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;ASCEMCOL(Colombia);Clinical characteristics and evaluation of diagnostic tests for Colombian children with congenital toxoplasmosis;;;;

Tropenmedizin - SCORE (Forschungsaustausch)
von Johanna, Köln

Motivation

Ich wollte schon immer unbedingt nach Südamerika reisen, vor allem auch um mein Spanisch zu verbessern und die Kultur besser kennen zu lernen und Salsa zu tanzen. Kolumbien insbesondere hat mich sehr interessiert, da es sehr vielseitig ist, man Wüste, Strand, Regenwald und Berge in einem Land hat und ich von Freunden viel Gutes gehört habe, dass die Menschen sehr liebenswert und hilfsbereit sind und auch die Geschichte von Kolumbien und der unglaubliche Wandel der letzten Jahre mich sehr interessiert hat
Zudem hatte ich mich für eine klinische und nicht experimentelle Doktorarbeit entschieden und fand es schade, bis jetzt noch kaum Laborerfahrung mit ELISA, Western Blot, PCR gemacht zu haben und dachte dass sich da ein Forschungsaustausch perfekt eignen würde, einen Einblick in die Forschung zu erlangen. Besonders spannend fand ich es da, mehr über tropische Infektionen wie Toxoplasmose oder Dengue Virus zu lernen, weil man das bei uns in Europa ja kaum kennt.

Vorbereitung

Ich habe vor meinem Aufenthalt einen Spanisch Kurs bei der Volkshochschule belegt um mein Spanisch aufzufrischen, was ich auch dringend empfehlen würde. Die meisten Kolumbianer sprechen kein Englisch, von daher ist Spanisch sehr notwendig um sich zurecht zu finden. Außerdem waren auch die Visiten komplett auf Spanisch.
Zudem habe ich mit dem Lonely Planet schon mal ein wenig über Kultur und Leute gelesen und überlegt, wo ich in der Zeit hinreisen wollte.
Außerdem benötigt man für den Austausch eine berufliche Haftpflichtversicherung, die ich über den Hartmannbund kostenlos als Medizinstudent hatte.
Es ist auch sinnvoll, vorher ein Konto bei zB der DKB zu eröffnen, mit der man weltweit kostenlos Geld abheben kann, um sich teure Abhebungsgebühren zu sparen.
Auch kann man bei bvmd einen Fahrtkostenzuschuss beantragen, der bei einer Reise nach Kolumbien 900 Euro beträgt.

Visum

Man benötigt für Kolumbien kein Visum als Europäer. Wichtig ist aber bei der Visumstelle zu sagen, dass man kein Tourist ist, sondern ein Praktikum macht und den Invitation Letter zu zeigen. Dann bekommt man ein anderes Visum, auch kostenfrei, das benötigt wird, um in Armenia das Praktikum zu absolvieren. Da sind die Angestellten an der Uni auch ziemlich streng. Deswegen lieber gleich dran denken, als im Nachhinein nochmal zur Behörde fahren zu müssen.

Gesundheit

Ich habe mich vorher gegen Gelbfieber impfen lassen, ist auch Vorraussetzung für die Einreise. Zudem gegen Meningokokken, Tollwut, Typhus und die Grundimpfungen auffrischen lassen. Wenn man bei der Techniker Krankenkasse ist, werden die meisten Kosten auch übernommen. Zudem habe ich eine günstige Auslandsreisekrankenversicherung bei Envivas abgeschlossen. Es empfiehlt sich auch Standby ein Malaria Medikament mitzunehmen und es einzunehmen falls man Fieber bekommt, sowie ein Antibiotikum für Notfälle dabei zu haben. Als Reise Apotheke hatte ich Ibuprofen, Paracetamol, Loperamid und Vomex dabei. Zudem Desinfektionsmittel und genügend Sonnencreme und Mückenspray mit DEET mitbringen.
In großen Städten wie Medellin und Bogota konnte man sogar das Leitungswasser trinken. Sicherer ist es aber gefiltertes Wasser zu trinken oder sich Wasser in Flaschen zu kaufen.

