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Indonesia (CIMSA-ISMKI)

Gynäkologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Nadja, Jena

Motivation

Schon seit Beginn des klinischen Abschnitts wollte ich gerne eine Auslandsfamulatur machen, um eine neue Kultur, Traditionen, Menschen und ein anderes Gesundheitssystem kennen zu lernen. Asien reizte mich sehr. Ich habe bereits einen Schüleraustausch nach Indien gemacht, sowie eine Thailandrundreise. Und war jedes Mal begeistert von der Gastfreundschaft, Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit der Menschen. Daher war mein Erstwunsch Indonesien, ein Land mit unglaublich vielen Inseln, wunderschöner Natur und hauptsächlich muslimischer Bevölkerung, was mich sehr interessierte. Mein Zweitwunsch war Thailand und mein Drittwunsch Portugal.

Vorbereitung

Als Vorbereitung auf die Famulatur habe ich meine Impfungen beim Hausarzt überprüfen lassen. Außerdem habe ich eine Reiseapotheke mit einer Malariaprophylaxe, einem Mittel gegen Durchfall sowie Schmerztabletten vorbereitet.
Die Erfahrungsberichte der BVMD halfen mir einen ersten Eindruck zu bekommen.
Um Indonesisch zu lernen, habe ich mir Babbel heruntergeladen und während meiner Famulatur damit neue Vokabeln gelernt. Es war schön, direkt das Gelernte im Alltag anwenden zu können und des Weiteren sehr hilfreich. Da Englisch keine Landessprache ist in Indonesien, kann ich das nur empfehlen!

Visum

Die Visumsbeantragung ging wesentlich schneller und einfacher als erwartet. Da ich erst recht spät ein Einladungsschreiben der indonesischen Universität erhalten habe und es Probleme mit der Card of Acceptance gab, hatte ich Sorge, dass es zu knapp werden würde. Für die Beantragung des soziokulturellen Visums benötigt man folgende Unterlagen: gültiger Reisepass mit einer Kopie, Original Rückreiseticket, 2 Passfotos, Nachweis über die Bezahlung der Visagebühr in Höhe von 50 Euro, das Einladungsschreiben der Uni und das Antragsformular. Ich schickte meine Unterlagen an die Botschaft in Berlin und schon nach einer Woche erhielt ich mein 60-Tage Visum und war sehr erleichtert. Dennoch empfiehlt es sich das Visum möglichst frühzeitig zu beantragen.

Gesundheit

Ich empfehle eine Reiseapotheke mitzunehmen, besonders Medikamente gegen Durchfallerkrankungen, Schmerztabletten und Malariaprophylaxe für eine anschließende indonesienreise. Vor der Reise habe ich alle erforderlichen Impfungen bei meinem Hausarzt überprüfen lassen. Durch meine Thailandreise letzten Jahres hatte ich bereits alle erforderlichen Impfungen gegen Tollwut, Hepatitis A und B, Typhus und Japanische Enzephalitis. Hier lohnt sich eine Beratung im Tropeninstitut oder beim Reisemediziner. Außerdem empfiehlt es sich eine Auslandsreisekrankenversicherung vor der Reise abzuschließen.

Sicherheit

Anfangs hatte ich Respekt davor eine Woche vor Famulaturbeginn als alleinreisende Frau in Bandung unterwegs zu sein. Meine Sorgen waren unbegründet. Die Menschen in Bandung sind unglaublich respektvoll, aufmerksam, freundlich und besorgt um einen. Wenn man einmal nicht weiterweiß und etwas besorgt aussieht, eilt sofort jemand zur Hilfe. Ich habe sehr positive Erfahrungen gemacht und kann Indonesien für alleinreisende Frauen weiterempfehlen. Ich habe mich sehr sicher in Indonesien gefühlt. Da man als Europäer in Bandung sehr viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, empfiehlt es sich dem einheimischen Keidungsstil anzupassen und lange dünne Hosen sowie Oberteile, die die Schultern bedecken zu tragen.

