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Chile (IFMSA-Chile)

Pädiatrie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Anna Julia, Göttingen

Motivation

Um während meines Studiums noch mal ein neues und möglichst anderes Gesundheitssystem kennenzulernen und mein Spanisch zu verbessern, interessierte ich mich für eine Famulatur in Südamerika. Für die Bewerbung in Chile im Speziellen sprachen dann sowohl die Vielseitigkeit des Landes als auch die, zum Zeitpunkt meiner Bewerbung, gute Sicherheitslage im Land. Ich hoffte, gute Einblicke zu erhalten und möglichst selbst mit Anpacken zu können und natürlich auch die Möglichkeit zu haben, viel von dem anderen Land zu sehen.

Vorbereitung

Ich muss zugeben, dass ich mich im Vorhinein relativ wenig auf den Aufenthalt im Krankenhaus im Speziellen vorbereitet habe. Da ich bereits zuvor ein Erasmus-Semester in Spanien verbracht hatte, war ich mit vielen medizinischen Begriffen schon recht vertraut und deshalb zuversichtlich, mich gut zurecht finden zu können. Dadurch, dass ich in der Pädiatrie eingeteilt war, habe ich im Vorhinein einige pädiatrische Krankheitsbilder wiederholt. Außerdem habe ich mich im Allgemeinen über Chile informiert, besonders über die Sicherheit im Land. Das lag vor allem daran, dass lange nicht feststand, ob ich überhaupt würde fahren können, da es in der Zeit vor meiner Famulatur die großen Protestbewegungen in Chile gab.

Visum

Ich musste kein Visum beantragen, da die Einreise als Tourist, die für 90 Tage möglich ist, für die Famulatur ausreichend war. Bei der Einreise bekommt man die „Tarjeta Única Migratoria“ ausgestellt, einen Einreisenachweis, der das späteste Ausreisedatum nennt und der bei Ausreise wieder abgegeben werden muss.

Gesundheit

In Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt habe ich meine Auslandsreiseversicherung überprüft. Nachdem ich mich im Internet informiert hatte, habe ich meine Impfungen so aufgestockt, dass ich die empfohlenen Impfungen für Chile alle hatte. Diese umfassten bei engem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung, zu dem eine Famulatur im Krankenhaus ja gehört: Hepatitis A, Cholera, Hepatitis B, Tollwut, Typhus, Meningokokken Serotypen A, C, W135, Y.

Sicherheit

Da ich zum ersten Mal in Südamerika war und ich nach meiner Ankunft sehr häufig gewarnt wurde, vorsichtig zu sein, nicht mit dem Handy auf offener Straße herum zu laufen, keinen Schmuck zu tragen etc., war ich erst einmal etwas verunsichert. Man hat sich dann allerdings doch recht schnell an die Situation gewöhnt und wusste auch bald, welche Ecken sicher waren und wie man sich zu verhalten hatte. Somit hatte ich abgesehen von einigen kleineren Situationen keine Angst um meine Sicherheit. Man muss sich aber schon auf eine andere Situation als die in Europa einstellen, besonders in wenig touristischen Städten.
Hinzu kam, dass durch die politische Situation in Chile zur Zeit meines Aufenthalts im Vorhinein unsicher war, inwieweit mein Aufenthalt durch die Proteste beeinträchtigt werden würde. Dies wirkte sich letztendlich aber gar nicht aus, da die Proteste im Februar, dem „Urlaubsmonat“ des Landes und meinem Aufenthaltsmonat, völlig ausgesetzt wurden. Dadurch sah man zwar öfter verrammelte Geschäfte und Banken, herausgerissene Pflastersteine auf öffentlichen Plätzen und beschmierte öffentliche Gebäude, aber mit den eigentlichen Protesten bin ich nicht in Berührung gekommen.

Geld

In Chile ist die Währung der Chilenische Peso. Selten konnte man auch an touristischen Orten in Dollar zahlen, von dieser Möglichkeit habe ich allerdings nie Gebrauch gemacht. Ich habe meist versucht direkt mit Kreditkarte zu bezahlen, was zwar häufig geht, aber natürlich nicht immer überall möglich ist. Besonders auf Märkten oder bei Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr braucht man Bargeld. Ich habe Pesos immer mit meiner Kreditkarte an Bankautomaten abgehoben. Hier zahlt man eigentlich an allen Banken recht hohe Gebühren, weshalb es sich lohnt die Scotiabank aufzusuchen, die diese nicht erhebt.
Im Verhältnis zu Deutschland sind die Preise im Schnitt etwas günstiger. Besonders auf dem Markt oder in Imbissen kann man deutlich weniger zahlen als bei uns. Normale Restaurants sind unseren allerdings preislich schon ähnlicher und besonders der Einkauf im Supermarkt ist auch eher teuer. Öffentlicher Nahverkehr, Fernbusse und Flüge sind allerdings günstiger als in Deutschland und auch Unterkünfte in Hostels kann man günstiger finden.
Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern ist Chile aber ein teures Reiseland.

