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Peru (IFMSA-Peru)

Dermatologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Marlen, Regensburg

Motivation

Die Famulatur in Peru war schon meine zweite Auslandsfamulatur. Ich war im Winter zuvor für eine Famulatur in Nepal und habe so viele tolle Erfahrungen gemacht, sodass ich die Chance nutzen wollte, über die bvmd erneut eine Auslandsfamulatur zu machen. Zudem bin ich schon seit zwei Jahren als LEO in der Lokalvertretung tätig und erlebe jedes Mal wie viel man durch den Austausch mit Menschen aus der ganzen Welt für sein Leben lernen kann.
Für Peru habe ich mich entschieden, weil ich Spanisch lerne (Level B1 zum Austauschzeitpunkt) und zudem schon immer Südamerika erkunden wollte. Peru bietet außerdem tolle Reisemöglichkeiten, ist ein relativ sicheres Land und nimmt jedes Jahr sehr viele Austauschfamulanten auf.
Erwartungen hatte ich ehrlich gesagt keine allzu großen, da ich aus Erfahrung weiß, dass in einem Krankenhaus außerhalb Europas immer alles anders läuft als angenommen. Ich war schon begeistert, dass alle Ärzte in der Dermatologie wussten, dass ich komme, mir ein Tutor (die Chefärztin) zugeordnet war und mein Tagesablauf vorgegeben war. Wie erwartet, habe ich nicht ganz so viel eigenständig machen dürfen, wie in Deutschland, aber trotzdem habe ich definitiv einiges dazugelernt.

Vorbereitung

Generell fand ich die Bewerbung relativ einfach, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich als LEO genau weiß, wie alles funktioniert. Das Einzige was ich vorher noch organisieren musste, war eine Auslandskrankenversicherung. Vorbereitet habe ich mich, bis auf meinen Spanischkurs, nicht auf den Auslandsaufenthalt.
Über benötigte Impfungen für das jeweilige Land sollte man sich frühzeitig informieren.

Visum

Für Peru braucht man als Staatsbürger der meisten europäischen Länder kein Visum.

Gesundheit

Für den Austausch nach Peru habe ich zuvor eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen (gratis über den Marburger Bund). Natürlich sind auch einige Impfungen, wie Gelbfieber, Tollwut, Hepatitis A und B und evlt. Thyphus neben den ganzen Standardimpfungen, notwendig oder empfohlen. Hier sollte man sich frühzeitig informieren und mit den Impfungen anfangen. Außerdem war für Peru noch ein Tuberkulose Test notwendig, welchen ich gratis in der Betriebsmedizin meiner Universität machen konnte.
In Peru gibt es noch häufig Tuberkulose, daher sollte man sich im Krankenhaus schützen. Ich bin z.B. nie zu den Patienten mit TBC mitgegangen, da sie nicht den erforderlichen Mundschutz für TBC hatten. Generell sollte man sich auch sein eigenes Desinfektionsmittel mitnehmen, weil auch dieses eigentlich kaum verfügbar ist. Wer will, kann sich ja auch einen eigenen Mundschutz mitnehmen, damit man auch die TBC Patienten besuchen kann.

Sicherheit

Lima ist definitiv nicht die sicherste Stadt, aber mit einigen Vorkehrungen kann man seine Zeit dort trotzdem genießen. Erstens habe ich immer meinen aktuellen Standort mit meinen Eltern geteilt für die ganze Zeit in Lima. Auf der Straße sollte man niemals sein Handy oder andere Wertgegenstände aus der Tasche nehmen, da sehr viel geklaut wird. Generell sollte man Wertgegenstände eher bei der Gastfamilie zu Hause lassen und immer nur Geld für den Tag mitnehmen. Als Ausweis reicht meistens ein internationaler Studentenausweis (ISIC). Bei Dunkelheit soll man sich nicht mehr alleine auf der Straße aufhalten und für weitere Strecken immer ein Uber nehmen. Ausnahmen sind hier Miraflores und Barranco. Viele Stadtteile sind abends nicht mehr sicher. Trotzdem habe ich mich nie wirklich unsicher gefühlt in Lima. Abends bin ich einfach immer Uber gefahren. Es muss einem einfach vorher klar sein, dass Südamerika nicht Europa ist und man sich anders verhalten muss auf der Straße und vor allem bei Dunkelheit.