Geld

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich mehrfache Millionärin, das war wirklich verrückt zu Beginn. Die Währung in Indonesien ist die indonesische Rupiah. Ein Euro sind umgerechnet ca. 17.000 IDR. Bargeld abheben kann man problemlos vor Ort. Es gibt viele Geldautomaten in unmittelbarer Umgebung. Essen gehen, Einkaufen, Massagen und Taxifahrten sind um einiges günstiger als in Deutschland. Man kann es sich gut gehen lassen. Für ein Essen habe ich meistens zwischen 0,50 bis 2 Euro bezahlt und es war sehr lecker. Eine Stunde Massage kostet circa 8 Euro.

Sprache

Die offizielle Sprache in Indonesien ist Bahasa. Viele Regionen haben ihre eigene Sprache. In Bandung spricht man Sundanesisch. Ich habe etwas Indonesisch mithilfe von Babbel gelernt. Als sehr praktisch erwiesen hat sich auch Googletranslater. Insgesamt empfiehlt es sich auf jeden Fall etwas Indonesisch zu lernen. Es vereinfacht die Kommunikation um einiges mit Taxifahrern, beim Essenbestellen und mit der einheimischen Bevölkerung. Ein paar Sätze reichen schon aus. Im Krankenhaus konnte man sich mit den Ärzten und Studenten recht gut auf Englisch verständigen.

Verkehrsbindungen

Ich bin mit Qatarairlines von Frankfurt direkt nach Bandung geflogen und hatte insgesamt zwei Stop-overs, einen in Doha und einen in Kuala Lumpur. Der Flug war recht lange, insgesamt dauerte er 19 Stunden. Allerdings empfand ich es als sehr angenehm direkt in Bandung zu landen und keinen Zug oder Bus mehr zu benötigen. In Bandung war ich meistens mit der Taxiapp Grab unterwegs. Sehr zu empfehlen, es ist so einfach und praktisch! Man kann sich von fast überall abholen lassen und ist mobil. Sehr angenehm empfand ich das Rollerfahren, da man die Stadt mit all den Gerüchen und Eindrücken intensiver erleben kann. Außerdem steht man mit dem Roller nicht im Stau und kommt schneller am Ziel an.

Kommunikation

Gleich zu Beginn habe ich mir eine indonesische SIM-Karte vom Anbieter Telekomsel für nur 3-4 Euro gekauft. Der Empfang war super und man hatte überall mobiles Internet. In Cafés, Restaurants und der Unterkunft gab es fast immer kostenloses Internet. Für die Kommunikation mit anderen indonesischen Studenten und Ärzten empfiehlt sich WhattsApp. Die Ärzte und Studenten kommunizieren sehr viel über WhatsApp und sogar während einer OP werden die Befunde mit den Handys fotografiert und über WhatsApp geteilt. Um mit den Lieben zu Hause zu telefonieren eignet sich WhatsApp ebenfalls sehr gut.

Unterkunft

Die Unterkunft in einem Studentenwohnheim hat CIMSA für uns organisiert. Das Krankenhaus war von Ihr in nur 5 min zu Fuß zu erreichen. Ich habe mir mit einer anderen sehr sympathischen Medizinstudentin aus Deutschland ein Zimmer mit Doppelbett, eigenem Bad mit warmem Wasser (keine Selbstverständlichkeit in Indonesien) und Tageslicht geteilt. Die Einrichtung war pragmatisch und vollkommen in Ordnung. Unser Zimmer wurde vom Hausmeister regelmäßig gereinigt, allerdings sollte man es nicht zu eng sehen mit der Sauberkeit des Bades. Wir konnten für wenig Geld auch unsere Wäsche abgeben und von ihm waschen und bügeln lassen.

Literatur

Als Inspiration für meine Reise nutzte ich den Reiseführer von Stefan Loose. Interessante Berichte über Indonesien las ich im Internet sowie im Blog Indojunkies.
Als medizinische Literatur benutzte ich anfangs die englische Ambossversion. Im Verlauf des Praktikums bekam ich mehrere englische Fachbücher als E-books von indonesischen Studenten zugesendet. Diese waren sehr hilfreich und interessant zu lesen.