Sicherheit

Ich habe vor der Reise eine Reiserücktritts- und Abbruchversicherung bei TravelProtect abgeschlossen, würde ich auf jeden Fall auch empfehlen. Ich würde auch eine Versicherung für das Handy empfehlen oder eine Diebstahlversicherung. Generell ist es ratsam Wertsachen wenn man unterwegs ist am Körper im Moneybelt zu tragen, das Handy nicht achtlos auf der Straße rauszuholen, nicht alleine im Dunkeln unterwegs zu sein, lieber Uber als Taxi zu nehmen und darauf zu achten, dass die Türen verriegelt sind, und am besten kein teueres Handy, Laptop, Uhr Sonnenbrille etc mitzubringen. Und sich vorher informieren, welche Bereiche sicher sind und welche man besser meiden sollte. Man sollte sich auch immer die Kartensperrnummer aufschreiben, damit man seine Kreditkarte bei Diebstahl schnell sperren kann.
Kolumbien ist ein wunderschönes Land und die Leute sind unglaublich nett, ich würde jedem empfehlen dorthin zu reisen, aber man darf nicht außer Acht lassen, dass es immer noch sehr gefährlich ist. Das Land hat viele Probleme mit Korruption, Armut, Flüchtlingen aus Venezuela, Obdachlosen, Drogenabhängigen, Drogenhandel etc.
Armenia wo der Austausch stattfand war schon eher sicher, weil man sich im Norden der Stadt im guten Bezirk aufhält. Dort hatte ich auch keine Probleme abends alleine nachhause zu laufen. Aber andere Teile von Kolumbien wie zB Cali oder Bogota sind viel gefährlicher. Mir ist 5 Wochen gar nichts passiert und ich bin durch das ganze Land gereist, aber ich hatte leider Pech dass ich am letzten Tag im Taxi auf dem Weg zum Flughafen als wir im Stau standen ausgeraubt wurde. Zwei Männer haben die Tür geöffnet und mich mit einem Messer bedroht und mit den Rucksack gestohlen. Das war sehr ärgerlich, da alle meine Wertsachen darin waren und ich so auch meinen Flug nicht nehmen konnte, da mein Pass weg war.
Ich hatte das große Glück, dass jemand meinen Rucksack gefunden hat und mir bei Facebook geschrieben hat. So habe ich am nächsten Tag meinen Pass und meine Kreditkarte wieder, nur das Handy war weg und ich musste den Flug für teures Geld umbuchen. Auch die Kreditkarte wurde missbraucht, was ich aber zum Glück von der Bank wiederbekommen habe, da dies versichert ist. Die Polizei und alle anderen Leute waren sehr hilfsbereit und freundlich, auch konnte man bei der deutschen Botschaft in Kolumbien 24 Stunden jemand erreichen. Trotzdem war der Überfall eine traumatische und unschöne Erfahrung, der den Urlaub im Nachhinein in ein anderes Licht gerückt hat. Zudem ist, was mir passiert ist keine Ausnahme, viele Touristen werden in Kolumbien überfallen. Dem Risiko sollte man sich wenn man sich für das Land entscheidet, bewusst sein.

Geld

In Kolumbien gibt es den Kolumbianischen Peso. 10 000 Pesos entsprechen ungefähr 2,7 Euro. Generell ist es viel günstiger als in Deutschland. Man kann in einem Hostel im Schlafsaal für 8-10 Euro die Nacht übernachten und ein großes Mittagessen kostet etwa 3 Euro. Ich habe in der Regel einmal die Woche mit der Kreditkarte Geld abgehoben und dann alles bar bezahlt. Aber unbedingt daran denken Bargeld in verschiedene Taschen zu verteilen und nicht alles an einer Stelle aufzubewahren.

Sprache

Im Labor haben auch einige Studenten und Professoren/ Ärzte englisch gesprochen, aber auch nicht alle. Ein gutes Grund Niveau von Spanisch ist auf jeden Fall erforderlich. Als Vorbereitung ist es auch praktisch bei Netflix Filme auf Spanisch zu gucken, um sein Verständnis zu bessern. Das hat mir sehr geholfen. An sich, kann man in vier Wochen vor Ort seine Sprachkenntnisse aber auch sehr verbessern. Zudem wird in Kolumbien ein sehr klares und leicht verständliches Spanisch gesprochen.

Verkehrsbindungen

Ich bin für die Anreise nach Bogota geflogen und bin dort zwei Tage geblieben um mir die Stadt anzugucken und dann weiter mit Avianca Airlines (das ist wie das Kolumbianische Lufthansa) nach Armenia gereist. Dort wurde ich am Flughafen von meiner Contact Person mit dem Auto abgeholt. Zum Praktikum konnte ich immer zu Fuß gehen.
Innerhalb des Landes kann man von Armenia gut nach Medellin, Salento und Cali oder in der Zona Cafeteria mit dem Bus reisen (natürlich vorsichtig sein) und an die Karibikküste bin ich dann günstig von Pereira mit Viva Air geflogen, weil es mit dem Bus zu weit gewesen wäre.
Von den Bussen muss man sagen, dass sie sehr unkompliziert und preisgünstig sind, es aber wichtig ist, auf seine Wertsachen im Bus und an Busbahnhöfen zu achten (im Moneybelt tragen) und dass die Busse teilweise sehr schnell an tiefen Abhängen vorbei rauschen, was man als Europäer so auch nicht gewöhnt ist.

