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Slowenien (SlomSic Slovenia)

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
Anonym

Motivation

Da ich schon immer gerne reise, war ein Forschungsprojekt im Ausland perfekt für mich. Man kann tolle und einzigartige Erfahrungen sammeln und gleichzeitig sehr viel lernen. Ich war vorher noch nicht in Osteuropa und war sofort interessiert, als ich Slowenien in der Restplatzliste entdeckt habe.

Vorbereitung

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung habe ich erste Einblicke in die Arbeit der bmvd bekommen und habe dort erfahren, dass die Möglichkeit besteht, seine wissenschaftlichen Projekte im Ausland zu absolvieren. Nach der Restplatzbewerbung hatte ich intensiven Kontakt mit dem Austauschteam der bmvd bezüglich des weiteren Prozederes, um zeitnah alle geforderten Unterlagen zu sammeln und diese fristgerecht hochzuladen.
Da es sich um einen Restplatz gehandelt hat, musste ich innerhalb kurzer Zeit alle geforderten Unterlagen hochladen.

Visum

Für meinen Forschungsaustausch in Slowenien musste ich kein Visum beantragen oder vorweisen.

Gesundheit

Da ich für meinen Forschungsaustausch in ein EU- Mitgliedsstaat gereist bin, war keine spezielle Vorkehrung hinsichtlich der Gesundheit erforderlich und die Standard- Impfprophylaxe war ausreichend. Meine Reiseapotheke bestand aus Schmerzmedikamenten, Grippemedikamenten, Verbandsmaterialien und Medikamenten für Magen- Darm- Beschwerden und war für den Auslandsaufenthalt in Slowenien vollkommen ausreichend.

Sicherheit

Für den Aufenthalt in Slowenien war eine Reiseversicherung und eine Haftpflichtversicherung notwendig. Die geforderten Versicherungen wurden mir durch meine zuständige LORE von IFMSA vor Antritt des Austausches rechtzeitig mitgeteilt, sodass ich die geforderten Versicherungen fristgerecht abschließen konnte. Die Sicherheitslage in Slowenien ist unbedenklich, sodass keine zusätzlichen Vorkehrungen erforderlich waren.

Geld

Da es sich um einen EU- Mitgliedsstaat handelt, ist die Währung Euro. Über den Einsatz von anderen Währungen ist mir nichts bekannt. Der Einsatz von Kreditkarten ist zu empfehlen, da bei vielen zusätzlichen Buchungen (Mietwagen, Veranstaltungen) lediglich eine Kreditkarte als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Das Abbuchen von Geld kann je nach Kreditinstitut zusätzliche Kosten verursachen, deshalb empfiehlt es sich, vor Reiseantritt Informationen einzuholen. Ansonsten gibt es ausreichend ATM’s und das Geldabheben funktioniert komplikationslos. Die Lebenshaltungskosten sind mit Deutschland vergleichbar, lediglich die Supermärkte sind etwas teurer. Durch den Einsatz von Studentencoupons, welche man bei Ankunft von der Fakultät erhält, kann man günstig in den meisten Restaurants einkehren.

Sprache

In Slowenien wird hauptsächlich Slowenisch gesprochen, Englisch können aber vor allem in den größeren Orten fast alle sprechen. Viele ältere Menschen beherrschen auch noch ein wenig die deutsche Sprache. In dem Welcome- Package der Universität von Ljubljana war ein Slowenisch- Englisch- Vokabelheft mit den wichtigsten Phrasen beigefügt, welches sehr hilfreich war.

Verkehrsbindungen

Je nach Vorbereitungszeit und -dauer kann man günstige Flüge von Deutschland nach Ljubljana finden. Ansonsten empfiehlt es sich, umliegende Ortschaften wie Klagenfurt oder Triest anzufliegen und von dort mit dem Zug/ Bus weiterzufahren. Wenn man Zeit hat und kostengünstig und ökologisch nach Slowenien reisen möchte, kann man auch mit dem Flixbus nach Slowenien fahren. Vor Ort kann man sich für 20€ im Monat ein Studentenbusticket besorgen oder bei schönem Wetter mit dem Stadtfahrrad fahren. Dafür muss man sich nur online registrieren und einen Beitrag von 3€ im Jahr zahlen. Für weitere Fahrten/ Ausflüge empfiehlt sich ein Mietwagen oder die Fahrt mit dem Bus/ Zug. In der Nebensaison verkehren letztere leider sehr unregelmäßig/ gar nicht. Oder man wählt das slowenische Carsharing- Unternehmen Prevoz, welches aber leider nur auf Slowenisch verfügbar ist.

