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Ghana (FGMSA)

Pädiatrie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

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Motivation

Nachdem ich bereits in einigen vorherigen Auslandsaufenthalten in Form von Schüleraustausch, Freiwilligendienst, ERASMUS Semester und anderen Reisen die Freude an Fremdsprachen und Auslandserfahrungen entdeckt hatte, hat mich auch das Austauschprogramm der bvmd begeistert. Mir gefiel der Gedanke einen Auslandsaufenthalt mit einer Famulatur zu kombinieren und dadurch gleichzeitig Medizinstudenten anderer Nationalitäten und ein anderes Gesundheitssystem kennenzulernen. Da ich selbst zuhause in der bvmd aktiv bin, freute ich mich darauf das Netzwerk von der anderen Seite kennenzulernen. Bei meiner Länderauswahl war ich grundsätzlich recht flexibel und entschied mich für Kolumbien, Ghana und Norwegen, mit der Zielsetzung einfach etwas Anderes zu erleben. Ich erhielt den Platz in Ghana und war sehr gespannt was auf mich zukommen würde – ich erwartete wohl vor allem einen anderen Umgang mit Ressourcen und ein anderes Spektrum an Krankheitsbildern. Zudem bin ich vorher zwar viel gereist, habe aber noch nie den afrikanischen Kontinent bereist und war sehr neugierig auf die ghanaische Kultur.

Vorbereitung

Ich habe am Pre-Departure Training in Heidelberg teilgenommen, was mir Spaß gemacht hat und mir nochmal neue Inputs, auch im Hinblick auf die Länderwahl gegeben hat. Ich würde dies auf jeden Fall empfehlen, damit man einige Aspekte einer Auslandsfamulatur kritisch reflektiert. Zudem war es schön, direkt ein bisschen in die bvmd Atmosphäre einzutauchen. Da ich bereits zuvor einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst geleistet hatte, fühlte ich mich in der Vorbereitung auf Ghana an viele Dinge erinnert, die damals in den Vorbereitungsseminaren des Freiwilligendienstes thematisiert wurden und auf die ich zurückgreifen konnte. Ich nahm zudem Kontakt zu anderen Austauschstudenten auf, die zur gleichen Zeit in Ghana waren; die Kontakte bekam ich über die bvmd Afrika Austausch fb Gruppe und von unserem LEO in Ghana.
Große Schwierigkeiten gab es eigentlich keine. Ich habe eine Auslandsreisekrankenversicherung bei der Barmenia, welche Famulaturen mit abdeckt, sodass hier keine extra Vorbereitung für Ghana nötig war.

Visum

Ich musste ein Visum beantragen, was tatsächlich mit relativ viel Papierkram verbunden war. Im Internet fand ich jedoch zahlreiche Step by Step Anleitungen und Ratschläge, sodass es letzten Endes einfacher war als zunächst angenommen. Auch die fb Gruppe „Reisen in Ghana“ war hilfreich beim Visum und anderen Fragen. Ich habe das Visum bei der ghanaischen Botschaft in Berlin beantragt. Nachdem alle Papiere eingereicht waren, hat es ca. 10 Tage gedauert, bis mein Pass per Post einschließlich Visum zu mir zurückgeschickt wurde. Ein Besuch in der Botschaft war also nicht notwendig. Das Visum hat 110 Euro gekostet und wenn man sich rechtzeitig drum kümmert ist es nicht nötig die teurere Express Variante zu wählen.

Gesundheit

Ich habe mich am Tropeninstitut impftechnisch beraten lassen und so insgesamt zusätzlich zu den in Deutschland STIKO empfohlenen Impfungen Impfschutz gegen Hepatitis A, Meningokokken (tetravalaent), Typhus, Tollwut und Gelbfieber gehabt. Zusätzlich habe ich Malarone zur Malariaprophylaxe eingenommen, was auch relativ nebenwirkungslos gut funktioniert hat. In Ghana sind Reisedurchfälle recht häufig, d.h. es ist zu empfehlen sich an die Regel „Peel it, cook it or forget it“ zu halten und bei Streetfood je nach eigener Konstitution etwas vorsichtig zu sein. Dengue und Malaria sind ebenfalls häufig, daher ist es empfehlenswert regelmäßig Moskito Repellent aufzutragen. Um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen sollte man ggf. seinen eigenen Vorrat an Desinfektionsmittel mitbringen, und ein kleines Fläschchen für die Kitteltasche einplanen.

