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IFMSA-Spain(Spain);Efficacy of Exercise to Induce Neuroprotection in Neurodegenerative Diseases

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
von Hanna, Bonn

Motivation

Als ich erfahren habe, dass wir das Wissenschaftliche Projekt auch im Ausland machen können, war ich sofort total interessiert, weil ich generell super gerne reise und neue Länder und Leute kennenlerne. Für Spanien habe ich mich dann entschieden, weil ich in der Schule zwar Spanisch gelernt habe, aber vorher noch nie dort war. Deswegen schien das eine gute Gelegenheit zu sein, um mein Spanisch zu verbessern und mir die Gegend anzugucken.

Vorbereitung

Wirklich groß vorbereitet habe ich mich eigentlich nicht. Als ich die Card of Acceptance hatte, habe ich die Artikel von meinem Department gelesen, die darin vorgeschlagen wurden; letztendlich hätte ich das aber auch lassen können. Ich habe aber schon mal mit meiner contact person per Mail bzw. dann per Whatsapp geschrieben, um ihn schon mal ein bisschen kennen zu lernen.

Visum

Spanien liegt in der EU, deshalb brauchte ich kein Visum.

Gesundheit

Besondere Impfungen musste ich nicht machen. Ich habe vorher eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen (das konnte ich für ein paar Euro bei meiner Krankenversicherung sozusagen dazubuchen), allerdings weiß ich nicht, ob das in der EU überhaupt nötig ist. In Granada war ich tatsächlich einmal beim Zahnarzt; da einen Termin zu machen etc. ging total einfach. Wie das mit der Versicherung abgerechnet wird muss ich aber noch herausfinden. Apotheken gibt es dort wirklich überall und man bekommt auch eigentlich alles was man braucht. Wichtig ist nur, Sachen mitzunehmen, für die man sonst ein Rezept braucht. Bei mir waren das zum Beispiel die Augentropfen für meine Pollenallergie (die ich dann zum Glück gar nicht brauchte) ;)

Sicherheit

Ich habe mich in Granada wirklich zu 100% sicher gefühlt, es sind immer Leute auf den Straßen un-terwegs etc. Spezielle Vorbereitungen habe ich nicht getroffen, im Zweifel kann man immer die CPs fragen, ob man etwas machen kann oder nicht.

Geld

Ich hatte eine Kreditkarte dabei und damit hat alles gut funktioniert. Manche Geldautomaten neh-men um die 2€ zusätzliche Gebühr, aber nicht alle.
In Granada sind die Lebenshaltungskosten ähnlich wie in Deutschland, vielleicht ein bisschen günstiger. Toll ist, dass man super gut und günstig abends ausgehen kann, weil man für 5-7€ schon so viele Getränke und Tapas bekommt, dass man den Abend über die Runden kommt und gut satt wird 

Sprache

Ich habe in der Schule 3 Jahre Spanisch gelernt, es danach aber nie wieder benutzt. Ältere Leute sprechen manchmal nur Spanisch, von daher ist es, denke ich, schon praktisch, ein paar Brocken zu können, aber auch nur mit Englisch kommt man gut durch, vor allem in den größeren Städten.

Verkehrsbindungen

Ich bin mit Ryanair nach Sevilla hin und von Malaga zurück geflogen und habe beide Male so um die 70€ (mit Gepäck) bezahlt. In Spanien sind alle größeren Städte sehr gut über Fernbusse verbunden, die auch nicht so teuer sind und mehrmals am Tag fahren. In Granada selbst gibt es eine Metro und mehrere Busverbindungen. Alles ist in der Regel pünktlich und immer sicher.

Kommunikation

Leider hatten wir in unserer Wohnung kein WLAN, was meine Internet-Flat ein bisschen belastet hat ;) An der Uni konnte ich aber eduroam benutzen, ansonsten gibt es auch viele Cafes und Restaurants mit WLAN.

Unterkunft

Ich habe zusammen mit 3 anderen Incomings in einer WG gewohnt. Die Wohnung war groß, sauber (zumindest am Anfang) und auch recht gut ausgestattet, nur ein paar Sachen haben gefehlt, die man aber verschmerzen konnte. Das einzige Problem war, dass mir erst gesagt wurde, dass ich Bettwäsche gebraucht hätte, als ich schon da war, zum Glück konnte ich aber was leihen.

