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Azerbaijan (AzerMDS)

Verschiedene - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Moritz, Hannover

Motivation

Nachdem ich vor zwei Jahren einige Zeit in Georgien und Armenien verbracht habe und sehr begeistert von der kulturellen Vielfalt beider Länder war, wuchs während der folgenden zwei Jahre mein Interesse auch Aserbaidschan kennenzulernen. In meinem 3. Studienjahr habe ich mir schließlich das Sommersemester frei genommen, um nach Pakistan per Anhalter zu reisen. Da bot es sich sehr gut an auf dem Rückweg einen „Zwischenstopp“ in Aserbaidschan zu machen, um das Land etwas besser kennenzulernen, auch, da ich generell eher ein Interesse an, aus europäischer Sicht, unbekannten Ländern habe.

Vorbereitung

Da in den letzten Jahren Aserbaidschan sehr häufig unter den Restplätzen war und mir eine reguläre Bewerbung über die BVMD zu aufwändig schien, habe ich Anfang Januar gefühlt stündlich kontrolliert, ob die Restplätze freigeschaltet wurden und schließlich, nachdem dies der Fall war, kurz nach Mitternacht meine Bewerbung für Aserbaidschan abgeschickt. Am nächsten Morgen hatte ich die vorläufige Zusage. Nachdem ich die Zusage angenommen hatte, musste ich einige Dokumente, darunter ein DAAD Sprachtest B2 hochladen.
Da ich die drei Monate vor meiner Famulatur im Iran und in Pakistan unterwegs war beliefen sich die weiteren Vorbereitungen auf das Nötigste. Noch vor meiner Abreise besorgte ich mir die entsprechenden Impfnachweise und Laborwerte, die allerdings nie eingesammelt wurden. So waren meine Kenntnisse über das Land recht dürftig und hauptsächlich auf dem basierend was ich auf meiner Reise zwei Jahre zuvor über Aserbaidschan erfahren hatte.

Visum

Die Visumbeantragung für Aserbaidschan ist im Vergleich zu anderen Ländern ein Traum. Online (https://evisa.gov.az/en/) werden einige Formulare ausgefüllt und Dokumente hochgeladen, bezahlt wird bequem mit VISA-Card und in den meisten Fällen hat man 3 Tage später ein Visum das 90 Tage gültig ist (Zeitraum bis zu dem man einreisen muss) und nach Einreise einen Aufenthalt von 30 Tagen ermöglicht. Die Kosten sind ca. 24 US $. Wichtig ist, dass man nicht zu früh einreist, da es sonst am Ende der einmonatigen Famulatur knapp wird. Das Visum besteht aus einem Blatt Papier das zusätzlich zum Pass gestempelt wird. Eine Verlängerung des Touristenvisums ist nicht möglich (Stand 09.08.2019).
Eine Einreise auf dem Landweg aus dem Iran ist bei Astara möglich oder über einen der zahlreichen Grenzübergänge von Georgien. Von Armenien aus gibt es keinen Grenzübergang.

Gesundheit

Nachdem ich in Pakistan unterwegs war, habe ich mir über dieses Thema wenig Gedanken gemacht. Eine Auslandreisekrankenversicherung über 5 Monate habe ich vor meiner Reise abgeschlossen. Die meisten Krankenkassen in Deutschland decken allerdings auch standardmäßig einen mehrwöchigen Auslandsaufenthalt ab, sodass keine zusätzliche Krankenversicherung abgeschlossen werden muss. Meine Reiseapotheke war anfangs meiner Reise sehr groß, wurde dann aber immer weiter minimiert, da es in den meisten östlichen Ländern sehr viel mehr Apotheken als bei uns gibt und deshalb eine ausreichende Versorgung gewährleistet ist. Nichts desto trotz hatte ich etwas gegen Durchfall, Bauchkrämpfe und Pflaster dabei. Gebraucht habe ich davon in Aserbaidschan allerdings nichts. Auch unter den Mitstudenten traten Dinge wie Durchfallerkrankungen nicht gehäuft auf, obwohl keine besonderen Hygienemaßnahmen beachtet wurden.
Impftechnisch ist man als Medizinstudent, soweit alle Impfungen aktuell sind, ausreichend geschützt, wer möchte kann allerdings noch einmal die aktuellen Empfehlungen des RKI checken.

