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Italy (SISM)

Innere - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Vanessa Paula, Köln

Motivation

Ich wollte gerne nach Italien da ich das Land von vorigen Reisen kannt und viel gutes über PJ/Famu dort gehört hatte.

Vorbereitung

Man sollte sich frühzeitig um die von der italienischen Organisation geforderten Dokumente kümmern, die zum Beispiel einen Versicherungsnachweis und einige Gesundheitszeugnisse brauchen, Ein Sprachkurs vorher ist auf jeden Fall auch sinnvoll.

Visum

Ein Visum braucht man nicht als deutscher Student, da EU.

Gesundheit

Checkt auf jeden Fall euren Impfstatus vorher, ich musst zb meinen HepB auffrischen lassen da die Italiener eine Titerbestimmung sehen möchten. Auch muss man nachweisen dass man keine TBC, HIV HepC oder ähnliches hat und die allgemeinen Impfungen hat. Eine bestimmte Impfung extra für italien braucht man aber nicht.

Sicherheit

Ich hab mir vorher eigentlich gar keine Sorgen bezüglich der Sicherheit gemacht und das wurde auch während des Aufenthalts nicht anders. Rom ist denke ich ähnlich sicher wie Köln oder andere deutsche Großstädte.

Geld

Da man in Italien ja zwangsläufig vielleicht öfter Eis essen, Kaffe trinken und Pizza essen geht sollte man schon mit Mehrausgaben rechnen. Als besonders teuer habe ich Rom aber nicht erlebt bzw es gibt auch viele günstige Restaurant und Imbisse. Im Supermarkt sind die Preise eventuell etwas höher als in DE.

Sprache

Lernt vorher unbedingt etwas italiensich da viele Menschen dort ( vor allem ältere) kein Wort Englisch können. Ich habe einen kurzen Sprackkurs ein paar Monate vorher gemacht aber das hat nicht gereicht um sich zu verständigen.

Verkehrsbindungen

Mit Eurowings geht es ganz günstig nach Rom und in Rom selber kann man sich eine Monatskarte kaufen ( für 35 Euro) mit der man dann sowohl Bus als auch Bahn unbegrenzt nutzen kann. Das würde ich empfehlen, da Rom schon sehr weitläufig ist und man sehr oft die Bahn braucht.

Kommunikation

Da Italien in der EU ist kann man kostenlos sein Datenvolumen nutzen und über Whatsapp mit den anderen Studenten oder halt seiner Familie in der Heimat kommunizieren. Auch telefonieren ist nicht teurer.

Unterkunft

Ich habe in einem Wohnheim direkt an der Klinik gewohnt. Die Zimmer waren sehr groß und ordentlich mit einem eigenem Bad. Man teilt sich ein Zimmer mit einer anderen Studentin wobei es meist auch eine Austauschstudentin ist. Die Küche benutzt man mit den anderen auf der Etage und es gibt auch einen Waschraum mit Münzwaschmaschinen und Trockner. Man sollte sich allerdings Geschirr etc selber mitbringen da soetwas dort nicht für den Gemeinschaftsgebrauch vorhanden ist,

Literatur

In Zeiten von google translate konnte man das Wörterbuch getrost zuhause lassen. Ich hatte allerdings mein Sprachenlernbuch " Con Piacere A " dabei um auch vor Ort die Sprache etwas weiter zu lernen. Auch schadet es nicht ein Fachbuch über zb Innere Medizin mitzunehmen falls man mal was nachlesen will zu einem Krankheitsbild das man gesehen hat.

Mitzunehmen

Denkt auf jeden Fall an euer Scope Handbuch, ich hätte es fast vergessen und dann keine Unterschrift bekommen. Auch Kittel und Stethoskop sind wichtig, eventuell eigene Handschuhe da auf Station nicht immer direkt welche zu finden waren. Eigene Handtücher und Bettwäsche braucht ihr nicht falls ihr im Wohnheim seid aber dafür dann halt eigene Küchenutensilien.

