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France (ANEMF)

Pädiatrie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Jasmin, Leipzig

Motivation

Schon in der Schule hatte ich viel Freude beim Erlernen von Fremdsprachen und wusste, dass ich meine spätere Tätigkeit gern mit deren Verwendung verbinden möchte. Eine Auslandsfamulatur stellte somit für mich die perfekte Gelegenheit dar, das Medizinische mit dem Sprachlichen zu verknüpfen. Ich erwartete einerseits, mein Wissen für das Studium zu vertiefen, aber auch meine Sprachkenntnisse aufzufrischen und weiter zu verbessern.

Vorbereitung

Nachdem ich die Zusage für eine Famulatur in Frankreich erhalten habe, belegte ich einen Französischkurs B2 am Spracheninstitut meiner Universität, um mein dreieinhalb Jahre nicht angewendetes Französisch aufzufrischen. Das war eine gute Entscheidung, denn ich merkte, wie schwer es anfangs war, das bereits in der Schule Gelernte wieder anzuwenden. Doch am Ende fühlte ich mich wieder sicher darin, mich ausdrücken zu können.
Weiterhin musste ich noch einen eigenen Vertrag des Universitätsklinikums unterschreiben, sowie von meiner Universität gegenzeichen lassen.
Bei der Planung meiner An- und Abreise konnte ich anfangs keine genauen Informationen finden und für mich blieben folgende Fragen offen: Sollte man am ersten Montag und am letzten Freitag im Krankenhaus anwesend sein? Bzw. ist es überhaupt möglich ein paar Tage davor anzureisen und etwas später abzureisen? Am Ende war alles unkompliziert und ich konnte es ganz individuell mit meinem Host absprechen, sodass ich bereits 3 Tage eher anreiste und einen Tag später abreiste.

Visum

Ich habe mich auf den entsprechenden Internetseiten informiert, ob ein Visum nötig ist. Zum Beispiel in den Exchange Conditions für Frankreich gab es einen Link zur Internetseite des Auswärtigen Amts.
Ich benötigte kein Visum. Für die Einreise genügte der Personalausweis.

Gesundheit

Schon für die Bewerbung benötigte ich einen aktuellen Impfstatus, den ich mit meinem Impfausweis belegen musste.
Außerdem musste man eine Tuberkuloseimpfung und einen Tuberkulintest vorweisen. Glücklicherweise hatte ich die BCG-Impfung als Kind noch erhalten. Da bei mir alle nötigen Impfungen und Auffrischungen aktuell waren, reichte ich nur eine vollständige Kopie meines Impfausweises ein.
Ich war mir nur unsicher, inwiefern ich wirklich einen Tuberkulin-Test brauchte, da ich geimpft war und mein Hausarzt diesen Test auch nicht angeboten hat. Beim Hochladen aller Dokumente in die Card of Documents habe ich dann den Nachweis für die BCG-Impfung noch einmal anstelle des Tuberkulin-Tests hochgeladen. Damit gab es dann auch keine Probleme.
Für meine Wunschstädte war kein Röntgen-Thorax nötig, allerdings gibt es ein paar andere französische Städte, die die Untersuchung verlangen.
Eine Auslandsreisekrankenversicherung hatte ich schon vorher.

Sicherheit

Ich habe einerseits alle geforderten Versicherungen bei meinen Unterlagen in der Card of Documents eingereicht und andererseits alle dazugehörigen Policen auch als Kopie mit ins Ausland genommen. Gefordert waren eine Auslandsreisekrankenversicherung (Health Insurance) und eine private Haftpflichtversicherung (Liability Insurance). Manchmal kann zusätzlich noch eine Berufshaftpflichtversicherung (Malpractice Insurance) gewünscht sein, was bei mir nicht der Fall war. Allerdings hatte ich bereits eine solche durch meine Mitgliedschaft über den Marburgerbund bei der Ärzteversicherung (kostenlos), weswegen ich auch hier die Police mit nach Frankreich genommen habe.