Mitzunehmen

Für die Arbeit im Krankenhaus sollte man einen weißen Kittel, ein Stethoskop, Blusen, lange Stoffhosen sowie geschlossene Schuhe mitnehmen. Außerdem empfiehlt sich eine Reiseapotheke, genügend Tampons, da es vor Ort nur Slipeinlagen zu kaufen gibt, Sonnencreme und Mückenschutzspray, wobei man dieses auch günstig vor Ort erwerben kann.
Da es häufig regnet, empfiehlt es sich einen Regenschirm oder eine Regenjacke mitzunehmen.

Reise und Ankunft

Ich reiste schon eine Woche vor Praktikumsbeginn in Bandung an, um genügend Zeit zu haben Bandung auf eigene Faust zu erkunden und mich an die Zeitverschiebung zu gewöhnen. Leider konnte ich nicht von indonesischen Studenten vom Flughafen abgeholt werden, da alle in der Vorlesung waren. Ich bin mit einem Taxi vom Flughafen zu meinem Hostel gefahren. Es war sehr schön Bandung in den ersten Tagen zu erkunden und in der Stadt anzukommen. Im Hostel habe ich sympathische Engländer kennen gelernt, mit denen in Bandung gemeinsam erkundete. In der ersten Woche hatte ich mich schon einmal zum Essen mit ein paar indonesischen Studenten getroffen. Als das Praktikum begann, haben sich alle viel Mühe gegeben und uns am ersten Praktikumstag ins Krankenhaus begleitet, um uns mit den Ärzten und der Station bekannt zu machen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe meine Famulatur im Fachbereich Gynäkologie und Geburtshilfe gemacht. Am ersten Tag wurden wir von zwei indonesischen Studenten ins Krankenhaus begleitet und lernten Ärzte, Studenten und die verschiedenen Abteilungen kennen. Wir trafen uns mit der Leiterin des Austauschprogramms. Sie bot uns an zwei Wochen der Famulatur in einem ländlichen Krankenhaus zu machen. Wir entschieden uns jedoch in Bandung zu bleiben, da man dort mehr schwere Fälle sehen kann, die es in Deutschland nur sehr selten gibt. Außerdem lernten wir unsere Tutorin kennen, die den Praktikumsplan für uns zusammenstellte. Sie gab uns einen Ausblick über die nächsten 4 Wochen Praktikum. Wir sprachen mit ihr über die Abteilungen, die uns interessieren würden und konnten eigene Wünsche mit einbringen. Anschließend wurden wir von einem Assistenzarzt durch das Krankenhaus geführt und er zeigte uns alle relevanten Behandlungszimmer und Abteilungen.
Ein typischer Famulaturtag ging meistens von 7 bis 15 Uhr. Unser Praktikumsplan war flexibel unseren Wünschen anpassbar. So konnten wir auch andere Stationen wie beispielsweise im Operationssaal und in der Fetomaternalen Klinik hospitieren, die zuerst nicht vorgesehen waren. Zweimal die Woche, dienstags und freitags, gingen wir zur Morgenbesprechung. Die Folien waren meistens in Englisch, allerdings wurden die Fälle meistens in Indonesisch besprochen und es war teilweise schwer den Diskussionen zu folgen. Die Ärzte versuchten uns mit Fragen mit ein zu binden. Empfehlenswerter fand ich die Vorlesungen für Studenten, die manchmal extra für uns in Englisch gehalten wurden.
Die ersten beiden Tage arbeiteten wir in der obstetrischen Poliklinik. Der Tag dort war sehr ruhig, es gab nur sehr wenige Patienten zu sehen. Ungewöhnlich war, dass die indonesischen Studenten den ganzen Tag in einem Zimmer mit einem Kühlschrank als einziges Inventar, darauf warteten für 2 Stunden Patientenkontakt zu haben. Wir sahen nur zwei bis drei Patienten pro Tag. Wir hatten genügend Zeit uns mit indonesischen Studenten über das Gesundheitssystem in Indonesien und die bestehenden Probleme zu unterhalten. Anschließend arbeiteten wir in der onkologischen Poliklinik. Das war sehr interessant. Wir sahen viele Fälle von Zervixkarzinomen, Uteruskarzinomen, Ovarialkarzinomen und Fälle von malignen Trophoblastenzelltumoren. Anfangs beobachteten wir die Ärzte bei ihren vaginalen Untersuchungen und Spekulumsuntersuchungen. Nach ein paar Tagen, abhängig vom jeweiligen Arzt, durften wir auch selbst vaginale Untersuchungen durchführen. Bei der gynäkologischen Poliklinik sahen wir mehrere Uterusprolapse dritten und vierten Grades.
