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Eat to Fight your Disease (Ruanda)

Innere - SCOPH (Public-Health Austausch)
von Nora Simone, Münster

Motivation

Nachdem ich bereits in meinem gap year für 6 Monate in Südafrika verbracht hatte, wollte ich gerne mehr von Afrika sehen. Die Idee diesen Kontinent zu bereisen hat mich schon zu Schulzeiten gefesselt und spätestens nach Südafrika war ich Feuer und Flamme zurückzukehren. Ich muss zugeben, dass ich vorher nicht viel über dieses kleine Land in Ostafrika wusste, nur etwas über den grausamen Genozid (in der 8.Klasse haben wir dazu “Hotel Ruanda” geschaut). Ich habe mich gefreut mehr über dieses Land, die Menschen und die Kultur zu erfahren. Dazu hatte ich Lust das Gesundheitssystem in einem Land im globalen Süden kennenzulernen.

Vorbereitung

Zunächst einmal möchte ich alle, die sich überlegen nach Ruanda gehen nur wärmstens ans Herz legen sich zu bewerben und diejenigen, die angenommen wurden, gratulieren. Ruanda ist ein einzigartiges Land und ich hatte eine grandiose Zeit!
Ich habe mich bezüglich der Vorbereitung auf meinen Aufenthalt vor allem an den Erfahrungsberichten auf der bvmd Seite orientiert. Nachdem ich die Zusage für etfyd erhalten habe, wandte ich mich dann direkt an das Krankenhaus (CHUB) um meinen invitation letter zu bekommen. Nach mehrmaligen eindringlichen Anschreiben (per Mail und Whatsapp) habe ich ihn dann auch relativ schnell erhalten und konnte einen relativ günstigen Flug nach Kigali mit Turkish Airlines buchen. Zusätzlich habe ich mich dann auch für den Fahrtkostenzuschuss beworben, den ich glücklicherweise auch bekommen habe.
Im Vorhinein habe ich mich wegen den notwendigen Impfungen an das Tropeninstitut in München gewandt, die haben täglich Impfsprechstunden für Reisende. Ich habe mich dann auf deren Rat zusätzlich zu den Standardimpfungen (Hepatitis, Tollwut etc.) gegen Meningokokken und Gelbfieber impfen lassen und mir zusätzlich ein Rezept für Malarone als Malariaprophylaxe und Azithromycin (die tropenmedizinische „Allzweckwaffe“) ausstellen lassen. Vor allem die Malariaprophylaxe würde ich allen wärmstens ans Herz legen. Eine Mitarbeiterin von etfyd (eat to fight your disease) hat sich für ihr Projekt einmal bei der Gesundheitsbehörde für den Distrikt Huye/Butare (hier haben die Städte immer 2 Namen also nicht wundern) die aktuellen Zahlen der Malariainfektionen angeschaut und diese sind wirklich erschreckend hoch. Da fast alle Malaria-Fälle in den Health Center oder District Hospitals behandelt werden und nur schwere Malaria-Komplikationen im Universitätsklinikum in Huye landen (wir hatten einen sehr unschönen Fall von cerebraler Malaria) ist einem das hohe Risiko vielleicht nicht so bewusst.
Ich habe aus Zeitgründen leider nicht an einem pre-departure training teilnehmen können.

Visum

Bezüglich des Visums habt ihr –einfach gesagt- zwei Möglichkeiten: entweder ihr holt euch ein Visa on arrival für 30 Dollar am Flughafen in Kigali oder ihr macht es wie ich und beantragt vorab bei der Botschaft in Berlin ein East African Visum für 90 Dollar (und erspart euch etwaigen Visums Aufwand wenn ihr ein wenig länger als 35 Tage im Land bleibt). Ich bin nämlich nach meiner Famulatur noch ein wenig gereist in Uganda. Das Studentenvisum für das Krankenhaus (heißt glaube ich mittlerweile U2-Visum) habe ich aufgrund von Empfehlungen von den anderen Studenten, die bereits vor Ort waren, nicht beantragt.

