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Phalombe Clinic (Malawi)

Verschiedene - SCOPH (Public-Health Austausch)
von Anna Sophie, Halle

Motivation

Schon zu Beginn meines Studiums hatte ich den Wunsch, die Herausforderungen der medizinischen Versorgung in einem Entwicklungsland kennen zu lernen. Da ich nach dem zweiten Staatsexamen ein Semester aussetzen wollte, beschloss ich, mich gemeinsam mit einer Freundin für einen Public Health Austausch der BVMD zu bewerben. Wir entschieden uns ein Praktikum in Afrika absolvieren zu wollen, nicht zuletzt, aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse. Von dem Land Malawi hatten wir zu dem Zeitpunkt noch keine Vorstellungen, aber uns gefiel die Projektbeschreibung und die Berichte aus dem „Warm Heart of Africa“, weshalb wir umso glücklicher waren, als wir eine Zusage für das Holy Family Mission Hospital in Phalombe, Malawi erhielten.

Vorbereitung

Als Vorbereitung auf meinen Auslandsaufenthalt habe ich keine speziellen Kurse wie z.B. „Englisch für Mediziner“ an der Uni besucht. Allerdings hatte ich durch mein Wahlfach „Infektionen in der Dritten Welt“ schon einen guten Überblick über tropische Krankheiten erhalten, welcher mir während meines Austauschs auch viel geholfen hatte. Ich denke nicht, dass es unbedingt nötig ist, sich mit Kursen auf den Austausch vorzubereiten, allerdings hilft es sicherlich, wenn man sich im Vorfeld etwas Wissen über tropische Krankheiten und „Mediziner-Englisch“ aneignet. Die Flüge haben wir etwa drei Monate im Voraus gebucht. Es macht auf jeden Fall Sinn, sobald man die Zusage für das Projekt hat, sich auf den Fahrtkostenzuschuss der BVMD zu bewerben, um so einen guten Teil der nicht ganz so günstigen Reisekosten erstattet zu bekommen. Insgesamt waren die organisatorischen Vorbereitungen sehr überschaubar. Durch eine WhatsApp-Gruppe mit den Projektleitern konnten aufkommende Fragen schnell geklärt werden. Außerdem haben diese auch unmittelbar nach Zusage für das Projekt über E-mail Kontakt aufgenommen und nützliche Informationen, wie z.B. eine Packliste und eine Liste wichtiger Kontakte, uns zukommen lassen. Mit dem Krankenhaus bin ich über Mail in Kontakt getreten, um die genaue Ankunftszeit am Flughafen für die Abholung aus Blantyr abzusprechen.

Visum

Für Malawi besteht seit einigen Jahren eine kostenpflichtige Visumspflicht. Ich habe mein Visum bei der Einreise in Malawi am Flughafen beantragt. Dort kann man problemlos ein 30 Tage Visum beantragen, das 50 Dollar kostet. Dieses Geld sollte man bestenfalls bar dabei haben, da Kartenzahlung (zumindest in Blantyr) nicht möglich ist, und die ATMs am Flughafen erfahrungsgemäß „out of order“ sind. Wenn man länger als 30 Tage im Land bleibt, muss man während seines Aufenthalts sein Visum in einem „Registration Office“, z.B. in Blantyr, verlängern. Die Verlängerung war kostenlos für weitere 30 Tage problemlos möglich.

