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Thailand (IFMSA-Thailand)

Neurologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Da ich mich bereits am Ende meines Studiums bin, wollte ich eine der letzten Famulaturen nutzen, ein anderes Gesundheitswesen kennen zu lernen. Ich finde es besonders spannend, ein Land erst durch ein Praktikum besser kennenzulernen, nicht nur durch Urlaub oder Reisen. Man kommt auf diese Weise auch viel besser mit Einheimischen in Kontakt. Mich hat besonders ein asiatisches Land interessiert, da ich dort noch nie war und kulturell eine große Lücke bei mir sah. Außerdem wusste ich sehr wenig über das Patientenkollektiv und Medizin in Asien. Ich interessiere mich zudem sowohl für Hinduismus, als auch für Buddhismus, da man mit diesen Religionen in Deutschland eher wenig (oder keinen) Kontakt hat. Meine erste Wahl fiel auf Nepal, als Zweitwahl suchte ich Thailand aus und als Drittes wählte ich Israel, was mich kulturell ebenso reizte. In Thailand war zudem eine Freundin vor einem Jahr, die mir diesen Austausch wärmstens empfohlen hatte.

Vorbereitung

Auch wenn ich keine speziellen Kurse oder Vorbereitungsseminare besuchte, konnte ich mich ein wenig auf den Austausch vorbereiten, indem ich meiner Kontaktperson Fragen in Facebook stellte (vor allem, was genau mitzubringen sei, wie die Uniform aussehe). Die Abteilung, in der ich famulieren sollte, wechselte leider mehrmals (und auch der Zeitraum meines Praktikums), was für mich ein Planungsproblem darstellte, wie ich mir die Famulatur genau anerkennen lassen könne. Letzten Endes lasse ich mir jetzt nur zwei Wochen anerkennen.

Visum

Da man sich als Tourist lediglich 30 Tage in Thailand aufhalten darf, musste ich ein Educational Visa beantragen. Ich wollte ein paar Tage früher ankommen wegen des Jetlags und Klimas und auch nach dem Praktikum noch das Land bereisen. Auf der Webseite des Königlichen Thailändischen Generalkonsulat in Frankfurt stehen die benötigten Dokumente genau aufgelistet. Ich bin dann mit allen Unterlagen vorbeigegangen (dann dauert es nur eine Woche bis zur Fertigstellung, wenn man persönlich erscheint) und habe diese prüfen lassen. Auf dem Einladungsschreiben der Universität in Bangkok stand nur "Dear Sir and Madam". Dies musste ich erneut korrigieren lassen zu "Dear Königlich Thailändisches Generalkonsulat" und per Email erneut an die Beamtin senden. Dann konnte ich das Visum eine Woche später in meinem Reisepass abholen. Insgesamt musste ich 70€ für das Visum zahlen.

Gesundheit

Da ich im vergangenen Jahr bereits durch Mexiko/Guatemala gereist bin, waren meine Impfungen sehr aktuell. Ich hatte bereits Typhus und Tollwut und alle Standardimpfungen (auch die fürs Krankenhaus) waren auf dem aktuellen Stand. Lediglich Meningokokken ließ ich auffrischen und mich das erste Mal gegen Japanische Enzephalitis impfen (ACHTUNG! Zwischen den Impfungen liegt fast ein Monat, also am besten mindestens 2-3 Monate vorher beim Arzt beraten lassen). Meine Reiseapotheke habe ich mit Malarone ausgestattet, die ich allerdings nicht genutzt habe. Eine Auslandskrankenversicherung hatte ich für max. 8 Wochen, was für den Zeitraum ausreichend war. Vor Ort habe ich dann eine Erkältung mit Fieber bekommen und konnte mir alle notwendigen Medikamente vor Ort kaufen.

Sicherheit

Ich habe mich nie unsicher in Thailand - speziell auch Bangkok - gefühlt. Natürlich sollte man im Dunkeln allein nicht über verlassene Märkte schlendern, aber das mache ich in Deutschland ebenso wenig. Ich hatte zu Beginn definitiv mehr Ängste, die sich allerdings vor Ort verflüchtigten.