Sicherheit

Insgesamt würde ich Ghana als relativ sicher einstufen. Zur Zeit meines Austausches war es ruhig und unproblematisch. Es gibt einige grundsätzliche Verhaltensregeln, die man beachten sollte. Ich habe mich nach Anbruch der Dunkelheit eigentlich aus Vorsicht nie allein draußen aufgehalten, wohingegen es je nach Ort in Gruppen nicht unbedingt ein Problem ist, vor allem wenn Ghanaer dabei sind. Das lernt man dann aber schnell vor Ort einzuschätzen. Man fällt halt einfach auf, wenn man sich in weniger touristischen Gegenden aufhält und dem muss man sich bewusst sein. Zur Sicherheit hatte ich auch ein Pfefferspray im Gepäck, was ich jedoch nie ansatzweise benötigt habe. Ich war sehr vorsichtig, gerade während Taxifahrten o.ä., aber man muss sagen, dass die meisten Menschen in Ghana sehr freundlich und hilfsbereit sind und das schlimmste was mir passiert ist war, dass ich hier und da mal mit einem Preis über den Tisch gezogen wurde und nicht verhandelt habe. Man braucht sich also nicht zu viele Sorgen zu machen!
Ich würde es vermeiden Nachtbusse zu nehmen, da Verkehrsunfälle und Malaria die zwei größten Gefahren in Ghana sind.

Geld

Ghanas Währung ist der Ghanaische Cedi GHC, wobei ca. 5,5 Cedi einem Euro entsprechen. Ich habe nie mit anderen Währungen bezahlt, da ich immer mit meiner Visa Karte am ATM Cedis abgehoben habe. Es kommt sehr oft vor, dass Bankautomaten nicht funktionieten und man muss damit rechnen, dass sie Gebühren verlangen. Mit etwas Geduld findet man jedoch einen funktionierenden ATM und kommt dann auch problemlos klar, ohne Euros tauschen zu müssen.
Die Lebenshaltungskosten sind natürlich deutlich günstiger als in Deutschland, insbesondere für lokales leckeres Obst und Gemüse. Wir haben in Cape Coast auf dem Markt eingekauft und dort zum Beispiel 3-4 Cedi für Mangos bezahlt, 2-4 Cedis für Ananas, 2-3 Cedis für Papayas. In der Kantine des Krankenhauses konnte man für 5 Cedi ein simples Mittagessen bekommen. Wer sich in Accra essenstechnisch mehr austoben möchte kann auch gut und gerne mal 30-60 Cedi für ein Abendessen bezahlen, das variiert dann stark, wenn man internationales Essen essen möchte.
Unterkünfte (Dorms /Dreierzimmer o.ä.) sind in Ghana verhältnismäßig teuer, und können zwischen 30 und 80 Cedi kosten. Zweier- und Einzelzimmer sind dementsprechend teurer.

Sprache

In Ghana wird hauptsächlich Englisch gesprochen, aber auch lokale Sprachen wie Twi oder Fanti. Gerade im Krankenhaus gibt es oft Patienten, die die lokale Sprache sprechen. Da aber alle Ärzte auch Englisch sprechen kommt man trotzdem gut zurecht und kann immer nachfragen. Da die Landessprache Englisch ist habe ich keine besonderen Vorbereitungen getroffen, sondern mich mit meinen Englischkenntnissen aus Schule und Universität begnügt. Ich denke mit einem B2 Level kommt man in Ghana gut zurecht.

Verkehrsbindungen

Transport in Ghana ist ein recht spezielles Thema. Die meisten Busse oder Kleinbusse funktionieren auf „fill up and go basis“, d.h. sie fahren los, wenn sie voll sind und halten sich nicht an einen Fahrplan. Es gibt große Reisebusse von STC, die zwischen einigen Städten fahren und nach einem zuverlässigen Fahrplan losfahren. Diese haben auch den Vorteil, dass sie klimatisiert, bequem und geräumiger sind als andere Busse. Ansonsten sollte man immer Geduld und Pufferzeit mitbringen, wenn man eine Reise in Ghana plant, da es meistens anders kommt, als man es geplant hat. Busse und Kleinbusse (trotros) sind grundsätzlich bezahlbar. Ich habe sowohl STC als auch trotros und andere Busfirmen während meiner Reise ausprobiert und war am Ende ganz dankbar eine lange Strecke mit STC machen zu können, um etwas Komfort zu haben und besser planen zu können.

