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Peru (IFMSA-Peru)

Pädiatrie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Vor meinem 2. Staatsexam wollte ich unbedingt einmal im Ausland Praktikum machen. Weil ich damit mein Praktilumspflicht erfülle, während ich neue Erfahrungen sammele, neue Menschen, neue Kultur, ein neues Land kennenlerne und eine neue Sprache lerne. Mein 1.Wunschland war Peru, weil das Land mir am meisten fremd war. Ich war neugierig. Auf der 2. Stelle war Indien und 3. War Thailand. Ich wollte mehr Kontakt mit den Einheimischen knüpfen. Deren Altagsleben sehen und die medizinische Versorgung kennenlernen.

Vorbereitung

Die Vorbereitung war nicht so kompliziert. Man muss nur genügend Zeit einplanen. Am aufwendigste waren die Impfungen. Ich habe Spanisch mit Babbel gelernt. Es gibt genügend Reiseblogs über Peru. Da gibts gute Tipps zur Sicherheit und allgemeine Empfehlungen.

Visum

Da ich gebürtige Mongolin bin, musste ich ein Visum beantragen. Es ging aber super schnell und unkompliziert. Ich musste Formulare ausfüllen, ungefähr 30 Euro zahlen, meine Einladung und Kontoauszug zeigen. Ich musste zum Konsulat in Hamburg.

Gesundheit

Man braucht eine Auslandversicherung. Ich hatte eine von Deutsche Ärzte Finanz. Ich habe Malaria Prophylaxe mitgenommen aber habe doch nicht gebraucht, da ich nicht zum Malaria Gebiet gefahren bin. Ich bin zum Reiseimpfungszentrum gegangen und mich da impfen lassen. Für Peru braucht man Tuberkulose-Test. In Peru ist Tuberkulose sehr häufig und fast jeder ist da infiziert. Man sollte sich von Straßenhunden aufpassen, weil viele von denen Tollwut haben. Einige Strassenhunde sind ziemlich wild.

Sicherheit

Peru ist nicht so gefährlich, wie es vermutet wird. Tagesüber habe ich mich recht sicher gefühlt. Man sollte aber alleine keine Taxen nehmen. Wenn ich mit den Einheimischen oder mit einer anderen Person war habe ich mich zu getraut ein Taxi von der Straße zu nehmen aber wenn ich alleine war, habe ich immer den App für Uber oder Easy Taxi benutzt. Da sieht man gleich, wie viel das kostet. Das war sehr praktisch. Die Taxen sind günstig aber man kann sehr gut mit den öffentlichen Bussen fahren. Es ist manchmal sehr voll und immer super laut. Aber ich hatte immer Spaß mit dem Bus zu fahren. Es war immer ein Abenteuer für mich gewesen. Ich vermisse in Deutschland die Musik in den Bussen.
Die Peruaner sind sehr lieb und hilfsbereit.
Ich habe da eine Simkarte für 30 soles für einen Monat gekauft. Das Internet war sehr schnell und es war wichtig für meine Sicherheit, da ich immer irgendjemand kontaktieren konnte, falls was.

Geld

In Peru benutzt man peruanische Soles (PEN). 1 Euro=3,7 Soles. Mit 8 Soles kannst du ein Menu essen : Vorspeise, Hauptgericht und ein Getränk. Die Portionen sind da soooo groß. Die Preise sind aber abhängig davon, wo du bist. In Lima in Mirafloris ist es teuer. Man bezahlt fürs Essen fast das selbe wir in Deutschland. Cusco ist auch teuer.
In Peru ist Visacard sehr verbreitet. In wenigen Plätzen kann man mit Mastercard bezahlen. Ich hatte aber nur Mastercard. Meistens habe ich Geld abgehoben und Bar bezahlt. Manchmal wenn ich mit der Karte bezahlt habe, wurden Gebühren dazugerechnet.
Viele nehmen DKB Karte mit. Da ich keine Deutsche bin, durfte ich keine Karte da beantragen. Ich habe bei Revolut eine Karte bekommen und bin super zufrieden. Man darf bestimmte Beträge kontenlos abheben. Aber die Gebühren sind auch nicht so teuer im Vergleich zu anderen Karten. Mit dem Revolut App konnte ich immer mein Konto im Überblick behalten. Die Karte kann man mit Apple Pay aufladen.

Sprache

Die Amtssprache ist Spanisch. Aber in Peru haben sie 70 unterschiedliche Sprachen/Dialekten. Zweithäufigste Sprache ist Quechua, eine sehr schöne Sprache. Leider sprechen immer weniger Menschen Quechua.
In nicht touristischen Orten, in Krankenhäusern können sie kein Englisch sprechen. Nur sehr wenige Ärzte oder Studierende können Englisch. Nur an den privaten Schulen bekommen sie gute Englisch Unterricht. Mein Spanisch war sehr schlecht. Ich habe vor meiner Reise online Kurs gemacht. Aber es war natürlich nicht genug. Aber mit der Zeit habe ich immer mehr und mehr verstanden. Es ist sehr gut, wenn ich gut Spanisch versteht. Aber die Sprache soll kein Hindernis sein. Man verständigt immer irgendwie.