Geld

In Thailand zahlt man in Baht, allerdings kann man vor Ort seine mitgebrachten Euros auf jeden Fall tauschen (in jedem großen Shoppingzentrum). Ich würde empfehlen 300 € bar mitzunehmen und diese vor Ort zu tauschen. Pro 1x Abheben muss man nämlich 7€ mit seiner Visakarte zahlen. Die meisten Dinge muss man bar bezahlen. Kreditkarten werden nur in gehobenen Restaurants akzeptiert. Verglichen mit Deutschland ist alles super billig. Vor allem auswärts essen ist günstig, deshalb kochen die meisten Thais auch nicht. Man zahlt in der Kantine ca. 1.50€-2.00€ für ein Gericht, manchmal auch nur 1€. Auch auf dem Markt ist das Essen sehr billig. In günstigeren, aber schönen Restaurants zahlt man dann auch mal 3-10€ pro Gericht, je nachdem was man bestellt.

Sprache

Neben Thai, sprechen viele Einheimische auch einige Sätze Englisch. Die Studenten und Ärzte kann man meist sehr gut verstehen, aber Patient*innen können oftmals kein Englisch oder nur einzelne Worte. Es war wichtig "Guten Tag" und die Grußgeste (Hände vor die Brust flach zusammenfalten und verbeugen) zu lernen, da man so auch die Patienten begrüßt. Um sich respektvoll gegenüber der Kultur zu zeigen, ist es sinnvoll "Dankeschön" oder "Vielen Dank", sowie ein paar Zahlen oder nützliche Ausdrücke zu lernen. Hierzu fand ich kostenfreie Sprach-Apps sehr hilfreich und meinen Reiseführer.

Verkehrsbindungen

Ich bin nach Thailand ca. 11 Stunden mit Lufthansa von Frankfurt aus geflogen. Die Direktflüge kann man wenige Monate vorher noch ab ca. 550€ (für Hin-und Rückflug) erhalten. In Thailand selbst kann man so gut wie jedes vorstellbare Verkehrsmittel nutzen. Ich kann hier nur von meinen Erfahrungen berichten. Inlandflüge sind ein nützliches Transportmittel, wenn man nur mal ein Wochenende eine ganz andere Gegend sehen will. Von Bangkok aus kann man in den Norden oder zu den Inseln in den Süden für 80€ (Hin-und Zurück) ein paar Tage vorher buchen und fliegen. Wenn man mit dem Bus reist, sollte man sehr viel Zeit einplanen, da man vor allem um Bangkok herum eigentlich immer im Stau steht. Für die 7-8 Stunden Busfahrt, zahlt man ca. 10-13€ inklusive Verpflegung. Bequem ist es, wenn man ein Reiseziel auswählt, was gut per Zug zu erreichen ist. Die Tickets der 3. Klasse sind super billig und die Züge auch pünktlich. In Bangkok selbst kann man Taxi oder Motorradtaxi (mir war dies zu unsicher, weshalb ich immer nur in Autos mitgefahren bin) fahren. Installiert Euch vor eurem Aufenthalt am besten die Grab App, da ihr hiermit immer ein Taxi bekommt. Man sollte allerdings vor allem morgens und ab 16.00 Uhr nachmittags mit stundenlanger Verspätung wegen des Staus in Bangkoks Straßen rechnen. Deshalb lässt man sich am besten zu einer nahen gelegenen U-Bahn oder Metro Station fahren oder nimmt ein Boot auf dem Fluss als schnelleres Transportmittel.

Kommunikation

In Thailand läuft alles über LINE, nicht Whatsapp. Die Kontaktpersonen nutzen auch alle Whatsapp, aber ich habe mir nach drei Wochen dann doch LINE installiert, um diese authentische Erfahrung zu nutzen und auch mit andren Thailänder*innen zu kommunizieren. Wenn ihr die Simkarte von einer Kontaktperson kaufen lässt (allein bekommt man immer erst mal die Touristenangebote), dann könnt ihr für nur 250 Baht eine Simkarte für 30 Tage erhalten (100 GB!!! Datenvolumen). Im Dormitory gibt es Wlan, das allerdings langsamer ist, als das mobile Netz. Zu Hause habe ich meistens über Whatsapp angerufen.

Unterkunft

Die Unterkunft, ein Bett, Schreibtisch und Schrank, im Female Dormitory wurde von der Gastorganisation vor Ort bereitgestellt. Man teilt sich sein Zimmer mit zwei anderen Studentinnen aus dem Ausland und kann den Kühlschrank, die Wasch- und Arbeitsräume mitbenutzen. Außerdem gibt es kostenloses Trinkwasser. Kochen kann man nicht, was aber bei der Auswahl an fertigem billigen und leckeren Essen nicht notwendig ist. Bettwäsche wird vor Ort gestellt. Die Betten sind hart und die Unterkunft relativ sauber. Man sollte aber keine zu großen Ansprüche haben. Die Duschen/Toiletten werden jeden Tag geputzt.