Geld

In Peru zahlt man mit Soles, US-Dollar werden aber auch überall in Peru akzeptiert. Zu empfehlen ist eine VISA Kreditkarte, da viele Bankautomaten, Geschäfte, Restaurants und Hostels keine Mastercard Karten akzeptieren. Wenn man alleine nach Südamerika reist, empfiehlt es sich aber immer jeweils eine VISA und eine Mastercard Karte dabeizuhaben. Vor der Reise braucht man sich keine Soles besorgen, da man am Flughafen direkt Geld wechseln kann und dann in Lima überall Bankautomaten sind.
Peru ist im Vergleich zu Europa natürlich viel viel billiger. Ich habe für die vier Wochen in Lima nicht einmal 200€ benötigt (ohne Wochenendtrips). Ich habe aber drei Mahlzeiten am Tag bei meiner Gastfamilie bekommen.

Sprache

In Peru wird Spanisch gesprochen. Englisch kann fast niemand, auch keiner der Ärzte im Krankenhaus hat auch nur ein Wort Englisch gesprochen. Es empfiehlt sich daher mindestens ein B1 Level zu haben, um mit den Ärzten und der Gastfamilie kommunizieren zu können. Die meisten Medizinstudenten sprechen schon Englisch, aber Spanisch ist trotzdem in allen Lebenslagen dort notwendig. Ich belege ca. seit zwei Jahren einen Spanischkurs an der Uni und das hat mir neben der App Babble sehr geholfen.
In Lima gibt es aber auch Plätze für Austauschstudenten, die kein Spanisch sprechen. Ich würde aber trotzdem empfehlen etwas Spanisch zu lernen.

Verkehrsbindungen

In Lima benutzt man am besten die Metro, ein Bussystem, welches eine eigene Spur nutzt und somit dem Verkehr in Lima auskommt. Leider gibt es bis jetzt aber nicht viele Linien. Man braucht eine Metro Card und die lädt man einfach an Automaten in den Stationen auf. Eine Fahrt kostet ca. 3 Soles. Weiterhin gibt es noch öffentliche Busse, die die normalen Straßen nutzen, somit im Stau stehen, aber in jede Ecke von Lima fahren. Dazu nutzt man am besten die App TuRuta. Diese Busse sind weitaus billiger, aber man weiß nie wie lange die Fahrt dauern wird. Abends sollte man Uber oder Cabify nutzen.
In Peru kann man alle Wege mit Bussen zurücklegen. Zu den besten Unternehmen zählen Oltursa und Cruz del Sur. Die Busse sind nicht teuer (15-30€ für lange Strecken) und relativ sicher. Leider sind aber die Busterminals manchmal in nicht so tollen Gegenden.
Eine andere Möglichkeit ist noch PeruHop, ein Busunternehmen spezialisiert auf Touristen und somit wahrscheinlich der sicherste Bus in Peru für lange Strecken. PeruHop ist etwas teurer, dafür sind Pickup und Drop off vom Hostel/Hotel im Preis inbegriffen. Außerdem hält PeruHop auf langen Strecken an kleinen Sehenswürdigkeiten, die man sonst nie sehen würde. Ich habe PeruHop auf meiner Reise von Lima bis La Paz genutzt und war sehr zufrieden. Die Busse sind sauber, man kann seine Wertsachen auch mal unbeaufsichtigt lassen, es gibt immer saubere Toiletten im Bus, die Sitze sind bequem, es gibt warme Decken und immer einen Buscaptain, der Englisch spricht, als Ansprechpartner. Außerdem kann man bestimmte Touren und Hostels im Bus direkt zu günstigeren Preisen buchen. Vor allem die von PeruHop empfohlenen Touren waren wirklich immer sehr gut!

Kommunikation

Am einfachsten ist es, sich eine Sim-Karte zu kaufen. Ich hatte eine Sim Karte von Movistar, die ca. 30 Soles für 10GB Daten pro Monat gekostet hat. Kann man in jedem Movistar Shop kaufen, man braucht nur einen Ausweis. Die Verbindung mit Movistar war hervorragend.

Unterkunft

Ich habe während meiner Zeit in Lima in einer Gastfamilie gewohnt. Die Unterkunft wurde von der Lokalvertretung in Lima organisiert und jeder wohnte eigentlich bei der Familie eines Medizinstudenten. Ich habe direkt im Zentrum von Lima gewohnt. Eine Mall war direkt um die Ecke und zum Krankenhaus waren es auch nur 20 min zu Fuß. Super Lage. Die Wohnung war zwar etwas beengt, aber ich hatte mein eigenes Zimmer und musste mein Bad nur mit den beiden Kindern der Familie teilen. Die Wohnung war überaus sauber, da eine Haushälterin angestellt war, die auch drei Mal am Tag kochte, somit konnte ich immer dort essen. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben sich selbst zu verpflegen, aber das gute Essen wollte ich nicht missen. Bettwäsche und Decke/Kissen wurden gestellt. Ich musste nur mein eigenes Handtuch mitbringen. Da es in Lima extrem nass kühl ist, würde ich empfehlen die Wäsche in einer Wäscherei waschen und trocknen zu lassen, da zu Hause aufgehängte Kleidung nicht trocken wird und komisch zu riechen anfangen kann.