Gesundheit

Neben den Impfungen und der Malaria-Prophylaxe habe ich mich um eine Standard-Reiseapotheke gekümmert (Fieberthermometer, Durchfalltabletten, Schmerzmittel..). Ich habe als Reiseversicherung das Famulatur-Paket der Aerztefinanz abgeschlossen, da ich privat versichert bin und mich noch zusätzlich absichern wollte. Dann habe ich mir noch in der Infektionsambulanz die PEEP HIV-Prophylaxe besorgt für 5 Tage (maximale Zeit die ich zur Ausreise nach Deutschland benötigen würde). Mir wurden die Pillen geschenkt, da sie anscheinend mittlerweile einen sehr geringen Marktwert haben. Im Nachhinein hätte ich sie nicht gebraucht, da zwar einige Patienten im Krankenhaus HIV infiziert sind, wir jedoch in der Inneren überhaupt nichts mit Blut zu tun hatten (haben alles die Krankenschwestern gemacht) und die Indikation die Prophylaxe zu nehmen ja auch relativ streng gestellt ist. Ich habe die Pillen dann in Ruanda dem PJler in seinem Chirurgie-Tertial gegeben.

Sicherheit

Die Sicherheitslage in Ruanda ist ausgesprochen sicher. Vor Banken und offiziellen Gebäuden stehen immer Wachmänner und auf den Straßen sieht man hin und wieder Militär mit riesigen Waffen. Ist am Anfang etwas gewoehnungsbeduerftig, aber habe es wirklich zu schätzen gewusst mich sogar abends alleine durch Huye bewegen zu können. Auch das Reisen durch das Land war problemlos möglich. Auf der Strasse fällt man als weiße Person schon auf und manchmal wird man angesprochen, aber alle Ruander sind sehr höflich und unaufdringlich.

Geld

Das Zahlungsmittel ist der ruandische Franc (1000 Francs sind ca. 1 Euro). Die Lebenserhaltungskosten sind natürlich viel geringer als in Deutschland (Essen gehen zwischen 1-4 Euro, ein Kilo Gemüse/Früchte meist unter 1 Euro, ganzes Brot 1 Euro…) Ich habe eine Kreditkarte der dkb und konnte damit überall ohne Probleme Geld abheben. Man muss sagen dass die ruandische/afrikanische Küche eher aufs sattmachen ausgelegt ist als auf große Geschmacksabenteuer.

Sprache

Die typische Landessprache ist Kinyarwanda und wird auch überall auf der Strasse und im Krankenhaus mit den Patienten gesprochen. Die Lehrsprache zwischen dem Personal im Krankenhaus ist überall Englisch und trotz dem starken Akzent und den vielen Abkürzungen kam ich gut zurecht. Man kann die Menschen jedoch sehr glücklich machen indem man sich an ein paar Brocken Kinyarwanda versucht (Hallo, wie geht’s, gut, danke, mein Name ist..etc.). Generell sprechen eher die jungen und gebildeten Leute Englisch und die älteren Generationen eher Französisch.

Verkehrsbindungen

Das Reisen ist wirklich super angenehm und top organisiert. Es gibt große Busunternehmen (Ritco, Volcano, Horizon) die in die großen umliegenden Städte fahren, sehr bequem sind und pünktlich losfahren (kosten meist 1-3 Euro je nach Strecke). Daneben gibt es Minibusse die in die kleineren Orte fahren und losfahren wenn sie voll sind. In Huye kommt man gut zu Fuß herum und sonst gibt es Fahrrad- und Mototaxis (mit Helm) mit denen man sich schneller fortbewegen kann.

Kommunikation

Das Internet (mobile Daten) hier ist wirklich super ausgebaut und ich empfehle jedem sich aufgrund von fehlendem WLAN im rvcp Haus und Krankenhaus ein großes Datenvolumen-Paket zuzulegen. Ich kann euch da nur Mango empfehlen, man hat unbegrenzt Daten für 6 Euro, kann aber leider nicht mit telefonieren (was nicht unbedingt notwendig ist).

Unterkunft

Ich habe auch im rvcp Haus gewohnt und kann es nur empfehlen. Es wohnen dort auch super viele andere Europäer, sodass man echt nie allein war. Auch die ruandischen Studenten, die wir über rvcp kennengelernt haben, waren super nett und wir haben oft Dinge zusammen unternommen. Wenn irgendetwas im Haus kaputt war konnte man sich auch an sie wenden und sie haben sich sehr zeitnah gekümmert. Es gibt sogar eine warme Dusche im Bad, dazu eine kleine Küche mit Kühlschrank, was ich wirklich zu schätzen gewusst habe.
Zusätzlich hatten wir die Möglichkeit die lokalen Dorfprojekte von rvcp kennenzulernen (z.B. Schneiderausbildung für alleinerziehende Mütter, Imkerprojekt, Workshops zum Thema sexuelle Aufklärung etc.). Ich kann es euch nur empfehlen in diese Projekte auch einmal hineinzuschnuppern.