Gesundheit

Vor meiner Reise nach Malawi bin ich zu einer reisemedizinischen Impfberatung gegangen. Ich habe mich entschieden, mich gegen Meningokokken ACWY, Typhus, Cholera und Tollwut impfen zu lassen. Die Gelbfieberimpfung benötigt man für Malawi nicht zwingend, aber für einige andere Länder wie Äthiopien (ein häufiges Transitland) schon. Da die Impfung lebenslange Wirkung hat und ich in den nächsten Jahren sicher nochmals ein endemisches Gelbfiebergebiet bereisen werde, habe ich mich für diese Impfung entschlossen. Generell empfiehlt es sich, etwa zwei Monate vor Abreise mit den Impfungen anzufangen. Da wir Malawi in der Regenzeit (Februar) besuchen würden und Phalombe auch nicht sehr hoch liegt, haben wir uns dazu entschlossen, während unseres Aufenthalts Malariaprophylaxe einzunehmen. Relativ teuer aber dafür mit den geringsten Nebenwirklungen fiel die Wahl auf Malarone. Da wir vorhatten, nach unserer Arbeit im Krankenhaus den Malawisee zu bereisen, hatten wir uns zur Bilharziose belesen und entschieden, nicht im See baden zu gehen. Sollte man dem See nicht widerstehen können, dann sollte man acht Wochen nach dem letzten Wasserkontakt Praziquantel einnehmen. Dieses kann vor Ort sehr günstig erworben werden. Auch wenn wir nicht baden waren, besteht über Duschwasser dennoch (wenn auch eine sehr minimale) Chance, sich Schistosomen einzufangen, weshalb wir nach acht Wochen uns darauf in Deutschland testen lassen werden. Durch meine private Krankenversicherung war ich bereits für das Ausland versichert, hatte aber zusätzlich nochmal eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die einen größeren Leistungsumfang hatte. Das geht auch sehr kurzfristig, ein oder zwei Tage vor Abreise. Des Weiteren habe ich eine sehr umfangreiche Reiseapotheke mitgenommen mit u.a. Antibiotika, Schmerzmitteln, Pflastern, Fieberthermometer, Desinfektion, etc.

Sicherheit

Malawi gilt als sicheres Reiseland. Ich habe keine besonderen Vorkehrungen im Vorfeld getroffen. Auf dem Holy Family Mission Gelände waren wir in einem Guesthouse bei Ordensschwestern untergebracht. Während unseres Aufenthalts haben wir uns überall sicher gefühlt. Zur Zeit unseres Praktikums waren Präsidentschaftswahlen, weshalb mögliche Unruhen in größeren Städten angekündigt waren. Wir haben davon allerdings nichts mitbekommen. Die Gegend um den Mount Mulanje ist sehr dörflich und viele Menschen dort sind sehr arm, dennoch ist Diebstahl oder gar Raub sehr selten. Nichtsdestotrotz sollte man sich an allgemeine Sicherheitshinweise halten, wie nachts nicht alleine unterwegs zu sein, große Menschenansammlungen zu meiden und mit seinen Wertgegenständen (auch aus Respekt) nicht zu prahlen.

Geld

Die Währung Malawis ist Malawi Kwacha. 800 Kwacha entsprechen etwa einem Euro. Außer in den Supermärkten großer Städte und ein paar Unterkünften kann man nirgends mit Kreditkarte zahlen und es gibt auch nicht überall ATMs, um Geld abzuheben. Daher empfiehlt es sich, bei Gelegenheit gleich ausreichend Geld abzuheben. Am Flughafen und in vielen Unterkünften oder Safari Camps kann man zudem mit Dollar zahlen. Meist ist es dann aber auch etwas teurer. In Deutschland also am besten ein paar Dollar umtauschen (mind. 50 Dollar für das Visum) und das restliche Geld in Kwacha in Blantyr oder Lilongwe abheben. Die Preise für Lebensmittel und Lebenserhaltung sind vergleichsweise günstig in Malawi. Luxusgüter wie Schokolade, Kaffee, Wein hingegen entsprechen etwa europäischen Preisen oder sind sogar leicht teurer. Da Benzin in Malawi ziemlich teuer ist, sind Ausflüge am Wochenende auch nicht ganz günstig, allerdings relativiert sich der Preis, da man ihn sich bestenfalls mit den anderen Praktikanten teilt.

Sprache

Englisch ist zwar offizielle Landesprache, aber in den meisten, gerade dörflichen Regionen wird teilweise nur „Chichewa“ gesprochen. Deshalb hatte ich mir vor der Reise einen Chichewa Sprachführer besorgt, der mir dann vor Ort auch gut geholfen hat. Im Krankenhaus sprechen die Ärzte und Schwestern überwiegend Englisch. Mit den Patienten hingegen sprechen sie fast ausnahmslos in Chichewa. Es lohnt sich also ein paar Worte Chichewa zu lernen, um zumindest etwas mit den Patienten reden zu können. Es braucht einige Zeit, sich an den Akzent zu gewöhnen, doch dann klappt die Kommunikation sehr gut.