Sprache

In Chile ist die Landessprache und in weiten Teilen der Bevölkerung auch die einzige gesprochene Sprache Spanisch. Zwar wird in der Schule auch Englisch gelehrt, allerdings konnten die meisten Menschen, mit denen ich in Kontakt gekommen bin, dies kaum sprechen und waren immer sehr glücklich darüber, mit mir Spanisch sprechen zu können. Eine Ausnahme hiervon sind touristische Orte, an denen das englische Sprachniveau sehr viel besser ist. Besonders im Süden Chiles gibt es auch starke deutsche Einflüsse, sodass viele Chilenen deutsche Nachnamen haben, auf deutschen Schulen waren und ab und an sogar ein paar Wörter Deutsch sprechen. Darauf kann man sich allerdings auch nicht verlassen, sodass man für eine Famulatur auf jeden Fall etwas Spanisch sprechen können sollte.
Ich hatte durch meinen Erasmusaufenthalt in Spanien schon ein gutes Spanischlevel, sodass ich wenig Probleme hatte. Man muss sich natürlich an das chilenische besonders schnelle Spanisch und auch den chilenischen Slang gewöhnen, aber das funktioniert durch das vollständig spanischsprachige Umfeld im Krankenhaus und in der Gastfamilie sehr schnell.
Dadurch, dass man im Krankenhaus eher beobachtend eingesetzt ist, kann man, denke ich, auch schon mit einem niedrigeren Sprachniveau an dem Austausch teilnehmen. Natürlich profitiert man aber umso mehr, je besser man die Sprache versteht. Dies gilt besonders in Konversationen größerer Gruppen von Personen, in denen sich das Gegenüber nicht eigens auf das eignen Sprachniveau einstellt, sondern es auch mal etwas durcheinander gehen kann.

Verkehrsbindungen

Für die Reise nach und innerhalb Chiles kommt man ums Fliegen leider nicht herum. Meine Flüge habe ich etwa sechs Wochen vor Beginn der Famulatur gebucht und dafür circa 800€ bezahlt. Flüge innerhalb Chiles gehen eigentlich immer über Santiago und sind durch verschiedene Billiganbieter schon für wenig Geld zu haben. Um die ansonsten sehr langen Busfahrten in entferntere Bereiche des langen Landes zu umgehen, sind Flüge allerdings auch unerlässlich.
Im näheren Umfeld kann man für wenig Geld mit guten Reisebussen fahren. So habe ich beispielsweise ein Wochenende einen Ausflug von Temuco nach Valdivia gemacht, was eine circa 2,5h Busfahrt war, für die ich ungefähr 8€ bezahlt habe.
In der Stadt selbst kann man sich gut mit Bussen (sogenannten „micros“) oder Sammeltaxis fortbewegen. Diese kosten zwischen 50 und 80 Cent pro Fahrt und verkehren zwar ohne Fahrplan, aber sehr häufig. Man winkt sie einfach am Straßenrand heran. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, günstig Uber zu fahren. Hier habe ich für eine Fahrt in der Stadt zum Beispiel auch nachts nie mehr als 3€ gezahlt.

Kommunikation

Um auch in Chile über WhatsApp kommunizieren und das Internet für zum Beispiel Google Maps oder ähnliches nutzen zu können, habe ich mir am Anfang meines Aufenthalts eine Prepaid-Simkarte von Movistar besorgt. Es gibt noch mehrere weitere Anbieter, ich habe mich eigentlich hauptsächlich für Movistar entschieden, weil es die Simkarten in dem Hostel gab, in dem ich in Santiago am Anfang geschlafen habe und die Angebote alle recht ähnlich klangen. Mit der Simkarte habe ich 2GB + soziale Netzwerke (inklusive WhatsApp) + 200min die Woche für 3€ wöchentlich bekommen. So konnte ich sowohl in Chile gut kommunizieren als auch Kontakt nach Hause halten. Ansonsten hatte ich zu Hause bei der Gastfamilie auch Wlan, im Krankenhaus gab es das allerdings nicht und es wurde auch sonst in Cafés etc. wenig angeboten.

