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Spain (IFMSA-Spain)

Anästhesie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Nach einer sehr positiven Erfahrung mit einer Famulatur über die IFMSA in Italien im letzten Sommer, wollte ich unbedingt ein zweites Praktikum im Ausland machen. Ich finde es einfach sehr schön, eine ‚längere‘ Zeit im Ausland zu verbringen und ein Land etwas intensiver kennenzulernen. Und wie könnte dies besser gelingen als vor Ort zu arbeiten und so täglich mit den Menschen in Kontakt zu sein und mehr über deren Arbeitsalltag und deren Leben zu erfahren.
Für Spanien habe ich mich entschieden, weil ich die Sprache ein wenig spreche und gerne verbessern wollte und natürlich fand ich die Aussicht auf einen Monat am Meer auch sehr verlockend.

Vorbereitung

Da ich mich schon einmal über die BVMD für einen Austausch beworben hatte, was das ganz beim zweiten Mal kein allzu großer Aufwand mehr. Nur ein Führungszeugnis musste ich noch beantragen, weil dies von der IFMSA-Spanien verlangt wurde.

Visum

Für Spanien brauchte ich kein Visum, was das ganze natürlich noch einfacher gemacht hat.

Gesundheit

Ich habe keine speziellen Vorkehrungen getroffen, man kann in Spanien alles problemlos kaufen und es ist meist sogar noch billiger als hier. Ich würde meinen Impfstatus vielleicht vor der Abfahrt noch einmal prüfen, aber auch da habe ich nichts gebraucht was ich nicht sowieso schon hatte.

Sicherheit

Santander ist nicht besonders groß und man kann auch abends problemlos unterwegs sein ohne Angst haben zu müssen.

Geld

In Spanien wird mit Euro bezahlt. Es ist eigentlich meistens kein Problem mit Karte zu bezahlen, kleinere Beträge habe ich aber trotzdem in bar bezahlt. Essen, Trinken und Freizeitaktivitäten sind tendenziell etwas günstiger als in Deutschland.

Sprache

Wie bereits erwähnt, hatte ich schon vor meiner Abreise ein B2 Level in Spanisch. Ich glaube dies wird von der IFMSA nicht unbedingt verlangt trotzdem finde ich es schon sinnvoll die Sprache des Landes in dem man famulieren möchte einigermaßen zu beherrschen. Auch wenn die meisten jungen Ärzte ein wenig Englisch sprachen, so ist dies bei den Patienten nicht der Fall und insgesamt ist es viel einfacher sich zu integrieren, wenn man die Landessprache spricht.

Verkehrsbindungen

In der Stadt selbst kann man sich (wenn einem die Hügel nicht abschrecken) gut mit dem Fahrrad fortbewegen. Eines zu leihen ist aber auch nicht gerade günstig. Wir haben uns eine aufladbare Buskarte gekauft, mit der kostet jede Fahrt innerhalb der Stadt 0.65€. Dies war vor allem nötig weil sich unsere Unterkunft zwar auf dem Universitätscampus befand, das Uniklinikum befindet sich allerdings am anderen Ende der Stadt.
Für Reisen in andere Städte kann ich ALSA Bus sehr empfehlen: Günstig, pünktlich, jeder hat am Sitz vor sich einen Bildschirm auf dem man Filme und Serien in spanischer Sprache ansehen kann.

Kommunikation

In unserer Unterkunft gab es W-LAN, das im Krankenhaus konnten wir leider nicht nutzen, aber mit Roaming ist das inzwischen ja kein Problem mehr.

Unterkunft

Unsere Unterkunft befand sich in einer großen Wohnsiedlung gegenüber der ganzen Fakultäten der Universität Santander. Im gleichen Gebäude gab es einen Carrefour express der auch sonntags geöffnet hat und direkt vor der Haustür hielt der Bus mit dem man ins KH oder in die Stadt fahren könnten.
Wir waren im September bloß 3 Studenten (eigentlich 4 aber einer konnte dann trotzdem nicht kommen) und haben zusammen in einer Wohnung mit 3 Zimmern, Wohnzimmer, vollausgestatteter Küche und Bad gewohnt. (Wenn wir wie geplant 4 gewesen wären hätte sich einer ein Zimmer teilen müssen, also wer das nicht will: Frühzeitig anreisen!!

