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Sprachkurs und Volontariat mit Atahualpa (Lateinamerika)

Intensivmedizin - SCOPH (Public-Health Austausch)
von Desiree, Greifswald

Motivation

Im Frühjahr war ich mit meinen Eltern auf einer Südamerikareise. Dabei habe ich festgestellt, wie toll dieser Kontinent ist und dass ich dort gerne wieder hin reisen möchte. Über die bvmd Seite bin ich dann darauf aufmerksam geworden, dass das Projekt Atahualpa einen Sprachkurs anbietet, verbunden mit einer Famulatur. Ich hatte zu dem Zeitpunkt zwar bereits alle meine Pflichtfamulaturen, wollte aber gerne ein Praktikum mit Sprachkurs besuchen, da ich zum Bewerbungszeitraum so gut wie kein Spanisch konnte. Da noch Restplätze für den Sommer frei waren beworb ich mich darauf. Von dem Public Health Projekt erhoffte ich mir vor allem einen Einblick in das Gesundheitssystem von Ecuador zu erlangen und natürlich das Land, die Kultur kennen zu lernen und die Sprache besser zu sprechen.

Vorbereitung

Da bereits alle Uni-Kurse für Spanisch belegt waren lieh ich mir einige Bücher aus der Uni-Bib aus und fing an selbstständig Spanisch zu lernen. Dabei entdeckte ich den Podcast von „Coffe-Break-Spanish“ bei dem zwei Engländer sich unterhalten und einem Stück für Stück die Grundlagen der Spanischen Grammatik erläutern und die wichtigsten Phrasen um in einem Spanischsprachigen Land zu überleben. Ich nutze auch Apps wie Duolingo, die für den Anfang zwar ganz nett waren, irgendwann aber nicht mehr viel Fortschritt erbrachten. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich mir vermutlich noch einen Tandem-Partner gesucht um das Sprechen auch zu üben, aber letztendlich kam der Abflugtag viel schneller als geplant. Für das Programm brauchte ich nur einen Englisch Test, ich schätze mal mein Spanisch Level war am Abflugtag etwa zwischen A1 und A2.
Alles weitere wie Reiseimpfungen, Reiserücktrittsversicherung und Auslandskrankenversicherung hatte ich zum Glück sowieso schon, da ich in dem Jahr ja bereits Südamerika bereist hatte. Leider war zum Zeitpunkt meiner Bewerbung (Restplatz) der Reisekostenzuschusstopf bereits aufgebraucht, so dass ich alle Flugkosten selbst zahlen musste.
Ich nahm auch Kontakt zu der Sprachschule auf, wobei die mir aber eher wenig Infos gaben bezüglich des Praktikums etc. Die Ecuadorianer sind sehr entspannt und nicht so sehr planerisch, da merkte man sofort den Kulturunterschied.

Visum

Ein Visum muss man für Ecuador nicht beantragen. Es reicht, wenn der Reisepass aktuell ist. Aber die Überweisung an die Sprachschule für die Unterrichtskosten war etwas kompliziert. Im Nachhinein hätte ich lieber vor Ort bezahlt. Meine Auslandsüberweisung ging nämlich angeblich durch so viele Banken, dass bei der Sprachschule am Ende eine Differenz von ca 80 Euro von dem überwiesenen Geld entstand, was ich später noch nachzahlen musste.

