zurück

Paraguay (IFMSA-Paraguay)

Orthopädie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Lena, Regensburg

Motivation

Schon immer hat es mich gereizt die Unterschiede unseres Fachbereichs in verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Entwicklungsniveaus, kennen zu lernen. Im Rahmen meines selbst organisierten Freisemesters habe ich bereits einen Monat in Myanmar verbracht und dort im Rahmen eines humanitären Projekts Einblicke in den medizinischen Klinikalltag gewonnen. Auch in Rotterdam habe ich einen Monat Praktikum im Sophia Children‘s Hospital, ErasmusMC, gemacht.
Meine Wahl für Paraguay, fiel schließlich in Kombination mit einer Südamerikareise. Dabei hatte ich vor allem im Sinn, ein weniger touristisches Land zu wählen.

Vorbereitung

Da ich selbst seit 3 Jahren Local Exchange Officer der bvmd in der Lokalvertretung Regensburg bin, lag der Austausch über die bvmd nahe. Für Famulaturen ist es eine prima Möglichkeit sowohl finanzielle als auch soziale Unterstützung, vor Ort, zu bekommen! Meine Bewerbung online, verlief total komplikationslos. Im Fall der Fälle kann man aber jederzeit jemanden in der bvmd Zentrale in Berlin erreichen.
Als Vorbereitung hilft es, wenn man sich zuvor ein wenig über das Gesundheitssystem des Landes informiert. Gibt es eine Krankenversicherung? Gibt es eine Unterteilung in private und staatlicher Einrichtungen? Zudem habe ich mir die möglichen Kliniken online angesehen, um einen Eindruck über die Größe der jeweiligen Häuser und die dort vorhandenen Fachrichtungen zu erlangen. Auf der Seite der IFMSA gibt es zu jedem Land Informationen über die möglichen Städte und Fachbereiche. Es hilft auch die bvmd Erfahrungsberichte zu lesen, um sich zu orientieren.
Auf einem Vorbereitungsseminar, oder PreDeparture Wochenende war ich nicht.

Visum

Ich musste zuvor kein Visum beantragen und habe bei der Einreise komplikationslos meinen Stempel am Flughafen erhalten.

Gesundheit

Ja! Wie bei jeder Auslandsreise ist es zu empfehlen, sich zuvor über endemische Krankheiten zu informieren. In Paraguay gibt es beispielsweise selten Malaria Fälle, dafür alltäglich Dengue. Ich habe daher reichlich Moskito Spray eingepackt, welches ich auch sehr gut gebrauchen konnte (feuchtwarmes Lieblingsklima für Moskitos). An Reiseimpfungen sollte natürlich auch rechtzeitig gedacht werden. Ich würde hierfür Tollwut, Thyphus, Polio, Tetanus, HepA+B und gegebenenfalls die Cholera Schluckimpfung empfehlen (einige davon brauchen wir berufsbedingt sowieso). Ich hatte auch Malorone als Akutmedikation, sowie eine auch ansonsten gut ausgestattete Reiseapotheke dabei (Ibu, Fenestil, Vomex, Thanacomp, Dulcolax, Octenisept, Nasenspray, Erstehilfe-Set, …)
Wichtig zu wissen: es gibt in Paraguay nach wie vor einige Tuberkulose Fälle. Die einheimischen Ärzte haben fast alle die BCG-Impfung. Ich fand es ausreichend, eine erhöhte Aufmerksamkeit auf Hygiene in meiner Zeit dort zu haben (feinporige Atemmaske).