Sicherheit

Genauso wie Aserbaidschan ein sicheres Land ist, ist Baku eine absolut sichere Stadt. Auch Nachts kann man sich noch genauso bedenkenlos durch die Stadt bewegen wie in den meisten deutschen Großstätten auch.
Manche Gegenden nahe zur armenischen Grenze sollte man allerdings meiden.

Geld

Die Währung in Aserbaidschan ist AZN (Aserbaidschanische Manat). Aktuell (09.07.2019) entspricht 1€ etwa 2 AZN. Man darf die Landeswährung weder ein- noch ausführen. Geld abheben kann man problemlos an einem der vielen ATMs. Auch Geld zu tauschen ist kein Problem in einer der vielen Wechselstuben.
Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten in Aserbaidschan ein bisschen niedriger als in Deutschland. Vor allem die Transportkosten (Busse, Metro, Taxen) und die Preise im Restaurant sind deutlich geringer.

Sprache

Die Landessprache ist Aserbaidschanisch. Neben dieser Sprache sprechen alle Türkisch, da die beiden Sprachen sehr ähnlich sind. Viele sprechen auch noch Russisch. Erstaunlich viele Ärzte sprechen auch Deutsch, da sie vor haben in Deutschland zu arbeiten. Englisch wird nur vereinzelt gesprochen, weshalb man selber (meiner Meinung nach) auch kein exzellentes Englisch sprechen können muss (was allerdings formal gefordert wird).
Die meisten Incomings sprechen sehr gut Englisch, allerdings hat gefühlt die Hälfte davon auch irgendwann mal Deutsch gelernt.

Verkehrsbindungen

In Baku gibt es ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz. Neben mehreren Metrolinien gibt es viele Buslinien. In der Metro und den neueren Buslinien zahlt man ganz bequem mit der Bakukart, die man für 2 Manat kaufen kann und dann an allgegenwärtigen Automaten aufgeladen werden kann. In den älteren Bussen wird beim Aussteigen in bar bezahlt. Eine Fahrt kostet dabei immer 0,30 Manat (30 Gabik). Für die Routenplanung empfiehlt sich Google Maps, da es keine Busfahrpläne gibt und die Stationen selbst meist auch nicht ausgeschildert sind. Oft kann man auch einfach so aussteigen, wenn man das dem Busfahrer irgendwie erkenntlich machen kann.
Dann gibt es in Baku noch die Alternative, Taxi zu fahren, da diese im Vergleich zu Deutschland sehr günstig sind, vor allem, wenn man sich die Kosten zu mehreren teilt. Bei uns hatten alle Incomings die App „Taxify“ mit der man ganz leicht ein Taxi bestellen konnte und der Preis schon vorher je nach Strecke festgelegt war, sodass man nicht mit dem Fahrer verhandeln musste und so keine besonderen Sprachkenntnisse brauchte.
Zur Anreise kann ich nur sagen, dass man per Anhalter von Deutschland aus ca. 6-7 Tage einplanen sollte (ca. 4000km). Ansonsten funktioniert das Trampen in Aserbaidschan sehr gut, allerdings empfiehlt es sich einen kleinen Text auf Aserbaidschanisch dabei zuhaben der die Grundprinzipien des Trampens erklärt. Der Begriff „Awtostop“ sagt vielen jedoch etwas.