Die nächsten Tage verbrachten wir in der gynäkologischen Notaufnahme und waren bei einem Kaiserschnitt dabei. Allgemein übernehmen die Assistenzärzte einen Großteil der medizinischen Tätigkeiten selbstständig ohne Supervision eines Facharztes. Dafür müssen sie eine praktische Prüfung ablegen. So wurde der Kaiserschnitt von Assistenzärzten durchgeführt. Es war beeindruckend, wie schnell das Baby zur Welt gebracht werden konnte. Auf die Mutter-Kind-Bindung wird weniger Wert gelegt. Die Mutter sah sich immer nach ihrem schreienden Baby um, durfte es allerdings nicht auf den Arm nehmen. Stattdessen ging der Pädiater nach umfangreicher Untersuchung des Neugeborenen mit den Akten in einer und dem Neugeborenen in der anderen Hand aus dem Operationssaal, ohne ein Wort mit der wartenden Mutter zu wechseln. Die Gynäkologen waren noch mit Nähen beschäftigt. Ein besonderes Ereignis war es bei einer Zwillingesgeburt zu assistieren. Wir bekamen sterile Handschuhe sowie eine sterile Schürze und durften dem Assistenzarzt bei der Geburt assistieren. Das war ein unbeschreiblich schöner Moment. Wir sahen eine Menge eingeleiteter sowie spontaner Geburten. Die indonesischen Frauen zeigten weniger Schmerzempfinden und lächelten einen häufig an, auch wenn sie starke Schmerzen zu haben schienen. Noch während der Nachgeburtsphase wurde den Frauen angeboten eine Spirale kostenlos einsetzen zu lassen. Diese Methode der Kontrazeption wurde sehr häufig in Anspruch genommen und ist eine beliebte kontrazeptive Methode in Java zur Familienplanung.
Mit am besten gefallen hat mir der Operationsbereich. Es war wirklich beeindruckend, welch große Tumore entfernt wurden. Eine sechzehnjährige Patientin hatte einen 20 kg schweren benignen Ovarialtumor in ihrem Bauch, der operativ entfernt wurde. Sie musste drei Monate auf ihren Operationstermin warten. Auch bei einer totalen Hysterektomie und einer Operation eines malignen Ovarialkarzinoms waren wir dabei. Die Operation des malignen Ovarialkarzinoms dauerte mehr als sieben Stunden. Da nur wenige Bildgebende Verfahren im Krankenhaus zur Verfügung stehen, wurde kein adäquates Tumor-Staging durchgeführt. Während der Operation fiel auf, dass der Tumor bereits so dicht mit anderem Gewebe verwachsen war, sodass er sich nicht entfernen ließ. Es wurde versucht, das entartete umliegende Gewebe bestmöglich zu entfernen.
Die Ärzte im OP waren sehr freundlich und luden uns zum Mittagessen ein. Allgemein war die Arbeitsatmosphäre im OP positiv, das hatte mir sehr gut gefallen. Wir durften beobachten und Fragen stellen. Leider durften wir aus Versicherungsgründen keine Haken halten oder zunähen.
Die letzten Tage verbrachten wir in der Fetomaternalen Klinik. Nach Beobachtung des Ultraschallscreenings zur Schwangerschaftsvorsorge, durften wir bei manchen Ärzten auch selbst Ultraschalluntersuchungen durchführen. Die Ärzte waren sehr freundlich und gaben sich Mühe uns die Fälle in Englisch zu erklären. Auch bei einer Entnahme von Ovarien, im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation, durften wir dabei sein.
Generell gibt es in Indonesien zwischen den Ärzten und den Studenten eine viel stärker ausgeprägte Hierarchie als in Deutschland. Die Studenten trauen sich meistens keine Fragen zu stellen. Und auch die Assistenzärzte trauten sich nicht anderer Meinung als die Chefärzte zu sein. Bei unterschiedlichen Ansichten zu den Fällen senkten sie den Kopf und waren still, anstatt ihren eigenen Standpunkt zu erklären.