Literatur

Ich habe mir für die Zeit meines Auslandsaufenthaltes einen englischen (kostenfreien) Amboss-Account organisiert und konnte so vor Ort immer fachspezifisches Wissen nachschlagen. Außerdem habe ich mir den Lonely Planet Reiseführer gekauft und darin zuvor einiges über die Kultur nachgelesen.

Mitzunehmen

Eine Regenjacke für die Regenzeit war das einzig Unnütze was ich dabei hatte. Sinnvoller ist ein Schirm oder ein Regenponcho, den man vor Ort viel günstiger kaufen kann. In einer Regenjacke schwitzt man viel zu sehr. Und auch sonst erhält man alles deutlich günstiger vor Ort. Ich hatte wenig Kleidung dabei und habe mir diese eher vor Ort für das Wetter und die Kultur passend gekauft. Im Nachhinein würde ich mir auch keine Uniform mehr in Deutschland kaufen. Was ich in Deutschland für 160€ (Schuhe und schicker knielanger Rock) gekauft habe, hätte ich dort deutlich günstiger (für weniger als 20€) erhalten. Deshalb würde ich das nächste Mal lieber 1-2 Tage vorher anreisen und meine Uniform z.B. auf dem Wang Lang Markt kaufen.

Reise und Ankunft

Da eine Freundin von mir zur gleichen Zeit ein anderes Praktikum in Bangkok absolvierte, empfing sie mich am Flughafen und brachte mich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Krankenhaus. Im Nachhinein würde ich mir vorher genau erklären lassen, wo das Female Dormitory ist. So irrten wir im Krankenhaus umher, bis wir schließlich jemand fanden, der uns helfen konnte. Da mein ursprünglicher Praktikumsbeginn verschoben wurde, hatte ich 5 Tage Zeit bis zum Praktikumsstart. Normalerweise kann man die Unterkunft erst zwei Tage zuvor beziehen. Erst am Tag des Praktikumbeginns stellten wir uns morgens um 8.00 Uhr dem International Relations Office vor, wo wir zugeteilt wurden. Zuvor habe ich mir eine Simkarte gekauft und meine Kontaktperson kennen gelernt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Nach häufigem Wechsel der Abteilungen vor Beginn des Praktikums, wurde ich letzten Endes zwei Wochen auf der Neurochirurgie und zwei Wochen auf der Neurologie eingeteilt. Diese Information erhielt ich am ersten Tag des Praktikums, an dem wir uns im internationalen Büro vorstellten. Anschließend wurden wir von der Koordinatorin für internationale Student*innen im Bereich der Chirurgie am Siriraj Krankenhaus abgeholt. Sie erklärte uns, dass wir tagsüber immer einmal zum Unterschreiben bei ihr vorbeikommen sollten und wer unsere Tutor*innen sind. In der Neurochirurgie betreute uns eine sehr nette Professorin, die sehr gut Englisch sprach und uns alle Patientengeschichten ausführlich erklärte und auch einiges über das Gesundheitssystem erläuterte. Gleich zu Beginn erhielten wir Stundenpläne, auf denen einsehbar war, welche Aktivitäten an welchen Tagen stattfanden. Hier waren auch Morgenbesprechungen, Konferenzen und Visiten vermerkt, die meistens am Morgen stattfanden. Im Laufe des Tages ging man dann entweder in die Sprechstunden oder in den OP. Der Umgang mit den ausländischen Student*innen und auch untereinander war äußert freundlich. Jeder der Angestellten und thailändischen Student*innen gab sich Mühe, uns etwas