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Thailand (IFMSA-Thailand)

Gynäkologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Asen, Düsseldorf

Motivation

Ausland hat mich immer fasziniert - ich wollte den Kulturschock dort erleben und war neugierig wie schnell ich mich daran anpassen würde. Ich habe mich genau für Asien entschieden, denn meiner Meinung nach kann ich dort sowohl diesen Kulturschock erleben, als auch sehr viel in der Sphäre der Medizin lernen.

Vorbereitung

Für die Vorbereitung sind einige Sachen wichtig: Visum, falls man eins benötigt; Flugtickets; Planung der Finanzen (den eigentliche Geldwechsel macht man am besten direkt vor Ort). Mit den Formalitäten hatte ich keine Schwierigkeiten, die Zusage von der Partneruni kam ein bisschen später, war aber auch so erwartet. Ich konnte die Kontaktperson sehr schnell über Email erreichen und er hat dann für mich dort alles mit der Wohnung organisiert. Ich brauchte ein Visum, da ich den deutschen Pass nicht habe, war aber kein Problem, weil ich eine offizielle Einladung durch die Partnerorganisation in Thailand hatte.

Visum

Ein Visum habe ich gebraucht, das war aber kein Problem da ich eine offizielle Einladung bekommen habe.

Gesundheit

Ich brauchte einige Impfungen, 1 Monat ist dafür aber ausreichend - Hep A und Typhus auf jeden Fall. Man kann sich noch überlegen, ob japanische Enzephalitis oder Tollwut sinnvoll sind. Ich würde Tollwut empfehlen, da ich diese Impfung im Endeffekt postprophylaktisch gebraucht habe. Wenn man am Wochenende noch reisen möchte, dann ist es sinnvoll.

Sicherheit

Generell ist Thailand sicher, man muss nur aufpassen da es viele scams gibt. Dafür gibt es im Internet ausreichend Informationen und wenn man vorbereitet ist, kann man diese vorbeugen. Kleine "scams" passieren immer, man ist ja unerfahren,aber am Ende habe ich nicht mehr als 20 Euro insgesamt so verloren. Vor allem bei Taxis oder durch Street Food Preise.

Geld

Thai Baht ist die generell dort akzeptierte Währung, ich habe nicht probiert mit Euro oder Dollar zu zahlen, geht glaube ich nicht. Ich habe auch immer Geld gewechselt und nie Kreditkarte benutzt. Ich habe ausreichend Bargeld aus Deutschland mitgebracht. Da ich wusste, dass es im Wohnheim sicher ist, habe ich das Geld dort versteckt. Das hat natürlich seine Risiken und eine vorsichtige Planung wie viel Geld man braucht. Eine Kreditkarte hatte ich natürlich dabei für den Fall dass etwas passiert. Hostels und Flugtickets habe innerhalb Thailands habe ich natürlich online gekauft.

Sprache

Die Sprache war ein bisschen problematisch da die Thai Leute relativ schlecht Englisch sprechen und auch wenn sind sie sehr schüchtern und sprechen mit einem für uns unklarem Akzent. Man gewöhnt sich daran, aber am Anfang ist es schwierig. Ich musste auch teilweise gebrochenes Englisch sprechen damit die Leute mich besser verstehen - kein Präteritum oder sowas - zB "yesterday I go to...". Das gilt natürlich nicht überall, manche sprechen sehr gut Englisch.

Verkehrsbindungen

In Bangkok habe ich nur einmal ein Taxi benutzt, meiner Meinung nach ist die U-Bahn viel besser und schneller. Kostet wenig, kommt alle 3 Minuten und ist unabhängig vom Straßenverkehr. Die Verbindung vom Wohnheim zum Flughafen ist mit der Bahn sehr gut. Man muss entweder 1 oder 2 mal umsteigen und es dauert genau 1 Stunde. Genau so lange dauert es auch mit Taxi wenn man tagsüber fährt.

Kommunikation

Es empfehlt sich, eine Sim-Karte vor Ort zu kaufen, die meisten kaufen sie direkt vom Supermarkt 7/11. So hat man sowohl eine Thai Nummer als auch Mobile Daten. WiFi gibt es auf dem Campus auch. Damit hatte ich keine Probleme.

Unterkunft

Ich habe im Campus-Wohnheim neben dem Krankenhaus gewohnt. Das Zimmer war groß und war eigentlich für 4 Personen,aber da ich der einzige Junge war (und sieben Studentinnen) war ich alleine. Die Frauen mussten jedoch zu dritt oder zu viert wohnen und für sie war es etwas eng.

Literatur

Ich habe generell im Internet recherchiert und sonst über mein Fach Fachliteratur auf Englisch gelesen, damit ich mir die Bergriffe merken könnte. Sonst über Thailand kann man auch in Youtube vieles sehen oder lesen.

Mitzunehmen

Man braucht sehr viele T-Shirts da man ständig schwitzt und mehrere am Tag braucht. Wenn man in der Regenzeit da ist, ist ein Poncho oder Regenschirm notwendig. Sonnencreme, Mückenspray und einige Medikamente gegen Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Durchfall auch!

