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Tunesia (ASSOCIA MED)

Chirurgie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Ich wollte eine Famulatur im Ausland machen, weil ich diese Gelegenheit nicht verpassen wollte, über die BVMD auf einer sehr einfachen Art und Weise eine ganze andere Erfahrung zu machen. Ich fand das Prinzip sowohl kulturell als auch menschlich, preislich, organisatorisch sehr attraktiv und wollte ein nicht-europäisches Land kennenlernen. Ich habe Tunesien ausgesucht, weil dort französisch die Amtssprache ist und weil ich ein arabisches sehr touristisches Land von der Innenseite entdecken wollte.

Vorbereitung

Vorbereitet habe ich mich nicht sehr ausführlich. Ich wusste fast nichts über dieses Land und habe erst am Flughafen Dokus über Tunesien geschaut. Ich würde aber nicht empfehlen, das so zu machen, vor allem wenn man nicht in Tunis das Praktikum macht, weil in Tunis alles noch relativ ähnlich ist zu dem, was man in Deutschland kennt, im Rest des Landes aber der Unterschied gröꞵer ist. Wahrscheinlich hätte mir mehr Ahnung über Tunesien während des Aufenthaltes geholfen.
Auf folgender Webseite habe ich die Hinweise gelesen:https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/tunesien-node/tunesiensicherheit/219024#content_5.
Ich habe relativ schnell Kontakt mit meinem LEO aufgenommen, weil ich die letzte Woche der Famulatur in einer selbst organisierten Unterkunft gewohnt habe. Das war aber gar kein Problem. Auch die Praktikumsdaten wollte ich um einige Tage verschieben und das war auch kein Problem.
Am Anfang habe ich das Dokument ‚Mit kolonialen Grüßen‘ gelesen, was ich auf der Seite der BVMD gefunden hatte; ich fand es sehr sinnvoll und würde es weiterempfehlen.

Visum

Ich brauchte kein Visum, weil ein Reisepass schon reichte. Das Einscannen von meinem Reisepass konnte ich erst später als das Bewerbungsabschicken machen, obwohl es zu den Pflichtdokumenten der Bewerbung gehörte. Ich durfte das aber einfach nachreichen.

Gesundheit

Wie schon erwähnt habe ich auf folgender Webseite die Hinweise gelesen:https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/tunesien-node/tunesiensicherheit/219024#content_5.
Ich habe meinen Kittel, Desinfektionsmittel und OP-Klamotten mitgenommen, weil ich Famulatur in der Chirurgie gemacht habe. Es gibt in Monastir viele hygienische Probleme, und ich habe fast nie Desinfektionsmittel auf Station gesehen. Wenn man auf Infektiologie-Station z.B. famuliert, würde ich auf jeden Fall empfehlen, einen guten Impf-Check zu machen.
Ich habe mir auch über ein Konto bei der Apobank eine Auslandsversicherung geholt, über dasselbe Konto hatte ich auch eine VISA-Karte, mit der ich Geld abheben konnte. Wie ich gemerkt habe, ging das aber auch ganz normal über meine EC-Karte.

Sicherheit

Insgesamt habe ich mich am Anfang ziemlich unsicher, dann im Verlauf des Austausches immer sicherer gefühlt, also weiß ich nicht, wie sehr das subjektiv zu bewerten sind und mit dem Gefühl zusammenhängt, im tunesischen Umfeld mehr oder weniger vertraut zu sein. Ich war nicht nur in Monastir sondern auch in Tunis, Sousse und in mehreren Städten des Südens und das Sicherheitsgefühl war natürlich variabel je nach Ort/Viertel/Uhrzeit. An sich habe ich das Krankenhaus- bzw. Uni-Viertel Monastirs und auch das Viertel in der Umgebung des Bahnhofs als ganz sicher empfunden.
Auch wenn ich keine schlechten Erfahrungen gemacht habe und wenn Tunesien im internationalen Vergleich wahrscheinlich ‚sicher‘ ist, habe ich bemerkt, dass tunesische Studentinnen selbst in Monastir sich nicht sicher fühlten, wenn sie nachts im Dunkeln alleine oder zu zweit mit mir auf der Straße laufen mussten. Auch wurde eine Idee von mir, abends am Strand zu picknicken abgelehnt, weil es ‚zu gefährlich sei‘. Ich weiß natürlich nicht, wie repräsentativ diese Meinungen oder Reaktionen waren. Und für die gleiche Person -meine Host- war das gleichzeitig gar kein Problem, abends im Dunkeln in Tunis unterwegs zu sein.
Das Unsicherheitsgefühl liegt oft nicht an den meistens sehr netten Leuten sondern an dem Zustand der Fahrzeuge z. B..
Was den Süden betrifft, wurde ich von Tunesier*innen aus dem Norden mehrmals vorgewarnt, empfand die Region (bis auf die Stadt Kebili) als gar nicht so unsicher, wie man sie mir beschrieben hatte.

