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Italien (SISM Italy)

Innere - SCORE (Forschungsaustausch)
von Judit, Köln

Motivation

Meine Motivation für den Austausch war vor allem, einen Einblick in ein fremdes Labor zu bekommen und einen neuen Input für die Forschung zu bekommen. Während meines Studiums war ich ein paar Mal im Ausland und jedes Mal hab ich so viel dadurch gelernt, so viele Menschen kennen gelernt und es nie bereut den Aufwand auf mich genommen zu haben, dass ich die Chance gerne ergreifen wollte, dies noch einmal erleben zu können.

Vorbereitung

Die Vorbereitung war ziemlich unkompliziert. Ein Visum benötigt man für Israel für einen so kurzen Aufenthalt nicht. Ich habe circa 2 Monate vorher die Zusage bekommen und von da an gab’s eigentlich auch keine Probleme. Den Flug musste ich noch buchen, ein Zimmer habe ich von einer Studentin vor Ort gestellt bekommen und alle Kontakte vor Ort wurden mir durch den NORE in Israel rechtzeitig mitgeteilt. Im Hadassah Hospital gibt es eine Austausch-Koordinatorin, die einen in die Whatsapp-Gruppe aufnimmt, wenn man ihr schreibt. Sie zeigt einem am ersten Tag auch die Klinik und hat mich ins Labor gebracht.

Visum

Für Israel reicht das Touristenvisum, das man bei Einreise erhält. Man muss sich dort nur den evtl. ausschweifenden Fragen der Beamten stellen.Ich bin schon vorher für alle möglichen Reisen durchgeimpft worden, deswegen habe ich keine speziellen Vorkehrungen getroffen. Das Gesundheitssystem in Israel ist ansonsten auch sehr gut, so dass man sich da keine Sorgen machen muss.

Gesundheit

Ich bin schon vorher für alle möglichen Reisen durchgeimpft worden, deswegen habe ich keine speziellen Vorkehrungen getroffen. Das Gesundheitssystem in Israel ist ansonsten auch sehr gut, so dass man sich da keine Sorgen machen muss.

Sicherheit

Ich habe mich auf die Liste des Auswärtigen Amtes eingetragen. Vor meinem Aufenthalt habe ich mich noch mal über den aktuellen Sicherheitsstand in Israel belesen. Vor Ort habe ich mich die ganze Zeit sehr sicher gefühlt.

Geld

Währung vor Ort ist der NIS (New Israeli Shekel). Geld habe ich bei Ankunft am Flughafen abgehoben. ATMs sind überall vorhanden. Kartenzahlung ist aber auch fast überall möglich. Ich würde mir vorher eine Kreditkarte besorgen, bei der man keine Abhebungsgebühren zahlen muss.

Sprache

Fast jeder in Israel spricht gutes bis sehr gutes Englisch. Die Sprache war deshalb kein Problem. Im Labor haben alle immer sofort Englisch gesprochen, wenn ich anwesend war. Zweimal war ich auch bei der Visite und beim Staff Meeting dabei, dort hat mir eine Ärztin alles übersetzt, bzw. haben alle Englisch gesprochen.

Verkehrsbindungen

Der Flughafen ist bei Tel Aviv. Die verbindung nach Jerusalem ist sehr gut, es gibt die Möglichkeit, mit dem Bus oder dem Zug zu fahren. In Jerusalem gibt es sehr gute Busanbindungen und eine Straßenbahn, die gerade um weitere Linien erweitert wird. Am Samstag fährt nichts, weder Bus noch Bahn, also sollte man sich für die Zeit von Freitag 16.00 Uhr bis Samstagabend gut überlegen, was man wo erleben will und vielleicht das Wochenende außerhalb von Jerusalem verbringen, wo die Regeln am strengsten eingehalten werden.

Kommunikation

WLAN gibt es in Israel in vielen Cafés, Bars und auch Bussen und Bahnen umsonst. Ich habe mir zusätzlich eine SIM-Karte gekauft, die für den Monat circa 20 Euro gekostet hat, da ich in meiner Unterkunft leider kein funktionierendes WLAN hatte. In der Uni gibt es eduroam und ein Krankenhaus-WLAN, das mal besser, mal schlechter funktioniert hat.