Verkehrsbindungen

Nach Malawi gibt es keine direkte Flugverbindung aus Europa. Ich bin in Nairobi umgestiegen und von dort direkt nach Blantyr geflogen. Die Preise für den Flug variieren zwischen 600 bis 900 Euro für Hin- und Rückflug, teurer geht natürlich immer ;). Malawi hat ein sehr übersichtliches Straßennetz an gut und weniger gut ausgebauten Straßen. Generell wird ausdrücklich davon abgeraten nachts zu reisen, da es da aufgrund der Dunkelheit vermehrt zu Unfällen kommt. Bei unserer Ankunft am Flughafen in Blantyr wurden wir von einem Fahrer des Krankenhauses abgeholt. Auch die Fahrten am Wochenende während unseres Praktikums wurden durch das Krankenhaus organisiert, sodass man nur die Tankfüllungen zahlen musste und auch sicherer unterwegs war als mit dem öffentlichen Transport. Die günstigste Möglichkeit in Malawi zu reisen, sind Minibusse. Die Fahrt damit ist sehr abenteuerlich, die Sicherheitsstandards sind minimal, aber sie haben den Vorteil, dass man (nach mehrmaligem Umsteigen) überall hinkommt.

Kommunikation

Bei der Ankunft in Blantyr habe ich mir direkt eine SIM-Karte gekauft. Es gibt zwei Anbieter: Airtel und tnm, wobei tnm den besseren Empfang am Krankenhaus und der Unterkunft hat. Über WhatsApp funktionierte die Kommunikation nach Hause und vor Ort somit problemlos. In den größeren Städten und an manchen touristischen Orten gibt es auch das öffentliche Wifi „Skyband“.

Unterkunft

Die Unterkunft wurde uns von der Organisation gestellt. Wir sind in einem Guesthouse direkt neben dem Krankenhausgelände untergekommen. Dort gab es mehrere Zimmer und Bäder und die Küche mit Aufenthaltsraum, wo wir immer gegessen haben. Wir nutzten die Möglichkeit, Molly als Haushälterin zu engagieren, worauf sie uns zweimal am Tag eine super leckere Mahlzeit gekocht hat. Wir haben ihr pro Person dafür 14 000 Kwacha pro Woche gezahlt. Es gibt einen Gasherd und einen Kühlschrank, was für malawische Verhältnisse Luxus ist. Molly kann auch sehr gut mit dem Kohleofen umgehen und bäckt dann zum Beispiel sehr guten Bananenkuchen. Wir haben unsere eigenen Mückennetze mitgebracht, aber vor Ort hätte es auch welche gegeben. Ich hatte auch meinen eigenen Schlafsack dabei. Es lohnt sich eine Powerbank mitzunehmen, da es immer mal wieder Stromausfall gibt.

Literatur

Ich habe mich auf der Website des Auswärtigen Amts belesen, sowie in diversen Reiseblogs und im Reiseführer. Außerdem habe ich mir den Kauderwelsch-Sprachführer für Chichewa gekauft, der auch einiges über Land und Leute erzählt. Zum schnellen Nachschauen medizinischer Fragen im Krankenhaus hatte ich mir die Amboss App aufs Handy geladen. Außerdem kann ich sehr das „Oxford Handbook of Tropical Medicine“ empfehlen.

Mitzunehmen

Wie weiter oben schon erwähnt, schicken die Organisatoren der Famulatur eine Packliste mit, die eine sehr gute Orientierung darstellt. Neben Mückenmetz und Schlafsack, empfiehlt sich eine Powerbank, eine Stirnlampe und evtl. ein eBook-Reader, da man an den Nachmittagen doch öfter Freizeit hat. Beim Wandern in den Bergen war ich auch ganz froh feste Wanderschuhe dabei zu haben, nicht zuletzt um für mögliche Schlangenbegegnungen gewappnet zu sein.