Land und Leute

Da ich eine Woche vor Famulaturbeginn angereist bin, hatte ich genügend Zeit Bandung zu erkunden. In meinem Hostel habe ich sympathische Engländer kennen gelernt und wir haben gemeinsam Ausflüge gemacht. Bandung ist eine Großstadt mit unglaublich viel Verkehr. Es war sehr schön in die Natur zu fahren und die wunderbaren Ausblicke zu genießen. Besichtigt habe ich Kawah Putih, einen unglaublich schönen Kratersee. Des Weiteren war ich bei dem Vulkan Tangkuban Perahu. Es empfiehlt sich die Kraterlandschaft während einer kleinen Wanderung zu bestaunen. Außerdem war ich beim Floating Market, dort kann man Essen auf Booten kaufen. Ich empfand es als zu touristisch. Begeistert haben mich die Kunstgalerien. Es sind wunderbare Orte zum Entspannen und Erholen abseits des Großstadttroubels. Die NuArt Gallery, der Steingarten Wot Batu und die Kunstgalerie Selasar Soenaryo sind definitiv einen Besuch wert. Wandern zu Wasserfällen kann man sehr gut im Juanda Forest Park.
Gemeinsam mit unseren Gastgebern waren wir im Stone Garden, Sate-Spieße essen und haben einen Ausflug zum Orchid Forest gemacht. Außerdem gab es ein „Welcoming-Dinner“ und eine „Cultural-Night“, bei der jeder sein Land/ seine Stadt vorgestellt hat und eine Spezialität des Landes mitgebracht hat. Zum Abschluss waren wir mit den Gastgebern nochmals essen. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Bei Fragen konnten wir jederzeit unsere Gastgeber, die indonesischen Medizinstudenten, fragen. Unsere Gastgeber waren sehr besorgt um uns und gaben sich viel Mühe ein Programm für uns zusammen zu stellen.
Auch die Ärzte im Krankenhaus luden uns ein zu einem Essen mit papuanischen Spezialitäten wie Papeda, einer leckeren Fischsuppe und verschiedenem gegrillten Gemüse und Fleisch. Es war sehr lecker und ein Erlebnis!
Ein besonderes Highlight war für mich ein Public Health Trip über ein Wochenende. Ein Gynäkologe lud uns sehr spontan ein, am nächsten Tag mit ihm und mehreren anderen Onkologen, Gynäkologen und Hebammen nach Purwokerto in Zentraljava zu fahren. Die Busfahrt war sehr abenteuerlich aufgrund der vielen Schlaglöcher in der Straße. Es wurde viel Karaoke gesungen und ich fühlte mich während des gesamten Trips willkommen geheißen. Am nächsten Tag wurde ein kostenloses Cervixkrebscreening mittels IVA-Test für die Bevölkerung angeboten, sowie kostenlose Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen mittels Ultraschalles. Am Nachmittag gab es noch eine Durianparty in einem kleinen Wald, in dem Durianfrüchte angebaut wurden und abends ein großes gemeinsames Essen in einem Restaurant. Die Ärzte und Hebammen sangen gemeinsam, es gab Livemusik und es wurde getanzt. Es war eine großartige Erfahrung dabei sein zu dürfen! Nicht so gut hat mir gefallen, dass der Public Health Trip von einer politischen Partei gesponsert wurde und deshalb Werbung für den Präsidentschaftskandidaten dieser Partei gemacht wurde.

Fazit

Die Menschen in Bandung sind unglaublich herzlich, freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Ich habe mich überall sehr willkommen gefühlt. Es war schön so nah in Kontakt mit Einheimischen zu kommen und einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Da Englisch keine Landessprache ist, war die Kommunikation manchmal etwas holprig.
Ich kann den Austausch nach Indonesien weiterempfehlen. Es war eine wunderbare Erfahrung!

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