Gesundheit

Meine Impfungen, die ich jedem empfehlen wurde waren u.a. Tetanus, Tollwut, Gelbfieber und die Hepatitis Impfungen. Als Reiseapotheke kann ich empfehlen Vomex und Immodium dabei zu haben, vielleicht noch ein paar Erkältungsmedikamente und Ibuprofen. Die Apotheken sind unverschämt teuer, deshalb bringt man lieber etwas mehr mit. Auf keinen Fall den Sonnenschutz vergessen. Auch wenn das Wetter ganzjährig zwischen 15-25 Grad ist, liegt Quito auf einer Höhe von 3000 m und die Sonneneinstrahlung ist extrem. Sonnenkappe und tägliches eincremen waren Pflicht, so dass einige der anderen Studenten sogar mehr als einen Tube Sonnencreme brauchten.
Da ich nicht vor hatte in den Amazonas zu reisen und letzendlich auch nur für einen Tag in Tena war brauchte ich keine Malaria Prophylaxe mitnehmen. Als Auslandsreiseversicherung reicht eine billige Jahresversicherung. Über den ADAC kostete meine keine 20 Euro. Zusätzlich ist eine Reiserücktrittsversicherung überlegenswert.
Ich hatte Glück und wurde nicht krank, das geht den meisten Austauschstudenten nicht so. Ob Erkältung, Magen-Darm-Grippe oder ein Hautausschlag, im Nachhinein erfuhr ich, dass viele irgendeines davon während dem Austausch mindestens einmal durch machten. Man sollte auf jeden Fall aufpassen, dass man kein rohes Fleisch isst und möglichst Früchte nur essen, wenn man sie schälen kann bzw aufpassen bei Eis und anderen Getränken. In meiner Gastfamilie konnte man das Trinkwasser trinken, aber sogar in der Sprachschule waren die Leitungen keine Trinkwasserleitungen.

Sicherheit

Man sollte immer nur eine Passkopie dabei haben und alle Original Unterlagen in der Gastfamilie möglichst im Tresor lassen. Außerdem hatte ich täglich maximal 10 Dollar dabei und möglichst nie die Kreditkarte. Mir ist zwar nichts passiert, aber ich war tagsüber viel zu Fuß unterwegs und es ist durchaus alltäglich, dass man in einem Park oder einer einsamen Straße in der Stadt überfallen wird. Deshalb empfehle ich es, sich lieber gut zu überlegen, ob man die teure Kamera mitnimmt oder ob die Handykamera nicht auch reicht. Sobald es dunkel wurde, bin ich nicht mehr alleine auf die Straße gegangen und auch in der Gruppe sind wir nur wenig zu Fuß gelaufen. Das Taxi und Uber-System in Quito ist sehr gut ausgebaut und die Fahrer waren immer sehr freundlich und haben abends meistens gewartet, bis ich auch wirklich im Haus war, bevor sie wieder abgefahren sind. Dadurch fühlte ich mich allgemein immer sehr sicher. Nach dem Praktikum nahm mich normalerweise Dr. Llano mit dem Auto mit. An Tagen an denen er nicht im Krankenhaus war nahm ich dann aber meist lieber ein Uber zur Gastfamilie anstelle des Busses.
Das Handy empfehle ich auch immer am Körper zu tragen, also als Frau lieber in den Hosenbund stecken. Die Trickdiebe sind sehr geschickt und schaffen es einem ein Handy aus jeglichen Taschen zu stehlen. Im Bus auch immer den Rucksack auf den Schoß nehmen und Wertsachen sollte man lieber auch nicht dort drinnen haben.

Geld

In Ecuador nutzt man amerikanische Dollar. Das macht es recht einfach mit der Umrechnung. Ich habe viel in Bar bezahlt, aber versucht immer möglichst wenig Bargeld dabei zu haben. Die Kreditkarte habe ich im Alltag aber auch generell daheim gelassen. Ein Busticket kostet 25 ct und ein Mittagessen bekommt man ab 2 Dollar. Man braucht also wirklich nicht viel Geld im Alltag. Da ich keine Auslandskreditkarte hatte, habe ich einige hundert Dollar in Bar mit gebracht und musste auch nur einmal Geld abheben. Geld abheben ist nämlich nicht so einfach, je nachdem welche Deutsche Bank man hat. Es kann durchaus passieren, dass die Bankautomaten die Karten nicht akzeptieren. In Supermärkten konnte man aber auch gut mit der Kreditkarte zahlen.
In Restaurants ist der Tip übrigens immer schon mit eingerechnet, man braucht sich also keine Gedanken darüber machen wie viel man jetzt noch als Tip gibt.
Im Vergleich zu Deutschland sind Essen, Früchte, Säfte, Fahrtkosten und Eintritte extrem billig. Dahingegen sind aber Kosmetikartikel, Zahnpasta, Shampoo, Sonnencreme oder auch Arzneimittel viel teurer. Eine Tube Sonnencreme kostet etwa 20 Dollar.