Reise und Ankunft

Die Anreise verlief problemlos. Wir wurden von einem Fahrer des Krankenhauses am Flughafen abgeholt. Wir kamen Freitagabend in unserer Unterkunft an und hatten somit noch zwei Tage bis Montag unser Praktikum im Krankenhaus anfing. Bevor wir zum Krankenhaus fuhren, haben wir noch die Möglichkeit genutzt im Shoprite-Supermarkt in Blantyr einzukaufen. Man sollte neben Grundnahrungsmitteln vor allem nicht vergessen, ausreichend Wasser mitzunehmen. Vor Ort war Erick, ein Pfleger, unser Ansprechpartner, dessen Nummer wir auch schon im Vorfeld hatten. Nach der Morgenbesprechung am Montag hat zudem Jamie, der leitende Arzt, uns dem Klinikpersonal vorgestellt und uns das Krankenhaus gezeigt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Das Family Mission Hospital ist eine Art District Hospital mit vier Stationen: Female Ward, Male Ward, Paediatrics, Maternity/ Labour Ward. Wir waren drei Praktikantinnen und hatten uns entschieden in den vier Wochen, die wir da sein sollten, zu rotieren, sodass wir die Möglichkeit hatten, jede Station kennenzulernen. Der Tag beginnt immer mit einer Morgenbesprechung um 7:30 Uhr. Danach begleiteten wir die Clinical Officers auf Visite. Nach der Visite wurden dann noch einzelne Eingriffe, wie z.B. Lumbal- oder Aszitespunktionen durchgeführt. Wenn man wollte, konnte man diese auch selbst durchführen. Ich habe mich in den meisten Fällen dagegen entschieden, da ich zum einen die mangelnden hygienischen Bedingungen und zum anderen den Nichteinsatz von Schmerzmitteln z.B. bei Kniepunktion bei Kindern und Ausschabungen nach Abtreibung nicht verantworten wollte. Zu der Zeit als wir im Krankenhaus waren, gab es nur einen Arzt. Die sonstigen ärztlichen Tätigkeiten wurden von sogenannten „Clinical Officers“ durchgeführt, die etwa eine zwei- oder dreijährige Ausbildung haben. Leider fehlten diesen sehr häufig fundiertes klinisches Wissen, sodass die Differentialdiagnosen sehr überschaubar waren. Ich glaube, an dieser Stelle hatte ich mir erhofft, mehr zu lernen. Nichtsdestotrotz war es interessant Patienten mit Malaria, HIV-assoziierten Erkrankungen oder Tuberkulose untersuchen zu können. Am späten Vormittag und am Nachmittag gab es meistens nicht so viel für uns zu tun. Man konnte fast immer im „theatre“ vorbeischauen und an Operationen teilhaben, oder z.B. in der Maternity Geburten begleiten. Oder man unterhielt sich mit den Mitarbeiten auf Station, die meist auch nicht zu eingespannt waren. Das Family Mission Hospital ist eigentlich ein privates Krankenhaus, übernimmt aber wohl auch Aufgaben eines staatlichen District Hospitals. Die Ausstattung ist relativ gut. Es gibt ein Ultraschall-, ein Röntgengerät und ein eigenes Labor, wo z.B. Malariablutuntersuchungen gemacht werden. Das Patientenklientel kommt zumeist aus den umliegenden Dörfern und ist daher eher arm und wenig gebildet. Mit den Patienten wurde fast ausschließlich Chichewa gesprochen, sodass die Clinicals uns übersetzen mussten. Sowohl die Ausbildung zur Krankenschwester als auch die Ausbildung zu Clinical Officers ist sehr kostenintensiv und damit den höheren Einkommensschichten Malawis vorbehalten. Sehr gut bezahlt ist deren Arbeit aber dennoch nicht. Dies ist vielleicht auch der Grund, warum nicht bei allen die Arbeitsmoral so hoch ist. Wir haben einige Tage gebraucht, um uns einzuleben, dann fanden wir uns aber gut zurecht und konnten selbstständig einige spannende Fälle untersuchen. In der Morgenbesprechung wurden regelmäßig Vorträge gehalten. Auf Nachfrage hin, haben wir in der dritten Woche ebenfalls ein Thema vorgestellt: Basic Life Support. Dies wurde von allen sehr gut angenommen.

