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Eat to Fight your Disease (Ruanda)

Pädiatrie - SCOPH (Public-Health Austausch)
von Clara, Berlin

Motivation

Ich hatte schon länger überlegt, einen Famulaturaustausch über die bvmd zu machen und mich endlich für dieses Jahr beworben. Ich glaube, dass Auslandsaufenthalte während des Studiums sehr wertvoll sind und gute Einblicke in andere Gesundheitssysteme gewähren. Ursprünglich wollte ich nach Ecuador, aber nachdem ich auch für meine Doktorarbeit nach Ruanda gehen wollte, entschloss ich mich, hier vorher eine Famulatur zu absolvieren. Zum einen faszinierte mich das Land, da ich keine genaue Vorstellung und wenig Vorwissen außer ein paar groben Fakten zum Genozid hatte. Ich war vorher auch noch nie in Afrika und bin daher mit keinen genauen Erwartungen, aber der Offenheit für etwas ganz Neues in den Flieger gestiegen.

Vorbereitung

Da ich schon mehrfach auf dem Bundeskongress der bvmd war, kannte ich die Angebote für Famulaturaustausch. Letzlich habe ich mich kurzfristig auf einen Restplatz im Public Health Austausch beworben. Eigentlich sollte der Austausch mit ETFYD und der bvmd nun nur noch ein reiner Public Health Austausch sein, aber da das erst vor kurzem umgestellt wurde, konnte ich noch eine Famulatur durchführen. Die bvmd sandte mir alle wichtigen Dokumente zu und ich hatte keine Schwierigkeiten in der Vorbereitung. Von meiner Uni (Charité Berlin) wurde ein Training für Outgoings vom Institut für Allgemeinmedizin angeboten, welches ich sehr hilfreich fand und jedem Chariteler wärmstens empfehlen kann.

Visum

Bei der Einreise in Ruanda kann man zuerst ein Touristenvisum für 30 Tage bekommen. Das kostet 30 Dollar und kann direkt bei der Einreise mit Visakarte bezahlt werden. Für die Famulatur wird ein Arbeitsvisum von der Uni empfohlen, das neuerdings U2 und nicht mehr N2 heißt. Nicht alle beantragen das, wenn sie eh nur einen Monat bleiben. Auf der Internetseite migration.gov.rw unter dem Reiter Temporary Resident Permits – U2 findet man die genauen Anforderungen für das Visum, es wird unter anderem das Original eines Führungszeugnisses und ein Empfehlungsschreiben der Heimatuni und der CHUB verlangt. Das Schreiben der CHUB muss man im Vorhinein bei Elias RWAMUGEMA beantragen, dem Research Officer. Es ist sehr wichtig, dass auf dem Recommendation letter für das Visum von der CHUB genau die Daten stehen, zu denen ihr in Ruanda seid. Sonst müsst ihr im Zweifelsfall eine Verlängerung beantragen und erneut bezahlen. Im Vorhinein habt ihr sicherlich Kontakt mit ihm, da er euch den Invitation Letter zukommen lässt, mit dem ihr die Famulatur dann durchführen könnt. Es kann ein paar Tage dauern, bis man das Empfehlungsschreiben im Sekretariat abholen kann.
Das Visum könnt ihr nach diesen Schritten im District Office hier in Butare beantragen, das ist neben der National Bank of Rwanda. Es kostet 50.000 Rwandan Franc (ca. 50 Euro) und nun werdet ihr Überweisungen in Rwanda kennenlernen. Um die Kontonummer etc zu bekommen werdet ihr zu Irembo geschickt, das ist die offizielle Regierungsseite, auf der ihr unterschiedlichste Sachen kaufen könnt, möglicherweise könnt ihr das dort im Vorhinein auch schon bezahlen, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. Anschließend zahlt ihr das Geld in bar auf der Bank of Kigali ein.