Geld

In Frankreich bezahlt man ebenfalls mit Euro. Ich habe eine größere Summe Bargeld mitgenommen, sowie eine Kreditkarte. Eine Kreditkarte würde ich sehr empfehlen. Ob in Supermärkten oder an Straßenbahnticket-Automaten – eine Kreditkarte kannst du überall benutzen bzw. bei Letztgenanntem musst du sie sogar benutzen. Außerdem kann man damit meistens gebührenfrei im (EU-)Ausland Geld abheben. Ich habe mir eine kostenlose Kreditkarte bei der DKB zugelegt und diese hat auch immer funktioniert.
Die Preise für Lebensmittel sind in Frankreich etwas höher als in Deutschland. Im Supermarkt ist der Unterschied geringfügig und dann vor allem spürbar bei den Fleischprodukten. Für das Essen im Restaurant muss man allerdings schonmal das Doppelte vom Preis in Deutschland einkalkulieren, weshalb wir uns die Gerichte oft teilten.
Günstiger ist dagegen die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Straßenbahn, und umso mehr, da es für Studenten bzw. bis zum 26. Lebensjahr noch Rabatte gibt. Auch in vielen Museen und Sehenswürdigkeiten gibt es Vergünstigungen oder sogar freien Eintritt für Studenten bzw. junge Leute unter 26.

Sprache

Wie oft berichtet wird, ist es tatsächlich ratsam, französisch sprechen zu können, wenn man nach Frankreich geht. Ich hatte in der Schule Französisch-Unterricht von der sechsten bis zur zwölften Klasse und damit B2-Niveau. Allerdings war ich nach dreeinhalb Jahren Studium nicht mehr in der Übung, vor allem was das Sprechen und Hören anging. Deswegen entschied ich mich im Semester vor meinem Austausch einen Französisch-Kurs B2 zur Auffrischung zu belegen.
In Frankreich habe ich mich mit meinem Host darauf geeinigt Französisch zu sprechen, da ich mich sprachlich verbessern wollte, wobei er auch gut Englisch sprechen konnte. Im Krankenhaus habe ich Französisch sowohl mit den Ärzten als auch mit den französischen Studenten gesprochen. Die Ärzte können zwar grundsätzlich Englisch, aber wenn man ein ganz gutes Französisch spricht, ist die Verständigung damit einfacher. Ich weiß aber von anderen Incomings, die kein Französisch sprechen konnten, dass die Ärzte ihnen das Wichtigste in Englisch erklärt haben.

Verkehrsbindungen

Ich habe einen Flug nach Lyon gewählt und bin anschließend nach Clermont mit dem Flixbus gefahren. Clermont hat aber theoretisch auch einen eigenen Flughafen. Bei der Planung meiner An- und Abreise fand ich heraus, dass es keinen großen Preisunterschied zwischen den günstigen Flügen (samt An- und Abfahrt zu bzw. von den Flughäfen) und dem Zug gab. Ich habe mich dann gegen den Zug entschieden, da ich länger unterwegs gewesen wäre und mit meinem gesamten Gepäck zwischen den Pariser Bahnhöfen hätte wechseln müssen.
Für Ausflüge in Frankreich haben wir Flixbus oder Ouibus benutzt. Beide sind ungefähr gleich günstig, was bedeutet, sie sind die günstigste Reisevariante, aber brauchen dafür etwas länger als der TGV. Man sollte vergleichen, welches Unternehmen für die jeweilige Fahrt den besseren Preis bzw. die bessere Zeit anbietet. Wir waren in Paris und in Lyon, wobei die Fahrt mit beiden Unternehmen zuverlässig und unproblematisch war.
In Clermont habe ich mir eine Monatskarte für 29€ gekauft, die in der Stadt und umliegenden Orten gültig war. Damit konnte man also auch etwas weiter abseits gelegene Orte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, wie zum Beispiel den Puy de Dôme im Zentralmassiv, der ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist.

Kommunikation

Ich kann meinen Handytarif EU-weit nutzen und musste daher keine speziellen Vorkehrungen für das Ausland treffen.
In meiner Unterkunft habe ich nachgefragt, ob es WLAN gibt und mein Host hat mir den WLAN-Schlüssel auch gleich gegeben. Im Stadtzentrum gab es an vielen öffentlichen Plätzen ebenfalls kostenloses Wifi.
Insgesamt lief die Kommunikation mit den anderen Incomings zunächst über einen Facebook-Chat, den die LEOs für uns erstellt haben. So konnten uns erstens die LEOs wichtige Infos geben und unsere offiziellen Treffen/ gemeinsamen Aktivitäten organisieren, die ungefähr einmal pro Woche stattfanden. Weiterhin war der Chat als Möglichkeit gedacht, sich dierkt mit den anderen Incomings zu verabreden und am ersten Wochenende schon vorab kennenzulernen und die Stadt zu entdecken.

