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Panama (IFMSA-Panama)

Chirurgie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Ugur, Köln

Motivation

Ich hatte während meines Studiums kein Auslandssemester gemacht. Daher wollte ich zumindest einen Teil meiner Famulatur im Ausland machen. Ich wollte unbedingt in eine lateinamerikanische Großstadt, in der ich noch nicht war. Ich hatte neben der Famulatur im Krankenhaus eine lebendige Großstadt mit Nachtleben, Sonne, Strand und Meer erwartet. Ich hoffte, dass Panama-City eine gute Wahl war.

Vorbereitung

Ich hatte vom bvmd an den Infoabenden erfahren, konnte mich aber nie motivieren, mich zu bewerben, da alles komplizierter wirkte als es am Ende war. Zudem hatte ich mich privat letztes Jahr in Spanien und Chile an verschiedenen Stellen beworben. Die Ärzte bzw. Sekretäre antworteten erst gar nicht oder erwarteten unverhältnismäßig hohe Gebühren für einen einzigen Monat. Zudem hat mich ein junger Arzt aus Barcelona dazu motiviert, mich über bvmd für eine Famulatur zu bewerben. Der Bewerbungsablauf ging dann auch reibungslos, ich holte mir alle Unterlagen für die Bewerbung beim bvmd. Sprachzeugnisse habe ich im Sprachlabor der Uni Köln geholt. Versichern ließ ich mich bei der ÄrzteFinanz. Ich habe allerdings im Nachhinein erfahren, dass man sich als Marburger Bund Mitglied in dem Zeitraum auch kostenlos versichern konnte. Ich hatte leider ca. 22€ für die private Haftpflicht-, Kranken- und Unfallversicherung gezahlt.

Visum

Als deutscher Staatsbürger muss man kein Visum beantragen, da man sich bis zu 180 Tage ohne Visum in dem Land aufhalten darf. Sollte man bspw. über die USA einreisen, muss man allerdings den ESTA beantragen. Bei der Einreise in Panama muss man ein Formular mit den Personenangaben und Adresse der Unterkunft angeben.

Gesundheit

6 Monate vor meiner Famulatur in Panama-City war ich in Chile und Peru unterwegs, weswegen ich bereits eine Gelbfieber-, Typhus- und Cholera-Impfung neben den Standardimpfungen hatte. Ich würde empfehlen, den Impfstoff zu bestellen und sich von Mediziner Freunden oder Bekannten impfen zu lassen, sofern diese Erfahrung haben. Da man für 3 Impfungen plötzlich mehr als 100€ zusätzlich zu den Impfstoffen beim Reisemediziner zahlen kann.
Daneben hatte ich Malarone-Filmtabletten gegen Malaria dabei, die ich aber nicht verwenden musste. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes kann man sich über aktuelle Impfempfehlungen informieren.
Empfehlenswert wären etwas gegen Durchfall und Übelkeit mitzunehmen, vor allem wenn man ins viel ärmere Landesinnere oder an die Karibikküste will. Wer zudem vorhat im Landesinneren wandern zu gehen, sollte unbedingt auch Mosquitoschutz mitbringen. Sonnenschutz sollte man auf jeden Fall dabeihaben.
Für die Famulatur waren keine (Vor-)Untersuchungen seitens Krankenhauses notwendig, allerdings empfehlen sich natürlich dieselben Impfungen, die im deutschen Krankenhaus erforderlich sind. Da ich vorgewarnt wurde, dass Panama ziemlich teuer ist, habe ich mir genügend Ibuprofen für mögliche Schmerzen geholt. Es empfiehlt sich auch regelmäßig eingenommen Medikamente (Triptane, etc.) in Reserve zu haben, da Panama ein sehr teures Land ist.

Sicherheit

Ich hatte neben der Unfall-, Kranken- und Haftpflichtversicherung keine weiteren Versicherungen für Panama abgeschlossen. Eine Versicherung für das Handy ist wahrscheinlich nicht verkehrt, gerade wenn es neu und teuer ist.
Aus meiner Sicht ist Panama ein relativ sicheres Land. Natürlich sollte man nicht blind durch die Gegend laufen. Touristen bzw. Ausländer fallen direkt auf und sind daher wie überall auf der Welt dann auch eine Zielscheibe. Ich hatte mich nicht unsicher gefühlt, hatte aber auch darauf geachtet, dass ich nicht zu viel Bargeld dabeihatte und immer wieder Handy und Portemonnaie kontrolliert. Man sollte nicht vergessen, dass Panama noch ein Entwicklungsland ist und trotz der Wolkenkratzer noch viel Armut in Panama City und vor allem im Rest des Landes herrscht. An touristischen Orten sorgen zudem mehrere Polizeibeamte oder private Sicherheitsangestellte für Sicherheit, so dass der Casco Viejo oder um das Krankenhaus herum sehr sicher ist.