Unterkunft

Ich habe in dem WG-Zimmer einer Studentin gewohnt. Ihre Mitbewohner waren auch nicht dort, deswegen hatte ich eigentlich eine große Wohnung komplett für mich alleine. Die Studentin war gerade selber im Ausland, aber ihr Cousin hat mich dort getroffen und die Schlüsselübergabe gemacht. Die Unterkunft selber war schön eingerichtet, die Küche und das Bad leider nicht übermäßig sauber, aber okay für die Zeit.

Literatur

Ich habe mir den Dumont-Reiseführer gekauft, den ich nicht unbedingt empfehlen würde. Ansonsten gibt es tausend Reiseblogs in denen man sich einlesen kann. Ich habe mich vorher nicht besonders vorbereitet, sondern die Reise auf mich zukommen lassen.

Mitzunehmen

Empfehlenswert sind für alle Mädchen ein langer Rock oder ein langes Kleid und ein Tuch, da an vielen Orten in Jerusalem bedeckte Knie und Schultern erwünscht sind, lange Hosen bei den Temperaturen allerdings zu warm wären. Für die Klinik hatte ich einen Kittel dabei, den ich auch zuhause hätte lassen können. Ansonsten gibt es nichts was außergewöhnlich wichtig wäre.

Reise und Ankunft

Die Reise lief eigentlich soweit glatt, außer dass ich die Wohnung zuerst nicht gefunden habe, da Google Maps die Straßennummern falsch angezeigt hat. Vielleicht sollte man schon am Flughafen eine SIM-Karte kaufen, da ich nicht direkt ins WLAN der öffentlichen Verkehrsmittel gekommen bin und somit nicht mit der Studentin, die mir ihre Unterkunft überlassen hat, kommunizieren konnte. Da aber alle, die ich bei meiner Suche gefragt habe, super hilfsbereit waren, war es letztendlich auch kein großes Problem.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Eigentlich war geplant, dass ich ein Praktikum in einem Forschungsprojekt der Hämatologie und Onkologie mache. Da ich aber nur so kurze Zeit da war, hat mir die Laborleiterin angeboten, dass ich einmal durch alle Labore der Diagnostik und Forschung der Abteilung durchrotieren und zusätzlich auch bei der Visite, dem Staff Meeting und der Tagesklinik visitieren könne.
Deswegen habe ich immer so zwei bis drei Tage in einem Labor verbracht. Unter anderem war ich im Labor für Thalassämiediagnostik, für FACs Untersuchungen, für MRD-Diagnostik, und Zytogenetik. Dort waren alle immer super nett und offen und hatten total viel Lust mir Dinge zu erklären und zu zeigen. Ich habe vor allem beobachtet, durfte aber auch immer wieder Arbeitsschritte selbstständig durchführen. Wenn nicht so viel zu tun war, wurden mir immer Paper ausgedruckt in denen ich noch einmal die Details zu den jeweiligen Techniken erfahren konnte. Manchmal war es ein bisschen langweilig nur daneben zu sitzen uns zuzugucken, aber ich kann gut verstehen, dass es schwer war, mich sofort einzubinden. Insgesamt habe ich aber vieles gelernt und kann mir nun unter vielen Techniken und Diagnosestandards mehr vorstellen, da ich nun einmal gesehen habe, wie es funktioniert.

Bei der Visite und den Meetings wurde, soweit möglich, komplett Englisch gesprochen und mir wurde sehr viel erklärt. Die Visiten in Israel laufen ganz anders ab, als ich es bisher kenne. Vor jedem Zimmer wurde nur kurz angerissen, wer der Patient ist, mit welcher Diagnose oder welchem Problem her da ist und dann ist jeder Arzt einmal kurz ins Zimmer gegangen und hat Hallo gesagt. Mit den Patienten wurde nur sehr wenig geredet. Dafür gab es im Anschluss eine lange Besprechung aller Patienten und oft auch Fortbildungen über Probleme, die sich in Diagnostik oder Behandlung ergeben haben.

In der Tagesklinik ist mir vor allem aufgefallen, dass das Verhältnis zwischen Arzt und Patient viel weniger distanziert ist. Die Ärztin wusste über alle Patienten und ihre Familienverhältnisse sehr gut Bescheid und es war absolut normal, dass sich beide zur Verabschiedung umarmt haben und die Ärztin von den Patienten geküsst wurde.
Am Hadassah-Krankenhaus ist außerdem für Israel ungewöhnlich, dass dort alle Patienten, egal welcher Herkunft oder Religion behandelt werden. Anfange der 2000er wurden die Ärzte deswegen auch für den Friedensnobelpreis nominiert.