Gesundheit

Ich war vorher beim Tropeninstitut meiner Uni, um meine Impfungen auffrischen zu lassen und ein Rezept für Malariaprophylaxe zu bekommen. Das Krankenhaus hier wollte einen Nachweis über die Hepatitis Impfungen und die Krankenversicherung sehen, sonst waren aber keine zusätzlichen Untersuchungen notwendig. Ich selbst habe mir keine Reiseapotheke zugelegt bis auf die Medikamente, die ich sowieso normalerweise dabeihabe, da es hier in Butare eine Menge Apotheken gibt. Aber es ist sicherlich nicht verkehrt, vorbereitet zu sein.
Zur Malariaprophylaxe habe ich Proguanil/Atovaquon, das Generikum von Malarone genommen und damit auch keine Probleme gehabt. Des Weiteren habe ich mir Nobite besorgt, aber kein extra Mosquitonetz eingepackt, da die meisten Unterkünfte hier auch Mosquitonetze bereitstellen.
Als Reisekrankenversicherung habe ich mich über die Envivas versichert, die private Zusatzversicherung von der TK. Das ging sehr problemlos und schnell online.

Sicherheit

Ruanda ist ein sicheres Land mit viel Polizeipräsenz und Sicherheitswächtern und selbst als junge Frau kann man abends problemlos allein in den Straßen in Butare unterwegs sein. Es empfiehlt sich, lange Hosen oder Röcke die bis über die Knie gehen und T-Shirts oder Blusen einzupacken, die die Schultern bedecken. Man wird so schon als Weißer/ „Muzungu“ in den Straßen angestarrt, da fühlt man sich in langen Sachen wohler.
Das größte Risiko stellen wahrscheinlich die Mototaxis da, mit denen hier der Nahverkehr organisiert ist und mit denen man für ein paar 100 Ruandische Franc ziemlich weit kommt. Vor allem in Kigali sind sie halsbrecherisch unterwegs und der klapprige Helm, den man bekommt, wird einem bei einem richtigen Unfall wahrscheinlich nicht helfen. Allerdings kann man den Fahrern immer sagen, dass sie langsamer und vorsichtiger fahren sollen. In Butare sind sie meist auch langsamer unterwegs.

Geld

In Ruanda wird mit Ruandischen Franc bezahlt. Mit einer Visakarte ist man gut ausgestattet und kann überall Geld abheben. Wie bereits unter Visum beschrieben, sind Überweisungen bisher nicht sehr verbreitet und es wird Geld direkt auf der Bank auf ein Konto eingezahlt. Es kann außerdem nützlich sein, US Dollar dabei zu haben, um beispielsweise das Krankenhaus zu bezahlen. Lebenshaltungskosten waren deutlich niedriger als in Deutschland, wobei Reisen und Eintritt in die Nationalparks im Vergleich dazu sehr teuer waren.

Sprache

In Ruanda ist eines der wenigen Länder, in der es eine Landessprache gibt, die von allen gesprochen wird: Kinyarwanda. Viele Menschen sprechen außerdem Englisch oder Französisch. Früher wurde in den Schulen und Unis noch auf Französisch unterrichtet, bis das vor ein paar Jahren zu Englisch geändert wurde. Es hilft auf jeden Fall auch ein paar Wörter Kinyarwanda zu kennen und freut die Menschen hier. Eine Besonderheit bei der Aussprache der Ruander ist, dass sie „R“ und „L“ häufig verwechseln. Das kann am Anfang zu Missverständnissen führen, aber man gewöhnt sich daran

Verkehrsbindungen

Ich bin von Berlin nach Kigali geflogen. Vom Flughafen kann man ein Taxi in die Stadt nehmen (ca. 20 USD) oder wenn man es wagt ein Mototaxi außerhalb des Flughafens besteigen. Um von Kigali nach Butare zu kommen, kann man einen Bus von der Busstation Nyabugogo nehmen, diese ist am besten mit Taxi oder Mototaxi erreichbar. Der Busbahnhof ist am Anfang etwas verwirrend, aber viele Leute sprechen einen an und man kann die Verkäufer der Busunternehmen generell schon an ihren T-Shirts erkennen mit dem Logo (zB. Volcanoes) oder man geht in eines der Offices, wo Tickets verkauft werden. Generell sind die Menschen auch super hilfsbereit und finden einen Bus für einen.
Generell ist der Verkehr mit Bussen organisiert, welche sehr günstig sind.