Reise und Ankunft

Mein CP Giampiero hat mich netterweise vom Bahnhof abgeholt, da ich so spät vom Flughafen in Trastevere ankam, dass kein Zug mehr zum Krankenhaus/Wohnheim fuhr. Ansonsten gibt es aber auch gute Nachtbusse vom Hauptbahnhof aus.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich war mit einer anderen Studentin, sie kam aus Polen, auf der Station für Innere mit Schwerpunkt Gastroenterologie und alkoholbedingte Erkrankungen eingeteilt. DIe Krankheitsbilder die man auf Station gesehen hat waren oft sehr ähnlich ( meistens chronische Hepatitis und Gallenwegserkrankungen) aber es gab auch einige spannende Fälle. Der Stationsarzt Alberto war super freundlich und engagiert auch wenn er zeitweise, da er wegen Urlaub einer Kollegin alleine als Oberarzt dort war manchmal sehr viel zu tun hatte und dann nicht wirklich Zeit für uns hatte. Aber auch die Assistenzärztin Marta war super hilfsbereit und hat uns viel erklärt und gezeigt. Nach ein paar Tagen durften wir Patienten selbstständig körperlich untersuchen und wenn sie Englisch konnten auch eine Anamnese ausführen. Dann haben wir EKGs geschrieben und ausgewertet und CTs und MRTS von den Patienten befundet.Wenn wir Lust hatten konnten wir auch zum Lebersono mit oder in die Koloskopie. Das war recht interessant und die Abteilung ist wohl eine der besten in Europa. Kann man sich also mal anschauen. Fast überall wo man als Student eingeteilt wurde, waren die Ärzte sehr nett und haben so gut es ging Patientenfälle erklärt. Interessant zu sehen war, dass in Italien die Krankenpflege deutlich mehr Aufgaben hat als in Deutschland. Blutabnehmen und Viggos legen macht dort kein Arzt und auch die Studenten nicht, das machen alles die Schwestern. DIe Atmosphäre auf Station war insgesamt sehr gut und ich hatte den Eindruck dass die Hierarchien deutlich flacher waren als in Deutschland. Auch die Beziehung der Ärzte zu den Patienten beziehungsweise zu deren Angehörigen war deutlich herzlicher und persönlicher als ich das aus Deutschland kenne. Ob man das nun gut findet ist jedem selber überlassen, ich hatte aber den Eindruck dass die Patienten ihrem Arzt dort dadurch schnell vertrauen und zugänglicher sind.
Während der Visite mit dem Chefarzt war es, wenn man kein gutes Italienisch spricht leider etwas langweilig, da man nichts versteht. Auch gab es öfter Zeiten in denen man nichts zu tun hat und auch gerade kein Arzt Zeit hatte einem etwas zu erklären. Da muss man dann etwas Eigeninitiative ergreifen oder sich am besten ein Buch mitbringen um zum Beispiel die Krankheitsbilder die man auf Station gesehen hat nachzulesen. Falls man fachlich wirklich was mitnehmen will würde ich euch echt empfehlen italiensich zu lernen, damit man auf Visite was ersteht und auch mehr Patienten richtig untersuchen kann.vGerade die älteren Leute sprechen kein Wort englisch.

Land und Leute

Ich war vorher schon einige Male in Italien weshalb ich Land und Leute etwas kannte. Trotzdem war es wieder eine komplett neue und tolle Erfahrung und nach dem Monat in Rom, mag ich Italien noch mehr als vorher. Die Leute sind einfach super offen und freundlich und helfen einem obwohl man nicht mal danach gefragt hat. Wenn man zb in einen Bus steigt und eine Person fragt ob dieser zu einer bestimmten Haltestelle fährt, kannst du dir fast sicher sein dass der ganze Bus versuchen wird dir zu helfen wie du am besten zu deinem Ziel kommst. Auch die italiensichen Studenten waren super und haben einiges mit uns unternommen und uns mit Rat und Tat und tipps für Unternehmungen unterstützt. Wir waren in Florenz über ein Wochenende, waren abends in Rom tanzen ( zu empfehlen ist hier die magickbar direkt am tiber gelegen- sehr coole location) und haben einige gemeinsame Abendessen/Food Parties veranstaltet. Dass das Essen in Italien gut ist muss man, denke ich nicht erwähnen :) Sogar das Essen in der Kantine war überaschend gut. Wir haben zu Beginn unseres Aufenhaltes eine Mensa Karte mit 80 Euro drauf bekommen ( man sollte diese nicht verlieren sonst muss man sein Mittagessen dann selber bezahlen). Für 4-5 Euro konnte man sich ein Mittagsmenu mit Hauptspeise ( Nudeln oder Reis oder Pizza ) und Salat plus Nachtisch holen, was meistens echt gut geschmenkt hat.
Nachmittags hatte man meistens Zeit die Stadt zu erkunden und Rom bietet da echt eine Flut an Orten die man sehen muss. Es kann aber auch schön sein einfach durch die Straßen zu streifen und sich in ein kleines Cafe zu setzen. Am schönsten ist es meiner Meinung nach in Trastevere. Hier gibt es viele nette Restaurant und Bars und abends ist dort eine schöne Stimmung mit Straßenmusik etc. Im September war das Wetter auch noch sehr angenehm, nicht so drückend heiß aber bis auf zwei Tage jeden Tag strahlender Sonnenschein. Wenn man ma Wochenende mal Zeit hat kann man auch mit der Bahn ans Meer fahren ( Ostia Antica ist schnell erreichbar) oder zb an den Lago Bracchiano, eine Stunde nördlich von Rom. Sehr schöner See und kleiner Ort um mal aus der Großstadt Rom zu entfliehen. Worauf man sich in Rom auch einstellen sollte, ist der lebensmüde Fahrstil der Italiener. Gerade wenn ihr zum Feierabend verkehr unterwegs seid kann das schonmal etwas anstrengend sein. Insgesamt war es aber auf jeden Fall die richtige Wahl nach Rom zu gehen, da es eine super interessante vielseitige Stadt ist, in der einem nie langweilig wird.

Fazit

Die Zeit in Italien war super schön und ich würde es immer wieder machen.
Fachlich habe ich sicherlich weniger gelernt als hätte ich in Deutschland einen Monat auf der Inneren famuliert aber es war eine tolle Erfahrung, man lernt die Stadt Rom gut kennen und trifft viele tolle Menschen.

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