Kommunikation

Auf dem Campus gibt es WLAN, sowie in vielen Cafés, Restaurants und auch in meiner Unterkunft. Ich habe mir trotzdem noch für günstiges Geld ein SIM Karte bei el Claro gekauft, die sehr guten Empfang hatte und was ich auch empfehlen würde, um besser erreichbar zu sein. Zudem kann man sich noch die offline maps.me runterladen, mit der man sich ohne Internet gut zurecht finden kann.

Unterkunft

Ich wurde bei einem Arzt in der Nähe des Campus untergebracht, was ich als sehr komfortabel empfunden habe. Ich hatte mein eigenes Zimmer und war sehr unabhängig, konnte kommen und gehen wann ich wollte und konnte die Küche, sowie die Waschmaschine mit nutzen. Ich hatte meine eigenen Mikrofaser Handtücher und Travelsheet Schlafsack dabei, es gab aber auch dort Decken und Handtücher. Zudem war es fußläufig zur Universität und zum Krankenhaus. Den Arzt, die Gynäkologe war, habe ich sehr selten gesehen, weil er wirklich sehr lange Arbeitszeiten hatte und ich am Wochenende meist unterwegs war.

Literatur

Ich kann auf jeden Fall den Lonely Planet Reiseführer empfehlen und von Gabriel Garcia Marquez das Buch 100 Jahre Einsamkeit (Nationalautor von Kolumbien). Für das Praktikum habe ich mich vorher zu Toxoplasmose eingelesen, besonders okulärer und kongenital. Es empfiehlt sich auch die Artikel des Professors Jorge Gomez Marin vorher zu lesen.

Mitzunehmen

Man sollte auf jeden fall genug Mückenspray mit DEET mitnehmen, um sich nicht mit Malaria oder Dengle anzustecken, einen Moneybelt für die Wertsachen, Mikrofaser Handtücher, Travel Sheet Schlafsack, Sonnenhut, Sonnenbrille
Für das Praktikum: White Coat und Scrubs. Impfpass mitbringen