Geld

Die panamaische Währung Balboa ist an das US-Dollar 1:1 gekoppelt. Die Münzen sind meiner Meinung nach bisschen konfus, da der Wert nicht als Ziffer, sondern ausgeschrieben ist. Es empfiehlt sich etwas Bargeld für die gesamte Aufenthaltsdauer einmal abzuheben, da alle ATM-Maschinen mindeste eine Gebühr von ca. 5 USD verlangt haben. Manche Banken sogar 15 USD. Man kann überall mit der Kreditkarte bezahlen, ohne dass zusätzliche Gebühren anfallen. Es fällt in der Regel lediglich eine kleine Gebühr für den Wechselkurs in wenigem Cent-Bereich an. Panama ist ein unheimlich teures Land. Die Lebenshaltungskosten sind enorm. Lebensmittel sind verglichen mit Deutschland viel teurer. Das gilt von Haferflocken bis hin zu Obst und Gemüse. Ein Shampoo derselben Marke und Menge kostet ca. das dreifache wie in Deutschland. Auswärts Essen ist vergleichbar mit den Preisen in Köln. Ausgehen ist ebenfalls ziemlich teuer. Ein Kaffee in einer Cafeteria ist verglichen mit Deutschland auch bisschen teurer. Nur das Kino hatte 7 USD gekostet, was viel günstiger ist als in Köln. Man muss schon ordentlich tief in die Tasche greifen, wenn man was unternehmen will.

Sprache

Die Landessprache in Panama ist Spanisch. Allerdings hat das Spanische, das gerade die jüngeren Leute sprechen, kaum mit dem Castellano aus Spanien, Venezuela oder Teilen Kolumbiens zu tun. Panamenaer sprechen ein unheimlich schnelles Spanisch. Verschlucken sehr viele Silben, so dass die Sprache gar nicht wie Spanisch klingt, sondern eher wie eine Mischung aus Portugiesisch und Arabisch.
Die Gastfamilien konnten alle zudem sehr gut Englisch sprechen und hatten leider wenig Lust, sich auf Spanisch zu unterhalten. Gaben sich auch gar nicht die Mühe und die Geduld überhaupt Spanisch zu reden.
Im Krankenhaus konnten wenige Leute Englisch, hatten aber versucht im Spanischen mit der Geschwindigkeit runterzugehen, was aber meistens immer noch unverständlich war.
Ich hatte 3 Jahre Spanisch in der Schule und versucht so gut wie möglich die Kenntnisse frisch zu halten, indem ich Filme auf Spanisch angeschaut hatte oder Lektüren von Klett auf Spanisch gelesen hatte. Ich hatte in Panama zudem einige Venezolanos aus Caracas, Spanier und Kolumbianer kennengelernt, die mir bestätigt hatten, dass sie sich als Spanisch-Muttersprachler auch schwer taten die Panamaer zu verstehen.

Verkehrsbindungen

Von Deutschland kommt man am besten mit dem Flugzeug nach Panama-City. Die Flüge sind verglichen mit anderen Flügen nach Lateinamerika relativ günstig. Außerdem gibt es viele regelmäßige Flüge von Düsseldorf, Frankfurt und München. Direktflüge gibt es vor allem aus Frankfurt mit Lufthansa. Ich habe nach Erhalt meiner Card of Acceptance einen Flug nach Panama-City gebucht. Das waren ca. 2 Monate vor Famulaturbeginn im Dezember. Für weniger als 500€ nahm ich einen Flug von Düsseldorf. Ich bin über Madrid geflogen. Man sollte dabei genug Umstiegszeit einplanen, da der Flughafen Madrid auch sehr groß ist.
Wer davor beispielsweise in Kolumbien reist, kommt mit einem günstigen Flug aus jeder kolumbianischen Großstadt nach Panama-City. Es gibt auch regelmäßige Schiffsfahrten von Cartagena nach San Blas und von dort aus aufs Festland und dann Panama-City, wenn man auf Abenteuer steht. Man sollte wissen, dass es keinen Landweg zwischen Kolumbien und Panama gibt. Die Grenze soll übrigens sehr gefährlich sein, daher rät auch das Auswärtige Amt dringend davor ab, sich an die Grenze zu nähern.
Wer davor vor Panama Costa Rica bereisen will, der kommt auch mit Fernbussen nach Panama City. Die Busse dauern von Costa Rica aus abhängig vom Abfahrtsort mindestens 10 Stunden.