Unterkunft

Ich habe während meines Monats in Temuco in einer Gastfamilie gelebt, die mir von der Ifmsa Chile organisiert wurde. Sie hatten ein Haus in einem „normalen“ Wohngebiet und waren im Vergleich zum Rest der Bevölkerung eher gut gestellt. Meine „Gastschwester“ war ebenfalls Medizinstudentin und hat für das Aufnehmen eines ausländischen Studenten Punkte für ihre eigene Ifmsa Bewerbung bekommen. Ich hatte in dem Haus mein eigenes Zimmer, habe mir das Badezimmer geteilt und konnte auch den Rest des Hauses und den Garten frei nutzen. Gleich von Anfang an wurde mir vermittelt mich einfach wie zu Hause zu fühlen und mich, besonders bei den Lebensmitteln, bei allem zu bedienen. Oft hat mir die Mama schon zubereitetes Essen stehen gelassen oder wir haben zusammen gegessen, wenn wir zur Abendbrotzeit gleichzeitig zu Hause waren.
Bettwäsche und Handtücher habe ich gestellt bekommen.

Literatur

Im Vorhinein habe ich mich auf der Seite der Ifmsa Chile informiert, letztendlich muss ich aber sagen, dass mir das nicht viel geholfen hat. Dadurch, dass ich im Februar, dem Urlaubsmonat, in Chile war, gab es beispielsweise kein Programm der Ifmsa Ortsgruppe und so habe ich mir die Freizeitaktivitäten selbst organisiert.
Ich hatte noch den Reiseführer für Chile von Lonely Planet und von Rough Guide, die mir allerdings auch nur wenig geholfen haben, weil Temuco keine besonders touristische Stadt ist.
Im Krankenhaus hat mir vor allem die Amboss App zum schnellen Nachschlagen von Krankheitsbildern zwischendurch geholfen.

Mitzunehmen

Ich habe meinen Kittel und mein Stethoskop mitgenommen und beides auch täglich im Krankenhaus genutzt. Beim Kittel war ich mir vorher nicht sicher, da man ja in Deutschland in der Pädiatrie oftmals keinen trägt. In Chile war das aber schon der Fall. Ansonsten war der Kleidungsstil im Krankenhaus leger, unter dem Kittel konnte man tragen, was man wollte.
Insgesamt hat es sich für den Aufenthalt in Chile ausgezahlt auf Outdoor-Kleidung und Wanderschuhe zu setzen. Zum Ausgehen braucht man dagegen eher weniger (zumindest in Temuco). Und die Kamera darf man natürlich nicht vergessen! :)

