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KMSA(Korea);The study of functional water to improve public health

Pathologie - SCORE (Forschungsaustausch)
Anonym

Motivation

An mein der Uni ist ein Forschungspraktikum innerhalb der ersten 4 Semester Pflicht... in einer Einführungsveranstaltung wurde neben bei erwähnt, dass dies ebenfalls über die Bvmd im Ausland möglich sei und da wurde ich schon neugierig. Ich liebe es, neue Länder kennenzulernen und dort im medizinischen Bereich zu arbeiten finde ich noch interessanter. Ich war schon einmal in Südkorea, allerdings als Tourist und mir hat das Land besonders wegen der Freundlichkeit der Menschen gut gefallen. Darum habe ich mich schon im vornherein sehr auf meinen Austausch gefreut!

Vorbereitung

Der aufwendigste Teil meiner Vorbereitung für meinen Auslandsaufenthalt, war tatsächlich die Bewerbung bei der Bvmd. ;) Da keine speziellen Anforderungen erwartet wurden, habe ich mich inhaltlich nur minimal vorbereitet, indem ich die wissenschaftliche Publikation meines Projektes gelesen habe.

Visum

Um in Korea zu bleiben brauchte ich kein Visum. Als Tourist darf man, zumindest mit einem deutschen Pass, 90 Tage im Land bleiben

Gesundheit

Ich habe keine zusätzliche Impfungen machen lassen oder spezielle Medikamente mitgenommen. Ich habe jedoch eine Reisekrankenversicherung für die Zeit meines Aufenthaltes abgeschlossen, was sehr leicht online geht. Ich habe diese aber zum Glück nicht in Anspruch nehmen müssen.

Sicherheit

Ich hatte keinerlei Ängste in Korea auch alleine unterwegs zu sein. Südkorea gilt als eines der sichersten Länder zum Verreisen. Die Menschen sind sehr offen gegenüber Ausländern und fragen einen eher noch, ob man ein Foto mit Ihnen macht, als dass sie einen belästigen.

Geld

Die Währung sind Koreanische Won, es werden keine anderen Währungen akzeptiert. In Korea kann man überall mit Kreditkarte oder bar bezahlen, eine normale Maestro Card funktioniert nicht. Ich habe vorher Bargeld in Euro mitgenommen und am Flughafen umgetauscht. Ich selber bin bei der Sparkasse und habe eine MasterCard mit der ich jedoch kein Geld abheben konnte, obwohl die Sparkasse meinte es müsste gehen. Die Preise sind ein wenig günstiger als in Deutschland und ganz besonders das Essen im Restaurant ist viel günstiger:)

Sprache

Die Menschen sprechen natürlich koreanisch und junge Leute sprechen meistens auch gut englisch, aber sie sind oft zu schüchtern es zu benutzen. Ältere Menschen sprechen manchmal auch japanisch. Ich habe selber ca. 2 Monate einen Koreanisch Sprachkurs mitgemacht, der mir wirklich viel geholfen hat und habe schon davor das Alphabet lesen und schreiben gelernt. Das ist sehr leicht und geht schneller als man denkt:) Um sich alleine auf dem Campus und bei dem Praktikum zu verständigen, reicht Englisch alleine aber auf jeden Fall aus.

Verkehrsbindungen

Nach Südkorea kommt man am besten mit dem Flugzeug ;) (ansonsten kommt leider nur ein Schiff in Frage) Ich habe 450€ für meinen Flug von Frankfurt nach Seoul bezahlt mit einmal umsteigen in Tokio. Das war ein sehr günstiges Angebot, da ich schon ca. 3 Monate im Voraus gebucht hatte. Für einen durchgehenden Flug zahlt man ca. 700-800€ und dauert 10-11 Stunden. Die Verkehrsanbindung im Land habe ich nur als zuverlässig und außergewöhnlich sauber empfunden! In Korea gibt es besonders bequeme Fernbusse, mit denen man überall hinkommt und die auch sehr günstig sind. Außerdem gibt es verschiedene Züge, die je nach Geschwindigkeit etwas teurer sind (ähnlich so wie ICE und Regionalbahn bei uns). Linienbusse und U-Bahn sind ebenfalls super günstig - pro Fahrt egal welcher Länge ca. 1€. Zu empfehlen ist eine "Tmoney Card" die man in jedem Convenient store kaufen und aufladen kann.