Literatur

Ich muss zugeben, dass ich mich im Vorhinein relativ wenig vorbereitet habe und mir keinen Reiseführer gekauft habe (ich habe mich meistens an die Studenten die bereits im Vorhinein da waren gewandt) und überall im rvcp Haus gibt es diverse Reiseführer, die vorige Bewohner dort gelassen haben. Ich habe mir jedoch das Buch „Shake hands with the devil“ von General Romeo Dallaire gekauft, welches ich sehr empfehlen kann. Er war damals der Kopf der UNAMIR UN-Mission in Rwanda und erzählt eindrücklich von seinen Erlebnissen während des Genozids.

Mitzunehmen

Generell empfiehlt es sich fast nur luftige lange Hosen mitzunehmen, weil alle Ruander auch im Hochsommer immer lange Hosen tragen. Tops und T-Shirt sind jedoch kein Problem und da man im Krankenhaus den ganzen Tag einen Kittel trägt, ist der Dresscode casual.
Zusätzlich habe ich -wie die anderen auch- Desinfektionsmittel, Handschuhe, Kittel (wichtig da es die nicht im Krankenhaus gibt, also am besten direkt 2 zum Wechseln), Stethoskop und Kasaks mitgenommen. Die Kasaks hab ich aus dem OP in München mitgehen lassen und da ich nur Innere gemacht habe, brauchte ich die zwar nicht aber das Krankenhaus oder die Studenten freuen sich über Spenden.
Daneben ist natürlich Sonnencreme und DEET-haltiges Moskitospray unabdingbar, Moskitonetze sind eigentlich in jeder Unterkunft vorhanden. Denkt vielleicht auch noch an so ein Parasiten Textilspray, da wir Bettwanzen in unserer Unterkunft hatten und so ein Spray für Koffe etc. die man nicht waschen kann schon nützlich ist.