Geld

Die Währung ist das Dinar oder DT und die Millimes (Cents). Am besten sollte man sich von seiner Contact Person die Währung einmal gut erklären und zeigen lassen. Außer zum Abheben habe ich nie meine Geldkarte benutzt sondern immer bar bezahlt. Ausnahmsweise (z. B. Flughäfen…) werden Euros auch akzeptiert, das habe ich aber nie gemacht. Am Flughafen kann man Geld wechseln, aber an normalen Automaten konnte ich normal Geld abheben und bei der Bank unter der Woche Geld wechseln. Ich habe 150 DT Taschengeld von der IFMSA bekommen, das war natürlich willkommen!
1€ entspricht ca. 3,4DT. Die Preise sind in Tunesien sehr viel niedriger als in Deutschland: Lebensmittel, Fahrtkosten (Bus und Zug sind am allerbilligsten, Louage oder Taxi aber auch… ) Nur touristische Einrichtungen wie Museen sind verhältnismäßig etwas teuer. Wer Lust hat, kann sich eine ‚green international student card‘ holen, mit welcher man kostenlos alle Museen etc besichtigen kann. Eine normale deutsche Unicard wird dafür nicht anerkannt.

Sprache

Arabisch-tunesisch und französisch werden in Tunesien gesprochen. Ich kann fließend Französisch und das war auf jeden Fall sinnvoll; auch das ganze Personal auf Station hat sich riesig gefreut, endlich eine Incoming zu haben, die französisch kann – Englisch ist, wenn überhaupt gut gesprochen, meistens nicht sehr beliebt… Ich würde sagen, dass man mit Französisch gut zurechtkommt.
Ich muss aber auch dazu schreiben, dass Französisch ist und bleibt die 2. Sprache, und für nicht wenige eine Sprache, die man nur in der Schule und in der Uni -wenn man sie bis dahin besucht hat- verwendet hat. Auch wenn die meisten Akten auf Französisch waren und das ärztliche Personal keine Schwierigkeiten hatte, sich auf Französisch zu unterhalten oder etwas zu erklären war das z. B. unmöglich, etwas von der Visite zu verstehen, wo außer bei der Patientenerstvorstellung und nur einzelner Wörter alles auf arabisch gesagt wurde. Auch bei den großen Patientenbesprechungen samstags war das fast unmöglich, wirklich zu verstehen worum es ging. Von den Gesprächen mit Patient*innen oder der neurochirurgischen Ambulanz habe ich fast nichts mitgenommen. Dafür hat es sich wahrscheinlich gut geeignet, dass ich in der Chirurgie war und fast nur im OP stand.
Dazu: Auch wenn man nur einzelne arabische oder tunesische Wörter lernt, freuen sich alle darauf und feiern einen sofort :)