Kommunikation

Es gibt verschiedene Anbieter für SIM-Karten und Internet. Zum einen gibt es MTN, falls man sowohl Internet nutzen als auch Telefonieren möchte übers Handy. Es ist allerdings etwas teuer, und man muss Internetbundles für Wochen oder einen Monat kaufen (7 GB für ca. 10.000RWF). Dann gibt es noch Mango, die für 6.000 RWF (ca. 6€) unlimited Internet anbieten, aber keinen Telefonservice. Airtel hat generell hier in der Southern Province keinen guten Service und nicht viele nutzen es. Für einen vierwöchigen Aufenthalt hier hätte mir sicherlich Mango mit ausschließlich Internet gereicht. Übrigens: Es gibt kaum Orte in Butare, an denen es funktionierendes WIFI gibt.

Unterkunft

Insgesamt bin ich in Ruanda für 4 Monate. Ich habe den ersten Monat im RVCP Haus gewohnt, in dem ich mir mit einer anderen Deutschen ein Zimmer geteilt habe. Der Compound ist zentral gelegen und man trifft gleich viele Europäer, die auch einen Austausch machen und Spaß daran haben, das ganze Wochenende unterwegs zu sein und unter der Woche zu Hause zu kochen. Die Miete beträgt 200 USD. . Die RVCP Volunteers sind alle super nett und hilfsbereit, falls es mal ein Problem gibt.
Den zweiten Monat wohne ich im Studentenhostel Sedes Sapientiae oder kurz von allen nur Fox genannt, das mir auch sehr gut gefällt. Hier gibt es schöne Zimmer, entweder geteilt oder Einzelzimmer mit Bett, Schreibtisch und Schrank und schöner Aussicht. Es wird jeden Tag geputzt und man kann mittags und abends für 1.200 RWF essen. Frühstück kann man auch für 2000 RWF bestellen. Allerdings gibt es nur kalte Duschen und keine eigene Küche. Die Miete für ein Einzelzimmer liegt bei 120 €. Die Tore sind am 12 Uhr nachts verschlossen, daher sollte man früher nach Hause kommen. Ich hatte leider Probleme mit Bettwanzen in einem der Zimmer, aber die Schwestern am Tresen haben geholfen und ich konnte sofort Zimmer tauschen.
Mir haben beide Orte gut gefallen, man muss sich überlegen, was einem wichtiger ist. Auch wenn man im Fox wohnt, kann man mal im RVCP Haus vorbeischauen und mit den Leuten den Abend verbringen.

Literatur

Der englische Bradt Reiseführer ist sehr zu empfehlen. Ich hatte den Iwanowski Reiseführer dabei, aber habe ihn kaum benutzt. Sonst habe ich mir das Kauderwelsch Kinyarwanda Buch gekauft, da ich Spaß daran hatte, ein paar Wörter zu lernen. Das ist aber sicher nicht notwendig.

Mitzunehmen

Für das Krankenhaus hatte ich 2 Kittel, Stethoskop, Kasack, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe dabei. Ich würde auf jeden Fall empfehlen Regenjacke und Regenschirm einzupacken, falls man mal von einem der Regenschauer hier überrascht wird oder v.a. in der Regenzeit hier ist. Es ist schön ein paar Souvenirs oder Schokolade dabei zu haben, die man dann mit neuen Freunden hier vor Ort teilen kann.