Reise und Ankunft

Ich bin zuerst in Bogota angekommen und habe mir da die Stadt zwei Tage angeguckt und bin dann mit Avianca weiter nach Armenia geflogen, wo ich von meiner Contact Person abgeholt wurde. Er hat mir dann auch die Stadt gezeigt und hat mit mir am ersten Tag die Erledigungen gemacht und mich ins Labor begleitet. Dort musste ich erstmal meinen Pass mit Visum vorzeigen und habe meinen Stundenplan bekommen. Ich hatte eine sehr liebenswürdige und hilfsbereite Contact Person, bei der ich mich immer wenn ich ein Problem hatte, melden konnte.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Bei meinem Praktikum habe ich zwei Tage der Woche im Krankenhaus verbracht und war mit bei der Visite auf der Pädiatrischen Station mit einem Facharzt für Infektiologie, wo alle Patienten mit Infektionen vorgestellt wurden. Das war sehr spannend, zu sehen wie unterschiedlich das Krankenhaus ist im Gegensatz zu Deutschland. Danach gab es immer Kleingruppenunterrricht mit dem Arzt und den anderen Medizinstudenten, wo wesentliche infektiologische Krankheitsbilder bei Kindern abgefragt wurden. Ich fand es schön, was für ein enges Verhältnis die Studenten mit dem Arzt hatten und dass der Arzt auch von allen Studenten den Namen wusste. Dadurch war der Unterricht viel persönlicher. Generell fangen die Studenten in Kolumbien viel früher mit dem Medizinstudium an. In der Regel beginnt man schon mit 16 Jahren zu studieren. Das Studium ist auch viel härter als in Deutschland, meist haben die Studenten von 7.00 bis 18.00 Unterricht und müssen dann Zuhause noch bis spät in die Nacht lernen. Zusätzlich müssen auch Dosierungen von Medikamenten mit auswendig gelernt werden. Auch fängt man hier viel früher an, klinisch zu arbeiten und ist praktisch schon vom ersten Semester an mit auf Station. Auch fand ich, dass die Ärzte ein sehr herzliches Verhältnis mit Patienten haben und die Patienten sehr dankbar für Hilfe sind. Es ist auch nicht außergewöhnlich wenn ein Arzt seinen Studenten oder Patienten seine Handynummer gibt, um bei Whatsapp zu kommunizieren. Auch das Arbeitsleben als Arzt ist hier sehr hart. Die ersten drei Facharztjahre werden in Kolumbien nicht bezahlt!
Einmal die Woche war ich auch nachmittags mit dem Professor mit bei der Toxoplasmose Sprechstunde, wo vor allem Kinder und schwangere Frauen behandelt wurden. Ich habe viele Fälle von okulärer und kongenitaler Toxoplasmose gesehen. Generell sind die Fälle von Toxoplasmose in Kolumbien viel härter als in Deutschland, da die Stämme der Parasiten dort virulenter sind. Ich durfte die Patienten auch mit untersuchen, den Augenhintergrund spiegeln etc. Das war sehr interessant und der Professor war sehr freundlich und engagiert, einem etwas zu erklären. Wenn man etwas nicht verstanden hatte, wurde auch auf Englisch übersetzt. Die restliche Zeit war ich im Labor. Es war aber super dass man den Ausgleich auch mit Klinik Bezug hatte, denn die ganze Zeit nur im Labor zu sein, wäre wahrscheinlich zu eintönig gewesen. Im Labor hatte ich keine genaue Tätigkeit, aber habe oft andere Forscher angesprochen, was sie gerade für ein Experiment machen und ob sie mir es erklären können bzw. ich assistieren kann. Hier waren auch alle sehr freundlich und gewollt, einem etwas zu erklären und ich habe Western Blot, ELISA, PCR und Mikrodilutionen durchgeführt zu Dengue Virus, Toxoplasmose Zell Kulturen gezüchtet und mit E. coli Stämmen gearbeitet. Auch die Laborratten außerhalb des Labors in einem Container habe ich zu Gesicht bekommen. Nachmittags gab es zweimal die Woche Präsentationen der verschiedenen Forschungsgruppen, sowie Besprechungen der Forschungsgruppe zu Toxoplasmose. Der Tag begann meistens um 8 oder 9 und endete um 16 oder 17 Uhr. Es war aber relativ flexibel und auch kein Problem, mal für ein verlängertes Wochenende wegzufahren. Mittags hat man immer eine 2 stündige Mittagspause gehabt, in der ich oft mit Kollegen aus dem Labor zum Mittagessen Plato del dia gegessen habe und den köstlichen Kaffee der Region gekostet habe. Auch der Campus hat mir sehr gut gefallen, dort gab es ein Outdoor Gym, eine Rennbahn das man nutzen konnte, sowie ein Schwimmbecken, das aber gerade renoviert wurde.
Ich muss sagen, dass mir mein Praktikum sehr gut gefallen hat, weil ich einen guten Einblick bekommen habe, wie das Medizinstudium in Kolumbien abläuft und wie unterschiedlich dort die Anforderungen sind. Zum Beispiel sind Infektionen wie Toxoplasmose, Dengue Virus, Chikunguya Virus, Gelbfieber und Malaria bei uns eine Seltenheit, hier jedoch sehr häufig. Dafür ist in Kolumbien aber zB Borreliose oder Oxyuren sehr rar, was bei uns mehr verbreitet ist. Auch würde ich sagen, dass eine Karriere in der Forschung in Kolumbien sehr hart ist, da man auch sehr lange in Bachelor, Master und PhD nicht bezahlt wird und auf Scholarchips hoffen muss. Einige sind durch ihre Forschung auch in die USA oder nach Deutschland gereist, was eine Besonderheit war, da Reisen für die meisten Kolumbianer einfach viel zu teuer ist. Dazu kommt die Barriere, dass viele kein Englisch sprechen.