Literatur

Als Reiseführer und Informationsquelle kann ich den Lonely Planet nur empfehlen. Zudem lese ich immer gern die Bücher „Gebrauchsanweisung für ...“ vor einer Reise. Im Internet findet man auch unendlich viele Blogs zu Peru, mit aktuellen Informationen.
Medizinische Literatur habe ich nicht auf Spanisch gelesen und vor Ort fand ich dann Amboss am hilfreichsten, wenn ich mal etwas nachlesen musste.

Mitzunehmen

Kopien aller wichtigen Dokumente mitnehmen und sie als PDF auch in irgendeiner Cloud speichern. Impfpass nicht vergessen.
Für die Zeit im Krankenhaus unbedingt Kittel und ich würde auch Kasack und Hose empfehlen. Hat zwar (vor allem in der Dermatologie) dort fast keiner an, aber ich fand es einfach hygienischer. Für die Famulatur außerdem unbedingt noch Desinfektionsmittel, da es dieses im Krankenhaus fast nie gibt. Evtl. einen TBC tauglichen Mundschutz, wenn man voraussichtlich mit TBC Patienten in Kontakt kommen wird.
Sonst generell eher warme Kleidung (für Juli bis September), da in Lima kaum die Sonne scheint zu der Zeit und es immer so 16-18 Grad hat, aber es extrem nass kühl ist. Ein Haartrockner ist unbedingt zu empfehlen, da es auch drinnen immer sehr kühl ist, weil es keine Heizung in den Gebäuden gibt (auch nicht im KH).

Reise und Ankunft

Meine Anreise verlief komplett unkompliziert. Ich hatte einen Zwischenstopp in den USA. Dafür sollte man auf jeden Fall genügend Zeit einplanen (mind. 3h wenn das ESTA neu ist) und muss sich vorher um die ESTA Registrierung kümmern.
In Lima wurde ich von meiner Kontaktperson am Flughafen abgeholt und zu meiner Gastfamilie gebracht. Man sollte dafür unbedingt Geld zum Wechseln gleich am Flughafen mitbringen, um das Taxi zu bezahlen.
Angekommen bin ich am Freitag vor Praktikumsbeginn und hatte noch Zeit mit vom Jetlag zu erholen. Dennoch sollte man das immer mit seiner Gastfamilie im Vorhinein absprechen.
Am ersten Tag wurde ich dann von meinen Gastvater ins Krankenhaus gebracht (die anderen musste alle früh morgens in die Uni) und direkt zu meiner Tutorin gebracht und vorgestellt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe meine Famulatur im Hospital Nacional Arzobispo Loayza in der Dermatologie absolviert. Meine Tutorin war die Chefärztin der Dermatologie und mit ihr habe ich auch immer den Vormittag in der ambulanten Sprechstunde verbracht. Am ersten Tag wusste jeder, dass ich komme und ich wurde von allen sehr herzlich aufgenommen. Vor allem mit den Assistenzärzten war es oft richtig lustig.
Zum Tagesablauf: Hierzu sollte man vorher wissen, dass die Dermatologie dort keine bettenführende Station ist, sondern hauptsächlich ambulante Patienten betreut (also eher eine ambulante Famulatur). Der Tag beginnt täglich um 7:30 und endet um ca. 14:00 – 14:30. Morgens werden bis ca. 11:00 ambulante Patienten behandelt, dann treffen sich alle Assistenzärzte und machen gemeinsam die ganzen Konsile und davon gibt es echt viele jeden Tag. Zum Schluss gibt es dann immer noch einen kurzen Vortrag und ein Quiz (daran musste ich jetzt aber nicht teilnehmen). Donnerstags war für mich der OP Tag, an dem kleine ambulante OPs durchgeführt wurden.
In der Sprechstunde durfte ich bei der Untersuchung mithelfen und mir wurde auch immer alles sehr sehr genau erklärt, wenn ich nachgefragt habe. Generell waren immer alles darauf bedacht, dass ich auch ja alles verstehe. Trotzdem darf man jetzt nicht so viel machen wie in Deutschland bzw. gibt es auch einfach nicht so viel Arbeit, da es ja keine bettenführende Station ist. Bei den OPs kann man aber schon assistieren, wenn man will. Mir ist aber auch aufgefallen, dass die peruanischen Medizinstudenten eigentlich nur beobachten und auch die Assistenzärzte im ersten Jahr eher selten selbst kleine Eingriffe alleine durchführen dürfen. Andere Austauschstudenten haben dasselbe aus anderen Fachrichtungen erzählt.
Gelernt habe ich definitiv nicht so viel wie bei einer Famulatur in Deutschland, vor allem praktisch habe ich nicht wirklich neues gelernt, aber das war mir auch schon vorher klar. Die Ausbildung läuft einfach anders in Peru. Es wird extrem viel Wert auf theoretisches Wissen gelegt und im Studium, zumindest auf der Dermatologie, kaum praktische Fähigkeiten vermittelt. Sonst ist das Studium mit Vorlesungen und Praktika ähnlich aufgebaut. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Studenten dort viel mehr lernen müssen, als wir in Deutschland. Es gibt ständig kleine Prüfungen und nicht immer erste Ende des Semesters eine Klausur. Hat natürlich Positives, aber die Freizeit bleibt für die Studenten dort schon ziemlich auf der Strecke. Nach dem Studium muss jeder ein Jahr in einem Landkrankenhaus arbeiten und kann sich erst danach für den Facharzt bewerben. Welche Fachrichtung man später wirklich machen kann, hängt komplett von den Noten im Studium ab. Das heißt, es herrscht ein extremer Druck und die Studenten wollen alle immer die Besten sein, um dann auch ihrem Fachrichtungswunsch in der Zukunft nachgehen zu können.