Kommunikation

Im Klinikalltag war die Kommunikation manchmal etwas schwierig, aber irgendwer der zahlreichen Ärzte konnte immer genug Englisch um Fragen zu beantworten. Meist wird den ausländischen Studenten auch ein Arzt „zugeteilt“ der wenigstens etwas Englisch kann. Wer Türkisch kann, auch wenn es nur ein bisschen ist, hat deutliche Vorteile, da Aserbaidschanisch und Türkisch sehr ähnlich sind. Ansonsten kommt man mit internationalen medizinischen Fachwörtern auch recht weit. Die meisten Ärzte und Patienten sprechen auch Russisch. Überraschend viele Ärzte haben mich auch auf Deutsch angesprochen, da sie vor haben in Deutschland zu arbeiten und sich gerne im Sprechen üben.
Im Dormitory gibt es überall W-Lan, ansonsten kostet eine SIM-Karte nicht die Welt und man hat für wenige Euros massenhaft Datenvolumen. Die SIM-Karte kann man jedoch erst kaufen, nachdem die Ankunft und der Wohnort in Aserbaidschan bei den Behörden gemeldet wurden. Bei uns wurde dies von dem Personal des Dormitory’s erledigt.
Vor meiner Ankunft gab es eine Facebook Gruppe in der einige wichtige Informationen geteilt wurden, außerdem hatten wir eine WhatsApp Gruppe für Orga- Sachen vor Ort.

Unterkunft

Unsere Unterkunft hat sich einen Tag vor unserer Ankunft noch einmal geändert. Statt in dem geplanten Studentenwohnheim kamen wir in einem nagelneuen Gebäude unter das gerade erst für Studenten getestet wurde. Meist zu dritt waren wir in einem großen Raum untergebracht mit eigenen sanitären Anlagen, die glaube ich von uns das erste Mal benutzt wurden. In dem gesamten Gebäude wurde nicht gespart. Weder an den schnieken Armaturen im Bad noch an den elektronischen „Schlüsselarmbändern“ mit denen die meisten Räume zugänglich waren. Moderne Klimaanlagen gab es natürlich auch in jedem Raum. In der Cafeteria wurden 3 Mahlzeiten am Tag serviert à 3 AZM (1,5 €) von denen eine um sonst war. Wäsche waschen kostete 2 AZM (bis 4kg) und innerhalb von 5 Stunden konnte man die frische Wäsche sauber und gefaltet wieder abholen. Für jeden Studenten purer Luxus!
In dem Gebäude gab es ansonsten einen Gymnastikraum mit einfachen Geräten, einen Yogaraum, einen Musikraum (zum musizieren oder laut Musik hören) und draußen ein Basketballfeld. Jede Etage hat des Weiteren einen „Studie room“ mit PC Arbeitsplätzen und eine „Social Area“ mit Küchenzeile (KEINE Kochemöglichkeit), Sofas und Fernseher.
Eine Ausgangssperre gab es nicht.
Also alles in allem eine sehr luxuriöse Unterbringung, auch für deutsche Verhältnisse!

Literatur

Während meines Aufenthalts habe ich einige Wikipedia Artikel über das Land gelesen, vor allem über historische Ereignisse, einfach aus Interesse. Einen Reiseführer hatte ich nicht.
Sich ein bisschen vorab über die Geschichte des Landes zu informieren schadet glaube ich nicht weil man so einige Dinge besser versteht. Z.B. Verhältnis zu Russland, zum Iran, Krieg mit Armenien, Beziehung zur Türkei usw.
Außerdem kommt es immer gut an wenn man ein bisschen über die Geschichte weiß.

Mitzunehmen

Fürs Krankenhaus:
• Scrubs: Die Farbe ist prinzipiell egal, auf der Neonatologie wird allerdings Grün empfohlen, weil man damit gleichzeitig auf Station gehen kann und sich für den OP nicht extra umziehen muss (Sinnvoll??). Falls man allerdings keine Scrubs besitzt oder sich extra welche kaufen muss, empfiehlt es sich dies vor Ort zu tun (ca. 10 €).
• Klinikschuhe
• Kittel ist nicht unbedingt nötig, kann man zur Sicherheit aber mitnehmen
• Stethoskop
• Notizbuch (immer geschickt)
• Dokumente (Impfnachweise, Krankenversicherung usw.)
Allgemein:
• Leichte sommerliche Kleidung (auch etwas „mehr bedeckendes“ für die Ausflüge in die Umgebung)
• Sonnencrem/Sonnenschutz
• Adapter werden nicht benötigt, gleiches System wie in Deutschland
• Etwas festere Schuhe für die Berge
• Badekleidung
• Handtücher (werden nicht gestellt)
• Bettwäsche wurde bei uns nicht benötigt