Kommunikation

In Cape Coast wohnt man im Medical Hostel (Studentenwohnheim für Medizinstudenten), dort gab es ein freies Wlan was ab und zu funktioniert hat. Ansonsten hatte ich eine SIM Karte von Vodafone und habe mich darüber günstig mit Datenpaketen versorgt. Ab und zu war ich im Internetcafe um einige Dinge zu erledigen, was jedoch immer sehr langsam war.

Unterkunft

Unser LEO hat organisiert, dass wir Incomings im im Medical Hostel in Cape Coast gewohnt haben. In diesem Studentenwohnheim haben nur Medizinstudenten gewohnt. Ich habe mir ein Zweierzimmer mit einer Ghanaerin geteilt. Die Unterkunft war einfach, aber in Ordnung. Direkt neben dem Zimmer war die Küche und das Bad, was man sich mit dem angrenzenden Zweierzimmer teilte. Die Studenten müssen alle Küchenutensilien selbst mitbringen, d.h. ein Kühlschrank, Herd usw. ist nicht automatisch vorhanden. Da ich das Zimmer mit einem Mädchen aus Ghana geteilt habe, durfte ich viele ihrer Sachen mitbenutzen und konnte dadurch kleine Dinge kochen.
Es gab einen Basketballplatz auf dem Gelände des Hostels und das Hostel war 24/7 von Security am Eingang bewacht.
Bettwäsche und Kissen habe ich mitgebracht.

Literatur

Ich habe mir den Bradt Travel Guide und den Lonely Planet für Westafrika besorgt und fand beide hilfreich, wobei der Lonely Planet zu Ghana nur wenige Infos hat, wohingegen der Bradt sehr detailliert war.

Mitzunehmen

Neben den offensichtlichen Dingen gibt es ein paar Sachen die evtl hilfreich sind:
- Kopflampe
- Vorrat an Sonnencreme und Shampoos, Kopfbedeckung nicht vergessen
- Moskitorepellent (3 Packungen Nobite haben für 6 Wochen gereicht)
- Malariaprophylaxe
- Impfausweis!
- Steckdosenadapter
- 500ml Desinfektionsmittel + Flasche für Kitteltasche
- ggf. ein Fachbuch für die Famulatur zum Nachlesen
- Geldgürtel zum Tragen am Körper
- Oropax!
- Moskitonetz
- Mittel gegen Durchfall nicht vergessen! (Perenterol, Kohletabletten, Immodium..)
- ggf. Einkaufsbeutel um den Vebrauch von Plastiktüten auf dem Markt zu reduzieren
- Hüttenschlafsack
- Mehrzweckmesser
- Rei in der Tube
- keine warmen Sachen mitnehmen! Braucht man in Ghana nicht, außer vielleicht einen Pulli
- schicke Kleidung fürs Krankenhaus, da oft Kleider oder Röcke getragen werden, keine Jeans. Männer tragen oft Hemden unter dem Kittel.

- man sollte keine guten Klamotten mitnehmen, da man ggf. von Hand waschen muss und diese nur kaputt gehen