Literatur

Für fachliche Fragen habe ich Amboss offline runtergeladen und auch zum Übersetzen habe ich mein Handy verwendet. So hab ich nur meine private Reiselektüre mitgenommen.

Mitzunehmen

Bettlaken und Handtücher sollte man selbst mitnehmen, die anderen beiden Studenten hatten keine dabei und konnten diese für eine kleine Vergeltung bei der Hausbesitzerin ausleihen.
Ansonsten das was man hald immer braucht und ganz viel gute Laune natürlich.

Reise und Ankunft

Ich bin am Tag vor Prakikumsbeginn angereist, weil erst da die Wohnung frei wurde. Die Schlüssel wurden mir am Bahnhof von einer CP übergeben. Am nächsten Tag wurden wir von einer CP ins Krankenhaus begleitet. Wir waren um 7.30 Uhr startklar und haben bis um 10.00 Uhr in unserer Wohnung auf sie gewartet.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe meine Famulatur auf der Anästhesie absolviert. Am ersten Tag habe ich einen Rotationsplan bekommen, laut dem ich eine Woche in der Schmerztherapie, zwei Wochen im OP und eine Woche im Aufwachraum sein sollte. Mir wurde aber auch gesagt, dass dieser Plan nur ein Vorschlag ist und ich gerne selbst entscheiden dürfe, wo ich hingehen möchte. Von da an haben wir immer mit dem Arzt bei dem wir gerade waren vereinbart, wann wir kommen sollten, je nach Station um 8.00 oder um 9.00 Uhr. Und der Arbeitstag endete meistens gegen 13.30/14.00 Uhr, anschließend haben wir in der Mensa des Krankenhauses (welche auch erst um 13.30 Uhr öffnet) ein Mittagessen bekommen (Achtung für Vegetarier gibt es meist nur Weißbrot, Salat und Jogurt!!)
Insgesamt bin ich begeistert vom Krankenhaus Valldecilla, im Nachhinein habe ich erfahren, dass es zu den besten in Spanien gehört und das hat man auch gemerkt. Im Vergleich zum Krankenhaus in Süditalien wo ich letztes Jahr war, ist in Santander alles sehr fortschrittlich, die Ärzte geben sich große Mühe und erklären sehr viel und je nachdem, zu wem man gerät, darf man wie in Deutschland auch selbst was machen.

Land und Leute

Der einzige Kritikpunkt der zu nennen ist, ist das fehlende Social Program. Uns wurde gesagt, dass wir zu wenige Studenten sind und deshalb im September nichts organisiert werden würde. Ich kann dies noch verstehen, trotzdem finde ich es schon enttäuschend, dass wir von unseren CPs zwei für jeweils eine 1/2h zur Schlüsselübergabe und zum Begleiten ins KH und einen nie gesehen haben und vor allem, dass wir nicht einmal gefragt wurden, wie es so läuft und ob wir Hilfe bräuchten. Dies war ich von Sizilien ganz anders gewohnt.
So mussten wir uns am Anfang etwas Bemühen um Anschluss zu finden, haben dann aber eine Assistenzärztin kennengelernt, die selbst schon mit der IFMSA im Ausland war und der es ein Vergnügen war, uns die Umgebung Santanders zu zeigen und uns zu jeder Party und jeder cena mit ihren Freunden aus dem Krankenhaus mitzunehmen.
Danke an dieser Stelle nochmal an Marie, für deine Herzlichkeit und deine Gastfreundschaft!
Allgemein kann man sagen, dass Spanier, wie bekannt, sehr offen sind und man überall sehr herzlich empfangen wird. Santander selbst ist nicht so besonders schön, weil es einige Male abgebrannt ist, aber das Umland und die Strände sind dafür umso schöner.
Wir haben also selbst für unser Social Program gesorgt, haben eine National Food Party mit Maria und ihren Freunden gemacht, sind an der Küste entlang und auf den einen oder anderen Hügel gewandert, haben zusammen Sport gemacht und waren (fast ein MUSS in Santander) surfen.
Außerdem haben wir an den Wochenenden einige Ausflüge gemacht, wir waren in Salamanca, Bilbao, San Sebastian...

Fazit

Ich würde jedem, der offen für neues ist und Lust hat neue Menschen und Kulturen kennenzulernen, empfehlen eine Famulatur im Ausland zu machen und würde es auch immer wieder tun.
Auch Santander kann ich absolut weiterempfehlen.

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