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Lebanon (LeMSIC)

Gynäkologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Libanon, Beirut , da ich bereits letztes Jahr einen Austausch dort mit bvmd gemacht habe der mir sehr gefallen hat. Der libanon ist ein sehr weltoffenes Land ist, in dem verschiedenste Religionen und Ethnien miteinander leben. Außerdem ist der Libanon für seine exzellente Küche und atemberaubende Natur bekannt.

Vorbereitung

Die Organisation des Austausches war unkompliziert und selbsterklärend, dank Bewerbung über bvmd und IFMSA. Falls doch einmal Fragen aufkamen konnte mir meine Contact Person stets weiterhelfen. .

Visum

Mit dem deutschen Pass kann man ohne Visum in den Libanon einreisen. Am Flughafen bekam ich zur Einreise einen Stempel in den Pass. Ebenso zur Ausreise 30 Tage später – alles kostenfrei.

Gesundheit

Das Leitungswasser sollte auf keinen Fall getrunken werden, auch nicht abgekocht oder gefiltert!! Abgesehen von Durchfall hatte ich persönlich keine Gesundheitlichen Probleme in Beirut. Allerdings haben die meisten anderen Austauschstudenten das Essen und die schwüle Hitze vor Ort weniger gut vertragen und waren oft mehrere Tage mit Erbrechen und Durchfall beschäftigt. Mein Tipp gegen die Hitze: einen langen Mittagsschlaf im klimatisierten Zimmer machen und ausflüge möglichst früh oder spät beginnen.

Sicherheit

Solang man nicht in die abgelegensten Stadtviertel oder in die Hisbollah Gebiete geht, muss man sich wirklich keine Sorgen machen. Diebstahl ist kein Thema. Man kann in kurzem Rock nachts alleine als Mädchen in Hamra rumlaufen ohne dumm angemacht zu werden. Falls man doch einmal irgendein Problem haben sollte, sind die Leute unglaublich hilfsbereit. Kurz: Ich habe mich wesentlich sicherer gefühlt als in Köln. Das einzig wirklich gefährliche ist der Verkehr. Hier einfach achtsam sein, die Auto beachten keine roten Ampeln!

Geld

bezahlen. In allen größeren Shops werden Visa und Mastercard akzeptiert. Bei der Bank kann man auch mit Maestro Geld abheben.
Die Preise von Streetfood und Uber (Taxi) sind wesentlich günstiger als in Deutschland. Klamotten shoppen ist vom Preis ähnlich wie in Deutschland. Abends ausgehen (Cocktails, Bier, Club Eintritt) ist sehr viel teurer als bei uns.

Sprache

Die Landessprache ist Arabisch (libanesischer Dialekt). An sich war es nie wirklich notwendig arabisch zu können, da im Krankenhaus (AUB) alle Ärzte Englisch sprechen. Außerdem ist es sehr hilfreich, Französisch zusprechen. Ca. 50% der Libanesen sind frankophone. Ich war dieses Jahr für das Praktikum im Hotel Dieu in Achrafieh, wo nicht nur Personal sondern auch viele Patienten französisch sprechen.

Verkehrsbindungen

Die beste Methode im Libanon zu reisen ist mit ortskundigen Freunden die ein Auto haben. Ansonsten wird innerhalb von Beirut vor allem „Uber“ genutzt. Ich bin am liebsten mit dem Bus gefahren. Lasst euch nicht entmutigen: die meisten Libanesen wissen nicht dass es Öffentliche Verkehrsmittel gibt oder sind diesen gegenüber sehr skeptisch – schlichtweg weil sie noch nie mit einem Bus gefahren sind. Insgesamt habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Bus gemacht, sie kommen häufig und sind mit 1000LBP innerhalb Beirut und 3000LBP außerhalb Beirut sehr günstig. Es gibt keine festen haltestellen, man kann wo man will auf der Fahrtstrecke zu- und aussteigen
http://m.busmap.me/

Kommunikation

In unserer Unterkunft Luna’s village gab es eine zuverlässige Internetverbindung, die nur zu den abendlichen Stromausfällen abbrach. Kommunikation in die Heimat war also via Skype & WhatsApp kein Problem. An der Uni und im Krankenhaus kann man sich mit Eduroam verbinden. Außerdem sollte man sich eine Libanesische Sim-Karte besorgen (am günstigsten ist „touch“) um auch mobil Internet zu haben.

Unterkunft

Unsere Unterkunft, Luna’s village, lag in Hamra zu Fuß 10 min von der AUB entfernt. Für alle die ein Praktikum in weiter entfernt liegenden Krankenhäusern gewählt haben wurde ein Taxi bereitgestellt das uns morgens hin und mittags wieder zurück zur Unterkunft brachte. Ich war gemeinsam mit drei anderen Austauschstudentinen in einem kleinen Viererappartment Untergebracht. Dort wurden Bettwäsche sowie Handtücher gestellt. Wir hatten unsere eigene Küche.