Sicherheit

Paraguay ist eines der ärmeren Länder in Südamerika. Die Sicherheit ist doch niedriger als in den Nachbarländern einzustufen, da es leider viel Korruption gibt. Dennoch kann man sich frei bewegen, wenn man einige Verhaltensregeln kennt. Bestimmte Viertel, wie beispielsweise die Chuccaritas in Asunción, sollte man aber auf jeden Fall meiden (vgl Favelas in Brasilien). Schmuck oder teure Sachen würde ich gar nicht erst mitnehmen – ist auch unnötig.
Oft gibt es Bettler, die einen in den Straßen nach Geld Fragen. Für diese sollte man bestenfalls immer ein bisschen Kleingeld parat haben. Falls man eine „Spende“ ablehnt, wird ab und an das Messer gezückt und man gibt freiwillig alles ab was man hat. Solange man so handelt, passiert einem in aller Regel, körperlich, auch nichts. Die Leute sind keine gewaltsamen Psychopaten, sondern einfach nur sehr arm und verzweifelt – keine Rechtfertigung, ohne Frage, dennoch gut ein wenig mehr Verständnis ihrer Situation.
Mir persönlich ist in meinem Monat in Asunción zum Glück keine Waffe begegnet. Von ein paar einheimischen Freunden habe ich aber fiese Geschichten gehört. Ich war also darauf eingestellt leere Straßen eher zu meiden, habe den Inhalt meiner SD Karte mal vorsichtshalber zwischengespeichert und hatte mein Geld unterwegs immer aufgeteilt an verschiedenen Orten, direkt am Körper getragen. Und dennoch war ich viel unterwegs, auch allein, und habe mich wohl gefühlt! Man muss wirklich keine Angst haben, aber es ist eben anders als in Deutschland. Lange Strecken abends habe ich immer mit dem Uber zurück gelegt.

Geld

Die Währung in Paraguay sind paraguayische Guaraní. Für einen Euro bekommt man etwa 7150 Guaraní. Da man für die Abhebung eigentlich immer Gebühren zahlt, habe ich wenige Male, aber dafür größere Summen abgehoben. Gezahlt wird dann überall in Bargeld. Euros vor Ort einwechseln kann man gegen Vorlage des Reisepasses auch. US-Dollar waren wertvoll für die Reise zu den Iguazú Wasserfällen (Dreiländereck mit Brasilien und Argentinien).
Sicherheitshalber habe ich beim Reisen auch immer zwei Kreditkarten dabei, falls mal eine abhandenkommt oder doofer Weise gesperrt wird.

Sprache

In Paraguay gibt es zwei Amtssprachen. Spanisch und Guaraní.
Guaraní ist, so wie Quechua in Bolivien, eine komplett eigenständige Sprache. Auch mit Englisch-, Spanisch- und Französisch-Kenntnissen lässt sich kein Wort davon erahnen. Guaraní wird fast nur in ländlichen Gebieten gesprochen. Wobei niedrigere Gesellschaftsklassen, auch in Städten, vermehrt Guaraní verwenden. Die Arbeit in einem öffentlichen Krankenhaus, wo die ärztliche Konsultation kostenlos ist, symbolisiert mehr Kontakt mit armen Menschen. Während meinem Praktikum habe ich es also öfter erlebt, dass Unterhaltungen in Guaraní stattgefunden haben. In aller Regel haben die Ärzte das Krankheitsbild des Patienten nachträglich, kurz in Spanisch zusammengefasst – also lernt man auch etwas, obwohl man dem Dialog selbst nicht immer folgen kann.

Verkehrsbindungen

Asuncíon ist die Hauptstadt von Paraguay und war per Flugzeug super easy zu erreichen. Es gibt insgesamt drei Flughäfen im ganzen Land. Während eines Ausflugs zu den Iguazú Wasserfällen sind wir über Land nach Argentinien aus und wieder zurück nach Paraguay eingereist. Das hat ebenfalls problemlos funktioniert.
Die Langstrecken-Busverbindungen innerhalb des Landes sind gut ausgebaut. Klar sind die Straßenverhältnisse nicht immer einfach, aber wenn man nicht gerade das billigste Busunternehmen wählt, kommt man sicher und meistens sogar auch noch recht komfortabel an!
Die öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb von Asunción, sind dagegen leider eine milde Katastrophe. Es gibt weder Linienpläne noch Bushaltestellen. Am besten fragt man sich bei Bekannten durch, welche Linie wo hinfährt und wo man gut zusteigen kann. Dann stellt man sich an den Straßenrand um winkt bei der entsprechenden Nummer, damit der Busfahrer rechts ranfährt. Für den Ausstieg kann man einfach, an beliebigem Ort auf der Strecke, klingeln. Aber Achtung: manche Nummern splitten sich nach einer gemeinsamen Hauptroute (zB die Nummer 21 in 21sur/21norte/21undnochirgendwas)

