazu, es liege vor allem daran, dass es unter den politischen Entscheidungsträgern, etwa den Gesundheits- und den Kultusministern der Länder Abstimmungsschwierigkeiten gebe. "Die Hierarchien, die sich auch in der politischen Diskussion niederschlagen, können aber überwunden werden, indem sich die Studenten Bündnispartner suchen", sagte Fischer. Da der drohende Medizinermangel zu einem Versorgungsmangel der Bevölkerung werden könne, seien die Patienten der erste "natürliche Ansprechpartner". So hätten vor allem die Patientenverbände für das öffentliche Interesse an der Diskussion um die Arbeitszeiten im Krankenhaus gesorgt, sagte Armin Belg. Der Vertreter des Marburger Bundes fügte hinzu, dass auch die Kostenspirale im Gesundheitswesen ein Brücke sei, über die man die Reformen der ärztlichen Ausbildung vorantreiben könne, denn: "Eins ist völlig klar: ein gut ausgebildeter Arzt wird weniger Kosten verursachen." Medvantis Medical Services GmbH ist ein Unternehmen der Medvantis Holding AG und bietet seit Herbst 2000 innovative Gesundheitsdienstleistungen an. Im Mittelpunkt ihres Serviceangebots für gesetzliche und private Krankenversicherungen stehen Programme zur Prävention und Patienteninformation, Betreuungsprogramme für chronisch Kranke (Disease Management) sowie betriebliches Gesundheitsmanagement. Derzeit werden von den rund 200 Beschäftigten medizinische Services für rund 14 Millionen Versicherte in Deutschland angeboten. ots Originaltext: Medvantis Medical Services GmbH Pressebüro Medvantis Pressekontakt: Andrea Schmitz Medvantis Medical Services GmbH Tel. +49 611 3359 - 259 Fax: +49 611 3359 - 100 E-Mail: andrea.schmitz@medvantis.de Quelle: Medvantis Pressemappe
Von: Admin
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