Literatur

Zur Vorbereitung habe ich die in der CA vorgeschlagenen Artikel gelesen, wirklich gebracht hat es das im Nachhinein aber nicht. Über das Land habe ich vorher im Reiseführer gelesen, was man so machen kann.

Mitzunehmen

siehe oben: klärt vorher, ob ihr Bettwäsche/Handtücher braucht! ;) Ansonsten normale Klamotten, was ich zu Hause auch brauche, also nichts Besonderes. Im Labor brauchte ich einen Kittel, den konnte ich zum Glück aber auch leihen. Zur Not kann man dort aber auch eigentlich alles kaufen.

Reise und Ankunft

Ich bin vorher mit Freundinnen durch Andalusien gereist, deshalb war ich einen Tag vorher schon da. Meine contact person hat mich vom Hostel abgeholt. Das Problem war, dass die Wohnung doch noch nicht fertig war, deshalb musste ich eine Nacht länger im Hostel bleiben. Ich habe aber sogar die Nacht bezahlt bekommen. Am ersten Tag war kaum jemand im Department, weil es ein Freitag und Brückentag war. Meine contact person ist mit mir hingegangen und hat mich denen, die da waren, vorgestellt; alle haben mich super nett und freundlich aufgenommen. Ansonsten konnte ich danach endlich mein Zimmer beziehen. Nach und nach sind dann auch die anderen Incomings angekommen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

In den ersten zweieinhalb Wochen bin ich eigentlich nur mit verschiedenen Masterstudenten, die im Labor dort gearbeitet haben, mitgelaufen und habe ihnen bei der Arbeit über die Schulter geguckt. Ich hatte vorher aber noch gar kein Histologie an der Uni gehabt, deshalb war es gut, um ein bisschen in die Materie reinzukommen. Am Anfang hatte ich das Gefühl, fast gar nichts zu tun, weil man auch super viel einfach warten musste, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es den anderen dort auch so geht ;) Das war dann aber auch die Chance mal ein bisschen mit den anderen zu quatschen. In der letzten Woche hat mein Tutor mir dann ein eigenes kleines Projekt zugeteilt, das ich anfangen sollte und mit dem dann jemand aus dem Labor weitermacht. Ich brauchte natürlich immer noch viel Hilfe, weil ich auch z.B. nicht wusste, wo ich alles finde etc., wurde aber super nett und immer hilfsbereit unterstützt. Das einzige Problem war, dass mein Projekt nicht in dem Bereich liegt, der mir ursprünglich gesagt wurde, weshalb ich mich jetzt nochmal neu um die Anerkennung in Deutschland kümmern muss.
Außerdem bin ich ein paarmal auch in eine Vorlesung an der Uni gegangen, was mir auch echt Spaß gemacht hat. Leider hat das nicht so oft gepasst, aber es war interessant, auch das mal zu sehen. Wirklich repräsentativ für die gesamte medizinische Ausbildung war das natürlich auch nicht. Ich habe mich aber auch viel mit den anderen Incomings und den CPs über das Studium unterhalten und hatte den Eindruck, dass z.B. in Thailand und in Taiwan das Studium wesentlich härter als in Deutschland ist, weil die Studenten schon 12 h am Tag im Krankenhaus arbeiten müssen. In Spanien muss man scheinbar auch noch wesentlich mehr (teilweise wohl ziemlich unnötige) Details auswendig lernen. Dafür haben sie dort viel weniger Praxisübungen als bei uns in Deutschland (zumindest Köln, so wie es klang).
Auf der Arbeit habe ich mit fast allen Spanisch gesprochen und auch mit der Zeit immer mehr ver-standen. Wenn ich nicht folgen konnte waren alle sehr geduldig und haben es nochmal langsamer oder mit anderen Worten oder auf Englisch erklärt; alles in allem gab es also keine Probleme mit der Verständigung. Nur in der Mittagspause konnte ich dem rasenden spanischen Stimmengewirr meistens so gar nicht folgen ;)
Meine Arbeitszeiten waren ziemlich unterschiedlich, ich habe das immer erst an dem Tag oder am Tag vorher erfahren. Meistens habe ich so um halb zehn herum angefangen und war dann bis ungefähr vier Uhr da, aber das hat sehr geschwankt.