zu erklären, die Fälle vorzustellen oder einfach „nur“ zu übersetzen. Beobachten war eine der größten Aufgaben, vor allem im Bereich der neurochirurgischen Operationen. Ab und an durfte man auch einen Patienten untersuchen. Fragen bei der Anamnese wurden übersetzt, sodass man auch aktiv die Patientengeschichte erfragen konnte. Man grübelte sehr viel über Diagnosen und Differentialdiagnosen nach, recherchierte zwischendurch immer wieder im Internet und konnte dadurch sehr viel Neues hinzulernen. Schön wäre natürlich gewesen, selbst aktiv bei den OPs mitwirken zu dürfen. Hier hatten verständlicherweise aber die Assistenzärzt*innen Vorrang, da selbst diese nur selten mitoperieren dürfen. Interessant war es auch, zu sehen, wie sehr sich die Prävalenz von vielen Krankheiten zwischen Deutschland und Thailand unterscheidet. Was in Deutschland ein sehr geläufiges Krankheitsbild sein kann, ist in Thailand sehr selten und umgekehrt. Am meisten hat mich sicherlich eine Operation an einem zwei Tage alten Kind beeindruckt, welches eine offene Spina Bifida hatte. Die Folsäure Prävention in den ländlichen Teilen Thailands ist noch nicht so standardisiert wie in Deutschland.
In den letzten beiden Wochen in der Neurologie gab es ebenso einen Stundenplan, jedoch fanden hier viele Lehrveranstaltungen nicht statt oder neue Veranstaltungen waren nicht eingetragen. Wir hatten eine nette Assistenzärztin, der wir jeder Zeit schreiben konnten, allerdings muss man insgesamt sagen, dass internationale Student*innen in der Chirurgie besser aufgehoben sind. In der Neurologie waren viele Veranstaltungen ausschließlich in Thai. Man bekommt eigentlich immer jemanden zur Seite gestellt, der die wichtigsten Fakten übersetzt, aber trotzdem sind zu viele solcher Veranstaltungen pro Tag sehr anstrengend und nicht so bereichernd.
Die medizinische Versorgung im zweitgrößten und ältesten Krankenhaus Thailands in Bangkok ist sehr fortgeschritten und kann im internationalen Vergleich mithalten. Die größten Unterschiede sehe ich im Vergleich zu Deutschland im Bereich der hygienischen Richtlinien, die in Deutschland weitaus strenger sind. Außerdem kann ich im Bereich des Datenschutzes und was die Schweigepflicht betrifft, große Unterschiede feststellen: Fotos werden in Thailand ohne Einverständnis auf privaten Kameras von Patient*innen gemacht oder Patientennamen befinden sich auf den Computern der Studierenden. Außerdem erscheint mir die Prävention von Gewalt in der eigenen Familie, sowie Kinderschutz, noch nicht so weit entwickelt wie in Deutschland zu sein. Ärzte sehen häufiger über solche sozialen Probleme und die Ursache der traumatischen Verletzungen hinweg.
Die Ärzt*innen und Student*innen sind sehr gut ausgebildet. Die Ausbildung dauert wie bei uns sechs Jahre. Es gibt drei nationale Examina, jedoch muss vor dem Beginn der Assistenzarztausbildung zunächst eine im Durchschnitt drei Jahre andauernder allgemeinmedizinische Arbeit im ländlichen Bereich Thailands für die Regierung durchgeführt werden, um die Schulden des Studiums zurückzuzahlen. Anschließend kann eine Assistenzarztausbildung begonnen werden.