Kommunikation

Ich habe von einer koreanischen Freundin eine SimCard bekommen, die ich als Prepaid Card aufladen konnte und so konnte ich Internet und Telefon problemlos benutzen. Man kann aber auch eine Touristen Sim Card am Flughafen für 4 Wochen besorgen oder eine Wifi Egg. Das Internet ist ein bisschen teurer als in Deutschland, aber es gibt in fast jedem Cafe, Restaurant oder Bahnhof kostenloses WLAN. Für den Kontakt mit Koreanern empfehle ich die App KakaoTalk, denn alle Koreaner nutzen sie und nicht WhatsApp oder Messenger …

Unterkunft

Ich bin auf dem Campus der Uni in einem Studentenwohnheim untergekommen. Ich habe mir ein Zimmer mit einer anderen Austauschstudentin geteilt. Das Zimmer war einfach, aber sauber und hell und hatte ein eigenes Bad und am aller wichtigsten eine Klimaanlage, ohne die wir im koreanischen Sommer gestorben wären. Es gab eine Küche, (die ich jedoch nie benutzt habe) mit Herd und Kühlschränken, allerdings keine Töpfe oder Geschirr... Das hat wohl jeder privat genutzt. Bettwäsche, Kissen und Decke musste ich nicht mitbringen. Die Unterkunft wurde vom Austauschland über die IFMSA gestellt. Es gab rund um die Uhr einen Hausmeister, der einem bei Problemen oder Fragen helfen konnte (solange man jemanden gefunden hat, der für einen auf Koreanisch übersetzt;)

Literatur

Ich habe keine Bücher gelesen oder mich speziell im Internet informiert, da ich Freunde in Korea habe, die mir immer bei Fragen oder Problemen geholfen haben. Ich habe allerdings ein paar Dokumentationen über Südkorea während der Olympischen Winterspiele im Fernsehen gesehen.

Mitzunehmen

Für das Praktikum selber habe ich nur einen Laborkittel gebraucht und eben was zum Schreiben. Wichtig in Korea ist es, sich über das Wetter zu informieren während man dort ist, damit man entsprechende Kleidung mitbringt. Im Winter gibt es dicke Minusgrade und im Sommer wird es locker 40 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit und ohne nachts viel abzukühlen. Ich war während der Regenzeit dort, währendessen es zwar trotzdem heiß ist, aber ca. 2,5- 3 Wochen fast ununterbrochen stark regnet! Da hat mein Miniregenschirm leider nicht viel gebracht...

Reise und Ankunft

Ich kam am Sonntag Abend vor Praktikumsbeginn am Montag an. Ich wurde von zwei Studenten am Bahnhof abgeholt und wir fuhren gemeinsam mit dem Taxi direkt zu meiner Unterkunft. Da traf ich dann auch direkt meine Mitbewohnerin, die nur ein bisschen früher angekommen war. Nach der Ankunft der anderen Austauschstudenten gaben uns die koreanischen Studenten noch eine kleine Tour über den Campus und zeigten uns, wo wir uns am nächsten Tag treffen würden, um dann unseren Professoren vorgestellt zu werden.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe ein Forschungspraktikum in einem Pathologie Labor gemacht. Ich war dort alleine mit zwei Koreanerinnen, die leider beide nicht besonders gut englisch sprechen aber ihr bestes gaben, um mir zu erklären, was als nächstes passiert. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Langzeitstudie, bei der Zielgene eine speziellen Mikro RNA bei Darmkrebs gesucht und auf ihre Funktion überprüft werden. Hauptsächlich habe ich also mit Anleitung der Professorin Zellen kultiviert und danach mit verschiedenen Methoden untersucht. (z.B. Western Blot, cellcycle arrest, cell cloning usw.) Es ging also mehr um klassische biochemische Verfahren. Dabei konnte ich einige biochemische Vorgehen besser verstehen, die während meines Biochemiekurses in Deutschland nur im Schnelldurchlauf besprochen worden waren. Da arbeiten mit Zellen jedoch auch viel Inkubationszeit beinhaltet, hatte ich oft längere Pausen, in denen ich an meinem Arbeitsplatz Zusatzliteratur lesen konnte oder auch lernen konnte. Ich hatte also meinen eigenen Schreibtisch mit Computer im Labor. Meistens habe ich am Anfang des Tages mit der Professorin besprochen, was gemacht werden soll und dann haben wir zusammen gearbeitet. Die Stimmung war sehr angenehm und trotz Sprachbarriere haben wir es immer geschafft uns irgendwie zu verständigen. Mittags konnte ich mit den anderen Austauschstudenten in der Krankenhauskantine zu Mittag essen. Die anderen waren entweder in anderen Laboren oder mit dem SCOPH Projekt im Krankenhaus unterwegs. Was die Arbeit im Labor angeht, verglichen zu dem, was ich bis jetzt in Deutschland erlebt habe waren besonders die Regeln, die die Kleidung angehen sehr viel entspannter. Während bei uns lange Kleidung und feste Schuhe Pflicht sind, trug meine Mitarbeiterin jeden Tag ein Kleid und hohe offenen Schuhe. Ansonsten sind mir jedoch keine großen Unterschiede aufgefallen. Was das Gesundheitssystem und die medizinische Ausbildung in Korea betrifft habe ich jedoch nur wenig selbst erleben können. Ich habe jedoch von den anderen Austauschstudenten gehört, dass besonders die Hierarchie zwischen Medizinstudenten und Professoren sehr streng sei. Die Studenten müssten oft über 30 Minuten auf die Professoren warten und würden sich nicht trauen, Fragen zu stellen. In meinem Labor und auch bei der anderen SCORE Austauschstudentin hat es nichts dergleichen gegeben. Ganz im Gegenteil, ich wurde viel eher von meiner Professorin zum Essen eingeladen und es gab sogar eine kleine Willkommens- und Abschiedsfeier.