Sprache

In Ecuador kommt man zwar ab touristischen Orten mit Englisch recht weit, im Krankenhaus oder auch in der Gastfamilie ging allerdings nur Spanisch. Keiner der Ärzte sprach oder wollte Englisch reden. Das macht aber gar nichts aus, auch mit wenig Spanisch Kenntnissen kommt man sehr gut zurecht und auch wenn man anfangs im Praktikum nur wenig versteht so ist der Lernerfolg aber umso höher.
Ich hatte keinen vorbereiteten Spanisch Kurs. An der Sprachstunde hatte ich 2 Wochen lang jeden Tag 4 h Sprachunterricht. Im Nachhinein hätte ich lieber jeden Tag nur 2 Stunden Unterricht gehabt und dafür über 4 Wochen. Bei 4 h kann man zwar intensiv im Einzelunterricht mit dem Lehrer sprechen, aber man macht auch viele Pausen, hat mal schlechte Konzentration etc… Es vergeht also auch viel Zeit in der man nicht mehr lernt, als wenn man sich beim Frühstückstisch mit der Gastfamilie unterhalten würde. Deshalb habe ich mich auch nach den 2 Wochen Sprachunterricht, die man mindestens nehmen musste dagegen entschieden weiteren Unterricht zu nehmen.

Verkehrsbindungen

Ich hatte sehr viel Glück: Sowohl die Gastfamilie als auch die Leiterin der Sprachschule haben mich auf Ausflüge nach Cotapaxi, Tena oder an die Küste mitgenommen. Deshalb kam es nie dazu, dass ich einen Fernbus nehmen musste oder mit einer Reisegesellschaft die verschiedenen Orte besucht habe. Ansonsten kann ich aber sehr empfehlen die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Das ist sehr günstig und wenn man gut auf seine Sachen aufpasst auch sehr verlässlich. Außerdem hat es sich für mich sehr gelohnt in Ecuador Flüge nach Galapagos zu buchen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit für nur 180 Euro einen Hin- und Rückflug auf die Inseln zu buchen und bin so spontan für 6 Tage dort hin gereist.

Kommunikation

Meine Gastfamilie gab mir bei Anreise sofort das Internet-Passwort und auch die Sprachschule hat W-Lan. Ich habe mir dennoch am ersten Tag direkt eine Sim Karte gekauft und einen Plan für 1 Monat mit Datenvolumen abgeschlossen. Das war vor allem wichtig, da ich im Krankenhaus kein W-Lan hatte und unterwegs so Uber nutzen konnte.

Unterkunft

Ich habe mich entschieden in einer Gastfamilie zu leben. Die Hauptgründe dafür waren, dass ich dadurch besser die Kultur kennen lernen konnte, schneller Kontakte knüpfen konnte und auch natürlich viel mehr Spanisch sprechen musste. Außerdem ist die Unterkunft in der Sprachschule etwas abenteuerlich, es gibt keine wirklichen Zimmer sondern nur Vorhänge zwischen den einzelnen Betten.
Meine Gastfamilie war sehr liebenswert. Es wurde jeden Tag frisch gekocht und ich lernte sehr viel über die traditionelle Ecuadorianische Küche. Trotzdem hatte ich auch jeder Zeit die Möglichkeit mich selbst mit Essen zu versorgen, mir Kaffee zu kochen oder ein Essen für unterwegs zu packen. Ich kann es sehr empfehlen eigene (Sport-)Handtücher mit zu bringen, gerade auch wenn man mal ein Wochenende in eine andere Stadt fährt. Ansonsten war aber für alles gesorgt. Beim Abwasch und auch Wäsche waschen habe ich immer geholfen, auch wenn es vermutlich nicht nötig gewesen wäre.

Literatur

Meine Hauptvorbereitung auf das Land bestand aus dem Lonely Planet Reiseführer, den ich im Nachhinein nicht nochmal kaufen würde. Die meisten Empfehlungen dort für Essen/Übernachtungen/Ausflüge lagen über meinem Budget, was ich überraschend fand, da Ecuador viele günstige Reise- und Essensmöglichkeiten bietet. Für Galapagos und andere Ausflugsziele habe ich mich auch viel auf Blogs im Internet belesen.

