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IFMSA-Quebec(Canada - Quebec);Prevention of the Cisplatinum ototoxicity

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
von Lisa Marie, Pforzheim

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Motivation

Ich wollte bereits zu Beginn meines Studiums unbedingt ins Ausland, um meine Fremdsprachkenntnisse zu verbessern und zu festigen. Hierfür bot sich Ostkanada besonders an, da hier sowohl Englisch als auch Französisch als Amtssprachen vorherrschen.

Vorbereitung

Da Kanada ein Land mit vorherrschender westlicher Kultur ist, fiel meine Vorbereitung auf den Austausch in dieser Hinsicht nicht übermäßig intensiv aus. Ich nahm an dem von der bvmd organisierten Pre-Departure-Training statt, welches ich jedem wärmstens empfehlen kann. Auch wenn es eher auf kulturell verschiedene Länder ausgelegt ist, dient es als sehr gute Vorbereitung auf einen Austausch.

Visum

Die Einreise nach Kanada ist unproblematisch. Man benötigt als Praktikant lediglich ein eTA, welches innerhalb weniger Minuten im Internet beantragt werden kann.

Gesundheit

Für Kanada sind keine besonderen Impfungen oder spezielle Gesundheitsvorkehrungen zu treffen. Ich hatte bereits eine Auslandskrankenversicherung und musste mich somit nicht mehr um den Abschluss einer solchen bemühen. Bei Bedarf bekommt man hierzu allerdings beim Pre-Departure-Training weitere Informationen.

Sicherheit

Kanada ist ein sicheres Land. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich in Gefahr gesehen. Auch abends kann man als Frau sorglos durch die Straßen schlendern.
Im Allgemeinen sind Kanadier sehr freundlich und hilfsbereit. Wenn man sich mal verläuft, ist dies überhaupt kein Problem. Allein der suchende Touri-Blick reicht aus, um Hilfe bei der Orientierung zu erhalten.

Geld

In Kanada zahlt man mit CAD. Im Gegensatz zu Deutschland ist es hier nicht unüblich mit Karte zu bezahlen, sodass man neben dem Taschengeld von der IFMSA nicht zwingend mehr Geld umtauschen muss. Auch einen Kaffee oder Parkgebühren können mit Karte bezahlt werden. Hierbei werden sowohl VISA als auch Mastercard gleichermaßen akzeptiert. Es gibt aber auch ausreichend Geldautomaten überall in der Stadt verteilt, sowie Geldwechselautomaten. Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland etwas teurer. Dafür sind Museen und andere Sightseeing-Attraktionen oftmals kostenlos.

Sprache

In Montreal spricht man sowohl Englisch als auch Französisch. Man kommt also auch sehr gut zurecht, wenn man nur Englisch spricht. Ich würde allerdings zumindest ein Basiswissen in Französisch empfehlen, da in den Institutionen oftmals in Gesprächen zwischen den beiden Sprachen gewechselt wird. Viele Beschriftungen etc. finden sich nur auf Französisch und je weiter nördlich man fährt, desto schlechter wird das Englisch. Die frankophone Bevölkerung in Montréal ist sehr stolz auf ihre französischen Wurzeln und schätzt es, wenn Incomings versuchen, ihr Québécois zu verstehen.

Verkehrsbindungen

Das Verkehrsnetz in Kanada ist nicht ganz so gut ausgebaut wie in Deutschland. Um von Stadt zu Stadt zu reisen, empfehlen sich Reisebusse, als Transportmittel innerhalb Montréals die Metro. Für größere Ausflüge würde ich ein Auto mieten. Damit ist man deutlich unabhängiger und die Benzinpreise sind in Kanada recht günstig.

Kommunikation

Ich hatte im Hostel einen WLAN-Zugang und ansonsten gibt es an nahezu allen öffentlichen Plätzen kostenlosen Internetzugang. Somit ist es nicht notwendig, sich eine SIM-Karte zu kaufen. Es gibt allerdings die Möglichkeit, relativ billig und unkompliziert eine Karte mit einmonatigem Handyvertrag zu kaufen.