Reise und Ankunft

Was ich zudem sehr wertgeschätzt habe von den rvcp Koordinatoren war die Abholung vom Flughafen. Ich bin mit Turkish Airlines geflogen und der günstigste Flug kam um Mitternacht in der Hauptstadt Kigali an. Ich war ein wenig besorgt, ob die Abholung klappt und habe deshalb den Verantwortlichen per WhatsApp bereits im Vorhinein kontaktiert. Die meisten Ruander nutzen Whatsapp, sodass man sie darüber oft sehr gut erreichen kann. Rvcp unterhält auch eine Unterkunft in Kigali und ich bin mit dem ruandischen Studenten der mich abgeholt hat dort hingefahren. Er hat auch dort die Nacht geschlafen und mir am nächsten Tag ein wenig Kigali gezeigt. Dazu hat er mir bei dem Umtausch von Geld (nehmt am besten für das Visum on arrival und für das Taxi vom Flughafen mindestens 50 amerikanische Dollar mit) und bei der Beschaffung einer Sim-Karte geholfen. Am besten ist der Mobilfunkanbieter Mango, bei dem ihr für 6.000 Francs (ca. 6 Euro) unbegrenzt 4G mobile Daten für einen Monat bekommt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe in der Inneren Medizin famuliert. Am ersten Tag müsst ihr zu Elias, der euch eine kleine Einführung in den Klinikalltag gibt und das restliche Organisatorische mit euch klärt. Es kommt gut an, wenn ihr euch bei Eintritt in sein Buero die Hände mit einem kleinen Spender desinfiziert; der auf seinem Schreibtisch steht. Dann erspart ihr euch einen langen Vortrag über Hygiene. Im Nachhinein ein wenig lustig, da er euch dazu ermutigt immer die Hände zu desinfizieren (natürlich wichtig), im Krankenhaus jedoch alle Desinfektionsspender leer sind und Desinfektionsmittel auf Station eher Mangelware ist. Nehmt euch also genug mit; ich habe auch regelmäßig die Studenten und Ärzte mit meinem Desinfektionsmittel aus der Kitteltasche versorgt. Elias wollte noch die Reiseversicherung sehen und dann bin ich zur National Bank of Ruanda gegangen, um die 100 Dollar Gebühr für das Krankenhaus einzuzahlen. Ich habe eine Kreditkarte mit der ich kostenlos Geld abheben kann, sodass ich die 100 Dollar in Francs umgerechnet habe und diese dann eingezahlt habe. Das war kein Problem für Elias, habe aber schon von anderen Studenten das Gegenteil gehört.
Die Famulatur in der Inneren war wirklich eine interessante Erfahrung. Jeden Tag beginnt der Stationsalltag mit einem staff meeting um 7:30, bei dem die Studenten, Residents und Seniors anwesend waren. Es werden Patientenfälle aus der Nacht besprochen und es gibt auch immer einen „long case“ der ausführlich an der Tafel dargestellt wird. Zu der Zeit wo ich da war, hatten die Studenten auch dort Praktikum, heißt das die Studenten in Kleingruppen von 5-6 auf die verschiedenen Stationen eingeteilt wurden und wöchentlich zwischen den Stationen rotieren. Daher konnte man sich einfach einer Gruppe anschließen und hatte auch direkt Kontakt zu den ruandischen Studenten, die wirklich wahnsinnig nett und aufgeschlossen sind. Ich habe mich mit ein paar von ihnen –trotz der kurzen Zeit- richtig angefreundet.
Generell gefällt mir die Lehre am CHUB wirklich ausgesprochen gut! Die Lehrsprache ist Englisch, nur mit den Patienten wird Kinyarwanda gesprochen, da diese eigentlich alle kein Englisch können und da war es unabdingbar, dass die ruandischen Studenten uns mit dem Übersetzen geholfen haben.
Im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in Deutschland ist der Klinikalltag sehr partizipativ und es wird sehr viel Wert auf gute Lehre gelegt. Ein Beispiel ist, dass sowohl auf Station als auch beim staff meeting die Studenten immer gefragt werden und miteinbezogen werden. Auf Station haben wir uns die Patienten untereinander aufgeteilt, sodass jeder von uns ca. 2 Patienten hatte für den jeder persönlich zuständig ist. Das heißt man hat erst einmal alleine Anamnese und körperliche Untersuchung durchgeführt, hat sich etwaige Laborergebnisse angeschaut und sich schon einmal einen weiteren Behandlungsplan überlegt. Es war ein gutes Gefühl seine „eigenen“ Patienten zu haben. So gegen 9:30 hat dann die Visite mit den Residents (und manchmal auch Seniors) angefangen, wo man seine Patienten zunächst vorgestellt hat und dann zusammen mit dem Resident die weitere Behandlung abgesprochen hat.
Das Gesundheitssystem ist in Ruanda natürlich völlig anders als in Deutschland. Zwar ist fast jeder Patient versichert, meistens kommen aber noch Teilkosten (wie ich das verstanden habe je nach Einkommensstufe mehr oder weniger) dazu, die viele Patienten nicht zahlen können. So wird das notwendige CT oder MRT (gibt es sowieso nur in Kigali) oder andere Diagnostik und sogar Therapie nicht durchgeführt, weil die Familie das schlichtweg nicht bezahlen kann. Daneben sieht man auch viele Fälle, in denen man einfach nicht mehr viel für die Patienten tun kann: viele Patienten gelangen durch das System erst viele Tage nach Schlaganfällen ins Universitaetskrankenhaus und eigentlich alle Tumore sieht man bereits metastasiert im Endstadium.
Das ist schon sehr frustrierend und ich habe tiefen Respekt für die Ärzte, die trotz diesen begrenzten Möglichkeiten und dem Wissen wie man den Patienten therapieren müsste, jeden Tag ihr Bestes versuchen.
Die beiden Hauptverantwortlichen von etfyd, Laurette und Vanessa, sind super nett, aber es empfiehlt sich diese vorher über Whatsapp (Nummern bekommt ihr per Mail vorab) zu erinnern dass ihr kommt. Dann könnt ihr diese z.B. auch direkt fragen, welche Pflanzensamen eventuell gebraucht werden. Ich habe ein paar Möhren und Tomatensamen mitgebracht, da haben sie sich drüber gefreut.
Im Moment wird überlegt, die Zahl der Patienten weiter zu erhöhen. Ich denken, dass es wichtig und notwendig ist: Die Nachfrage ist wahnsinnig hoch und manche Patienten müssen sogar abgelehnt werden oder kommen auf die Warteliste. Ich habe zudem den Eindruck, dass immer mehr Ärzte, Pflegepersonal und Studenten von dem Projekt erfahren und daher das Projekt auch in Zukunft an Patientenzahlen zunehmen wird. Ich habe es durch meine Arbeit im Krankenhaus auch selber gesehen- die Zahl an mangelernaehrten Patienten ist wirklich wahnsinnig hoch.
Darüber hinaus ist geplant, dass so schnell wie möglich ein Bewässrungssystem installiert wird. Das ist sehr sinnvoll, da es auf der gesamten Farm nur einen einzigen Wasserhahn gibt von dem sich die Farmarbeiter das Wasser für die gesamte Farm herholen. Leider habe ich in meiner Zeit den Beginn des Projektes nicht mehr erlebt.
Im Moment ist eine Studentin vor Ort (Julia), die sich gerade „Vollzeit“ für 4 Wochen bei etfyd engagiert und im Moment an einem Projekt arbeitet, das Problem des Indoor Cooking anzugehen: sie hat einen mehrstufiger Plan entwickelt, die Luftverschmutzung und den Holzverbrauch durch Indoor Cooking zu verringern und damit die Gesundheit von unseren Köchinnen und Köchen sowie Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Hier der Link von Julias Blog, in dem sie über ihre Arbeit berichtet:
https://ueberdengartenzaun.wordpress.com/2019/09/27/ruanda-cleanair-kochen-ohne-rauchvergiftung/
Leider hatte ich –wie zu erwarten- relativ wenig Zeit neben der Famulatur, was unter anderem zur Folge hatte, dass die Möglichkeiten des Engagement und der Teilhabe begrenzt waren.