Besonders anstrengend fand ich, dass immer alles so extrem ineffizient und langsam ist im Vergleich zu Deutschland. Ich hätte echt oft die ganze Arbeit in der halben Zeit erledigen können. Dort lässt man sich echt absolut nicht stressen. Auch werden zum Beispiel private Telefongespräche vor Patienten geführt oder Nachrichten geschrieben. Auch auf die Privatsphäre wurde überhaupt keine Rücksicht genommen. Die Tür zum Sprechzimmer stand meistens offen, sodass im Wartebereich sicher jeder einiges mithören konnte und im Zuge von Konsilen wurden Patienten in den Krankensälen von oben bis unten ohne Sichtschutz untersucht (obwohl theoretische einer zur Verfügung stand). In einem Krankensaal liegen ca. 60 Patienten Bett an Bett mit ca. 50 cm Abstand. Die Fenster sind offen, Tauben fliegen in die Krankensäle, und es gibt keine Heizung, daher ist es ziemlich kalt. Ich habe mich immer gefragt, wie man unter solchen Umständen überhaupt wieder gesund werden kann.
Jeder Patient muss generell alles von einfachen Handschuhen für den stationären Aufenthalt bis zu Lidocain für OPs selber mitbringen. Heißt für einen Eingriff in der Dermatologie bekommt man vorher eine Einkaufsliste für sterilen Handschuhe, Tupfer, Betäubungsmittel etc. Auch muss man die Behandlung davor direkt an der Kasse zahlen, sonst wird sie nicht durchgeführt. Medizin ist dort eine Dienstleistung. Eine Krankenversicherung gibt es zwar, aber es sind nicht besonders viele Menschen erfasst, da man bei geringen Einkommen nicht versichert wird. In Peru kann sich jemand mit Geld eine sehr gute medizinische Behandlung in privaten Krankenhäusern leisten (die oft moderner als unsere KH in Deutschland aussehen), aber der Großteil der Bevölkerung hat nichts davon. Das Hospital Nacional Arzobispo Loayza ist das größte und wichtigste öffentlichen Krankenhaus in Lima, aber hat z.B. keine CT oder MRT. Die medizinische Versorgung im öffentlichen Sektor ist somit deutlich unter europäisches Niveau und schlechter, als ich im Vorhinein gedacht hatte. Das Problem ist aber nicht der Wissenstand oder das Können der Ärzte dort, sondern eindeutig die finanziellen Mittel. Auch wenn man sich einiges hier nicht vorstellen kann, würde ich trotzdem jederzeit zurück.