Land und Leute

An den Wochenenden oder freien Nachmittagen bietet es sich an, die Stadt Bangkok und die Umgebung zu erkunden. Man kann vom Siriraj Krankenhaus sehr gut das Boot in eine beliebige Richtung nehmen und dann zu Fuß die Touristenattraktionen, wie Grand Palace, Wat Pho oder Wat Arun erkunden oder einfach über Märkte und Gassen schlendern. China Town ist definitiv auch einen Besuch wert, sowie am Wochenende der Floatingmarkt in der Nähe der Uniklinik oder der berühmte Chatuchakmarkt. Ich selbst bin an keinen abendlichen Feiern interessiert, aber auch hier kann man auf seine Kosten kommen. Was sich lohnt, ist ein gemeinsamer Besuch einer Karaoke Bar mit thailändischen Student*innen und ein Besuch einer Roof Top Bar mit fantastischer Aussicht auf Bangkok bei Nacht. Zudem sollte man zumindest einmal eine Thai Massage ausprobieren.
Mit dem Zug kann man lohnenswerte Wochenendausflüge nach Ayuttaya, Katchaburi oder in den Khao Yai National Park unternehmen. Hier habe ich mich mit einer Studentin aus Prag zusammengetan und gemeinsam mit ihr sehr viel erkundet. Wir haben auch eine wunderschöne Tour im Khao Yai National Park (greenleaf tours) unternommen und die Tiervielfalt bewundern dürfen.
Eine große Rolle spielen in Thailand Zeremonien zu verschiedenen Anlässen. Dies können Zeremonien zu Ehren des Königs sein oder um andere berühmte Persönlichkeiten zu huldigen. Während meines Aufenthaltes fand der jährliche Mahidol Tag statt. Prinz Mahidol Adulyadej wird als Gründer der modernen Medizin in Thailand verehrt und ihm wird jedes Jahr in einer großen Zeremonie Respekt erwiesen. An dieser Zeremonie nahmen auch alle Austauschstudent*innen teil.
Die beste Idee, die ich hätte haben können, war meine Kontaktperson Ploy zu fragen, ob es irgendwelche Arbeitsgruppen gäbe, denen ich zuhören könnte, wenn sie musizierten. So kam es, dass mich Ploy zu einer Chorprobe mitnahm. Ein Gruppenselfie hiervon findet ihr bei den Fotos. Der Chor probte gerade für einen Auftritt in Chiang Mai mit einem selbstkomponierten Stück von den zwei Chorleitern zu Ehren von Prinz Mahidol. Mein Ehrgeiz dieses wunderschöne thailändische Stück zu lernen war geweckt und so konnte ich am Schluss ein Chorstück in thailändisch auswendig singen. Es war ein herrlicher musikalischer Austausch. Ich half den Student*innen mit ein paar Übungen aus dem Operngesang und sie halfen mir, meine Aussprache zu verbessern und übersetzten mir jedes Wort. Die zwei herzlichen Komponisten überzeugten schließlich die Vorgesetzen, dass ich mit zur großen Zeremonie nach Chiang Mai mit dem Chor fliegen durfte und begleitet von dem Navy Orchester, das auch für den König spielt, singen durfte. Ich fühlte mich geehrt und überglücklich dies miterleben zu dürfen. Außerdem habe ich den ganzen Chor ins Herz geschlossen und werde meine neuen Freunde vermissen. Ein paar Bilder habe ich auch hier angehängt und auch ein stolzes Bild mit den Komponisten: dem ehemaligen Dirigenten des Navy Orchesters und der Direktorin der Pädiatrie.
Thailänder*innen sind sehr freundliche, lächelnde, hilfsbereite Menschen. Dies lässt einen sehr schnell heimisch und willkommen fühlen. Es ist aber auch manchmal ungewohnt, keine überschwänglichen positiven oder negativem Emotionen, wie man diese in Deutschland (vor allem auch bei Patient*innen) sieht, zu beobachten. In meiner Kontaktperson habe ich eine wahre Freundin gefunden, die ich wirklich sehr schätze. Sie hat mich sehr oft zum Lachen gebracht, mir viele, viele neugierige Fragen beantwortet und mich voll in ihren Freundeskreis integriert. Zwischenzeitlich habe ich sogar einigen ein wenig Deutschunterricht gegeben. Ganz oft habe ich mich mit ihr oder ihren Freunden zum gemeinsamen Essen getroffen und die einheimischen Köstlichkeiten probiert. Ich liebe thailändisches Essen, aber ich esse auch sehr gerne scharf:)

Fazit

Meine Erwartung von diesem Austauschprogramm wurde mehr als erfüllt. Ich hätte nie geglaubt, so gute Freunde dort zu finden und tatsächlich wirklich traurig zurückreisen zu müssen. Jeder Zeit würde ich mich wieder bewerben und ich hoffe auch zukünftig nochmal nach Thailand reisen zu können. Für eine bestimmte Zeit könnte ich mir vorstellen dort zu arbeiten (aber nur, wenn ich vorher die Sprache lerne), aber nicht auf Dauer, da meine Familie in Deutschland ist. Ich kann jedem raten, jede Möglichkeit zu nutzen, Zeit mit Eurer Kontaktperson zu verbringen oder deren Freund*innen. Wenn ihr ein Hobby habt, schließt euch Leuten in Thailand an, die dort ähnliches machen. Die drei Mahlzeiten am Tag spielen außerdem auch eine wichtige Rolle für die Student*innen. Ich habe es sehr genossen, das thailändische Essen auf thailändische Art mit thailändischen Student*innen zu mir zu nehmen. Auch ein Meditations Retreat kann sehr lohnenswert sein, um mehr über die Kultur Thailands und den Buddhismus zu erfahren.
Wenn ihr die Zeit habt, bereist das Land im Nachhinein!

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