zurück

Spain (IFMSA-Spain)

Radiologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Ich bin für mein Pflegepraktikum im Ausland gewesen (selbst organisiert) was mir sehr gut gefallen hat. Da gerade noch Restplätze auf der Bvmd Seite offen waren und ich mal wieder ins Ausland wollte war das eine super Gelegenheit.

Vorbereitung

Recht wenig. Ein kleiner Spanischkurs an der Uni während des Semesters und nach der Zusage für Oviedo das besorgen der von dem Krankenhaus geforderten Dokumente.
Die Dokumente sind in Oviedo seit diesem Jahr scheinbar sehr wichtig: nur mit einer gültigen Unfall-, Kranken- und Reiseversicherung durften wir im Krankenhaus arbeiten. Auch mussten wir nach Zusage aus Oviedo ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen und bei Ankunft noch unterschreiben, dass unser Name in der nationalen Sexualstraftäterliste überprüft werden darf (oder so ähnlich). Also ein bisschen was an Papierkram der da auf euch zukommt und leider auch etwas kostet. Aber es wird euch alles mehrfach von den LEOs erklärt wenn ihr die Zusage bekommen habt und je früher ihr euch kümmert desto besser.

Visum

Ist für EU Bürger natürlich nicht erforderlich.

Gesundheit

Mit der EU Krankenkarte und einer Auslandskrankenversicherung die 30d am Stück abdeckt seit ihr gut ausgestattet. Impfungen mussten für die Tätigkeit im Krankenhaus nicht vorgewiesen werden.

Sicherheit

Ich habe mich durchgehend sicher gefühlt. Oviedo ist eine wenig touristische Stadt, sodass meiner Meinung nach auch keine große Gefahr besteht bestohlen zu werden.
Das Krankenhaus fordert die vorher beschriebenen Versicherungen.

Geld

Die Preise sind i.d.R. etwas niedriger als in Deutschland. Ich hatte eine Kreditkarte dabei, mit der ich gebührenfrei Bezahlen und Geld abheben konnte (Die nächste Bank ist ca. 50m von der Studentenwohnung entfernt). Mein Kreditkartenanbieter ist N26, kostet nix und ist im EU Ausland sehr praktisch, falls ihr auch eine braucht. Es gibt aber sehr viele Firmen, die solche Kreditkarten anbieten. Das Taschengeld von 70€ bekommt ihr eher gegen Ende des Aufenthaltes, da 50€ als Kaution für die Wohnung beim Vermieter hinterlegt werden.

Sprache

Ich hatte mal ein halbes Jahr Spanisch in der Schule und hätte ein Spanischsprachiges Land für den Austausch nicht in Erwägung gezogen, wenn es nicht in den Restplätzen gewesen wäre. Im Endeffekt bin ich erstaunlich gut klargekommen! Im Krankenhaus lief eigentlich auch fast alles auf Spanisch, aber man hört sich gut rein. Die, die keine Vorkenntnisse in Spanisch hatten, haben eigentlich immer, wenn auch oft mit ein bisschen Mühe, einen Arzt gefunden, der Englisch spricht.

Verkehrsbindungen

Angeblich soll man innerhalb der Stadt eine Transportkarte oder so bekommen, die wir aber irgendwie nicht hatten. Nutzen würde man die eh nur für den Weg zum Krankenhaus, da die Wohnung für alles andere zentral genug liegt.

Kommunikation

Es gibt gutes WLAN in der Wohnung

Unterkunft

Untergebracht wurden wir 16 Austauschstudenten im August in drei Wohnungen im selben Haus mit jeweils 6 Zimmern. Die Lage ist super: nahe bei der Kathedrale zwischen der Alt- und der Neustadt. Ein Mas y Mas ist gleich die Straße runter (Achtung man läuft durch die Mas y Mas Bäckerei und dann die Treppe herunter in den Supermarkt), für größere Einkäufe empfiehlt sich der Mercadona in der Altstadt, der Hypercore im Einkaufzentrum, der Día (meiner Meinung nach der günstigste) oder eines von den Kleinen Geschäften auf dem Rückweg vom Krankenhaus.
Den Wohnungen sieht man an, dass hier viele Menschen nur eine kurze Zeit wohnen. Solltet ihr wählen dürfen: Die dritte Etage ist am besten in Schuss. Ich habe in der fünften gewohnt und fand es auch okay. I.d.R. bekommt jeder ein Einzelzimmer, Bettwäsche und Handtücher waren auch da. Nach dem Aufenthalt werden diese von euch für die nächste Gruppe gewaschen. Zudem ist die Küche auch ganz gut ausgestattet.
Das Krankenhaus HUCA, wo ihr sehr wahrscheinlich arbeiten werdet, liegt ein kleines Stück außerhalb. Der Fußweg beträgt ca. 2,3 km und als normaler Läufer (/Fußgänger in moderater Gechwindigkeit) solltet ihr ca. 20 bis 30 min Fußweg einplanen. Am ersten Tag werdet ihr von einem LEO zum Krankenhaus gebracht, sodass ihr euch nicht verlaufen könnt und der Papierkram passt. Ich habe das Busticket nicht vermisst. Das Wetter war gut und ein bisschen laufen schadet ja auch nicht. Solltet ihr aber Probleme mit dem Laufen haben, ist die Stadt auf jeden Fall nichts für euch. Die Wohnung ist nicht barrierefrei, sie hat ca. 11 Treppenstufen bis zum Fahrstuhl und bis zur Bushaltestelle muss man auch ein paar hundert Meter gehen.