Unterkunft

Ich habe in einer Wohnung mit meinem Host gewohnt. Normalerweise ist es eine WG und mein Zimmer gehört dem Bruder meines Hosts samt dessen Freundin. Da die beiden jedoch den gesamten Zeitraum über im Urlaub waren, konnte ich in dem Zimmer schlafen. Es war eine ziemlich große Wohnung mit einer Wohnküche, 2 Bädern und einem kleinen Raum für die Waschmaschine, welche ich ebenfalls mitbenutzen durfte. Die Küche war voll ausgestattet und ich konnte alles dort zum kochen nutzen. Ich hatte zuvor nachgefragt , ob ich Bettwäsche und Handtuch selbst mitbringen sollte, aber auch das hat mir mein Host bereitgestellt. Die Einrichtung war modern aber auch wohnlich und der Ausblick sowohl aus meinem Zimmer als auch dem Wohnzimmer war wunderbar.
Die Wohnung befand sich direkt im Zentrum, sodass ich nur 5 Minuten Fußweg zurücklegen musste, um mich mit den anderen abends z.B in einer Bar oder im Park zu treffen. Vor der Haustür lag auch gleich eine Straßenbahn-Haltestelle. Die Straßenbahn nutzte ich um zum Krankenhaus zu gelangen, was dann nur sieben Minuten gedauert hat.

Literatur

Um mich über das Land und Clermont-Ferrand zu informieren habe ich hauptsächlich das Internet verwendet. Außerdem haben uns die LEOs aus Clermont ein Word-Dokument mit Informationen und Tipps rund um die Region zusammengestellt.
Es war auch sehr nützlich in der Touristeninformation vorbeizuschauen. Da haben wir verschiedene kostenfreie Stadtpläne, Wanderkarten und Unternehmungstipps bekommen.
Ich habe mir nur ein Buch im Vorhinein gekauft und zwar ein medizinisches Wörterbuch von Elsevier: „Französisch für Mediziner“. Darin wird zuerst das französische Gesundheitssystem und der Ablauf des Studiums näher vorgestellt. Im Anschluss gibt es allgemeine nützliche Ausdrücke im Krankenhaus, Gesundheitssystem, im Arzt-Patientengespräch und bei der Untersuchung. Dann folgen nach Fachrichtungen geordnete Vokabeln.

Mitzunehmen

Die größte Herausforderung beim Packen war natürlich die Gewichtsbeschränkung für das Gepäck im Flugzeug. Sehr wichtig sind alle Papiere und Ausweise. Hinweise dazu gibt es auch in den Bedingungen der einzelnen Länder. Es ist empfohlen worden von den wichtigsten Papieren wie Ausweis und Krankenversicherungskarte noch eine Kopie mitzunehmen.
Für die Famulatur selbst sollte ich einen Kittel, Stethoskop und Reflexhammer mitbringen. Ich hatte persönlich damit gerechnet, dass ich vom Krankenhaus Kleidung gestellt bekomme (wie es in Deutschland der Fall ist und auch in anderen Berichte geschrieben wurde), aber tatsächlich war es dort normal, dass man seine Alltagskleidung und darüber den Kittel trug.
Weiterhin muss man natürlich an Wertsachen, persönliche Gegenstände und Kleidung denken.