Reise und Ankunft

Wie schon erwähnt lohnt es sich knapp anzukommen, da man sonst mit 30 Tagen Visum nicht ganz hinkommt. Falls man sich jetzt mega den Stress macht, weil die Famulatur ja offiziell genau 30 Tagen gehen muss und An- und Abreise dann sehr schwierig werden… Das kann man auf dem Nachweis arrangieren ;)
Eine klimafreundlichere Anreise ist übrigens aus Europa kein Problem. Aus fast jeder größeren Stadt Deutschlands fahren Busse nach Istanbul. Von dort kann man ohne Probleme und sehr günstig nach Tiflis (Hauptstadt Georgiens) fahren, die auf jeden Fall Wert ist anzuschauen. Für umgerechnet 7 € kann man wiederum von dort dann nach Batumi entweder bequem in einem Nachzug oder mit einem noch günstigeren Bus. So spart man nicht nur einiges an Geld, sondern sieht auch noch viele sehenswürdige Städte. Wer noch 2 Tage mehr Zeit hat kann auch mit dem Zug durch die Türkei fahren was eine sehr malerische Strecke ist. Visa braucht man für alle Länder dazwischen als EU Bürger nicht. Bei Fragen dazu stehe ich gerne zu Verfügung.
Am Montagmorgen nach Ankunft fährt man dann gemeinsam zum Krankenhaus und jeder wird auf seiner Station den Ärzten vorgestellt. Am Montagabend gab es ein Welcome Dinner.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Meine Famulatur habe ich auf der Neonatologie verbracht und damit glaube ich die richtige Wahl getroffen. Auch wenn viele der Ärzte nur wenig Englisch gesprochen haben waren doch alle immer sehr bemüht uns etwas beizubringen.
Gleich am ersten Tag wurden wir mit großer Herzlichkeit aufgenommen und uns wurde Kleidung geliehen, da wir noch keine eigene besaßen. Falls man vor der Anreise keine Scrubs besitzt, empfiehlt es sich diese vor Ort für umgerechnet ca. 10 Euro zu kaufen.
Die Tagesstruktur hat sehr stark variiert. Manchmal sind wir gleich nach der Ankunft gegen 9 Uhr in den OP geeilt um bei einem Kaiserschnitt zuzuschauen, häufig haben wir aber auch erst einmal die Patienten im Intensivzimmer oder die Neuzugänge der Nacht angeschaut. Auch bei der Untersuchung Neugeborenen durften wir mithelfen, wobei immer sehr auf die Händehygiene geachtet wurde. Besonders wehrt wurde bei uns auch auf das Auskultieren gelegt, was sehr gut war, da wir so mit der Zeit auch die physiologischen und pathophysiologischen Herzgeräusche/Atemgeräusche der Neugeborenen gelernt haben zu unterscheiden. Generell wurde sich immer sehr viel Zeit genommen um uns Dinge zu erklären, sodass wir durchaus 15 min über eine Frage diskutiert haben, was mir in Deutschland selten passiert ist.
Zwischendrin gab es immer wieder auch weniger zu tun, sodass man gemütlich bei Keksen zusammensaß oder Details im Internet nachschauen konnte. Allgemein hat das Arbeitspensum sehr stark variiert. An manchen Tagen waren wir maximal 4 Stunden dort und wurden dann heimgeschickt, weil es einfach nichts zu tun gab. An anderen Tagen wiederum waren wir von 9 bis 16 Uhr dort, weil noch irgendeine spannende OP oder ein Eingriff bevorstand. Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen oder auch nicht zögert in andere Abteilungen zu schauen falls es in der eigenen nichts zu sehen gibt. Besonders im OP kann man fast immer bei interessanten Operationen anderer Fachbereiche zuschauen.
Insgesamt kann man zur Ausstattung sagen, dass die Geräte vielleicht an manchen Stellen nicht dem allerneusten Stand entsprachen (kann sich ja auch in Deutschland kaum ein Haus leisten) aber dennoch sehr gut in Schuss waren. Fachlich waren alle Ärzte absolut auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand.
Da ich vorher noch nie auf einer neonatologischen Station war, habe ich viel neues gelernt auch wenn ich mir manchmal etwas mehr Abwechslung gewünscht hätte aber gerade unter den Umständen der Sprachbarrieren war es glaube ich die beste Wahl in diesem Krankenhaus.