Literatur

Wörterbücher habe ich keine Mitgenommen, sondern stattdessen Google Übersetzer und DicCC auf meinem Handy gehabt. Alles Weitere habe ich dann gegoogelt, wenn ich es noch nicht gefunden hatte.

Mitzunehmen

Ich hatte mein Stethoskop sicherheitshalber dabei, habe es aber auf der Radiologie nicht gebraucht. Den Kittel auf jeden Fall mitbringen. Kann ja auch sein, dass es mal einen Tag keine OPs gibt und ihr auf der Ambulanz landet. Bei mir aus der Truppe hat eigentlich jeder seinen Kittel ein paar Mal gebraucht.
Sonst muss man von allem ein bisschen dabei haben: Badesachen, Sportzeug, Regenjacke/Regenschirm, lange und kurze Hosen – packt einfach wie für einen deutschen Sommer.
Im Krankenhaus ist es den Leuten ziemlich egal, was ihr unter eurem Kittel tragt. Viele Spanierinnen Haben auch Kleider, Röcke oder kurze Hosen an und tragen auch regelmäßig Sandalen. Bei den Männern waren lange Hosen und geschlossene Schuhe üblich. Ich hatte weiße Hosen dabei, die könnt ihr aber locker Zuhause lassen und so Gepäck sparen.

Reise und Ankunft

Ich bin von Düsseldorf nach Madrid mit Iberia geflogen und mit dem ALSA Bus nach Oviedo gefahren. Da ich beides etwas später gebucht habe kostete der Flug mit Gepäck 70€ und der Bus 35€ pro Weg. Auch wenn man beides, je nachdem wie früh man bucht und wie komfortabel das Ganze sein soll, auch für ein paar Euro mehr oder weniger bekommt.
Vor Ort gibt es einen LEO der euch hilft anzukommen und euch selbst in der Nacht vom Busbahnhof emfängt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Wie vorher schon erwänt habe ich den Monat in der Radiologie verbracht. Radiologie ist meine erste Wahl gewesen, da ich mit meinem Spanisch keinen Patientenkontakt haben wollte und wusste, dass man im OP in Spanien vor allem nur zuschauen kann und selten mit am Tisch stehen darf. Ich war zusammen mit einem spanischen Austauschstudenten in der Radio, was mir natürlich sehr geholfen hat. Dieser konnte für mich übersetzen, sollte es mal notwendig sein und so musste ich auch nicht immer darauf hoffen an einen Englischsprechenden Arzt zu kommen.

Uns wurde von unserem Tutor eine Rotation vorgeschlagen. So haben wir in den vier Wochen viele Bereiche der Radiologie gesehen: Unfall, Thorax, Abdomen, Neuro und Pädiatrische Radiologie. Die Dauer war je nach Abteilung zwischen lediglich einem und acht Tage. Auch die Qualität der Abteilungen war sehr unterschiedlich: Im HUCA können die Ärzte scheinbar wählen, ob sie Studenten haben wollen. Größtenteils hatten wir also motivierte Ärzte. Zweimal sind wir aber dummerweise an Ärzte geraten denen wir „aufgedrückt“ worden sind und die einen eher gezwungenermaßen mit rumgeschleppt haben, sodass wir da eher früh gegangen sind und wenig gelernt haben.

