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Malta (MMSA)

Neurologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Lilija, Hamburg

Motivation

Da ich gerne mal eine längere Zeit in einem südlich gelegenen Land verbringen wollte und meine Spanischkenntnisse für eine Famulatur nicht ausreichten, hat sich Malta als englischsprachiges Land angeboten.

Vorbereitung

Ich hatte mich auf einen Restplatz beworben. Einen Sprachtest hatte ich vorher gemacht. Relativ zeitnah bekam ich eine Zusage und musste weitere Dokumente zusenden, wofür mir eine Frist von zwei Wochen gesetzt wurde. U. a. wurde ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt, dieses musste ich aber erst beantragen und es war nicht möglich, es fristgerecht auch noch auf Englisch übersetzen zu lassen. Als ich die Situation erklärte, konnte ich es aber problemlos einfach nachreichen. Wichtig ist, daran zu denken, dass man fünf bis acht Wochen vor Beginn der Famulatur noch eine „health form“ zusenden muss. Die dafür notwendigen Tests konnte ich zum Glück kostenfrei bei dem Betriebsarzt am Universitätskrankenhaus machen lassen.

Visum

Da Malta zu der EU gehört, war kein Visum nötig.

Gesundheit

Malta ist kein Malarialand und auch spezielle Impfungen brauchte ich nicht. Aufpassen sollte man nur auf die Quallen im Wasser und die starke Hitze. Auf www.maltaweather.com kann man sehen, an welchen Stränden gerade viele Quallen erwartet werden und wo eher nicht.
Sicherheit

Sicherheit

Gewöhnungsbedürftig war für mich der chaotische Verkehr und das teilweise Fehlen von Bürgersteigen und Ampeln. Um zum Krankenhaus zu gelangen, mussten wir auf einer Schnellstraße gehen. Was die Kriminalität betrifft, habe ich mich aber nicht unsicher gefühlt.

Geld

Die Währung in Malta ist der Euro. Die Kosten für Lebensmittel sich vergleichbar, oder etwas günstiger als in Deutschland. Eine Fahrt mit dem Bus kostet zwei Euro. Wenn man eine Montas-/Wochenkarte kauft, ist es günstiger.

Sprache

Die beiden Amtssprachen sind Englisch und Maltesisch, welches einer Mischung aus Arabisch, Italienisch und Englisch ähnelt. Die große Mehrheit der Malteser, zumindest die jüngere Generation, spricht fließend Englisch. Die Patienten bevorzugten es jedoch meist, dass mit ihnen Maltesisch gesprochen wurde, sodass wir bei den Anamnesen nur wenig verstanden. Die Ärzte unter einander haben mal Englisch, mal Maltesisch oder eine Mischung aus beidem gesprochen.

Verkehrsbindungen

Aufgrund des Linksverkehrs und weil auf Verkehrsregeln im Vergleich zu Deutschland nicht so genau geachtet wird, würde ich einen Mietwagen eher nicht empfehlen. Man kann mit den Bussen reisen. Auf den Fahrplan sollte man sich dabei jedoch nicht verlassen, da die Busse nie zu den angegebenen Zeiten kommen. Es gibt eine App, welche die Ankunftszeit etwas besser vorhersagt. Und man muss den Bus unbedingt durch Winken anhalten, da er sonst vorbeifährt. Wenn wir eine größere Gruppe waren, haben uns auch oft ein Taxi gerufen, da wir so lange Wartezeiten vermeiden und schneller von A nach B kommen konnten.

Kommunikation

Meist gab es damit keine Probleme, da es im Apartment und auch in Cafes etc. WLAN gab.

Unterkunft

Die Austauschstudenten waren als WGs in vier verschiedenen Apartments untergebracht, welche sich nicht weit weg von einander und vom Mater Dei Hospital befanden. Da es an einer viel befahrenen Straße lag, war es nachts ziemlich laut. In einigen Zimmern fehlten Ventilatoren, sodass man auch nachts schwitzte. Ansonsten war es aber eine gut ausgestattete Wohnung mit einer großen Küche und man konnte sich, nachdem man ein wenig sauber gemacht hatte, wohl fühlen.

Literatur

Ich habe mir nur das Endspurt-Skript Neurologie mitgenommen.

Mitzunehmen

Im Krankenhaus trägt man nicht weiße Kleidung oder Kittel, sondern als Famulant meist seine Privatkleidung. Es gilt der Dresscode Smart Casual, was bedeutet, dass Spaghettiträger-Tops, Flip-Flops und kurze Hosen nicht gerne gesehen sind. Die Famulanten trugen z. B. Hosen (keine blauen Jeans) und eine Bluse/Hemd. Für Frauen sind auch knielange Röcke/Kleider erlaubt.
Außerdem sollte man auf jeden Fall viel Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und einen Adapter (britisches Stromsystem) mitnehmen!

Reise und Ankunft

Abgemacht war, dass ich am Flughafen von einem Taxifahrer abgeholt werden würde, dieser ist jedoch nicht aufgetaucht oder war schon weg, sodass ich mir nach längerem Warten einfach selbst ein Taxi genommen habe. Die Schlüssel wurden mir dann in der Wohnung von den Vorgänger-Austauschstudenten übergeben.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Auf Malta dürfen sowohl die Studenten als auch die Assistenzärzte viel weniger selbst machen als in Deutschland, sodass unsere Tätigkeit sich meist auf das Zuschauen beschränkte. Wenn das Patientengespräch auf Maltesisch stattfand (was überwiegend der Fall war), wurde uns im Anschluss in ein oder zwei Sätzen die Diagnose des Patienten mitgeteilt. Wenn wir jedoch etwas gefragt hatten, bekamen wir nur kurze Antworten. Man hatte das Gefühl, dass es nicht erwünscht/nicht üblich war, dass Studenten viele Fragen stellen. Einige Male durften wir Patienten körperlich untersuchen. Man hat uns aber weder gezeigt, wie man dies macht, noch war ein Arzt dabei, der schaute, ob wir richtig untersuchten.
An zwei Tagen der Woche waren wir in der Ambulanz, die restliche Zeit auf Station. In der Notaufnahme waren keine Studenten erlaubt.
Wie begannen den Tag um 8:00 Uhr und hatten mittags Schluss. Insgesamt hatte man den Eindruck, dass der klinische Alltag bei den Maltesern viel entspannter ist als in Deutschland, da ein Arzt im Vergleich eine viel geringere Anzahl an Patienten versorgt und die Assistenzärzte nicht so viel Verantwortung tragen.


























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Land und Leute

Malta hat sowohl viel Natur wie auch Kultur zu bieten. Es gibt unzählige Strände, vor allem viele schöne Steinstrände. Die MMSA organisierte für uns ein Freizeitprogramm, sodass man zwei Mal die Woche an einem Ausflug teilnehmen konnte. Mein persönliches Highlight war dabei die Blaue Lagune auf der Insel Comino.

Fazit

Malta ist auf jeden Fall geeignet, um eine schöne Zeit zu haben, ein anderes Gesundheitssystem kennen zu lernen und über den Tellerrand zu schauen. Wer fachlich wirklich vorankommen möchte, sollte sich eher ein anderes Ziel aussuchen.

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