Ich schätze das israelische Gesundheitssystem als sehr gut ein und viele Standards haben mit den deutschen total übereingestimmt. Leider gab es außer mir im Labor oder der Station keine Medizinstudierenden, deswegen habe ich über die Ausbildung nicht besonders viel gelernt.

Land und Leute

Ich habe über die Whatsapp-Gruppe direkt sehr viele Leute, sowohl Israelis als auch andere Austauschstudierende kennengelernt und wir haben sehr viel zusammen unternommen. Wir waren unter anderem am Toten Meer, auf der Masada, in En Gedi, in der Westbank, in Ako und haben uns abends oft getroffen. Außerdem gibt es Jerusalem natürlich auch so sehr viel zu entdecken. Die Altstadt habe ich sehr oft besucht, da es immer wieder was neues zu entdecken gab und vor allem abends eine ganz besondere Stimmung über diesem Stadtteil liegt. Ich kann außerdem das Israel-Museum sehr empfehlen, für das man theoretisch mehrere Tage braucht und Yad Vashem, das Holocaust-Gedenkmuseum ist, meiner Meinung nach, ebenfalls ein absolutes Muss.

Israel ist ein sehr schönes und kultur- und geschichtsreiches Land und ich würde jede Gelegenheit nutzen, zu reisen und mehr vom Land zu sehen. Ich hatte das große Glück, das einer der anderen Studierenden, ein Auto gemietet hatte und immer soviele wie möglich mitgenommen hat. Mit dem Bus zu reisen, ist aber auch eine gute und günstige Möglichkeit.

Ich fand es auch wichtig, auch in die Westbank zu reisen und diesen anderen Teil zu sehen. Denkt auf jeden Fall daran, den Pass mitzunehmen und habt keine Angst, vor den Sicherheitswarnungen. Wir wurden überall, egal ob West oder Ost, sehr freundlich in Empfang genommen und haben uns überall sicher gefühlt.

Ich habe über die Whatsapp-Gruppe direkt sehr viele Leute, sowohl Israelis als auch andere Austauschstudierende kennengelernt und wir haben sehr viel zusammen unternommen. Wir waren unter anderem am Toten Meer, auf der Masada, in En Gedi, in der Westbank, in Ako und haben uns abends oft getroffen. Außerdem gibt es Jerusalem natürlich auch so sehr viel zu entdecken. Die Altstadt habe ich sehr oft besucht, da es immer wieder was neues zu entdecken gab und vor allem abends eine ganz besondere Stimmung über diesem Stadtteil liegt. Ich kann außerdem das Israel-Museum sehr empfehlen, für das man theoretisch mehrere Tage braucht und Yad Vashem, das Holocaust-Gedenkmuseum ist, meiner Meinung nach, ebenfalls ein absolutes Muss.

Israel ist ein sehr schönes und kultur- und geschichtsreiches Land und ich würde jede Gelegenheit nutzen, zu reisen und mehr vom Land zu sehen. Ich hatte das große Glück, das einer der anderen Studierenden, ein Auto gemietet hatte und immer soviele wie möglich mitgenommen hat. Mit dem Bus zu reisen, ist aber auch eine gute und günstige Möglichkeit.

Ich fand es auch wichtig, auch in die Westbank zu reisen und diesen anderen Teil zu sehen. Denkt auf jeden Fall daran, den Pass mitzunehmen und habt keine Angst, vor den Sicherheitswarnungen. Wir wurden überall, egal ob West oder Ost, sehr freundlich in Empfang genommen und haben uns überall sicher gefühlt.

Fazit

Mir hat es super gut gefallen und ich würde sofort wieder nach Israel reisen. Auslandspraktika lohnen sich immer und ich würde jede Gelegenheit nutzen, solche Erfahrungen machen zu können. Meine Erwartungen an die Zeit haben sich absolut erfüllt und ich würde mich freuen, nochmal zurück kommen zu können und alle aus dem Labor und von der Station wieder treffen zu können. Ich könnte mir auch vorstellen, für eine gewisse Zeit in Israel zu arbeiten.

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