Verkehrsbindungen

Dadurch, dass man nur den halben Tag arbeitet und jedes Wochenende hat, ist es sehr einfach die Zeit zu finden um das Land zu erkundigen.
Für Incomings ist innerhalb einer Stadt das Taxi am besten, weil das viel billiger als in Deutschland ist, das Sicherste und meist das Schnellste. Taxi-Fahrer sind in kleinen Städten meist sehr nett; eher in Tunis oder Sousse oder an den Flughäfen habe ich (manchmal) die Erfahrung gemacht, dass nach einem viel zu hohen Preis gefragt oder über viele Umwege gefahren wurde. In der Regel geht das, den Preis über den Taximeter (compteur) zu regeln, eigentlich soll es auch immer so sein.
Ich bin viel mit Louages unterwegs gewesen: es sind kleine Büsse, die erst losfahren, wenn sie voll mit Passagieren sind. Sie sind sehr billig und meistens am schnellsten, man sollte nur beachten, dass es abends nicht immer welche gibt und vor allem im Süden manchmal einfach so gar keine -auch tagsüber- bis zum gewünschten Ziel gibt. Allgemein gilt ehe in Tunesien: geduldig und flexibel bleiben! Dass der Louage-Fahrer eine nicht geplante eigene Kaffee-Zigaretten-Pause mitten auf dem Weg macht ist dort kein Problem.
Noch billiger sind Züge/Métros oder Büsse. Sie können praktisch sein und sind wirklich sehr billig. Wenn Métros überfüllt sind würde ich sie Frauen gar nicht empfehlen, aber das überlebt man. Für lange Strecken können Züge entspannt sein, aber die Toiletten sind wenn vorhanden NULL zu empfehlen und man sollte Richtung Süden ruhig ein paar Stunden mehr als die offizielle Uhrzeit einplanen.
Wer im Süden Tunesiens verreist, sollte auf jeden Fall bedenken, dass die Verkehrsmittel noch viel schlechter als im Norden sind. Man sollte die Fahrten für den Vormittag planen, um sicher zu sein, dass man eine Louage findet.

Kommunikation

Ich habe mir für ca. 30DT eine prepaid-Orange-Sim Karte geholt, um dort die tunesischen Student*innen, meine Host oder meine Contact person erreichen zu können. Auch wenn man viel über What’s app machen kann, war es für mich sehr hilfreich diese tunesische Nummer zu haben, insbesondere als ich im Süden verreist bin. Außerdem habe ich gleichzeitig Internet im Abo geholt, weil das quasi die einzige Möglichkeit war, wirklich Internet zu haben –in der Wohnung gab es kein Wlan. Es ist aber nicht immer so, es hängt vom Host ab.

Unterkunft

Ich habe mit einer Studentin Monastirs in ihrer Wohnung gewohnt und wir haben uns ihr Schlafzimmer geteilt. Das wurde alles von Associa-med organisiert, und meine Host hat mich kostenlos 3 Wochen empfangen einschl. für das Essen versorgt (!). Ein großer Vorteil war, dass es sehr nah von dem Krankenhaus war und dass ich zu Fuß hingehen konnte. Es gab auch das Nötige (Bad, Herd, Kühlschrank) aber die Kochausstattung fehlte, um wirklich gut was kochen zu können; eine Waschmaschine gab es nicht. Ich hatte auch nicht so viel Freiheit, dass ich wirklich selbst was machen konnte, weil meine Host alles für mich machte. Auch wenn ich mich sehr gut mit ihr verstand, fehlte mir eine private Sphäre. Die Erfahrungen von den anderen Incomings, die gleichzeitig in Tunesien waren waren aber ganz anders und es ändert sich stark von Incoming zu Incoming, je nach dem ob man bei einer einzelnen Person, einer Gastfamilie oder einer WG ist!

Literatur

Ich habe nur Dokus über Tunesien geschaut. Das habe ich erst kurz vor dem Hinflug am Flughafen gemacht und es wäre besser gewesen, sich das früher angeschaut zu haben. Sie geben doch einen ziemlich guten Eindruck von dem Land und hätten vielleicht mein „Ankommen“ vereinfacht.

Mitzunehmen

- Kittel
- OP-Klamotten
- Desinfektionsmittel (sehr sinnvoll!)
- Das IFMSA – Handbook
Man sollte unbedingt warme Sachen, Pullis, Socken, Hausschuhe mitnehmen, weil die Nächte zumindest im März in Monastir noch ganz kalt sind.