Solltet ihr selber auf der Radiologie sein, kann ich die Unfallradio mit Juan sehr empfehlen. Er und der Assistenzarzt waren ein angenehmes und lustiges Gespann, die gerne viel erklärt haben. Auch welcher Strand der schönste ist oder was man sonst unbedingt machen sollte. Leider war ich am Ende nur einen Tag auf der Interventionellen Neuro-Radiologie, da mein Tutor dann im Urlaub war. Versucht da vielleicht ein paar mehr Tage rauszuschlagen! Das ist mal was anderes als auf Bildschirme zu starren ;)

Insgesamt waren wir im Durchschnitt eher vier als fünf Stunden da, was viele schöne Unternehmungen am Nachmittag ermöglicht hat. Im Schnitt sind die operativen Fächer länger im Krankenhaus, da es da auch länger was zu sehen gibt und sie auf die Operationen warten müssen. Kleine Fächer wie Derma haben eher schneller frei, da es dort ab 13 Uhr oft keine Patienten mehr gibt. Wann ihr kommt und geht solltet ihr einfach mit euren Ärzten vor Ort abklären. Wächsel zwischen den Fächern waren vor Ort, wenn auch mit etwas wiederwillen möglich und am Ende der Famulatur waren alle Studenten in einem der Berreiche, den sie auch gewählt hatten. Richtig viel praktische Tätigkeit durfte aber von uns allen eigentlich nicht durchgeführt werden.

Land und Leute

Tipps für Ausflüge und was wir so gemacht haben:
Nationalpark Picos de Europa: Absolut zu empfehlen! Schöne einfache Wanderung für alle die wollen (ca. 5 km). Gut über Covadonga mit dem Bus zu erreichen. Frühes Aufstehen lohnt sich. (Bild habe ich hochgeladen) Alle Wanderfaulen können auch nur die paar Meter bis zum See gehen und sich da hin setzten - ihr verpasst aber was ;)

Festival Xiringue in Pravia: Lokales Fest für Jugendliche auf einer Wiese mit lokalen DJs und viel Cidre (Spanischer Apfelwein)

In Oviedo den Berg hochwandern zur Jesusstatur. Auf dem Weg ist ein Weltkulturerbe zu besichtigen. Kann man auch mal an einem Nachmittag machen, vielleicht mit allen oder mit der WG.

Kanufahren ab Arrionda die Sella herunter: Sehr spanisch, sehr touristisch, super voll, aber sehr lustig.

Wandern entlang der Küste: z.B.: von Candas nach Luanco (Wer Meeresfrüchte mag kann in Candas auch gut Mittagstisch essen)

Surven in Las Salinas: Die Kurse sind in der Regel morgens um 10:00 und nachmittags ab 16:00. Es gibt verschiedene Anbieter die auch alle nicht so teuer sind. Im August kann man auch einfach spontan vorbeigehen. Seit dann einbisschen früher da, damit sie sich drauf einstellen können.

Santander und Bilbao: Zwei deutlich Touristischere aber sehr hübsche und lebhafte Städte an der Nordküste. Ich habe sie nach der Famulatur noch besucht und bin von da zurrück nach Madrit.

Wer gut organisiert ist kann sich bis 1 1/2 Monate vor beginn des Aufenthaltes Tickets zur besichtigung alter Höhlenzeichnungen in Ribadesella reservieren. Sie lassen aufgrund der schwankenden Luftfeuchtigkeit nur sehr wenig Leute herrein.

Abends in Oviedo zum placa del sol oder zum Regenschirmplatz dirrekt daneben (ich weiß nicht mehr genau wie er heißt)

Im August ist das Nachtleben in Oviedo eher dürftig. Ab September sind die Studenten zurrück und es wird lebhafter. Wer mag kann nach Gijon fahren: Busse fahren regelmäßig die ganze Nacht und es gibt kleine Disco/Bars im Hafenberreich.

Städte: Candas, Gijon, Lastres, Ribadesella, Luanco, Cudillero, Avilles, Llanes, Arriondas, Cangas de Orís, nach dem Austausch: Bilbao, Santander

Strand: Salinas, Gijon, Candas, Luanco
-> Nach Gijon kommt ihr am schnellsten. Der Strand auf der Hafenseite ist nicht so schön aber dafür Tiden unabhängig.
Der Salinas Strand ist ein langer typischer Atlantik Strand mit Dünen und Wellen.
In Candas und Luanco findet man eher kleine Strände und Buchten
Die Schöneren Strände sind in Llanes und Santander, um dort hinzukommen braucht ihr aber Zeit und Geld.

Fazit

Der Austausch hat mir gut gefallen und meine Erwartungen haben sich auf jeden Fall erfüllt! Nette Menschen, neue dinge und eine kleine Horizonterweiterung. Noch einmal vielleicht etwas Allgemeines: Hands-on-Unterricht war bei uns in allen Fachrichtungen eher rar. In anderen Ländern werden einem, glaube ich, mehr Möglichkeiten gegeben etwas selber zu machen.

zurück