Reise und Ankunft

Die Reise war problemlos, meine Kontaktperson hat mich am Flughafen empfangen und bis zum Wohnheim begleitet. Wir sind auch mit der U-Bahn gefahren, war ganz easy und billig. Meistens steht alles auf Englisch.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Am ersten Tag bin ich auf Station zusammen mit meiner Kontaktperson gegangen und er hat mich dem Team vorgestellt. Dann haben mich 2 Assistenzärzte übernommen und diese waren dann für mich und meine Fragen zuständig. Ich hatte jeden Tag was anderes und ein genaues Programm wo und wann ich jeden Tag gehen soll. Von acht bis zwölf Uhr jeden Tag hatte ich Anwesenheitspflicht, am Nachmittag hatte ich auch die Möglichkeit an spezifischen Tätigkeiten teilzunehmen, war aber nur nach Wunsch und nicht obligatorisch. Manchmal habe ich das auch gemacht.
Sonst ich habe meistens zugeguckt oder war zusammen mit anderen Studenten unterwegs die für mich auch übersetzt haben. Montags war ich auf Station, wo es jeden Montag eine große Visite gab, die mehr als eine Stunde dauerte. Da hat man ausschließlich auf Thai gesprochen und mir wurde nur teilweise übersetzt aber nur nach eigener Initiative. Danach war ich mit den Assistenzärzten auf Station unterwegs und habe mit den über die aktuellen gynäkologischen Fällen diskutiert. Manchmal gab es für mich nicht so viel zu tun und ich habe einfach ein Buch in der Küche gelesen, weil ich wusste, dass falls es etwas interessantes gibt, die Assistenten mir Bescheid geben würden.
Dienstags war ich in der Ambulanz mit einem Arzt und öfters mit zwei Studenten. Die Studenten haben immer die Anamnese gemacht und dann die Patientin dem Arzt vorgestellt. Zwischendurch wurde mir auch übersetzt, aber meistens habe ich einfach im Computer geschaut, was der Arzt schreibt, da die Ärzte dort alle medizinische Begriffe auf Englisch schreiben. Danach bei der Untersuchung durfte ich auch mit untersuchen immer wenn ich wollte. In Thailand fragt man die Patienten nicht, ob sie einverstanden sind,von Studenten untersucht zu werden sondern die gehen davon aus dass sie es sind.
Mittwochs war ich in der Familienplanung-Abteilung wo es meistens um Verhüttung ging. Es gab sowohl Sprechstunde, als auch Implantation von Spiralen oder von subkutanen Hormongeräten. Das haben teilweise Studenten im sechsten Studienjahr gemacht, ich durfte das aber nicht machen, nur zugucken.
Donnerstags und Freitags war ich im OP Saal, wo ich nur zugucken durfte, ohne mich waschen zu dürfen. Am Tisch waren meistens ausschließlich nur Ärzte, selten auch Studenten.
Insgesamt hatte ich den Eindruck dass der Alltag von Studenten und Ärzte nicht wesentlich unterschiedlich von dem Alltag hier in Deutschland. Außerdem waren alle sehr freundlich und auch flexibel wenn ich besondere Wünsche hatte.

Land und Leute

Bangkok ist meiner Meinung nach nicht lebenswert aber definitiv sehenswert. Man wohnt auch relativ zentral und hat die Möglichkeit, mit dem öffentlichen Nahverkehr sehr mobil sein. Die Leute sind sehr freundlich und helfen immer wenn man unsicher ist, wo man sich gerade befindet oder wie man nach Hause geht. Es gibt viele Tempel im Bangkok und auch außerhalb Bangkok die man unbedingt besuchen soll. The Grand Palace ist ein Muss, obwohl es dort tendenziell sehr voll ist. An sich ist die Stadt schmutzig und die Luft nicht unbedingt sauber, aber für ein Monat ist das nicht von großer Bedeutung. Street Food muss man auch ausprobieren oder sogar öfters essen, da es sehr lecker ist und die Atmosphäre dort einzigartig ist. Wenn man weiß, wie man die gute Street Food Corners findet, ist das Risiko das die Lebensmittel schmutzig sind, sehr gering. Lumphini Park ist der größte Park in Bangkok und ist direkt neben dem Krankenhaus und dem Wohnheim. Das ist ein super Ort, um täglich spazieren oder joggen zu gehen, es gibt dort Tiere die man in europäischen Parks nie sehen würde. Die sogenannten monitor lizards (Warane) sieht man sehr häufig dort was am Anfang sehr komisch ist, da sie wie Krokodile aussehen, jedoch nicht gefährlich sind. In der Nähe von Bangkok ist die alte Hauptstadt von Thailand - Ayutthaya - eine mittelgroße sehr alte Stadt mit vielen Tempeln und leckerem Street Food. Auf Station trifft man sehr viele Studenten und daher hat man die Möglichkeit, sehr schnell einheimische Studenten kennen zu lernen. Die meisten sind am Anfang sehr schüchtern aber mit der Zeit die Mehrheit entspannt sich und viele sind offen auch für was soziales außerhalb des Krankenhauses. So kann man wirklich über die Kultur Thailands erfahren oder die nicht so touristischen Ecken entdecken.
Neben Street Food ist eine klassische Thai Massage sehr zu empfehlen. Die billigsten kosten öfters weniger als zehn Euro aber eine etwas teuere lohnt sich auf jeden Fall. Im Vergleich zu den Massagen in Europa ist das eine ganz andere Erfahrung und auch ein ganz anderes Gefühl. Mit ein bisschen Recherche findet man gute und erfahrene Masseusen überall in Bangkok.
In der Nähe vom Krankenhaus - fünf Minuten zu Fuß - gibt es jeden Tag Snake Shows die auch ganz interessant sind mit vielen Schlangen, die man sonst auch im Zoo selten sieht. Ein Foto mit einer Riesenpython kann man nach Wunsch auch haben. Das Schnecken-Museum nebenbei ist genau so spannend.

Fazit

Im großen und ganzen bin ich mit der Famulatur zufrieden. Ich konnte sowohl etwas lernen als auch viel von der Hauptstadt und vom Land erleben. Ich empfehle es möglichst viel am Wochenende zu reisen, man kann auch in zwei Tagen vieles sehen!

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