Reise und Ankunft

Ich kam bereits am Freitag Abend in Clermont an, da ich einerseits einen Zeitpuffer bis zum Praktikumsbeginn einplanen wollte und andererseits damit ich am Wochenende schon die Stadt kennenlernen konnte. Ich habe im Vorfeld mit meinem Host besprochen, um welche Uhrzeit ich am Busbahnhof in Clermont ankommen sollte und mit ihm vereinbart, dass er mich dort abholen würde. Am Anreisetag hatte mein Flug 3 Stunden Verspätung, sodass auch mein Bus letzlich mehrere Stunden später ankam. Es war allerdings kein Problem. Ich hielt meinen Host die ganze Zeit auf dem Laufenden, und habe ihm gleich mitgeteilt, dass meine Ankunft wahrscheinlich etwas später als geplant stattfindet.
Für die Famulatur musste ich selbst in den ersten Tagen keine speziellen Vorkehrungen treffen. Ein Verantwortlicher der Organisation hatte nur meine Karte für die Cafeteria vorbeigebracht, mit der ich das kostenfreie Mittagessen im Krankenhaus erhalten konnte.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Am ersten Praktikumstag brachte mich mein Host zur Klinik, da er zufälligerweise auch in der Kinderklinik sein Praktikum begann. Zuerst gab es für alle französischen Studenten eine Einführungsveranstaltung mit organisatorischen Hinweisen zum Ablauf des Praktikums. Ich besuchte diese Veranstaltung zusammen mit den französischen Studenten und als diese danach auf ihre Stationen aufgeteilt wurden, stellte mich mein Host der Stationsärztin der Allgemeinpädiatrie vor. Ich war dann zusammen mit drei „externes“, wie die französischen Studenten vom vierten bis zum sechsten Studienjahr genannte werden, zusammen.
Der Tagesablauf sah folgendermaßen aus: Meine Arbeitszeit begann entweder 8.30 Uhr, wenn es eine Dienstbesprechung gab, was Montags und Mittwochs der Fall war, oder 9.00 Uhr. Anschließend war unsere Hauptbeschäftigung am Vormittag die Visite mitzulaufen. Vor den Zimmern wurde der Krankheitsverlauf und das weitere Vorgehen besprochen. Die Ärzte stellten den Studenten gelegentlich Fragen zu den Krankheitsbildern, um zu sehen, welchen Wissenstand sie bisher hatten. Nach ein paar Tagen Eingewöhungszeit stellten sie mir ebenfalls Fragen. Die Ärzte waren alle sehr nett und auch nicht böse, wenn man etwas nicht wusste. Nach der Visite war es meist schon zwischen 12 Uhr und 13 Uhr, sodass wir dann Mittagessen gehen konnten. Gegen 14 Uhr bis 14.30 Uhr wurden wir wieder auf Station zurückerwartet. Am Nachmittag bereiteten sich die „externes“ auf die neuen Zugänge vor. Es war ihre Aufgabe mit ihnen bzw. den Eltern ein Anamnesegespräch zu führen und sie danach zu untersuchen. Anschließend wurde alles im Computersystem vermerkt. Da ich keinen eigenen Zugang zu diesem System besaß, war ich immer mit einer der „externes“ zusammen unterwegs. Außerdem war es im August auf der Kinderstation ziemlich ruhig, weshalb manchmal gar kein Zugang geplant war. Dann erledigten wir noch kleine Aufträge, wie ein EKG zu schreiben oder Wachstumskurven zu zeichnen. Doch ich konnte an solchen Tagen auch früh nach Hause gehen, also ca. 15 Uhr. An zwei oder drei Tagen war ich etwas länger geblieben und erlebte dann auch noch die Dienstübergabe am Nachmittag. Dann ging ich 17.30 Uhr oder 18.00 Uhr.
So sahen meine ersten zwei Wochen im Krankenhaus aus.
In der dritten und vierten Woche hat man mir angeboten noch einmal auf andere Stationen zu wechseln, wenn ich interessiert sein sollte. Die dritte Woche verbrachte ich dann in der Kinder-Notaufnahme. Dort waren die Arbeitszeiten ähnlich, nämlich von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr. Die ankommenden Fälle wurden fünf verschiedenen Schweregraden zugeordnet. Für die zwei leichtesten Grade waren die „externes“ und ich verantwortlich. Auch hier begleitete ich diese wieder um die Anamnese und körperliche Untersuchung der Kinder durchzuführen. Anschließend mussten wir den Fall einem der Assistenzärzte präsentieren und das weitere Vorgehen beratschlagen. Interessant war hier, dass man viele verschiedene Krankheitsbilder zu sehen bekam und die ersten Untersuchungsergebnisse, zum Beispiel von einem Urinstatus oder Röntgenbild, schon nach kurzer Zeit erfuhr.
In meiner vierten Woche hatte ich die Möglichkeit auf die Neonatologie zu gehen. Ich war einer Assistenzärztin zugeteilt, die für vier bis fünf der Frühgeborenen verantwortlich war. Wir gingen dann immer zusammen zu einem der Babies und sie zeigte mir zuerst wie man es richtig untersuchte und dann konnte ich selbst die Untersuchung nocheinmal wiederholen. Später konnte ich selbstständig die Untersuchung durchführen und ihr meine Ergebnisse präsentieren bzw. im Computer aufschreiben. Sie erklärte mir auch viel, zum Beispiel wie der täglich wechselnde Bedarf an Milch berechnet wird etc. An einem Tag hatte ich Gelegenheit beim Legen eines Nabelvenenkatheters zuzuschauen.
Insgesamt betrachtet würde ich sagen, dass ich auf jeden Fall vieles in der Famulatur gelernt habe. Im Medizinischen habe ich vor allem viele Formeln und Dosierungen gelernt. Auch mein Französisch konnte ich verbessern, wobei ich im medizinischen Bereich einen großen Wortschatz hinzugewonnen habe. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit selbst viel praktisch durchzuführen bzw. zu üben. In Clermont-Ferrand war es nicht üblich, dass die Studenten regelmäßig Blut abnahmen oder die Möglichkeit hatten eine Flexüle zu legen etc. wie es meistens in Deutschland oder zumindest bei meinen vergangenen Praktika der Fall war. Dafür durften die Studenten in der Notaufnahme Verletzungen nähen und verbinden bzw. den Verbandswechsel allein durchführen und ggf. gipsen.