Reise und Ankunft

Am Anfang wurde ich von dem LEO am Flughafen abgeholt, die mir sofort viel erklärt und gezeigt hat und wofür ich sehr dankbar bin. Ich hatte dann noch einen Tag bis zum Praktikumsbeginn, was willkommen war um erstmal sich an alle Neue zu gewöhnen.
Mein Flug hatte Verspätung, was anscheinend bei Tunisair eher normal ist ;)

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe Famulatur auf der Neurochirurgie im Fattima Bourguiba Hospital von Monastir gemacht.
Ich bin meist kurz nach 8 für die Visite angekommen, ging zwischen 12 und 15 Uhr wieder, je nach dem, was im OP am Laufen war. Ich wurde sehr freundlich behandelt und durfte überall gehen, wo ich wollte, musste nur mich organisieren um die richtige Person zu fragen. Ich war fast jeden Tag im OP und hätte mit stärkerer Nachfrage assistieren können, wollte das persönlich nicht. Ich habe auch Lumbalpunktion gesehen, war manchmal bei den Studierenden vom Blockkurs im „Topo“ (Seminar/Referat) dabei, habe auch freiwillig an dem „examen de fin de stage“ (Blockkursklausur) teilgenommen. Ich war auch freiwillig bei einer Garde (Nachtschicht) für ein paar Stunden dabei, habe einen großen Einblick in die Neurochirurgie bekommen. Der Dr. Maamri war der Beste, um die Neurochirurgie spannend zu machen und um viel zu erklären, im OP die Strukturen zu zeigen oder um beizubringen, wie man CT’s (TDM) oder MRT’s (IRM) zu beurteilen. Ich war auch ein bisschen in der Ambulanz, war aber enttäuscht, nicht mehr verstehen zu können. Allgemein gilt, dass man mehr als in Deutschland machen darf, sobald man früh und genug nachfragt. Auch konnte ich viel mehr sehen, als das was ich in Deutschland hätte unsteril sehen dürfen. Die Technik hat manchmal gefehlt, um von der OP viel mitehmen zu können (keine Kameras o. ä.).

Das tunesische Gesundheitssystem ist bestimmt erstmal viel besser als andere auf dem afrikanischen Kontinent. Es verfügt über etablierte Einrichtungen und Strukturen, die schon mal sehr groß sind. Ich selbst war trotzdem nie im Krankenhaus außerhalb Deutschlands und Frankreichs und war oft sehr schockiert von dem, was ich in Monastir gesehen habe. Die Arbeitsbedingungen (der Arbeitslohn, die Arbeitszeiten) der Ärzt*innen fand ich sehr schwierig. Die Hygiene-Bedingungen waren auch sehr schlecht, und die technische Ausstattung wird immer schlechter, weil die Mitteln fehlen um nötige Reparaturen durchzuführen. Seit der Revolution 2011 hat sich laut der Leute, mit denen ich geredet habe die Situation im öffentlichen Gesundheitswesen verschlechtert und dazu kommt, dass man in Monastir auf dieser kleinen Station nicht so viel Finanzierung wie in Tunis hat. Die Ärzt*innen wussten sehr viel und waren fachlich sehr weit, aber ganz oft fehlte es an ausreichender moderner Technologie oder gutem Material. Ich habe viel Frust und Müdigkeit von Seite der Ärzt*innen wahrgenommen, die teilweise ganz gut wussten, wie man eine bessere Medizin hätte machen können. Es war nicht immer einfach, aber ich fand es sehr sinnvoll, diese Situation mit zu erleben.
Was die medizinische Ausbildung betrifft, lernen die Studierenden unglaublich viel mehr Theorie als in Deutschland und sind von der Motivation stark getrieben, nach dem Studium ins Ausland zu gehen, so dass viele durch diesen Druck sehr viel lernen. Ich hatte das Gefühl, dass sie viel mehr wussten. Gleichzeitig fand ich ihre Referate („Topos“) sehr frontal und wenig interaktiv gemacht.