Kommunikation

In Slowenien gelten bei den meisten Mobilfunkanbietern die in Deutschland geltenden Inlandskonditionen, somit ist der Kontakt nach Deutschland sehr einfach und unkompliziert. In dem Welcome-Package der Universität von Ljubljana befindet sich eine slowenische Simkarte, welche gegen einen geringen Aufpreis von 10€ mit 20 GB Datenvolumen aufgeladen werden kann, damit man unbegrenzten Internetzugang zur Verfügung hat.

Unterkunft

Ich wurde bei einer slowenischen Studentin in ihrem Apartment etwas außerhalb der Stadt untergebracht. Die Unterkunft wurde durch meine IFMSA Kontaktperson organisiert und ich musste mich nicht darum kümmern. Da alle anderen Austauschstudenten in einem Studentenwohnheim im Stadtzentrum untergebracht wurden, fand ich die Organisation etwas unglücklich, da ich etwa 5 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums gewohnt habe und mehrfach täglich hin- und hergefahren bin.

Literatur

Ich habe von dem Anatomie Department vor Ort umfangreiche Literatur erhalten und habe lediglich vor Antritt des Austausches den Prometheus intensiver studiert. Das war für den Austausch wirklich ausreichend.

Mitzunehmen

Für meinen Aufenthalt habe ich, da ich im März in Slowenien war, vornehmlich warme Kleidung und Regenkleidung mitgenommen, da das Wetter im März noch sehr winterlich sein kann. Zusätzlich habe ich Wanderausrüstung, Joggingsachen und Schwimmsachen mitgenommen, welche ich vor Ort auch viel genutzt habe. Je nach Jahreszeit empfiehlt sich auch eine Skiausrüstung, da man hier super Ski fahren kann. Weiterhin habe ich meinen Reisepass, meinen Impfausweis und Kredit-/ und Girokarte, Gesundheitskarte und Studentenausweis mitgekommen.

Reise und Ankunft

Meine Anreise verlief problemlos und unkompliziert. Ich bin zwei Tage vor Praktikumsbeginn am Flughafen von Ljubljana in den Airportshuttle (4€) gestiegen und bin eine Dreiviertelstunde nach Ljubljana durch verschiedene Ortschaften gefahren. Am Busbahnhof von Ljubljana wurde ich von meinem Host abgeholt und wir sind gemeinsam zu ihrem Apartment gefahren. Das Wochenende habe ich dazu genutzt, mir die Innenstadt und nähere Umgebung anzuschauen. Ich wurde von einer Kontaktperson am Praktikumsbeginn in Empfang genommen und zu der zuständigen Professorin gebracht, welche sich anschließend sehr freundlich und umfangreich mit mir beschäftigt hat. Nach meiner Ankunft habe ich mich um die Busfahrkarte, Fahrradanmeldung und um die Couponregistrierung gekümmert.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

An meinem ersten Tag habe ich mich mit der Vertretungskontaktperson vor der medizinischen Fakultät getroffen und wurde anschließend von ihr zu dem Büro meiner zuständigen Tutorin begleitet. Dort angekommen, habe ich mich mit meiner Tutorin über das weitere Procedere und meine Wünsche und Erwartungen bezüglich des Austausches unterhalten. Außerdem war sie sehr interessiert an der regulären Vorgehensweise der Anatomiekurse in Deutschland.
Anschließend hat sie mich in die Anatomie begleitet, mich den technischen Assistenten vorgestellt und mir die Räumlichkeiten gezeigt, in denen ich während des Aufenthaltes präpariert habe.
Die zuständigen Mitarbeiter waren sehr nett und hilfsbereit und bei Fragen und Problemen jederzeit verfügbar. Die Materialien für das Präparieren, sowie Anschauungsmaterialien und Anatomieatlanten wurden mir für den gesamten Zeitraum zur Verfügung gestellt.
Es gab zwischendurch ein Paar Verständigungsprobleme, da nur einer der technischen Assistenten Englisch sprechen konnte.
Mein Tagesablauf bestand hauptsächlich aus dem Präparieren an dem mir zur Verfügung gestellten Körperspender. Um die Formalinbelastung möglichst gering zu halten, habe ich täglich etwa 3-4 Stunden präpariert und anschließend die anatomischen Strukturen anhand der mir zu Verfügung gestellten Atlanten studiert.
An einigen Tagen durfte ich auch in das Labor der Anatomie, um mir die Räumlichkeiten und die Arbeit dort anzuschauen. Ich hatte ebenfalls die Möglichkeit die Anatomievorlesungen und Seminare der Medizinstudenten vor Ort anzuschauen.
Für das Studium der Anatomie war der Austausch sehr hilfreich, da ich mich sehr intensiv mit den Strukturen an meinem Körperspender befassen konnte und in Ruhe die jeweiligen Strukturen herausarbeiten konnte. In Slowenien müssen die Studenten für die Teilnahme an einem Austauschprogramm und für die spätere Wahl ihres Fachgebietes eine bestimme Anzahl an Credit points vorweisen, welche durch zusätzliche außerschulische Arbeit und beispielsweise durch die Betreuung von Austauschstudenten gesammelt werden können. Außerdem dauert die Vorklinik in Slowenien nicht wie bei uns zwei, sondern drei Jahre. Der Anatomiekurs besteht in Slowenien aus Seminaren und Lehrveranstaltungen und ist hauptsächlich theoretisch. Die Studenten präparieren lediglich drei Wochen selbstständig am Ende ihres Präparierkurses. Das Studium ist für die Slowenen kostenlos und wird hauptsächlich vom Staat und durch diverse Stipendien subventioniert. Die meisten Studenten leben hier in Wohnheimen im Stadtzentrum oder in den Randbezirken von Ljubljana, welche für die Studenten bis auf einen geringen Betrag kostenlos sind.