Kommunikation

Vor Ort habe ich mir eine SIM Karte gekauft. Meine Gastschwester hat mich beraten und mit dem Anbieter Claro habe ich einen super Deal gemacht. In einigen größeren Cafés und Kaufhäusern gibt’s auch WiFi. Über Skype und Whatsapp hatte ich also immer die Möglichkeit mit jemandem Kontakt aufzunehmen. Auch die inklusiven Freiminuten, für Inlandsanrufe, waren praktisch für die Kommunikation mit meiner Gastschwester. Bei dem Kauf der SIM Karte, benötigt ihr euren Reisepass. Ein Monatspaket von Claro, hat mich weniger als 15€ gekostet.

Unterkunft

Ich hatte eine total tolle Gastfamilie, bei der ich mich sehr willkommen und wohl gefühlt habe! Die Organisation lief über die Vertreter der IFMSA vor Ort. Bei meiner Ankunft gab es allerdings ein kleines Orga-Problem (spontaner Gastfamilientausch). Dieses kleine Chaos lag hauptsächlich an dem damaligen NEO, welcher aber direkt im Anschluss gewechselt hat, da seine Amtszeit abgelaufen ist. Ich denke ihr solltet diesbezüglich zukünftig also keine Probleme haben!
Die Paraguayos sind sehr familiär und einfach wahnsinnig herzlich. Ihr dürft also direkt mit lieben Kosenamen und einem Klaps auf den Po, von eurer Gast-Mama/Tía, rechnen. Sprachlich konnte mir nichts besseres passieren, als im Alltag & in entspannter Atmosphäre Spanisch übern zu können.
Ich wurde aufgenommen wie eine Tochter und meine Familie hat sich super bemüht mir viel Tradition, Kultur und natürlich auch Kulinarik zu zeigen. Ich kann nur DANKE sagen, für die tolle Zeit!

Literatur

Ich habe mich vor der Bewerbung einmalig auf der Internet Seite des Auswertigen Amts über die Sicherheitsvorkehrungen und politische Lage des Landes informiert. Auf Reiseführer etc. habe ich verzichtet, da ich das Land selbst kennenlernen und erkunden wollte. Dabei habe ich hauptsächlich auf die Tipps der Paraguayos gehört und konnte so viele Insider Orte entdecken.
Als Vorbereitung habe ich mir ein paar ebooks über den Regensburger Katalog heruntergeladen – zB medizinisches Spanisch und Vokabellisten. Letzen Endes habe ich da aber nie wieder rein geschaut. Vor Ort funktioniert alles über learning by doing. Das ist auch spitze so!

Mitzunehmen

Leider muss ich sagen, war ich schlecht vorbereitet. Ehrlicherweise war ich davor bereits zwei Monate in Südamerika unterwegs und hatte deshalb keine Kapazitäten Srubs, Kittel, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel miteinzupacken. Diese Dinge hätten mir aber sehr geholfen, nächstes Mal würde ich sie unbedingt einpacken!
Es besteht auch noch die Möglichkeit, sich vor Ort kleinere Dinge, wie Handschuhe und Desinfektionsmittel, in der Apotheke zu kaufen. Einen Kittel hat mir meine Gastschwester ausgeliehen und statt meinem eigenen Scrubs hatte ich die Klinik-Gemeinschaftskleidung an. In meinen eigenen Klamotten hätte ich mich hygienisch wahrscheinlich wohler gefühlt und die Größe hätte auch gestimmt. Eigene OP-Schuhe sind auch super sinnvoll, sonst gibt vor Ort nur Stoffbeutelchen für den OP, die man sich um seine Straßenschuhe binden kann! Ein Stethoskop oder co, habe ich auf der Traumatologie dafür nie gebraucht.