Literatur

Als Einstieg in das Land empfehle ich die Sprache. Hierzu besonders gut: „Arabe Libanais de Poche - Lebanese Arabic phrasebook for French speakers (Arabic Edition)” und ein Exercisebook um die Schrift zulernen.

Mitzunehmen

Denkt unbedingt an einen warmen Pullover!! In Beirut selbst braucht man ihn nicht aber sobald man aus der Stadt raus fährt Richtung Landes innere fährt, ist man in den Bergen, wo es besonders abends sehr kalt wird.

Reise und Ankunft

Die Anreise verlief ohne größere Probleme. Am ersten Tag wurde ich von meiner Contactperson im Krankenhaus HDF begleitet um alle Papiere für das Praktikum zu erledigen und meine StudentID, Kittel und Kantinenkarte zu erhalten. Bei der Abreise war der Flughafen überfüllt, so dass ich 2stunden warten musste um überhaupt zum security check vorzudringen – und das um 3uhr Nachts! Denkt also dran frühzeitig zum Flughafenzugehen!!

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Am ersten Tag wurde ich von meiner Contactperson begleitet um alle Papiere für das Praktikum zu erledigen und meine StudentID-Karte, Kittel und Kantinenkarte zu erhalten. Hierfür müssen 60 Doller Kaution hinterlegt werden.

Bei der Gelegenheit hat mir meine Contactperson auch den Universitätscampus gezeigt, sowie ein paar Orte um das Krankenhaus herum wo man gut essen kann.
Nach dem Organisatorischem ist meine ContactPerson mit mir auf Station gegangen um mich dem Team vorzustellen. Danach konnte ich selbst entscheiden ob ich direkt mit auf Stationsvisite gehe oder mich ersteinmal zuhause ausruhen will.
Am 2. Tag begann das eigentliche PraktikumTreffpunkt ist stets um sieben Uhr morgens auf die Station der Gynäkologie . Von dort aus startet die Visite nach der frühbesprechung ca gegen acht Uhr.

Danach war ich mir selbst überlassen, und konnte mir täglich aussuchen in welche OPs ich gehe, ob ich in den Kreißsaal will oder lieber im Arztzimmer chille.

Die Ärzte dort waren super freundlich zu den Austauschstudenten, so dass ich mich stets willkommen fühlte. In den OPs darf man zuschauen, fragen und recht nahe an das sterile Feld ran aber leider nicht mit eingewaschen an den Tisch.

Im Libanon ist HDF eines der reichsten Privaten Krankenhäuser. Es ist dem entsprechend modern und entspricht den Europäischen Standards. Ein wesentlicher Unterschied war das die Geburtshilfe nicht von den Hebammen sondern von Ärzten geleitet wird. Die Geburten wurden dem entsprechend „medizinisiert“: die Indikation zum Kaiserschnitt wird sehr schnell gestellt und bei fast jeder Vaginalen Entbindung wird die Saugglocke zu Hilfe genommen.

Die Anwesenheit wurde in meinem Department nicht kontrolliert, jedoch ist das Team so klein, dass jeder mitbekommt wann man kommt und wann man geht- was mir grundsätzlich freigestellt war. Andere Austausch Studenten in der Endokrinologie und Gastro, waren etwas enttäuscht, dass sie auf ihre Station fast nicht wahrgenommen wurden und es kaum Patienten gibt. Auf der Gyn hatte ich diese Problem nicht


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Land und Leute

Die Leute im Libanon sind unglaublich gastfreundlich und begeistert davon dir ihr Land zu zeigen. Als touristisches Sightseeing lohnt sich die „Jeita grotto“ , Chouwen lake und Palast Beit ed-Din zu besuchen. Die Landschaft Libanons ist atemberaubend schön, sobald man einige Kilometer raus aus Beirut in die Berge fährt, hat man eine grandiose Aussicht und stets wunderschöne Sonnenuntergänge. Wenn man im Juli oder August seinen Austausch macht gibt es jedes Wochenende ein ausgiebiges Sozialprogram bei dem man mit den ca 40 anderen Austauschstudenten die bekanntesten touristischen Spots abklappert.











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Fazit

Diese Reise hat mein Erwartungen nicht erfüllt, sondern bei weitem übertroffen. Ich kann eine Reise in den Libanon jedem empfehlen der bereit ist über Unpünktlichkeit Stromausfälle und Verkehrschaos hin wegzusehen. Der bereit ist Leute kenne zu lernen und gutes Essen zu verschlingen. Wenn man sich aus der drückenden Smogdurchsetzten Sommerhitze Beiruts raus wagt, in eine Bus setzt und weit Richtung Berge fährt, wird man mit der atemberaubenden Schönheit dieses Landes belohnt.

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