Reise und Ankunft

Die Anreise verlief recht problemlos. Ich verbrachte nach Ankunft eine Nacht in Accra und nahm am nächsten Morgen einen Bus nach Cape Coast. Mir blieben dann noch ein paar Tage um mich vor Praktikumsbeginn zu orientieren, da sich vor Ort alles ein bisschen verzögert hat. Unser LEO nahm mich am ersten Tag mit ins Krankenhaus um mich dem Chefarzt vorzustellen, sodass dieser mich bei Visiten usw. auch direkt wiedererkannte, was vorteilhaft war um unter den vielen Studenten nicht unterzugehen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe in der Pädiatrie gearbeitet. Hier gab es meistens morgens eine Präsentation von einem der Ärzte über ein pädiatrisches Thema mit anschließender kurzer Diskussion. Weiterhin gab es 1-2x pro Woche eine Analyse über die pädiatrischen Todesfälle, die auf der Station aufgetreten waren, um Fehler zu analysieren und zu evaluieren. Nach den Präsentationen gab es ab und zu, relativ unregelmäßig, Visiten. Als Student hat man die Visiten begleitet und an den bed side teachings teilgenommen. Dabei muss man beachten, dass während der Visiten in Ghana allgemein sehr leise gesprochen wird, sodass es leider oft schwer ist, den Gesprächen zu folgen. Auf Station gab es generell recht viele Studenten, sowohl ghanaische Studenten, als auch internationale Studenten verschiedener Organisationen, sodass man sich oft als Gruppe auf Station bewegt hat, um gemeinsam Anamnesen zu erheben, evtl. auch mit sprachlicher Übersetzungshilfe der lokalen Studenten, wenn die Patienten nur Twi oder Fanti sprachen, und um Patienten zu untersuchen. Dabei gab es manche Assistenzärzte, die motiviert waren Fälle gemeinsam durchzusprechen und andere die eher desinteressiert waren. Wie eigentlich überall galt also, dass man Initiative zeigen muss um ein teaching zu bekommen und etwas zu lernen. Dadurch, dass wir so viele Studenten waren und es in dem Monat auf Station recht ruhig war muss man sagen, dass die Studenten recht passiv waren. Wir hatten keine großen Aufgaben außer gelegentlich zu untersuchen und Anamnesen erheben und ansonsten die Ärzte begleiten und zugucken. Davon war ich ein wenig enttäuscht. Ich hätte gerne aktiv mehr gemacht. Insgesamt konnte ich schon einiges mitnehmen, da deutlich andere Krankheitsbilder im Vordergrund standen, ich würde jedoch sagen, dass eher der Einblick in ein anderes Gesundheitssystem im Vordergrund steht, als das Erlernen neuer praktischer Fähigkeiten.
Meiner Meinung nach war der Durchlauf an ausländischen Studenten auf der pädiatrischen Station zu hoch, was nicht an IFMSA lag, sondern daran, dass diverse kommerzielle Organisationen ebenfalls Studenten oder Schüler für Praktika nach Cape Coast entsenden und die Anzahl pro Station anscheinend nicht gedeckelt wird. So waren wir zwischendurch mal vier ausländische Incomings in der Pädiatrie plus vier - sieben ghanaische Studenten, was auf einer recht kleinen pädiatrischen Station einfach zu viel ist, sodass auch die Assistenzärzte keine gute individuelle Betreuung mehr gewährleisten können.
Die Pädiatrie in Cape Coast hat verschiedene kleine Unterabteilungen: es gibt eine SCBU (special care unit für Neugeborene), also im Grunde eine kleine Neonatologie, die aber den Standards für eine NICU (neonate intensive care unit) nicht ganz entspricht. Dann gibt es das OPD (outpatient department) wo einige kleine Dinge ambulant behandelt werden, die Notaufnahme und die eigentliche pädiatrische Station. Auf der Station hat man hauptsächlich Kinder mit Malaria, Meningitis, Sichelzellanämie oder Malnutrition gesehen.
Ich habe meine Zeit hauptsächlich auf Station verbracht, habe aber in alle anderen Bereiche auch mal kurz reingeschnuppert. Insbesondere die Neonatologie fand ich spannend. In der letzten Woche kam ein Kinderchirurg aus Accra, welcher 1x pro Monat in Cape Coast kleine Eingriffe durchführt, da dafür kein Facharzt in Cape Coast vertreten ist. Das war nochmal ein persönliches Highlight, weil ich an zwei Tagen seine OPs und seine Sprechstunde begleiten konnte, und dadurch Patienten mit zum Beispiel Hernien und maldeszensus testis etc. sehen konnte.
Während der Famulatur fiel mir auf jeden Fall auf, dass der Umgang mit Kindern in Ghana sich sehr von Deutschland unterscheidet. Ich hatte eigentlich einen viel spielerischen Umgang auf Station erwartet, aber oft wurde mit den kleinen Patienten überraschend wenig kommuniziert, was mich überrascht hat.
Insgesamt stand oft im Vordergrund, dass viele Patienten in Ghana keine Krankenversicherung haben und dadurch oft erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien einen Arzt aufsuchen. Die Ärzte in Cape Coast waren geübt darin, mit wenig Ressourcen eine möglichst günstige Behandlung anzubieten, zu improvisieren und oft vermutungs-basiert zu therapieren, da weniger diagnostische Schritte unternommen werden als bei uns. Zudem standen relativ wenige Fachärzte für die Pädiatrie zur Verfügung, sodass viel Verantwortung auf junge Assistenzärzte entfiel, die dem zum Teil noch nicht gewachsen waren.