Reise und Ankunft

Leider lief man meine Anreise sehr chaotisch, da mein Koffer an einem Zwischenflughafen gestrandet war. Daher bin ich ein paar Tage länger in Kigali geblieben und habe meine Famulatur auch erst ein paar Tage später begonnen, was aber kein Problem war. Als erstes habe ich mich im Krankenhaus Elias, dem Research Officer vorgestellt, der erstmal einen Vortrag über Hygiene hält, das Geld für das Praktikum verlangt (muss auf der National Bank of Rwanda dann in USD eingezahlt werden) und einem dann zeigen kann, wo man hinmuss.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Eigentlich habe ich einen Public Health mit Eat to Fight your Disease absolviert, kombiniert mit einer Famulatur. Das ist inzwischen wohl nicht mehr möglich. Allerdings weiß ich nicht, inwiefern ein reiner Public Health Austausch sinnvoll ist, da KU (das ist die lokale Organisation, mit der ETFYD kollaboriert) ein festes Team hat, die alles managen und bei täglichen Aufgaben kein Hilfsbedarf besteht. Man kann bei der Essensausgabe helfen, aber obwohl das nett ist und man etwas sieht, bringt es die Organisation nicht weiter. Letztendlich habe ich daher für KU/ETFYD wenig machen können und mich nur mit ihnen getroffen und mir deren Farm angeschaut.
Ich war mit zwei anderen Medizinstudentinnen aus Deutschland in der Pädiatrie. Wir haben uns auf die Studentengruppen aus dem dritten Jahr aufgeteilt und waren mit diesen in den verschiedenen Wards eingeteilt. Sie waren sehr nett und haben übersetzt, wenn man die Patienten etwas fragen wollte.
Generell gab es morgens eine Morgenbesprechung, danach sollten die Studenten ihre Patienten untersuchen und die Akte ausfüllen, um das anschließend den Residents (Assistenzärzten) bei der ward round vorzustellen. Je nach Studentenmotivation und Residents fielen diese Patientenrunden ausführlicher oder kürzer aus und oft genug untersuchten die Studenten ihre Patienten nicht richtig, sondern schrieben nur vom Vortag aus der Akte ab. Am frühen Nachmittag kamen meist die Seniors, also die Fachärzte vorbei, um die Patienten zu begutachten und einen Plan zu entwickeln. Meist passierte in der Zwischenzeit kaum etwas und angeordnete Untersuchungen wurden erst sehr viel später oder gar nicht gemacht. Ein weiteres Problem bezüglich Diagnostik und Therapie der Patienten war finanzieller Natur. Wenn der Arzt etwas verschreibt, muss zuerst der Patient zur Apotheke gehen und die benötigten Dinge besorgen, hierzu gehören z.B. auch Untersuchungshandschuhe. Dieser Ablauf verzögerte alle Untersuchungen um ein Vielfaches oder es war gar nicht möglich, sie durchzuführen. Bei vielen Patienten war daher eine genauere Diagnostik nicht möglich und Verlaufskontrollen wurden nur ab und zu durchgeführt.
In der Pädiatrie lagen viele Kinder mit schweren chronischen Erkrankungen, v.a. auch kardiologische Patienten, denen dann Furosemid und O2 für lange Zeit gegeben wurde, aber sonst nichts gemacht werden konnte. Es gibt keine spezialisierte Herz- und Thoraxchirurgie in Ruanda, schon gar nicht nur für Kinder. In der Zeit, die ich auf Station war, ist fast jeden Tag ein Kind gestorben. Zum Teil mag das daran liegen, dass durch die Struktur des Gesundheitssystems in Ruanda nur die Fälle ins Krankenhaus kommen, die wirklich schwerwiegend sind und viel Unterstützung benötigen. Dann gibt es nicht so viele Therapiemöglichkeiten und die Krankenversicherung übernimmt nur bestimmte Therapien. Zum Teil warten die Ärzte zu lange und dann ist es zu spät.
Ich habe hauptsächlich versucht, Kinder zu untersuchen, die Fälle besser zu verstehen anhand der z.t. unleserlichen Patientenakten und immer wieder nachzufragen, wie die Untersuchungen laufen.
Mit manchen Ärzten war es einfacher, auf Französisch zu kommunizieren. Die Patienten sprachen eigentlich nur Kinyarwanda, was Anamnese und Untersuchung erschwert.
Nachdem ich drei Wochen auf der Pädiatrie war, habe ich die letzte Woche in der Gynäkologie verbracht, um noch eine andere Station anzuschauen. Hier war alles deutlich geordneter und die Assistenzärzte haben mehr erklärt und man konnte selbst mehr machen. Zum Beispiel durfte ich bei einer Sectio assistieren und habe ein paar Tage im OP und in der Admission verbracht.
Die medizinische Ausbildung in Ruanda ist sehr praxisorientiert und die Studierenden bekommen von Anfang an mehr Verantwortung übertragen. Ab dem 3. Jahr rotieren die Studenten durch die verschiedenen Stationen und bekommen ihre „eigenen“ Patienten zugeteilt. So kriegen sie Einblicke in alle Bereiche. Allerdings findet je nach Station mehr oder weniger Lehre statt. In der Pädiatrie ist der Unterricht nachmittags häufig ausgefallen und die Studenten haben umsonst gewartet. Viele sind sehr motiviert, lernen nachmittags fleißig und engagieren sich nebenbei in verschiedenen Studentenorganisationen.
Das Gesundheitssystem ist hierarchisch organisiert und wird von den Patienten vom niedrigsten Level bis zum Universitätskrankenhaus durchlaufen, wenn nötig. Dabei ist der erste Ansprechpartner der Community Health Worker des Wohnortes, dann Health Post, Community Health center, District Hospital und Unikrankenhaus.