Reise und Ankunft

Meine Gastschwester hat mich direkt vom Flughafen abgeholt und mir noch am selben Tag ein bisschen die Stadt gezeigt. Die SIM Karte haben wir auch direkt am ersten Tag zusammen besorgt.
Am darauffolgenden Tag, war mein erster Praktikumstag. Meine Gastschwester hat mich zum Sekretariat der Traumatologie begleitet und mich dort vorgestellt. Ab dort war ich dann auf mich selbst gestellt, beziehungsweise ich hatte Glück und eine zweite IFMSA Studentin war zur gleichen Zeit in der Traumatologie. Wir könnten uns ganz gut gegenseitig bei der Kommunikation auf Spanisch helfen und man fühlt sich die ersten Tage auch besser, wenn man sich gemeinsam verirrt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Der Fachbereich meiner Famulatur war die Traumatologie. Anders als erwartet gab es viele geplante Eingriffe, statt akuten Notfällen. Das Ausmaß der Verletzungen dagegen war meist groß und komplikationsreich. Die Patienten gehen erst dann zum Arzt, wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Falls eine OP nötig ist, wird dann so lange gewartet bis der Patient die finanziellen Mittel dafür beisammen hat. In einem Pappkarton bringt er dann alle Materialien für den Eingriff selbst mit (Ja: auch jede einzelne Naht, Infusionsnadel, oder bspw seine Narkosemedikamente). Dazu bekommt er eine Einkaufsliste von den Ärzten und kann sich in der Klinik-Apotheke die gebrauchten Materialien gegen Bezahlung ausgeben lassen.
Eine vernünftige Krankenversicherung – angemessene Beiträge für angemessene Leistungen – gibt es in Paraguay nicht, weshalb so gut wie niemand versichert ist. Die ärztliche Konsultation, ist in öffentlichen Kliniken, kostenlos. Sobald aber Arbeitsmaterial gebraucht wird, muss man dieses selbst zahlen und besorgen.
Es gibt auch einige private Einrichtungen und niedergelassene Ärzte, bei denen die Standards (u.a. Hygiene) deutlich höher sind. Das muss man sich allerdings erstmal leisten können.
Mein Arbeitsalltag begann täglich (Mo-Fr) um acht Uhr. In der Regel haben wir etwa acht Stunden gearbeitet, sind aber bei interessanten Fällen auch mal länger im OP geblieben. Der Arbeitsalltag für uns bestand hauptsächlich aus Zuschauen. Zu sehen gab es aber viel! Zum Beispiel Fehlbildungen in der Kinderorthopädie oder Fehlstellungen durch Spastiken, die in der Neuroorthopädie chirurgisch behandelt wurden.
Wir durften uns täglich aussuchen, in welchem Bereich wir gerne hospitieren würden. Die meiste Zeit haben wir im OP verbracht – bietet sich mit Sprachbarriere am meisten an. Dort haben wir ebenfalls die meiste Zeit zugeschaut, durften aber ab und an auch steril mit an den Tisch. Sobald man steril steht ist man auch gleichzeitig für die Instrumentation verantwortlich – OP-Schwestern gibt es keine. Es ist also hilfreich sich mit dem Material ein bisschen auszukennen.
Außerdem hatte ich die Chance, zwei Tage in einer Spezialklinik für Infektiologie zu hospitieren. Meine Gastschwester hat im Zeitraum meines Aufenthaltes dort gearbeitet und die Hospitation ermöglicht. Bei uns seltene Erkrankungen, wie Lepra oder Tuberkulose, sind in dem Spezialzentrum alltäglich. Ich habe dort auch einige Endstadien von HIV-Patienten gesehen, mit zentraler Toxoplasmose, Neurosyphilis und anderen Kuriositäten. Sehr eindrückliche Krankheitsbilder, die man als deutscher Arzt vielleicht nie sehen wird.
Fazit: Im Vergleich durfte ich bei meinen Praktika in Deutschland mehr praktisch machen. Gelernt habe ich in Paraguay durch die speziellen Fälle allerdings mehr.