Land und Leute

Die Wochenenden haben wir immer genutzt, um Ausflüge ins Land zu machen und es besser kennenzulernen. Da wir am Fuß des Mount Mulanje wohnten, wollten wir an unserem ersten Wochenende auf den Berg wandern gehen. Mit einem Guide sind wir zu einem Wasserfall gelaufen, wo wir auch hätten schwimmen gehen ^können. Der Ausblick über das weite, grüne und hügelige Land war atemberaubend. Auf dem Rückweg sind wir vorbei an den Teefeldern und waren einkaufen auf dem Markt von Mulanje. Eine weitere Wandertour haben wir auf dem wunderschönen Zomba Plateau gemacht. Vorbei an einem Stausee sind wir durch den tropischen Dschungel gelaufen und bekamen dabei immer mal wieder Paviane zu Gesicht. Da wir unbedingt eine Safari machen wollten, haben wir uns entschieden, den Liwonde National Park zu besuchen. Der ist etwa 4 Stunden Fahrtzeit vom Holy Family Mission Gelände entfernt und ließ sich deshalb gut in ein etwas verlängertes Wochenende integrieren. Auch wenn wegen der Regenzeit sich nicht ganz so viele Tiere zeigten, lohnt es sich, diesen idyllischen und naturbelassenen Ort zu besuchen. Dort kann man wunderbar entspannen und trifft zudem andere Reisende und Volunteers für spannende Gespräche. Es bietet sich auf jeden Fall an, an einem freien Sonntag den katholischen Gottesdienst zu besuchen. Die Religion ist den Malawiern sehr wichtig und die Frage nach dem Glauben wird auch meist sehr früh im Gespräch gestellt. Nicht an einen Gott zu glauben, scheint für viele unvorstellbar. Montags und donnerstags ist in Phalombe immer Markt. Mit den „Fahrradtaxis“ kommt man für etwas weniger als 500 Kwacha in etwa 15 Minuten von der Unterkunft in die Stadt. Dort kann man neben Lebensmitteln und Wasser auch schöne Tücher kaufen. Es lohnt sich hierzu aber einen Einheimischen, wie Erick, mitzunehmen, da man sich sonst in den kleinen Häusergassen doch schnell hilflos fühlen kann. Die Reise zum Malawisee haben wir uns für nach unserer Zeit im Krankenhaus aufgespart, da es doch eine längere Strecke ist. Wir wurden von den Krankenhausfahrern bis nach Zomba gebracht. Von dort sind wir dann mit Minibussen und Taxis weiter bis nach Cape McLear. Vor unserem Rückflug aus Lilongwe haben wir dort noch das Wild Life Reserve besucht. Ich kann einen Besuch dort empfehlen, da mit dem Eintritt ein wirklich tolles Konzept für die Betreuung und Rückführung von Wildtieren finanziert wird. Die Beschreibung Malawis als „The Warm Heart of Africa“ trifft zu. Fast ausnahmslos alle Menschen, die wir getroffen haben, waren sehr freundlich und hilfsbereit zu uns. Gerade wenn man ein paar Worte Chichewa spricht, sind alle sehr glücklich und zuvorkommend. Wir hatten außerdem eine Polaroid-Kamera dabei und konnten so ein paar Fotos an Kinder verteilen, die sich riesig darüber gefreut haben. Viele Menschen mögen es nicht, einfach so fotografiert zu werden, wenn man sie allerdings fragt und ihnen gegebenenfalls anbietet, das Foto per WhatApp zu schicken, sagen viele zu und freuen sich. Als Weißer fällt man gerade in der ländlichen Region sehr auf und wird auch viel angestarrt, außerdem gilt man unweigerlich als reich, allein schon, weil man sich so eine weite Reise leisten kann. Es kommt vor, dass Leute auf der Straße uns nach Geld gefragt haben und häufig wurden auch Kinder mit ihrem „give me money“ vorgeschickt. Wir haben uns aber zu keiner Zeit bedroht oder zu stark belästigt gefühlt.

Fazit

Mir hat der Auslandsaufenthalt sehr viel Spaß gemacht und ich habe auch viel gelernt. Ich würde jedem weiterempfehlen die Möglichkeit zu nutzen, ein fremdes Land im Rahmen eines Austauschs kennenzulernen, da man dabei die Chance bekommt, Land und Leute von einer ganz anderen Seite zu erfahren als es zum Beispiel im Urlaub möglich ist. Malawi ist trotz der überall präsenten Armut ein wunderschönes Land mit abwechslungsreicher Natur, freundlichen Menschen und einem sich erst langsam entwickelnden Tourismus. Ich kann mir sehr gut vorstellen, später (vielleicht mit einigen Jahren Berufserfahrung) nochmal zurückzukehren. Durch den Austausch habe ich einen Eindruck bekommen, mit welchen Problemen und Herausforderungen die Menschen in einem afrikanischen Entwicklungsland tagtäglich umgehen müssen. Ich bin sehr dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

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