Land und Leute

Ich bin in meiner Zeit in Kolumbien sehr viel gereist. Zuerst habe ich mir Bogota angeschaut, wo ich die Graffitis und Street Art Szene sehr beeindruckend fand. Es ist ein guter Weg für Kolumbianer durch Kunst ihre Kritik an dem Regime und der poltischen Situation im Land auszudrücken. Am ersten Wochenende bin ich nach Salento gefahren, wo man bei wunderschöner Natur im Valle de Cocora wandern und Kolibris besichtigen kann. Zudem war ich in Buenavista auf eine Kaffee Finca von Don Leo, wo uns der Prozess und Anbau des Kaffe erklärt wurde, sowie der medizinische Nutzen vieler Pflanzen von den Indigenen, sowie einiges zu der Geschichte des Landes und der Farmer mit Kokain und Marihuana Anbau. Das war wirklich sehr spannend.
Das zweite Wochenende bin ich nach Cali gereist, der Stadt des Salsa, wo ich bei einem Kolumbianischen Medizinstudent Zuhause untergebracht worden bin. Die Studenten waren wirklich alle sehr gastfreundlich, und so wer der Trip direkt günstiger, da kostenfreie Übernachtung und interessanter, da ich alles von einem Lokal gezeigt bekommen habe. Wir waren im Fußball Stadium und haben Salsa getanzt.
Das dritte Wochenende habe ich Medellin bereist, auch ein Must See! Die Comuna 13 war sehr spannend, ein Armenviertel wo früher mit Kokain das Geld verdient worden ist, und jetzt die junge Generation durch Tourismus, Hip Hop und Street Art versucht eine neue Einnahmensquelle zu finden. Zudem haben wir einen Tagesausflug nach Guatapé gemacht, wo man auf einen Felsen geklettert ist und eine wunderschöne Aussicht über Stau Seen hatte.
In Armenia lohnt sich auch sehr der Jardin Botanico mit dem Mariposario, einer der größten botanischen Gärten der Region, wo man ganz viele Schmetterlinge bestaunen kann.
Am letzten Wochenende bin ich an die Karibik Küste gefahren, wo ich den Tayrona National Park besichtigt habe, sowie den Wasserfall in Minca und Altstadt von Cartagena. Wir haben auch einen Tagesausflug zu einem Vulkan gemacht.
Was ich aus Zeitgründen nicht geschafft habe, sich aber auch sehr lohnen soll, sind: wandern zur Ciudad Perdida, Baden in den Termales de Santa Rosa und Schnorcheln und Tauchen in San Andres. Das Land ist einfach so vielseitig und vor allem die Artenvielfalt und die Regenwälder mit den Kokosnüssen, Ananas, Avocado und Bananen Bäumen hat mich beeindruckt. Auch die Menschen sind unglaublich herzlich und interessiert, oft wird man zum Kaffee eingeladen und ausgefragt über sein Land und ich fand es auch beeindruckend wie lebensfroh und temperamentvoll viele sind und wie unglaublich gut sie tanzen können. Kolumbien hat noch viele Probleme und es wird einem immer wieder vor Augen geführt was für ein priviligiertes Leben wir in Deutschland führen und was für ein Luxus es ist, dass wir einfach so viel reisen können. Für viele Kolumbianer ist das finanziell gar nicht möglich. Viele leben auch bis sie 30 sind noch bei ihren Eltern. Traurig fand ich auch die vielen venezuelanischen Flüchtlinge zu sehen, die noch ärmer sind als die Kolumbianer. Zum Beispiel habe ich eine Frau kennen gelernt, die früher in Venezuela Professorin war, und jetzt Sandwiches auf der Straße verkaufen muss um zu überleben. Dazu kommt die ganze Korruption der Regierung. Deshalb wollen viele junge Kolumbianer auch zum Arbeiten das Land verlassen um eine bessere Zukunft zu haben. Deswegen muss ich sagen, dass ich schon sehr dankbar bin, für alle Möglichkeiten die wir in Deutschland haben und dass ich nicht tauschen möchte.

Fazit

Ich muss sagen, dass ich wirklich eine super Zeit in Kolumbien hatte. Ich habe mich in Armenia sehr wohl gefühlt, habe viele nette Studenten kennen gelernt, viel gelernt in meinem Praktikum und bin auch sehr viel gereist und habe viel vom Land gesehen und mitgenommen. Die Natur in Kolumbien ist wirklich wunderschön und sehr vielseitig und die Leute unglaublich freundlich und hilfsbereit. Trotzdem muss man sagen dass Kolumbien politisch immer noch sehr viele Probleme hat und man nicht vergessen darf, dass man als weißer Europäer sehr exponiert ist. Mir ist 5 Wochen nichts passiert und ich hatte großes Pech, dass ich am letzten Tag ausgeraubt worden bin. Von daher sollte man auf keinen Fall blauäugig nach Kolumbien fahren und sich vorher gut mit der Sicherheitslage und Vorsichtsmaßnahmen auseinander setzen. Trotzdem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, da Kolumbien wirklich ein tolles und interessantes Land ist, das sich lohnt zu bereisen.

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