Mitzunehmen

Laut der Sprachschule sollte man für die Hospitation im Krankenhaus selbst Kleidung mitbringen. Ein Kasak und eine Hose (egal welche Farbe) oder ein Kittel hätten aber völlig gereicht. Außerdem hat die Sprachschule mittlerweile eine komplette Sammlung an Kitteln, die Studenten dort gelassen haben. Macht euch also keinen Kopf, irgend etwas für die Hospitation vergessen zu haben.
Ein kleines Geschenk ist vielleicht ganz nett, den Krankenhäusern mangelt es hauptsächlich an Hygiene-Material. Im Nachhinein hätte ich vielleicht doch gerne eine Packung Handschuhe und Desinfektionsmittel mitgebracht aber ich bin mir nicht sicher ob es dann auch genutzt wird. Wichtiger ist es sich Handschuhe und Desinfektionsmittel für den Eigengebrauch mitzubringen. Stethoskop und andere Instrumente hatte ich dabei, aber nie benutzt.

Reise und Ankunft

Ich hatte zur Anreise die Abholung durch die Sprachschule gewählt. Das war etwas teurer als ein Taxi zu nehmen, aber bei meinen brüchigen Spanischkenntnissen war ich sehr froh, dass Vincente, der Ehemann von Martha Ona mich am Flughafen empfing und erst einmal zur Gastfamilie fuhr. Eigentlich sollte am gleichen Tag noch mein Spanisch Unterricht starten, aber da gab es wohl ein Missverständnis zwischen meiner Gastfamilie und der Sprachschule. Das war im Nachhinein aber egal und so hatte ich erst einmal einen Tag Zeit um mir die Stadt anzuschauen und mich einzuleben. Am nächsten Tag begann dann direkt mein Sprachunterricht und Nachmittags auch das Praktikum im Krankenhaus. Martha begleitete mich zum Glück Mittags ins Krankenhaus und stellte mich Dr. Llano vor. Die Abreise musste ich mir übrigens selbst organisieren. Die Sprachschule empfahl mir allerdings einen Taxi-Fahrer, der mich für einen einigermaßen guten Preis zum Flughafen fuhr.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Auf der Intensivstation im Hospital Inglés ist es meistens sehr ruhig. Es vergingen viele Tage an denen nichts passierte. Dr. Llano hat dann oft Arbeit in seinem Büro zu verrichten und man ist dem anwesenden Diensthabenden Arzt überlassen. Die schieben meistens eine 24h-Schicht nach der anderen und sind dementsprechend mal in der Laune sich viel mit einem zu unterhalten und mal nicht. Insgesamt war das Team aber immer sehr lieb, insbesondere die Krankenpfleger und Krankenschwestern begrüßten mich immer sehr herzlich und unterhielten sich auch mit mir. Die Diensthabenden Ärzte waren auch meist froh ein bisschen Unterhaltung zu haben. Ich konnte Patienten zu Untersuchungen begleiten oder auch selbst ein Ultraschall durchführen. Manchmal gingen wir auch auf die Intermediate Care Station und machten dort einige Wundversorgungen und Verbandswechsel.
Wenn neue Patienten eintrafen war die Lage oft sehr ernst. Viele Patienten sind Unfallopfer, v.a. Motorradunfälle und haben schwere innere- oder Hirnblutungen. Da in dem Krankenhaus ein großer Ärztemangel herrscht durfte ich auch immer wenn ich wollte bei den Operationen assistieren. Dr. Llano machte dann die Anästhesie und der Neurochirurg oder Allgemeinchirurg führte die Operationen immer mit nur einem weiteren Arzt und mir als Student durch. Da war es auch egal, dass ich nicht so viel Spanisch sprach, die Ärzte freuten sich sehr über das Interesse und die Unterstützung.
Im Krankenhaus desinfiziert man sich übrigens die Hände indem man sie mit Seife wäscht. Dabei wird man als Student oft kritisch beobachtet, also lieber einmal zu viel, als zu wenig waschen. Alle Patienten auf der Intensivstation hatten zusätzlich nosokomiale Infektionen und waren größtenteils isoliert. Ich entschied mich auch oft lieber zu beobachten, also mit in die Isolierzimmer zu gehen um lieber kein Risiko einzugehen Keime zu übertragen.
Das Krankenhaus ist übrigens ein öffentliches Krankenhaus und nicht, wie auf der Webseite der Sprachschule beschrieben eine Privatklinik. Es kommen hauptsächlich Patienten, die einmal für das Militär gearbeitet haben und der Mittelschicht angehören. Wir hatten auch Fälle, bei denen Unfälle an der Küste, 6 Stunden Fahrt mit dem Krankenwagen entfernt stattgefunden hatten und die Patienten somit erst nach einem halben Tag das Krankenhaus erreichten. Das ist ein grpßes Problem in der Gesundheitsversorgung in Ecuador, da die meisten Patienten nach Unfällen sterben bevor überhaupt ein Arzt da ist oder sie das Krankenhaus erreichen.