Kommunikation

Am Tag meiner Unterkunft habe ich mir direkt eine Prepaid-Simkarte von Claro gekauft, was ca. 24 USD gekostet hatte. Ich hatte für 30 Tage 4 GB Internet, was auch ausgereicht hatte. Bei Bedarf hätte man auch für 6 USD die Simkarte aufladen können. Daher hatte ich jeden Tag Internet und war erreichbar. Schwierig war es im Krankenhaus-Gebäude, da hatte man sehr schlechten Empfang und frei verfügbares WLAN gab es dort auch nicht.

Unterkunft

Ich bin bei einer panamenischen Familie untergekommen und hatte mein eigenes Zimmer mit eigenem Bad in der 17. Etage eines futuristisch wirkenden Wolkenkratzers mit Swimmingpool und Sportstudio im Gebäude. Die Unterkunft wurde mir von den NEOs in Panama vermittelt. Ich habe ca. 3 Wochen vor Abflug erfahren, dass ich bei der Familie eines Medizin-Studenten unterkommen würde. Die Familie hatte eine eigene Haushälterin, die gekocht, geputzt und gewaschen hatte. Ich hätte auch selber alles kochen dürfen. Die Wohnung wirkte eher wie ein Hotel als eine Wohnung. Dementsprechend habe ich mich auch wie im Hotel und nicht wie zuhause gefühlt.

Literatur

Ich habe mich auf der Homepage von lonelyplanet.com, Wikitravel und Wikipedia über Panama informiert. Da stehen allgemeine Informationen zum Land und zur Geschichte des Landes, sowie Tipps für Touristen, was man sehen sollte.
Einen Blick sollte man auch auf die Seite des Auswärtigen Amtes werfen. Hier erfährt man nochmal Einreisebestimmungen, Impfempfehlungen und weitere Ratschläge.

Mitzunehmen

Shampoo, Duschgel, Zahnpasta und Sonnencreme in Deutschland kaufen, um vor Ort nicht dieselben überteuerten Waren zu kaufen. Wer vor oder nach der Famulatur noch reisen will, sollte unbedingt mit einem Backpacker kommen. weiße Funktionskleidung mitbringen, da es keine Kleiderautomaten im Krankenhaus gab.
Genügend Bücher für den Nachmittag oder Abend mitbringen. Panama City ist eine ziemlich langweilige Stadt, die nicht viel hergibt.