Land und Leute

Neben der Arbeit im Krankenhaus war ich fast jedes Wochenende in einem anderen Teil des Landes unterwegs. Da Ruanda nicht sehr groß ist, kann man an einem Wochenende gut bis ans andere Ende fahren. Es gibt ein paar wunderschöne Nationalparks, in denen man wandern gehen kann.
Der Volcanoes Nationalpark im Norden von Ruanda grenzt direkt an den VIrunga Nationalpark in DRC. Wer viel Geld hat, kann für 1.500 USD am Gorillatracking teilnehmen und einen Tag auf den Spuren der Gorillas wandeln. Arme Studenten sammeln sich am selben Treffpunkt, um mit den Tourguides begleitet von Soldaten mit Waffen, um im Zweifelsfall gefährliche Tiere zu vertreiben, auf einen Vulkan zu wandern. Wir entschieden uns, auf den Bisoke Vulkan zu wandern, und hatten einen anstrengenden, aber sehr schönen Tag und schliefen im Kinigi Guest House.
Wer in Butare für ein paar Wochen ist, sollte auf jeden Fall ein Wochenende im Nyungwe Forrest verbringen. Der Nebelwald im Südwesten des Landes kann mit einem Tourguide durchstreift werden und man kann verschiedene Affenarten, Vögel und Wasserfälle bewundern. Der Zeltplatz beim Reception Center ist umringt von Wald und abends kann man beim Lagerfeuer sitzen und dem Leben im Wald zuhören. Wer ein bisschen Zeit hat, kann beim nächsten Reception Center in Kitabi anhalten, dort übernachten und durch die umgebenden Teeplantagen wandern und den vor Ort produzierten Waldhonig kosten. Die Guest Lodge weiter im Tal ist günstiger als die Eco Lodge auf dem Hügel, beide Male hat man eine wunderschöne Aussicht auf die grünen Hänge und den Nebelwald.
Wen es weiter in den Osten des Landes verschlägt, der wird überrascht sein, wie sehr sich das Land verändert. Plötzlich ist es flacher und trockener und im Akagera Nationalpark werden Safaris angeboten. Mit Auto fuhren wir von Süden nach Norden und hielten Ausschau nach der vielfältigen Fauna und Flora des großen Nationalparks.
In Kigali kann man neben dem sehr modernen Bankenviertel mit Hochhäusern und Glasfassaden in dem kleinen und verschlungenen muslimischen Distrikt gut abends etwas essen gehen.
Neben dieser Werbung für wunderschöne Wochenendausflüge muss ich dazu sagen, dass touristisches Leben in Ruanda schnell teuer wird und für ausländische Reisende hohe Preise für Nationalparkeintritte (45-70 USD), Unterkünfte (ab min. 15 USD für Camping) usw. ausgerufen werden.
Die Leute in Ruanda sind sehr hilfsbereit und recht zurückhaltend. Dinge laufen geordnet ab und an die African Time gewöhnt man sich erst mit der Zeit, wenn man häufiger lange auf eine Bestellung gewartet hat. Auf der anderen Seite fahren die Busse sehr pünktlich ab und Pünktlichkeit wird geschätzt.
Es gibt krasse Kontraste zwischen sehr guten geteerten Straßen mit Straßenlaternen auf der einen Seite zu bettelnden Straßenkindern und kleinen Lehmhäusern auf der anderen Seite. Das Land boomt, aber es gibt auch Probleme aufgrund der Überbevölkerung.

Fazit

Ich würde definitiv wieder nach Ruanda reisen. Ob ich hier nochmal im Krankenhaus arbeiten wollen würde, weiß ich noch nicht. Ich habe in der Zeit hier in der Famulatur auf jeden Fall erfahren, wie wichtig gute Organisation und Struktur im Krankenhaus ist, um Fehlern vorzubeugen und gute Patientenversorgung sicherzustellen. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung und ich habe viel gelernt, obwohl die Arbeit im Krankenhaus v.a. in der Pädiatrie eine Herausforderung war. Ich würde auf jeden Fall wieder ins Ausland gehen, um dort zu arbeiten, da ich jedes Mal feststelle wie eine andere Perspektive meinen Blick auch auf das Gesundheitssystem in Deutschland verändern kann.

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