Land und Leute

Man kann einfach die Associa-med (tunesische BVMD) nach Ideen fragen und sie schlagen zahlreiche Ausflüge vor. Von Monastir aus kann man leicht nach Sousse, Mahdia, Tunis, Kairouan, El Jam gehen. Es gab keine anderen Incomings in Monastir als ich dort war und auch kein Social Programm, wie das im Sommer organisiert wird. Ich persönlich war aber ganz froh, dass es so war und hatte die Freiheit, das Land so zu erkundigen wie ich das wollte. Die Mütter meiner Host und des LEOs haben für mich oft tunesische Gerichte gekocht, das tunesische Essen ist manchmal sehr scharf aber echt lecker. Die Leute waren auch unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich; und selbst wenn die Kommunikation manchmal nicht ganz mühelos war und es ab und zu doch wenig nach der eigenen Meinung oder den eigenen Bedürfnissen gefragt wurde, haben sich alle sehr viel Mühe gegeben um eine positive Erfahrung zu schaffen.
Wenn man darauf steht, kann man mit travel agencies (agences de voyages) in den Süden während 2-3 Tage gehen, wo alles organisiert wird. Das wird im Sommer speziell für die Incomings organisiert. Obwohl mir gesagt wurde, dass diese agencies die einzige Möglichkeit sind, sicher im Süden zu verreisen, bin ich eine Woche lang nach dem Praktikum mit meiner Host zusammen hingereist, habe das traditionnelle Dorf Toujane entdeckt und habe die Unterkünfte und eine Nacht in der Wüste selbst organisiert. Das ist mir lieber so gewesen und ich hatte die Chance, viele Traditionen und andere Welten kennenzulernen. Man kann sich einfach überlegen, welche Möglichkeit man lieber nutzt!
Kulturell und religiös ist Tunis wahrscheinlich gar nicht so anders als das, wie wir es kennen. Aber in Monastir und noch mehr im Süden des Landes oder in kleineren Städten konnte ich schon merken, dass Religion einen ganz anderen Stellenwert hat. Außerdem hat man wahrscheinlich einen verzerrten Blick, wenn man nur Medizinstudierenden begegnet, weil viele von denen stark versuchen, sich wie Europäer*innen zu verhalten (zu reden, sich anzukleiden, westlich zu essen etc) oder wie sie sich das vorstellen. Wieder wechselt es sehr stark von Person zu Person ab.
Wenn man im Land am Verreisen ist, merkt man sehr schnell, dass das Land sich gerade in einer schweren Krise befindet. Die Bevölkerung leidet sehr unter dem Rückgang von Tourismus in den letzten Jahren und man ist auf die neuen Touristen angewiesen. Das kann ab und zu die Beziehungen zu den lokalen Menschen beschädigen. Wiederum zeigen andere sehr gerne viel von ihrem Land und bieten ihr Wissen und ihre Hilfe an, ohne Gegenleistung zu erwarten. Tunesien ist ein sehr kontrastiertes Land und es war gut, dass ich die Zeit hatte, viele seiner Facetten zu erleben.

Fazit

Ich könnte mir vorstellen, wieder an einem Auslandsaufenthalt teilzunehmen. Jedoch fand ich das manchmal sowohl sinnvoll als auch belastend wahrzunehmen, wie schwierig die aktuelle wirtschaftliche Lage im Krankenhaus ist. Man kann das bestimmt aus sehr verschiedenen Perspektiven betrachten aber ich fand die Ressourcen des tunesischen Gesundheitssystems noch sehr weit weg von denen, die man in Deutschland hat. Tunesien ist außerdem ein Land mit einer ganz anderen Mentalität und man sollte versuchen vorzuahnen, ob man sich damit wirklich wohl fühlen wird. Wie ich das erwartete, hatte ich viel Zeit, um das Land mehr in der Tiefe kennenzulernen. Ich fand es auch sehr gut, so viel authentischen Kontakt zu meiner Gastgeberin zu haben und mir die Zeit genommen zu haben, nach dem Praktikum noch ein paar Tage zum Verreisen zu haben. Die Wüste im Süden sowie die Bergen bei Toujane waren sehr schöne Erfahrungen. Ich konnte kulturell und medizinisch (neurochirurgisch) sehr viel lernen, und habe auf jeden Fall mehr konkretes mit der arabischen Welt zu verknüpfen als früher!

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