Land und Leute

Die Ecuadorianer waren die liebenswertesten Menschen, die ich bisher kennen gelernt habe. Tranquilo ist die Tagesdevise und ich wurde einige male von den Sprachschullehrern belächelt, wenn ich mich entschuldigte, weil ich ein paar Minuten zu spät kam.
Das Land hat unglaublich viel an aufregenden Orten zu bieten. Ich wünschte ich hätte mehr Zeit gehabt um mehr Orte zu besuchen, aber Tena, der Cotopaxi und die Küste waren an Wochenendausflügen drin. Die restlichen freien Tage nutzte ich für Galapagos. Ich hatte lange überlegt dort hin zu reisen, da man alleine für den Eintritt in den Nationalpark 100 Dollar zahlt und dann zusätzlich nochmal mehrmals 10-20 Dollar Gebühren zahlt um die unterschiedlichen Inseln zu betreten, aber im Nachhinein war es jeden Dollar wert. Neben Riesenschildkröten konnte ich auf einem Schnorchelausflug die Blaufuß-Tölpel sehen, mit Seeschildkröten und Haien schnorcheln und sogar Rochen und Seepferdchen sehen. Wer dann noch eine Lizenz zum Tiefseetauchen hat könnte sogar noch mehr von der umwerfenden Unterwasserwelt sehen. Und auch an Land war die Tierwelt bezaubernd. Die Galapagos Inseln sind übrigens was Sicherheit angeht das komplette Gegenteil von Quito. Meine Übernachtungszimmer konnte man nicht einmal abschließen und auch wenn ich im Dunkeln noch alleine zur Unterkunft laufen musste fühlte ich mich nie unsicher. Dafür gibt es auch außer sehr teuren Taxis so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel. Und man braucht manchmal von einer Insel zur anderen fast einen ganzen Tag mit Schnellbooten. Da alle Essensgüter in den Supermärkte importiert werden müssen sind die Restaurants übrigens billiger als eine selbstgekochte Nudelmahlzeit. Die Tomaten aus der Dose kosten hier gerne mal 7 Dollar.
Quito hat übrigens auch unendlich viel an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Vormittage an denen ich keinen Sprachunterricht hatte und nur Nachmittags im Krankenhaus war nutze ich um das kostenlose historische Museum in der Casa de la Cultura zu besuchen, eine ecuadorianische Messe in der Basilica zu besuchen, über die Märkte zu schlendern und mit meinem Gastbruder und seinen Freunden auf den Rucu Pichincha zu steigen, den Hausberg von Quito. Außerdem lebte meine Gastfamilie direkt neben dem Parque Itchimbia, der ideal war um Spazieren zu gehen, zu Joggen oder Drachen steigen zu lassen. Meine Gastmutter und ich sind auch gerne zusammen einkaufen gegangen oder ich habe meine Gastschwester zu einem Arzttermin begleitet. Die Großeltern lebten auch mit im Haus und kamen gerne vorbei um sich zu unterhalten.

Fazit

Mein Austausch hat es mir ermöglicht ein komplett anderes Gesundheitssystem kennen zu lernen, eine neue Sprache zu lernen und eine traditionsreiche und unglaublich interessante Kultur kennen zu lernen. Durch meine Gastfamilie habe ich unglaublich viel über Land und Leute gelernt und Kontakte geknüpft, die lange bleiben werden. Ich möchte definitiv in den nächsten Jahren dort hin zurück kehren und noch mehr vom Land bereisen. Deshalb nehme ich weiter an meiner Uni nun Spanisch Unterricht und hoffe in einem späteren Semester nochmals dort hin reisen zu können.

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