Reise und Ankunft

Auf der Reise gab es keinerlei Probleme. Ich wurde von meinem Gastbruder am Flughafen abgeholt und direkt nach Hause gefahren. Mir wurde dann mitgeteilt, dass wegen des Karnevals das Praktikum 5 Tage später beginnen würde, so dass ich eine ganze Woche Zeit frei hatte. Mein Gastbruder hat mich mit ins Ferienhaus nahe Panama City mitgenommen, wo Karneval gefeiert wurde.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich war in dem größten öffentlichen Krankenhaus Santo Tomas in der Allgemeinchirurgie eingeteilt. Am ersten Tag mussten wir uns mit den 2 NEOs bei der Docencia anmelden. Wir mussten ein Formular über unsere persönlichen Angaben und Blutgruppe ausfüllen. Das ging reibungslos. Eine Oberärztin nahm ich mit auf die Station und stellte mich bei einigen anderen Ärzten vor. Wir sollten, da wir mit den panamaischen Praktikanten gleichgestellt waren, zwischen 7 Uhr morgens und 13 Uhr anwesend sein. Es gab zunächst eine Visite mit den Residentes (Assistenzärzten) und den Internos (PJlern), den ich auch mitgelaufen bin. Anschließend kam die richtige Visite mit den Ober- bzw. Chefärzten. Leider waren die Ärzte nicht sehr interessiert und motiviert langsamer zu reden, damit man als Ausländer verstehen konnte, worum es ging. Die Praktikanten und PJler übten die Tätigkeiten aus, für die in Deutschland die PflegerInnen verantwortlich sind. Morgens wurden Vitalzeichen mit einer uralten Ausstattung bestimmt. Selbst die Atemfrequenz wurde bei jedem Patienten einzeln gemessen, was in Deutschland unüblich ist. Die PJler hatten dafür teilweise eigene Geräte dabei, da das Krankenhaus technisch sehr schlecht ausgestattet war. Danach beschäftigten sich vor allem die PJler mit der Pflegedokumentation. Den ganzen Tag schrieben und schrieben die PJler. PCs gab es nur einen für die gesamte Station, um Bildgebungen anschauen zu können und Labor anfordern zu können. Technisch war das Krankenhaus wirklich sehr arm und auf den Arbeitstischen lagen Stapeln an Papieren. Für mich wirkte das alles sehr unprofessionell. Zudem waren auf dieser Station viel zu viele PJler. Man war als ausländischer Praktikant mehr als überflüssig. Ich fand die PJler und Ärzte auch nicht besonders leicht zugänglich und offen und hatte das Gefühl, dass sie mich als Störfaktor sahen und mich daher weitestgehend auch ignoriert hatten. Ich wurde kaum in das Team mitintegriert. Auf Nachfragen konnte ich aber mit in die OP, zunächst schaute ich nur zu, am zweiten Tag ließ mich aber ein griechisch stämmiger Arzt auch mit einwaschen. So dass ich am Ende der jeweiligen Operation auch nähen durfte. OP-technisch sah man hauptsächlich Cholezystektomien und Hernioplastien. Onkologischen Operationen gab es gar nicht. Operiert wurde zudem auch nur bis 13 Uhr. Sofern ich nicht gefragt hatte mit in die Operation zu gehen, mich einzuwaschen oder irgendwie behilflich sein zu können, wurde ich auf keiner Weise mit eingebunden. Ich wurde wortwörtlich ignoriert und stand sehr oft alleine im Flur auf der Station und hatte absolut nichts zu tun, da die PJler auch kaum zugänglich waren, obwohl ich Spanisch sprach.
Deswegen hatte ich nach 2 Wochen in die Traumatologie gewechselt, wo die andere deutsche Famula war. Hier waren sowohl die Ärzte als auch die PJler viel leichter zugänglich. Der Arbeitslauf war ähnlich wie auf der Allgemeinchirurgie. Die Ärzte hatten vieles nochmal langsamer erklärt, damit wir die Patientenbiografien auch verstehen konnten. Allerdings war auch hier nichts zu tun. Die panamenischen PJler und wir hatten uns zu Tode gelangweilt. Während der restlichen 2 Wochen hatten wir in der Traumatologie nur zwei Operationen gesehen.
In Panama hat jeder Anspruch auf eine Leistung im öffentlichen Krankenhaus. Allerdings waren die meisten Leute im Santo Tomas Kranke ohne Krankenversicherung und man ging in das Krankenhaus nur, wenn man wirklich musste. Jeder der sich eine private Krankenversicherung leisten konnte, ließ sich privat versichern und in privaten Kliniken untersuchen oder behandeln. D.h. unsere Patienten waren wirklich die Ärmsten aus den Slums.
Die Panamaer studieren fünfeinhalb Jahre lang, fangen dann als Internos in einem öffentlichen Krankenhaus an und durchlaufen mehrere Stationen für ein Jahr. Im zweiten Jahr müssen sie dann in die Provinz gehen. Danach erhalten sie die Approbation. Zunächst erhalten sie eine Grundausbildung als Arzt für 2 Jahre und anschließend die Spezialisierung.
Nach dieser Famulatur schätze ich die Arbeitsweise, den technischen Fortschritt, die Hygienestandards sowie die Einhaltung des Datenschutzes und der Privatsphäre in Deutschland.
Die Kommunikation lief im Krankenhaus nur über Whatsapp und die Ärzte und PJler haben Befunde und Fotos von Patienten in die Whatsapp-Gruppe geschickt, was ich als Patient nicht haben will. Zudem hatten alle Frauen lange Fingernägel, Desinfektionsspender sahen aus wie Spielzeuge, die OP-Ausrüstung wurde nur autoklaviert und auch während der Operation arbeiteten die Ärzte nicht ganz so steril, wie wir das aus Deutschland gewohnt sind.