Land und Leute

Ich habe die Ruander als sehr aufgeschlossene und herzliche Menschen erlebt und wie erwähnt auch einige Freundschaften geschlossen. Als ich zum Beispiel ein paar Studenten (aus dem Krankenhaus und von rvcp) zu meinem Geburtstag eingeladen habe, brachten sie mir sogar ein Geschenk mit (eine kleine Tasche, Ohrringe und Fußketten) und das obwohl sie nicht viel Geld haben. Das hat mich wirklich ganz gerührt. Oder einmal habe ich mir beim lokalen Friseur afrikanische „braids“ machen lassen und eine ruandische Studentin hat mich zum Übersetzen begleitet. Letztendlich hat die ganze Frisur fast 5 Stunden gedauert und sie ist die ganze Zeit da geblieben, obwohl sie lernen musste. Sie hat gesagt, dass wenn sie in meiner Situation gewesen wäre sie wüsste, dass ich das gleiche für sie machen würde.
Ich muss euch aber vor Elias warnen; er ist zwar grundsätzlich nett und kümmert sich gut um alles Organisatorische. Ich habe mich jedoch bei einem Besuch von mir in seinem Buero (wegen eines Extrazertifikats für die Anrechnung meiner Famulatur, sonst seht ihr ich nur einmal am Anfang) durch ein paar seiner Aussagen sexuell belästigt gefühlt. Und auch andere Studenten haben ähnliches erlebt. Ich möchte betonen, dass die Ruander generell ein sehr, sehr höfliches und unfassbar freundliches Volk sind und das Verhalten dieses Menschen ein absoluter Einzelfall ist!
In der Krankenhauskantine und generell fast überall in Restaurants gibt es afrikanisches Buffet, welches immer aus Bohnen, Reis, Kartoffeln, Süßkartoffeln mit Soße und manchmal Gemüse und Kohl besteht. Das Beste african Buffet gibt es meiner Meinung nach im Cascade (direkt neben dem rvcp Haus) und im Africana (für ca. 1,50 Euro). Daneben gibt es aber auch wenige Restaurants mit europaeischer Küche (Mont Huye, E-bis) und ein chinesisches Restaurant. Besonders empfehlen kann ich euch die Bäckerei neben dem Hotel Faucon, der Inhaber (Pauran) ist ein herzensguter und absolut liebenswerter Mensch und macht das Beste Bananenbrot! Natürlich gibt es auch die Möglichkeit in der eigenen Küche zu kochen und die riesige Auswahl der auf dem Markt für sehr wenig Geld zu erwerbenden Gemüse und exotischen Früchte (Passionsfrucht, tree tomato, Ananas, Wassermelone etc..) zu probieren.

Jedes Wochenende habe ich Ausflüge mit den europäischen Studenten in Ruanda gemacht. Ich habe mich vor meinem Ruanda-Aufenthalt überhaupt nicht darüber informiert und mir auch keinen Reiseführer für Ruanda gekauft. Zum Glück gibt es im rvcp Haus mehrere Reiseführer, die Studenten vor uns da gelassen haben und man profitiert sehr von den persönlichen Berichten der anderen Studenten vor Ort. Ich habe Wochenend-Trips zum Volcanoes National Park (Hike auf den Bisoke Vulkan), Nyungwe National Park (Hike und Chipanzee Tracking), Lake Kivu (Bootstour und relaxen) und Cynza Island auf dem Lake Burera (campen auf einer einsamen Insel) gemacht. Alle Ausflüge kann ich wärmstens empfehlen.

Fazit

Ruanda ist ein tolles Land mit wunderschöner Landschaft und herzlichen Menschen! Es war definitiv eine super Erfahrung und nicht mein letzter Aufenthalt in Afrika! Ich kann es jedem nur waermstens ans Herz legen eine Auslandsfamulatur in Ruanda zu absolvieren!

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