Land und Leute

Baku ist eine Stadt die „aus dem Öl heraus“ gebaut wurde. Alles glänzt alles ist sehr schick und modern. Das sieht man nicht nur an den vielen schillernden und futuristischen Türmen der Stadt oder an den Niederflurbussen mit elektronischem Zahlungssystem, sondern auch an den vielen sehr teuren, sehr großen SUVs die den Stadtverkehr dominieren. Es fühlt sich häufig so an als versucht das Land sich selbst durch die Hauptstadt zu präsentieren aber spätestens nachdem man eine der anderen Städte etwas außerhalb Bakus gesehen hat merkt man deutlich: Baku ist nicht Aserbaidschan. Baku ist wie eine Blase in der man das sieht was man als Tourist sehen soll, das schöne Aserbaidschan, den Teil des Landes wo es keine Armut gibt, wo „das Leben schön ist“. Spätestens dann, wenn man aber versucht, die typischen Touristenpfade zu verlassen sieht man was das Land wirklich ausmacht. Damit meine ich nicht die Armut die trotz des Ölreichtums weite Teile des Landes beherrscht, sondern vor allem die unglaubliche Offenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen. Obwohl ich nur wenig dazu die Gelegenheit hatte habe ich gemerkt wie sehr mich diese andere Seite des Landes begeistert hat. Besonders zu empfehlen ist dabei per Anhalter zu fahren, was sehr gut funktioniert und wobei man ganz eintauchen kann in die Kultur und den Spirit des Landes.
Sehr angenehm für Europäer ist es eine so starke Währung zu besitzen, dass man ohne Probleme für maximal 10 Euro in einem Restaurant gut essen gehen kann. Dabei ist die Küche jedoch sehr fleischlastig was einem irgendwann etwas zu viel werden kann.
Spätestens wenn man einmal auf einem Basar unterwegs war wird eindeutig was für eine Vielfalt das Land an Früchten und Gemüse besitzt. Fast täglich hat einer aus unserer Gruppe eine Melone gekauft die dann gemeinsam genossen wurde.
Ansonsten gibt es an fast jeder Ecke einen kleinen Döner-Laden wo man für circa einen Euro meist sehr leckere und würzige Döner essen kann. Die Lebenserhaltungskosten alles in allem sind deutlich geringer als in Deutschland.
Insgesamt muss man sich auch, wie in vielen Ländern des mittleren Ostens klar sein, dass die Geschlechterunterschiede doch noch sehr viel größer sind. Auch wenn Baku nach Außen sehr modern sein möchte und Hot-Pants zum normalen Kleidungsstil in der Stadt gehören, war der Umgang mit mir als einzigem Mann auf der Station (ich glaube es gibt kaum männliche Neonatologen in Aserbaidschan) und einer anderen weiblichen Medizinstudentin deutlich spürbar.

Fazit

Ich würde jederzeit wieder eine Famulatur auf diese Art absolvieren. Dabei war es jedoch weniger der medizinische Teil der mich begeistert hat, sondern mehr die Gemeinschaft die sich schon nach kurzem unter den Studenten aus aller Welt gebildet hat. Bei 13 Nationen war die kulturelle Vielfalt einfach genial. Fast jeden Abend sind wir gemeinsam durch die Straßen gezogen, haben uns durch sämtliche Weinsorten probiert oder eine Fahrradtour an der Uferpromenade entlang gemacht.
Auch wenn Baku, wie oben erwähnt nur einen Teil von Aserbaidschan widerspiegelt, so ist es doch eine sehr schöne Stadt die viel zu bieten hat und in der man vier wunderbare Wochen erleben kann.

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