Land und Leute

An dem ersten Wochenende war Karneval und mein Gastbruder nahm mich mit nach Coronado an der Pazifikküste, da die Eltern dort ein Ferienhaus besaßen. In der Nähe von Coronado in Penonome gab es eine Art Karnevalsumzug. Der war meiner Meinung nach sehr albern und das Durchschnittsalter war eher 16. Es lief laute Reggaeton-Musik und wie auch in Deutschland ging es nur um das Besaufen. Das war das unnötigste, was ich in Panama gemacht hatte. Ich hätte lieber die Zeit ausgenutzt um nach Bocas del Toro zu gehen. Schaffte es aber am dritten Wochenende nach San Blas zu gehen.
Ich wurde von vielen vorgewarnt, dass Panamaer sehr unfreundlich seien. Am Anfang nahm ich das nicht so sehr wahr, da ich nur meinen Gastbruder und die Gastgeschwister der anderen Incomings kennenlernte. In der Tat waren die Menschen in Panama abgesehen von den Gastgebern und deren Freunden sehr unfreundlich und überhaupt nicht hilfsbereit. Die Leute waren sehr verschlossen, sowie im Krankenhaus waren auch die Leute auf der Straße. Nach dem Weg konnte man gar nicht fragen, da man direkt schief angeguckt wurde.
Ich war beispielsweise auch in Kolumbien oder Chile, und finde, dass die Panamaer auch im Durchschnitt sehr unzivilisiert sind. Das hat sich im Verkehr oder auf den Straßen spüren lassen, wo die Leute sehr oft rumrotzen und schmatzen.
Die ganzen Hochhäuser in Panama City trügen zudem sehr. Panama ist bis auf eine winzige Minderheit noch ziemlich arm. Das konnte man an der Karibikküste gut erkennen, wo die Leute im Müll lebten. Die öffentlichen Verkehrsmitteln waren eine Folter. Es gab nur eine Metrolinie und morgens wartete eine riesig lange Schlange auf denselben Bus. Ich hatte vom Krankenhaus nach Hause für 4 km mindestens anderthalb Stunden benötigt.
Zudem war Panama-City eine sehr langweilige Stadt. Obwohl die Stadt eine Bevölkerung vergleichbar mit Frankfurt hatte, gab die Stadt kulturell nicht viel her. Das Stadtzentrum wurde immer noch renoviert und war auch schön. Das einzige Nachtleben machten aber die US-Amerikaner aus, da die Panamaer nach der Arbeit sich in ihre Häuser zurückkrochen.
Meine Gastfamilie war leider auch sehr distanziert, so dass ich mich eher im Hotel gefühlt hatte. Meine Gasteltern waren die ersten 2 Wochen nach meiner Ankunft in Miami und waren auch nicht wirklich interessiert mehr zu machen als Unterkunft anzubieten.
Ich fand aber die Familie des anderen Incomings sehr engagiert, freundlich und offen. Die Gastmutter der anderen Famula nahm uns beispielsweise mit an die Karibikküste und lud mich zum Essen ein. Ebenso lernte ich einige Venezolaner kennen, die in Panama arbeiteten und die viel leichter zugänglich waren als die Panamaer selbst. Im Übrigen sprachen sie auch ein viel verständlicheres Spanisch.

Fazit

Um ehrlich zu sein hatte ich keine schöne Zeit in Panama. Mein Gastbruder war auch kein guter Gastgeber. Wir haben uns mit dem anderen deutschen Incoming sowohl im Krankenhaus als auch nach Feierabend zu oft und zu sehr gelangweilt. Zudem ist Panama unfassbar teuer und die Menschen sehr unfreundlich, sodass ich Panama für eine Famulatur nicht empfehlen kann. Für eine Durchreise ist Panama bestimmt schön. Ich würde mich in Panama-City beispielsweise nicht länger als 4 Tage aufhalten. Die Stadt gibt absolut nichts her und schöne Orte gibt es z.B. auch in Kolumbien viele.

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