Land und Leute

In den vier Wochen meines Slowenien Aufenthaltes habe ich mit den anderen Austauschstudenten und Leuten, die wir vor Ort getroffen haben, viele unterschiedliche Dinge gemacht und erlebt. Das landschaftliche und kulturelle Angebot ist wirklich umfangreich und es ist für jeden etwas dabei. Aber das wirklich Schöne an Slowenien ist, dass es ein recht kleines Land mit sehr unterschiedlichen Regionen auf kleinster Fläche ist. Man kann alle Orte in kürzester Zeit erreichen und wenn man gerne in der Natur unterwegs ist und Wandern oder Skifahren geht, ist Slowenien das perfekte Reiseziel. Außerdem kann man mit dem Bus sehr einfach Kurztrips in die umliegenden Länder, wie Kroatien, Italien, Österreich und Ungarn unternehmen. Die Hauptstadt Ljubljana hat ebenfalls viel zu bieten und ist erstaunlich grün für eine Hauptstadt. Die Menschen sind sehr hilfsbereit und die meisten sprechen Englisch einige sprechen sogar ein wenig Deutsch. Man kann kilometerweit entspannt an der Uferpromenade entlang spazieren und die Umgebung genießen. In der Stadt gibt es sehr viele schöne individuelle Kaffees und Kneipen, Restaurants und täglich einen tollen Markt am Fluss. Es herrsch insgesamt eine angenehme Atmosphäre, die Menschen sind sehr entspannt und zufrieden. Da wir trotz der frühen Zeit im Jahr unheimlich viel Glück mit dem Wetter hatten, waren wir an den Wochenenden viel wandern, haben mehrere Ausflüge zum Meer unternommen und sind zum Triglav Nationalpark gefahren, um uns dort den Bohinjsee und Lake Bled anzuschauen. Diese Ziele sind sehr einfach mit Bus/ Bahn oder einem Mietwagen zu erreichen und bieten sich sehr gut als Tagestouren an. Wenn man nicht so viel selbst planen möchte, kann man auch in der Touristeninformation nachfragen, die Mitarbeiter sind sehr freundlich, hilfsbereit und bieten auch eine umfangreiche Auskunft zu den verschiedensten Budgetvorstellungen an. Wenn man spontan wandern möchte, kann man auch mit dem Stadtbus von Ljubljana kleine Wanderwege anfahren und der Tivolipark mit dem Rožnik Hügel ist ebenfalls mindestens einen Besuch wert. Der Park ist der größte in Ljubljana und erstreckt sich über eine sehr große Grün-/ Waldfläche und beherbergt auch eine kleine Skisprungschanze.
Außerdem haben wir auf einem Wochenendausflug nach Maribor an einer Weinkellertour mit anschließender Weinverkostung teilgenommen, welche sehr zu empfehlen ist. Leider sind vier Wochenenden viel zu wenig, um alle tollen Orte in Slowenien zu besuchen und es gibt sicher noch viele Wanderungen, die ich bei einem weiteren Besuch gerne nachholen würde.

Fazit

Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen, da Slowenien wirklich ein wunderschönes kleines Land mit vielen Sehenswürdigkeiten ist. Ich könnte mir schon vorstellen, hier für einen längeren Zeitraum zu arbeiten, da es in Slowenien wirklich sehr schön und entspannt ist. Ich werde mich auf jeden Fall wieder um einen Auslandsaufenthalt bewerben und kann dies wirklich nur empfehlen.

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