Unterkunft

Ich habe in einer von der IFMSA organisierten Unterkunft (Hostel) gewohnt. Sowohl Check-In als auch Check-Out waren unkompliziert und die Lage war der perfekte Ausgangspunkt für Sightseeing-Touren –direkt in Downtown Montréal. Fünf Incomings haben sich jeweils eine Gemeinschaftsküche, 2 Gemeinschaftsbäder und einen Gemeinschaftsraum geteilt. Bettwäsche und jegliche Wohnausstattung wie Bettdecke, Duschvorhang, Töpfe, Geschirr etc. musste jedoch selbst mitgebracht bzw. vor Ort gekauft werden.

Literatur

Vor meinem Austausch hatte ich meine Institution gebeten, mir einige Artikel bezüglich ihres Projektes zuzusenden, um mich in die Thematik einzulesen und auch an die Fremdsprachen zu gewöhnen. Dies war sehr hilfreich und würde ich weiterempfehlen.

Mitzunehmen

Man sollte unbedingt an einen Adapter denken. Auch ein dicker Pulli ist wärmstens zu empfehlen. Im Labor war es sehr kalt, sodass ich sehr froh um meine warme Kleidung war. Der Laborkittel hatte sich allerdings als überflüssig herausgestellt, da die meisten Labore genügend Kittel haben und diese gerne auch an Praktikanten verleihen –dies sollte man allerdings vor dem Praktikum kurz mit der Institution abklären.

Reise und Ankunft

Ich wurde am Flughafen von meiner Kontaktperson freundlich empfangen. Sie brachte mich zu meiner Unterkunft und führte mich noch am gleichen Abend ein wenig in der Stadt herum. Ich hatte bis zum Praktikumsbeginn noch 3 freie Tage, die ich für die Stadterkundung nutzte. Zudem zeigte mir meine Kontaktperson den Weg vom Hostel zum Labor.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe mein Praktikum im Forschungszentrum des „Institut de Cardiologie de Montreal“ gemacht. Dieses war ungefähr 40 Minuten von der Unterkunft entfernt, sodass ich, um dorthin zu gelangen, sowohl die Metro als auch den Bus nehmen musste. Das U-Bahnnetzwerk ist allerdings recht unkompliziert und zu Stoßzeiten fährt alle zwei bis drei Minuten eine Bahn ab. Problematischer ist es mit den Bussen, welche hier nur sehr unregelmäßig fahren. Da mir meine Kontaktperson allerdings bereits im Vorfeld den Weg zum Institut gezeigt hat, hatte ich an meinem ersten Praktikumstag keine Probleme mit der Anfahrt. An meinem ersten Arbeitstag wurde ich am Empfang von meiner Professorin, wie zuvor per Mail vereinbart, abgeholt und erhielt zunächst einen kleinen Rundgang durch das Gebäude mit Einweisung in alle für meine Arbeit wichtigen Gerätschaften. Zu Beginn meines Praktikums wurde ich gefragt, worauf ich im nächsten Monat meinen Schwerpunkt legen möchte. Da ich gerne neben dem zumeist doch recht theorielastigen Studium ein wenig meine praktischen Fertigkeiten ausbauen wollte, verbrachte ich die meiste Zeit im Labor. Ich wurde hier von meinem Tutor Schritt für Schritt zum eigenständigen Arbeiten angeleitet, hatte aber bei Fragen stets genug Ansprechpartner um mich herum, sodass ich mich nie alleingelassen fühlte. Ich wurde zudem immer ermutigt, mir auch die Arbeiten der anderen Labormitglieder anzuschauen. Diese empfanden dies nie als lästig, sondern zeigten und erklärten mir gerne ihre Experimente und ließen sich mit Fragen löchern. Das Laborteam war stets sehr freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend. Ihr Engagement und ihr Einsatz für mich überstieg meine Erwartungen bei Weitem. Und nicht nur meine Erwartungen, sondern auch ihre Pflichten, da sie mir nicht nur bei fachbezogenen Fragen aushalfen, sondern auch beim Einleben, Planen von Ausflügen etc. Das Arbeitsklima war sehr angenehm und ich wurde schnell in das Team integriert. Um mir die Integration zu erleichtern, veranstalteten sie mehrere Treffen in ihrer Freizeit, bei denen wir entweder gemeinsam Essen gingen oder anderweitigen Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel dem Besuch eines „Escape Room Games“ nachgingen. Meine Arbeit im Labor war sehr lehrreich und ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln. Wir haben uns in den Mittagspausen gerne über die verschiedenen medizinischen Ausbildungswege in Kanada und Deutschland unterhalten und diese miteinander verglichen. Wir haben festgestellt, dass sich diese erheblich voneinander unterscheiden, weshalb es vermutlich schwierig ist, von einer deutschen Universität ein Auslandssemester nach Kanada zu machen.