Land und Leute

Ich war jetzt schon öfter für längere Zeit im Ausland und trotzdem muss ich mich jedes Mal von Neuem auf ein Land und die Leute dort einlassen. Ich habe die Peruaner als sehr höflich und hilfsbereit erlebt und habe mich sehr sehr wohlgefühlt, vor allem bei meiner Gastfamilie. Ich habe bei einer eher wohlhabenden Familie gewohnt, aber natürlich sieht man auch anderes in Lima. Ein großer Teil der Bevölkerung ist eher arm, kann sich keine Krankenversicherung leisten und verkauft alles Mögliche auf der Straße, um sich über Wasser zu halten. In Arequipa, Cusco und am Titicacasee leben natürlich extrem viele Menschen vom Tourismus, der derzeit auch boomt in Peru. Unsicher hätte ich mich in Peru aber trotzdem wirklich nie gefühlt. Man muss einfach ein paar Regeln zur eigenen Sicherheit beachten und dann wird schon alles gutgehen.

In Lima gibt es natürlich auch einiges zu sehen: gefühlt 500 Museen, Miraflores und Barranco und auch Ruinen kann man in der Nähe von Lima besuchen. Trotzdem würde ich jedem empfehlen am Wochenende aus Lima zu verschwinden, da man einfach nie die Sonne sieht. Als Wochenendausflug bietet sich z.B. Huaraz an, wenn man gerne wandert. Dort kann ich die Wanderung zur Laguna Wilkacocha (zum Akklimatisieren am ersten Tag), die Laguna Paron und die Laguna Churup (die absolut schönste Lagune, die ich in Peru gesehen habe und eine tolle Wanderung mit einem Kletterteil). Für ein Wochenende empfiehlt sich auch noch Paracas mit den Islas Ballestas und die Oase Huacachina mit seinen Sanddünen zum Buggy fahren und Sandboarden.
Etwas weiter im Süden kann man dann den Flug über die Nasca Linien machen (wirklich sehr zu empfehlen) und Arequipa, die meiner Meinung nach schönster Stadt in Peru, besuchen. Von Arequipa aus muss man dann unbedingt 2-3 Tage wandern in den Colca Canyon.
Auf der Liste darf natürlich auch nicht Cusco mit Machu Picchu fehlen. Hier kann ich nur den Salkantay Trek wärmstens empfehlen – das war definitiv mein Highlight dieser Reise! Das Sacred Valley und die Rainbow Mountains (hier den Palccoyo Mountain für weniger Touristen wählen) darf man auch nicht auslassen. Wenn man ein Abenteuer in den Dschungel plant dann bietet sich noch der Manu National Park in der Nähe von Cusco an. Alternativ haben alle erzählt, dass Iquitos im Norden toll ist.
Zum Schluss sollte man noch einen Abstecher zum Titicacac See machen. Dort hab ich mich gefühlt wie am Meer.
Anders hätte ich gemacht: mehr Zeit für den Colca Canyon einplanen, mehr Zeit in Cusco (von hier aus kann man sooooo viel machen und Cusco ist auch so schön und toll zum Essen und Shoppen), mehr Zeit in Manu Nationalpark, am Titicacasee nur eine Nacht (und nicht auch noch auf der bolivianischen Seite in Copacabana bleiben)

Zum Thema Essen: Mir persönlich hat das Essen in Peru nicht sonderlich geschmeckt, da einfach überall Fleisch drinnen ist. Das Essen besteht meistens auch Kartoffeln (die gibt es echt IMMER), Reis und Fleisch. Im Dschungel ist das Essen besser, da es dort viel Obst und Gemüse gibt.
In der Gastfamilie habe ich alles gegessen (auch Salat), aber auf der Reise danach muss man wirklich höllisch aufpassen, was man isst. Mich hat es mehrmals erwischt und ich habe das Essen nicht vertragen. Auf keinen Fall bei einem Straßenstand essen, auch wenn es gut aussieht.

Fazit

Ich würde diesen Austausch definitiv wieder machen und auch jedem empfehlen! Man sollte sich nur vorher darüber im Klaren sein, dass man medizinisch gesehen wahrscheinlich nicht so viel lernen wird wie bei einer Famulatur zu Hause. Trotzdem würde ich diese Erfahrung einer normalen Famulatur immer vorziehen, da man einfach einen einzigartigen Einblick in ein anderes Land bekommt, persönlich wachsen kann, seinen Horizont erweitert und neue Freundschaften schließen kann. Ich persönlich habe wirklich viel mitgenommen aus der Zeit dort!
Besonders Peru bietet sich in Südamerika an, da es relativ sicher ist und jede Menge für die Reise danach bietet. Trotzdem würde ich Lima nicht als erste Wahl angeben (war auch nur meine dritte Wahl), da es einfach viel viel schönerer und sicherere Orte in Peru gibt z.B. Arequipa, Trujillo, Cusco.
Nach Peru komme ich aber auch auf jeden Fall zurück!

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