Land und Leute

An den Wochenenden habe ich mit den anderen Austauschstudentinnen Ausflüge unternommen, zum Beispiel nach Busua, ein kleiner Surferort, sowie nach Accra und Kumasi. Wir hatten das Glück ein Festivalwochenende in Accra zu erwischen, an dem es viele Stände mit Arts& Crafts in Jamestown gab. In Cape Coast selbst kann man nicht gut schwimmen und nicht surfen, da der Strand relativ gefährlich ist. Leider sind während unseres Aufenthaltes mehrere Menschen dort ertrunken.
Von Kumasi aus bietet es sich an den wunderschönen Lake Bosomtwe zu erkunden. Wegen potentieller Bilharziose möchte man vielleicht nicht unbedingt schwimmen gehen, aber die Umgebung ist sehr schön und es gibt ein paar nette Unterkünfte dort, wenn man einfach mal Lust auf Ruhe und Natur hat.
Ghana ist ein sehr religiöses Land und dem begegnet man auch immer wieder. Oft wird man auf Gott und seinen Glauben angesprochen und nicht selten sieht man „praise the lord“ und andere Sprüche auf Autos oder Geschäften oder hört die Musik von Gottesdiensten, die oft auch im Freien abgehalten werden. Freitagabends wurde auch an unserem Wohnheim eine Messe gehalten. Natürlich sind wir deswegen auch einmal mit anderen Studenten in die Messe gegangen, um einen Eindruck von ghanaischer Kirche zu bekommen. Zunächst fühlte es sich mit Leinwand, Liedtext und vielen Songs fast wie ein Karaoke Abend an und war insgesamt sehr lebendig und anders als wir es von zuhause kennen.
Die ghanaischen Studenten waren leider oft beschäftigt, da sie alle zwei Wochen Klausuren schreiben, aber wir sind trotzdem dazu gekommen, gemeinsam ab und zu etwas zu unternehmen wie Basketball spielen, Cape Coast Castle angucken oder Fufu zusammen zu essen, ein typisch ghanaisches Gericht, was man mit den Händen isst.
Am Ende des Aufenthaltes hatte ich noch Zeit nach Tamale zu reisen und den muslimischen Norden im Kontrast zum Süden kennenzulernen. Viele reisen von dort aus in den Mole National Park, um Elefanten zu sehen, was ich allerdings nicht gemacht habe.
Spannend fand ich insgesamt vor allem Cape Coast Castle und Elmina Castle, welches Orte sind, an denen man die Geschichte des Sklavenhandels sehr eindrücklich in einer Führung verdeutlicht bekommt.
Rückblickend würde ich sagen, dass ich schon ein paar Wochen gebraucht habe, um in Ghana richtig anzukommen, weil es einfach sehr anders ist als das, was man gewöhnt ist und man 24/7 jemand ist, der einfach durch sein anders Aussehen auffällt und Aufmerksamkeit anzieht. Das finde ich auf lange Sicht sehr störend und schwierig um sich bei einem langen Aufenthalt zu integrieren. Andererseits wird man natürlich auch einfach oft von neugierigen Leuten oder Kindern angesprochen und kommt gerade dadurch ins Gespräch, dass man äußerlich auffällt.

Fazit

Meine Erwartungen an den bvmd Austausch wurden definitiv erfüllt und ich würde sehr gerne erneut an einem Austausch teilnehmen. Es war einfach eine tolle Erfahrung viele andere Medizinstudenten kennenzulernen und Einblicke in ein anderes Gesundheitssystem zu bekommen. Ich würde nicht unbedingt wieder nach Ghana reisen, habe die Erfahrung insgesamt aber sehr genossen und würde jedem der Lust hast empfehlen an einem bvmd Austausch teilzunehmen. Wer gerne ein sehr aktives social program haben möchte sollte nach Kumasi oder Accra gehen, da die lokalen IFMSA Gruppen dort aktiver sind als in Cape Coast.

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