Land und Leute

Unter der Woche kam ich aufgrund der langen Fahrtzeit zwischen Institut und Unterkunft oft erst spät zum Hostel zurück, sodass für Sightseeing-Touren nicht allzu viel Zeit blieb. Dafür hat man allerdings die Wochenenden und ich hatte sowohl vor dem Praktikum (drei Tage) als auch im Anschluss (neun Tage) ein paar weitere freie Tage angehängt, was ich jedem, der gerne noch ein paar etwas weiter entfernte Städte besichtigen möchte, nur weiterempfehlen kann. Denn so hatte ich genug Zeit für eine Fahrt von Montréal ausgehend bis nach Toronto und zu den Niagarafällen, als südlichsten Punkt meiner Besichtigungen, aber auch um in Richtung Norden bis zu den Walen in Tadoussac zu fahren. Interessant fand ich auch die Besichtigung der Hauptstadt Ottawa, welche klein genug ist, um sie sich an einem Tag zu Fuß zu erlaufen. Wer das Parlament besichtigen möchte, muss allerdings schnell sein. Der Eintritt ist zwar kostenlos, aber die Tickets werden auf einer first come, first served Basis vergeben, sodass insbesondere die englischen Touren meistens bereits am Vormittag alle ausgebucht sind. Am schönsten sind meiner Meinung nach allerdings die Eindrücke der märchenhaften Naturlandschaften Kanadas mit den zahlreichen Seen und Wasserfällen, Bergen und der unendlichen Weite. Um diese zu erkunden und richtig zu genießen, empfiehlt es sich ein Auto zu mieten und das Land auf eigene Faust zu erkunden. Aber allein in Montréal gibt es so viel zu sehen, dass es sich auf jeden Fall lohnt zwei bis drei Wochenenden in der Stadt zu verbringen. Und im Sommer gibt es in Montréal jeden Tag irgendwo ein Festival –es wird also nie langweilig ;)
Das Nationalgericht in Kanada heißt Poutine, welches aus Pommes, Käse und einer speziellen Bratensauce besteht. Dieses gibt es nahezu an jeder Ecke zu kaufen und ist auch in zahlreichen Varianten erhältlich. Allgemein isst man in Kanada recht viel Fast Food. Ansonsten gibt es hier Ahornsirup in allen möglichen Formen und Varianten zu kaufen: Bonbons, Kekse, Fudge, etc. Ich hatte das Gefühl, dass Ahornsirup hier genauso verwendet wird, wie Salz und Pfeffer in Deutschland. Es wird nicht nur zu Pfannkuchen gegessen, sondern auch zum Nudelauflauf oder Bratkartoffeln serviert. Sehr beliebt ist es auch, beim Frühstück mit Ahornsirup übergossenen Bacon zu essen.
Die Kanadier habe ich als sehr offene, hilfsbereite Menschen wahrgenommen, die sich sowohl in ihrer Kultur als auch in ihrer Mentalität nur wenig von uns Deutschen unterscheiden. Wer allerdings etwas mehr über die Ureinwohner Kanadas erfahren möchte, findet hierzu zahlreiche Museen und im Sommer werden zudem jede Menge Festivals der First Nation People veranstaltet.

Fazit

Während meines Praktikums konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln und habe in fachlicher Hinsicht, weshalb ich dieses Praktikum in erster Linie gemacht habe, sehr viel dazu gelernt.
Ich werde mich an die Zeit in Kanada immer mit vielen positiven Eindrücken zurückerinnern.

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