Land und Leute

Außerhalb des Krankenhaus wurden an den Wochenenden verschiedene Aktivitäten durch die NOREs der Uni angeboten, wie zum Beispiel ein Ausflug mit Übernachtung nach Busan, was eine berühmte Stadt im Süden von Korea ist und direkt am Strand liegt. Dort trafen sich dann auch alle anderen Austauschstudenten, die zu der Zeit über die IFMSA in unterschiedlichen Städten in Korea waren. Das war wirklich eine sehr schöne Erfahrung. Ganz in der Nähe von der Stadt in der mein Austausch war gibt es eine andere Stadt, in der man traditionelle koreanische Häuser besichtigen kann und in etwa 2 Stunden mit dem Zug kommt man in die Hauptstadt Seoul, in der es unglaublich viel zu sehen und erleben gibt. Wie zum Beispiel die berühmten Stadtviertel Gangnam und Myongdeong, Namsan Tower und viele uralte Paläste. Eine weitere Stadt, die ich besucht habe, die mir sehr gefallen hat ist Gangneung. Diese Stadt liegt an der Ostküste und wurde besonders, seit dort die Olympischen Eiswettkämpfe stattgefunden haben bekannt. Dort gibt es den längsten Strand Südkoreas mit einem hübschen Kiefernwald. Wer Natur mag, sollte außerdem unbedingt in die Berge fahren. Da ich in meiner Freizeit oft mit koreanischsprachigen Freunden unterwegs war, hatte ich selten Probleme mit der Kommunikation , aber wenn man alleine unterwegs ist, sollte man sicher stellen, dass man mobile Daten hat, falls man mal in den falschen Bus steigt. Das Essen in Korea finde ich persönlich sehr lecker, abgesehen von Kimchi, einem eingelegten, fermentierten Chinakohl, den es bei jedem Essen kalt als Beilage gibt. In Korea isst man zum Frühstück, genau wie zum Mittag- oder Abendessen Reis mit Suppe, Gemüse oder Fleisch. Daran konnte ich mich bis zum Schluss nicht gewöhnen und habe doch das deutsche Brot sehr vermisst. Kulturell hat Korea auf jeden Fall sehr viel zu bieten, einmal was die Geschichte angeht, aber heute ist K-Pop sehr berühmt. Außerdem ist Korea sehr bekannt für Mode und Kosmetik. Also wer gerne Klamotten einkauft, sollte viel Platz im Koffer mitbringen.
Angenehm fand ich besonders die Gastfreundschaft und die Geduld der Menschen mit meinem mangelhaften Koreanisch. Zweimal habe ich sogar kleine Geschenke bekommen, nur weil die Leute sich so gefreut haben, dass ich ein paar Sätze Koreanisch sprechen konnte. Unangenehm war mir allerdings des Öfteren meine Unfähigkeit mit Stäbchen zu essen. Man sollte also entweder vorher üben oder eine Gabel mitbringen;) Oft kann man in Restaurants aber auch nach einer Gabel fragen.
Wenn ich noch Zeit gehabt hätte wäre ich gerne noch auf die Insel Jeju-do geflogen, die wirklich sehr beliebt ist.

Fazit

Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt und ich würde jeder Zeit wieder einen Auslandsaufenthalt wagen. Ich würde auch gerne wieder nach Korea reisen, jedoch würde ich dann lieber ein SCOPH Projekt machen, da mich doch die Klinik sehr viel mehr interessiert als die Forschung. Dort zu arbeiten, könnte ich mir jedoch nicht vorstellen, es sei denn ich würde fließend Koreanisch sprechen lernen.

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