Verkehrsbindungen

Die öffentlichen Bussen sind sehr güntig. Je nach Strecke 1-2 Soles. Mit den Kombis kann man auch zwischen den kleinen Städten fahren und die kosten zwischen 2-5 Soles.
Ich habe in Peru keine Inlandsflüge gemacht. Erstens weil ich gehört habe, dass die Flüge ziemlich wackelig sind und zweitens wegen meiner Flüge zwischen Peru und Deutschland war mein ökologischer Fußabdruck am Eimer. Die Fernbusse sind sehr gut, sicher und zuverlässig in Peru. Viele Touristen fahren mit Crus del Sur. Der ist am teuerste. Aber es gibt genügend andere Firmen, die günstiger sind und genau so gute Busse haben. https://www.redbus.pe da kann man sehr einfach die Fernbusse suchen.
In Lima ist http://easytaxi.com/peru gut.
In Arequipa ist Uber besser.

Kommunikation

Mit einer Simkarte für 30 Soles ist man überall erreichbar. Ich habe mit meiner Gastfamilie und mit den Studierenden immer über Whatsapp kommuniziert. Bei meiner Gastfamilie gab es Wlan. In den meisten Geschäften gibts wlan.

Unterkunft

Ich war bei einer Gastfamilie, hatte ein eigenes Bett, konnte Frühstück, Mittag and Abend essen, wenn ich wollte. Die Familie war wirklich sehr lieb. Ich durfte die Küche benutzen. Das Zimmer war voll ausgestattet mit Bett, Schreibtisch, Stuhl und einem Schrank. Bettwäsche, Kissen und Decken waren schon da. Die Wohnung war nicht so weit von der Krankenhaus entfernt.

Literatur

Ein Reiseführer (bsp,:LonelyPlanet) wäre sehr hilfreich. Ich habe im Krankenhaus zum Recherchieren/Nachlesen Amboss benutzt oder einfach gegoogelt. Aber hatte noch ein englisch sprachiges Pädiatrie E-Book auf dem Handy.

Mitzunehmen

Mückenspray, Mittel gegen Übelkeit, Pflaster, Malaria Prophylaxe, Wanderschuhe, Regenjacke, Sonnenhut, Schlafsack, Sonnencreme.
Schlafsack habe ich nur einmal benutzt. Thermowäsche wären ganz praktisch gewesen. Gute Sonnencreme mitbringen. Hygiene Produkte sind in Peru sehr teuer. Genügend Händedisinfektionsmittel mitbringen. Auf der Station haben sie meistens keine Disinfektionsmittel. Stirnlampe ist ganz gut für Wanderungen.

Reise und Ankunft

Mein Hinflug hatte 24 Stunden Verspätung, deswegen musste ich eine Nacht in Barcelona übernachtet, was ich gerne gemacht habe ;)
Ich hatte eine Woche bis zum Praktikumsbeginn. In der Zeit bin ich gereist. In Arequipa haben mich meine Gastfamilie empfangen. Ich habe mein Praktikum 2 Tage später anfangen als geplant, weil mein Betreuer im Urlaub war. Mein Contactperson hat mich mit zum Krankenhaus mitgenommen und mich den Ärzten vorgestellt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe auf der Station bei der Pädiatrie mein Praktikum gemacht. Jeden morgen um 8 uhr gab es einen Vortrag über klinische Fälle und über unterschiedlichen Themen in der Pädiatrie, die teilweise durch die Ärzten oder Internos(PJ-Studierende) gehalten wurden. Danach bin ich mit der Visite mitgelaufen. Es waren manchmal 20 Leute ( Oberärzte, Assistenzärzte, Internos, Studierende vom 4-6. Jahr, Krankenpfleger und ich) bei der Visite. Die Visite waren sehr ausführlich und sie haben sehr viel Zeit dafür genommen. Die Oberärzte haben den Studierenden was erklärt und auch abgefragt. Wenn man nicht wusste, wurde man nicht bloß gestellt. Die Studierende haben auch eifrig Fragen gestellt. Den Patienten haben sie auch gut erklärt und die Fragen beantwortet. Alles läuft nur noch schriftlich. Sie haben kein Rechner auf dem Arbeitsplatzt, deswegen haben die Assistenzärzte gleich alles aufgeschrieben. Nach der langen Visite machen sie die Papierarbeit und untersuchen die Patienten genauer.
Da das Krankenhaus öffentlich war, gab es meistens sehr arme Menschen oder Flüchtlinge aus Venezuela als Patienten. Ich habe in 4 Wochen viele sehr traurige Schicksäle gesehen. Die meisten Krankheiten hätte man verhindern können durch Vorsorgeuntersuchungen, Aufklärung, Bildung und bisschen mehr Vorsicht. Viele Kinder kamen aufgrund Unterernährung, Unfall, Vergiftungen, Infektionen und Urtikaria.
Das Gesundheitssystem ist im Vergleich zu Deutschland natürlich viel schlechter. Es gibt keine gute Versicherung. Vieles bezahlt man aus eigener Tasche.
Die Ärzte und Studierende sind allgemein sehr gut und motiviert. Die Beziehungen zwischen den Ärzten, Krankenpfleger und Studierende waren sehr herzlich. Man hat schon die Hierarchie gespürt aber es war nicht unangenehm. Die Chefärztin hat jeden persönlich begrüßt. Das Arbeitsatmosphär war sehr kollegial und freundlich. In der Bereich, wo die Ärzte und Krankenschwestern sassen, gab es immer laute Musik. Manche haben da während der Arbeit bisschen getanzt. Es war sehr amüsant zu sehen.
In Peru studiert man 7 Jahre Medizin. 3 Jahre Vorklinik, das 7. Jahr PJ bzw. Interno.Es gibt 2 Unis, wo man Medizin studieren kann. UNSA ist die staatliche und Katholische Universität ist die private. Je nachdem wo sie studieren, waren die Studierende unterschiedlich. Die Studierende von der staatlichen Uni waren sehr schüchtern und super fleissig. Die von der privaten Uni waren eher offen, haben öfters Partys gemacht, reicher und verwöhnter. Ich fand es persönlich interessant, wie doll man Unterschiede zwischen Studierenden bemerkt hat.