Land und Leute

Die Leute in Andalusien sind fast alle unglaublich freundlich und fröhlich und offen. Ein tolles Beispiel ist die Begrüßung durch die Sprechstundenhilfe beim Zahnarzt: Da wird nicht erst mal formell nach der Versicherung etc. gefragt, sondern sie kam erstmal zu mir und begrüßte mich ganz auf spanische Art mit Küsschen rechts – Küsschen links.
Mit den Studenten, die den Austausch in Granada betreuen, haben wir uns sehr gut verstanden. Sie waren immer hilfsbereit und wenn irgendetwas war, konnten wir immer schreiben und sie haben schnell geantwortet und so weiter. Außerdem hatten wir ca. 2-3 mal pro Woche ein social program, bei dem wir ganz unterschiedliche Sachen gemacht haben: Tapas essen, die Alhambra besichtigen, Schlittschuh laufen, in eine Tetería gehen (das sind so marokkanische Teestuben in Granada), ein Spaziergang durch das Albaycín (die „Altstadt“ von Granada), Kino und Abendessen im Shopping Center, und und und… Die Sachen haben die Studenten von dort organisiert und es hat immer Spaß gemacht.
Ansonsten haben wir auch manchmal mit den Incomings gemeinsam etwas organisiert (hauptsächlich mehrmals Tapas – die sind einfach zu gut in Granada ;), aber zum Beispiel sind auch einmal übers Wochenende ein paar zusammen nach Malaga gefahren)
Außerdem bin ich viel einfach durch Granada gelaufen, habe mir die Stadt angesehen etc.
An den Wochenenden kann man durch die guten Busverbindungen auch andere Orte in der Nähe ansehen. Ich war zum Beispiel einmal mit meiner contact person in Sierra Nevada Skifahren, einmal wandern, und habe ein Wochenende in Jaén verbracht. Aber es hätte noch super viele andere Sachen gegeben, die man von Granada aus hätte machen/sehen/besichtigen können!
Für mich persönlich war es eine super Mischung aus gemeinsamen Aktivitäten aber auch Zeit für sich selbst, wenn man es mal nicht zu einer Aktion mit den anderen geschafft hat oder etwas anderes vorhatte, war niemand böse; umgekehrt konnte man auch immer was vorschlagen zu tun :-)
Es war mein allererstes Mal in Spanien überhaupt und es hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Es ist für mich, glaube ich, einfach die gesamte Mischung gewesen - das gute Wetter, die Wärme (Südspanien eignet sich im Frühjahr definitiv besser zum Bereisen als im Sommer!), die Fröhlichkeit und Lebendigkeit der Leute, die Gastfreundlichkeit der Studenten dort und und und... Das Essen war auch super (und, wie gesagt, zumindest für die Tapas günstig), nur am Anfang seeeehr fleischig ;) Aber auch daran gewöhnt man sich ziemlich schnell...

Fazit

Ich würde sofort wieder so einen Austausch machen! Allerdings reizt mich der SCOPE Austausch noch ein bisschen mehr, weil das, was die anderen erzählt haben, auch echt interessant klang. Granada als Stadt hat mir auch so gut gefallen, dass ich jetzt ernsthaft über ein Semester Erasmus dort nachdenke. Ihr seht – ich bin wirklich begeistert! Wenn man gerne reist und neue Leute kennenlernt ist es, zumindest meiner Erfahrung mit diesem Austausch hier, genau das Richtige!
Mein einziger Kritikpunkt wäre vielleicht die Organisation der Arbeit – in den ersten 2 ½ Wochen hatte ich nicht wirklich eine feste Betreuung oder einen festen Plan, sondern bin immer nur mal hier und mal da mitgelaufen, wo ich selbst jemanden ansprechen konnte. Deswegen hatte ich am Ende auch nur noch sehr wenig Zeit für mein eigenes Projekt; die Arbeitszeit hätte man also evtl. etwas sinnvoller nutzen bzw. effektiver gestalten können.

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