Land und Leute

Ich begann mein Sightseeing in der Umgebung schon am ersten Wochenende. Freitagabend war ich in Clermont angekommen und ich hatte mich schon in unserer Facebook-Gruppe mit den anderen Incomings für Samstag Nachmittag im Stadtzentrum an der Statue des Vercingétorix verabredet. Diese steht auf dem Place de Jaude, ein großer Platz im Zentrum, der von Restaurants, Geschäften und zwei Shoppingcentern umgeben ist, als Haltepunkt vieler Straßenbahnen und Busse dient und auf dem ab und zu Veranstaltungen stattfinden. Mein Host schlug vor, mich dahin zu begleiten, um mir den Weg zu zeigen. Von unserer Wohnung liefen wir nur fünf Minuten dahin. Ich fande alle anderen Incomings sofort sympathisch und wir haben uns darauf geeinigt Englisch miteinander zu sprechen, da einer der anderen gar kein Französisch sprach. Wir begannen vom Place de Jaude eine kleine Tour durch das Zentrum der Stadt unter anderem zu einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Clermont, der Kathedrale Notre-Dame-de-l‘Assomption. Wir haben mehr geredet als zu laufen, sodass wir eigentlich nur im Schneckentempo verangekommen sind, aber das Zentrum ist auch nicht sehr groß und wir hatten wahnsinnig viel Spaß dabei uns gegenseitig kennenzulernen und uns unsere Ankunft sowie bisherigen Aufenthalt in Frankreich zu schildern.
Am Sonntag gingen wir zusammen in das Tourismusbüro, wo wir uns erstmal beraten ließen, was es in und um Clermont alles zu sehen gibt. Wir bekamen einen kostenlosen Stadtplan, eine Karte von Clermont mit seinen umliegenden Orten, eine Karte der Region Auvergne und eine Wanderkarte. Zusätzlich gab es noch einen Flyer mit kostenlosen Veranstaltungen, die im August stattfanden.
Von Montag bis Freitag haben wir uns nachmittags einmal im Kunstmuseum Roger-Quilliot getroffen. Sonst waren wir auch zusammen Volleyball spielen etc und in verschiedenen Bars und Restaurants. Dort haben wir auch einmal die regionale Spezialität Truffade probiert.
An einem Wochenende wanderten wir auf den Puy Pariou und den Puy de Dôme. Letzterer ist die höchste Erhebung der Chaîne de Puy, einer inaktiven Vulkankette im Zentralmassiv. Das ist ein absolutes Muss, wenn man in Clermont ist und sehr zu empfehlen.
Etwas näher zum Zentrum liegt der Parc Montjuzet und das Plateau de Gergovie, die man jeweils mal an einem Nachmittag besuchen kann und eine schöne Aussicht bieten.
Ein anderer Stadtteil ist Montferrand. Er ist ein kleiner mittelalterlicher Stadtkern teils noch mit Stadtmauer und ganz eigenem Charme – definitiv auch einen Besuch wert.
Einen Samstag haben wir in Lyon verbracht, das mit dem Flixbus gut und günstig in ungefähr 2 Stunden zu erreichen ist. Dort lohnt sich der Aufstieg zur Kathedrale Notre-Dame de Fourvière und dem antiken gallisch-römischen Theater und Museum, dem Lugdunum.
An einem Wochenende sind wir nach Paris gefahren. Hier haben wir uns für die günstigere Variante mit dem Flix- bzw. Ouibus entschieden, dafür dauert die Fahrt aber 5 bis 6 Stunden.

Fazit

Insgesamt war der Monat in Frankreich wirklich großartig. Was die Famulatur an sich betrifft, kann ich sagen, dass alle Ärzte sehr nett waren, verständnisvoll und sich Zeit genommen haben mir etwas noch einmal langsamer zu erklären. Die französischen Studenten, egal, ob im Krankenhaus, von der Organisation oder mein Host waren ebenfalls alle super nett und hilfsbereit.
Das Beste aus meiner Sicht war jedoch unsere Gruppe von Incomings. Wir waren wirklich ein klasse Team und hatten uns sofort gut miteinander verstanden. Gleich zu Beginn hatten wir schon jede Menge Ideen, was wir uns alles anschauen wollten und ich fand auch sofort Mitstreiter, die ebenfalls ein Wochenende in Paris verbringen wollten, was wir auch verwirklichen konnten. Dadurch habe ich viel unternommen, besichtigt und gleichzeitig tolle Freunde hinzugewonnen.

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