Land und Leute

Peru ist wunderschön und vielfaltig. Tourismus ist in Peru sehr gut entwickelt. Man hat das Meer, Wüste, Berge und Jungle. Man kann wirklich vieles in Peru machen. Die touristischen Orte sind gut organisiert. Ich hatte bsp. Angst, dass ich vielleicht von Machu Pichu enttäuscht werde, weil es super touristisch ist. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Es gab sehr viele Touristen aber man hat trotzdem seinen Platzt und Freiheit. Man kann auch oben am Machu Pichu viel wandern. Wir haben keinen Guide genommen. Ich finde ohne Guide kann man in Ruhe viel besser die Gegend dort erkundigen. Machu Pichu war meine teuerste Sehenswürdigkeit gewesen. Aber es lohnt sich, das Geld zu bezahlen. Es ist wirklich wunderschön und beeindruckend, was für Ingenieurwissen die Inkas damals besitzt haben. Von Arequipa aus kann man viele Touren machen. Nach Colca Canyon habe ich 2 Tage Wanderung gemacht. Es war wirklich schön. Auf dem Weg sieht man Kondors. Wir haben mindestens 3 gesehen. Die Fahrt zu Colca Canyon ist auch schön, viele unterschiedliche Landschaften. Arequipa liegt zwischen 3 Vulkanen. Mir wurde gesagt, dass man auf Chachani gute Wanderungen machen kann. Aber ich habe leider nicht gemacht. Es gibt ein Wasserfall, heisst Capua in der Nähe von Yura. Da kann man einen schönen Tagestour und eine Wanderung machen. Cusco fand ich teuerer als Arequipa aber wenn man da ist, gibt es soo viele Touren, Touristenattraktionen, irgendwelche Angebote wie Massage für 20 min oder so. Es gibt da leider viele alte Menschen, die betteln. Hostels sind da auch teuerer als in anderen Städten in Peru. Nach Ica würde ich auf jeden Fall hingehen. Da kann man Ballastas Naturpark besuchen, nach Huacachina Oasis fahren um dort Sandboarding zu machen und Dune buggy zu fahren. Es macht super viel spass! Lima ist schön. Ich habe meine Zeit dort echt genossen. Ich war oft am Strand. Dort habe ich viel Spaziergang gemacht und viel den wunderschönen Sonnenuntergang genossen. In Barronca kann man viele schöne Bars besuchen. In der Nacht/abends ist da sehr schön. Viele Strassenmusiker spielen unterschiedliche Sachen und viele Restaurants mit super leckeren Essen.
Die Menschen sind sehr lieb, gastfreundlich und super nett. Sie lächeln den anderen auf der Straße. Du kannst jeden auf der Strasse was fragen. Alle würden versuchen dir zu helfen.
Ich hatte nur sehr gute Erfahrungen mit den Menschen in Peru. Sie sind rücksichtsvoll und respektieren dich. Aber man muss wissen, dass sie unpünktlich sind und sie manchmal nicht das Versprechen oder Verabredungen halten.
Die Peruaner sind schüchtern.

Fazit

Ich würde sehr gerne wieder zu diesem wunderschönen Land reisen. Aber dort würde ich nicht arbeiten wollen, weil die Ärzte dort wirklich sehr viel arbeiten. Sie haben insgesamt viel weniger Urlaub als in Deutschland. Die Arbeitsbedingungen und Hygiene sind viel schlechter.

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