Land und Leute

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Paraguay ein aufstrebendes Land ist. Dieser Entwicklungswille würde dem Land leichter fallen, wenn alle ihre Steuern regelrecht zahlen würden. Es gibt eine recht hohe Quote an Arbeitslosigkeit und Geringverdienern. Die meisten Armen Leute sehen es nicht ein, Steuern abzugeben, wenn sie sich Sorgen müssen dass sie genug zu Essen haben. Die Korruption ist auch ein gesellschaftliches und vor allem politisches Problem. Die gezahlten Steuern fließen in die Taschen weniger, reicher Politiker. Insgeamt sollten natürlich mehr Finanzen in Bildung und Infrastruktur gesteckt werden, um den Benachteiligten eine Chancengleichheit bieten zu können. Die Kriminalität in Paraguay wird durch die zentrale Lage des Landes befeuert. Es gibt wohl viel Droggenschmuggel durch Paraguay auf dem Weg von Brasilien nach Chile. Die Polizei ist durch ihr geringes Gehalt viel zu leicht zu bestechen, was den Kreislauf der Korruption aufrecht erhält. Das Frauenbild in Südamereika ist im Vergleich zu unserem europäischen Frauenbild recht altmodisch. Die Frau hat sich um Familie und Haushalt zu sorgen. Es wird akzeptiert, dass Frauen arbeiten. Insgesamt stehen sie aber dennoch unter hohem gesellschaftlichen Druck, dem Latino-Frauenbild dabei gerecht zu werden. Die typische Latina hat immer gut gekleidet, herausgeputzt und mit Lächeln auf den Lippen zu agieren - auch in der Arbeit. So ist es mir z.B. merhmals aufgefallen, dass die Ärztinnen im OP hohe Schuhe tragen. Macho-Sprüche von Männern sind keine Seltenheit.
Eine feministische Bewegung entwickelt sich aktuell, was ich für die Gleichstellung zwischen Mann und Frau sehr befürworte!
In Asunción selbst gibt es viele Museen und auch Street Art. Der Mercado ist auch zu empfehlen. Die vielen Cafés laden dazu ein, sich in der Mittagshitze ein bisschen auszuruhen. Unbedingt probieren solltet ihr Manniok, Chipa guazú, Mbejus und frische Chipa mit Cocido! In der Nähe von Asunción gibt es eine deutsche Kolonie namens San Bernardino. Diese ist idyllisch am See gelegen (Einheimische empfehlen dort nicht Baden zu gehen). Es gibt in San Bernadino eine kleine Aussichtsplattform und die Stadt ist mit dem Bus gut zu erreichen. Wir haben auch Städte-Trips nach Encarnación und Ciudad del Este gemacht. Zweiteres ist eine super Base, um von dort aus die Iguazú Wasserfälle (drittgrößten weltweit) zu besichtigen. Ich würde auf jeden Fall empfehlen sich beide Seiten anzuschauen, sowohl in Argentinien als auch in Brasilien! Nehmt für den Ausflug US-Dollar mit und wechselt ein bisschen Kleingeld in die entsprechenden Landeswährungen (argentinischer Peso, brasilianischer Real).
Sonst seid ihr in Paraguay wahnsinnig herzlich aufgenommen und habt innerhalb einer Woche einen großen Freundeskreis, der euch immer wieder mit dazu einlädt Dinge zu unternehmen. Asado (Nationalgericht in Paraguay, köstlich zubereitetes Grillfleisch) ist natürlich auch ein Muss!

Fazit

Meine Erwartungen wurden insofern erfüllt, dass ich Land, Leute, Kultur, Sprache und auch das fremde medizinische System wirklich kennenlernen konnte. Ein super Plus, war meine tolle Gastfamilie! Die Arbeit in der Klinik war nicht besonders anspruchsvoll, da wir als ausländische Praktikanten nicht wirklich viel mitarbeiten durften. Allerdings hat man super viel gesehen. Gerade Krankheitsbilder, die man in Deutschland nicht zu Gesicht bekommt.
Es war eine tolle Erfahrung für einen Monat in Paraguay zu leben und in den Alltag dort einzutauchen. Dennoch könnte ich mir einen längerfristigen Aufenthalt dort nicht vorstellen. Gründe dafür sind allgemeine Sicherheit, Infrastruktur, die Infektionskrankheiten und vor allem die Korruption im Land. Auch aus medizinischer Sicht fehlt es einfach an vielen Mitteln, was die Arbeit erschwert – gerade wenn man vor Augen hat, wie unterschiedlich man die Patienten in anderen Umständen (z.B. finanzielle Möglichkeiten) behandeln würde.
Alles in allem werde ich die herzliche Art der Paraguayos aber vermissen!

zurück