Reise und Ankunft

Ich bin mit Air France von Hamburg aus über Paris nach Santiago geflogen. Dort bin ich Samstagmorgen angekommen und erst am Sonntagnachmittag nach Temuco weitergeflogen, sodass ich etwas Zeit hatte, in dem Land anzukommen und mir schon mal die Hauptstadt anzuschauen.
Die Koordination der Abholung vom Flughafen in Temuco verlief etwas chaotisch. Letztendlich wurde ich netterweise von der Gastfamilie einer anderen deutschen Famulantin, die zur selben Zeit in Temuco war, und mit der ich zusammen angereist war, zu meiner Gastfamilie nach Hause gebracht. Dort wurde ich freundlich empfangen. Da ich am nächsten Morgen mein Praktikum beginnen sollte, hat mir die Mama netterweise abends noch gezeigt, wie ich mit dem Sammeltaxi zum Krankenhaus fahren kann und hat dann sogar noch mit mir zusammen die Station gesucht, zu der ich am nächsten Tag gehen musste. Das war wirklich sehr lieb und, da sich die Contact Persons wenig gekümmert haben, besonders willkommen.
Am nächsten Tag konnte ich dann den Weg morgens selbst nachfahren und mich bei der zuständigen Ärztin melden.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Am ersten Tag habe ich morgens von der für die Famulatur zuständigen Ärztin einen Einsatzplan bekommen, der mir genau zeigte, an welchem Tag ich in welchem Bereich eingeteilt war. Eine Studentin von der Ifmsa Chile hat mich danach auf die Station begleitet, wo ich von einem Arzt und einem „Interno“ (sowas wie PJ-Student) herzlich empfangen wurde.
Insgesamt war ich während des Monats mehrere Tage auf der Säuglingsstation, auf der Kinder-Normalstation, in der Kinder-Notaufnahme, in der pädiatrischen Poliklinik und auch einen Tag in einem ambulanten Versorgungszentrum, wo vor allem Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt wurden. Somit habe ich einen breiten Überblick bekommen, was sehr interessant war. Je nachdem mit welchem Arzt und Interno man eingeteilt war, konnte man mehr oder weniger selbst machen. Ich durfte eigentlich immer mit untersuchen, manchmal auch selbst untersuchen und die Anamnese machen und dann an den Arzt übergeben. An einigen Tagen durfte ich aber auch nur zusehen. Für das Blutabnehmen ist in Chile das Pflegepersonal zuständig.
Insgesamt war ich jeden Tag ungefähr von 8 bis 13 Uhr im Krankenhaus. Ich habe immer an den Übergaben teilgenommen und auch an den häufig stattfindenden Seminaren für die Internos zu verschiedenen pädiatrischen Themen. Manchmal gab es auch nachmittags noch Seminare, zu denen ich immer herzlich willkommen war. Ansonsten gab es nachmittags aber eher weniger zu tun, sodass ich ganz froh war, nicht jeden Tag den ganzen Tag anwesend sein zu müssen.
Ich habe alles in allem einen guten Überblick über die Pädiatrie in Chile bekommen und auch einige Krankheitsbilder gesehen, die in Deutschland selten sind. Wahrscheinlich hätte ich bei einer Famulatur in Deutschland mehr praktisch arbeiten können, aber es war dennoch sehr interessant in Chile.
Ich hatte hauptsächlich mit den Internos Kontakt und habe mich mit ihnen sehr gut verstanden. Sie haben eigentlich immer versucht, einen während des Klinikalltags einzubinden und auch ab und an abends etwas organisiert, um mit mir und der anderen Famulantin etwas zu unternehmen. Die Internos sind im chilenischen Gesundheitssystem besonders wichtig. Sie machen ihr „PJ“ zwei Jahre lang und durchlaufen während dieser Zeit fast alle Fachrichtungen für mehrere Wochen bis Monate. In der Pädiatrie hatten sie immer etwa vier Patienten zugeteilt, um die sie sich gekümmert haben und die sie den Ärzten einmal täglich vorgestellt und das weitere Vorgehen mit ihnen abgestimmt haben.
Besonders interessant war es immer, wenn weiter spezialisierte Pädiater auf Station kamen, um bei speziellen Krankheitsbildern zu unterstützen. Das waren zum Beispiel häufig Neuropädiater.
Alles in allem waren die Behandlungen schon oft sehr ähnlich zu den Behandlungen in Deutschland. Manchmal sind mir Unterschiede in der Anwendung verschiedener Antibiotika aufgefallen oder es gab stärker ausgeprägte Krankheitsbilder, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass der ärmere Teil der Bevölkerung, der in ländlicheren Gebieten lebt, schlechteren Anschluss an das Gesundheitssystem hat und sich deshalb später meldet. Ansonsten gab es aber auch viele Gemeinsamkeiten mit Deutschland.

Land und Leute

In Temuco selbst habe ich mir die Innenstadt mit dem Hauptplatz und den umliegenden Straßen angesehen, war auf dem Markt („Feria libre“) und auf dem Cerro Nielol. Außerdem war ich nachmittags öfter im Park neben dem Stadion oder im Café Paris. An regnerischen Tagen kann man in die Mall („Portal de Temuco“), in den Pabellón de la Araucanía oder ins Museum Regional de la Araucanía gehen. Allerdings muss man insgesamt sagen, dass die Stadt selbst touristisch gesehen nicht super attraktiv ist. Dafür bietet sie eine tolle Umgebung mit vielen Nationalparks, die tolle Ausflugsziele für die Wochenenden darstellen. Der Parque Conguillio ist auf jeden Fall einen Ausflug wert und der Parque Huerquehue soll auch schön sein, da hab ich es leider nicht mehr hin geschafft. Außerdem ist von Temuco wie eigentlich überall in Chile das Meer nicht weit. Ich habe an einem Wochenende mit einer Tourismusagentur aus Temuco (Rutas Australes) einen Ausflug zum Vulkan Sollipulli unternommen, bin auf den Gletscher im Krater geklettert und habe eine Nacht neben heißen Quellen gezeltet. Das war eine tolle Erfahrung und ich kann den Veranstalter auf jeden Fall empfehlen! Valdivia bietet sich außerdem auch als Ausflugsziel für ein Wochenende an. Besonders das Craftbier und die Kayaktouren ins Naturschutzgebiet (auch ohne Guide) sollte man sich nicht entgehen lassen.
Nach der Famulatur bin ich noch zwei Wochen weitergereist und habe mir Pucón mit dem Vulkan Villarrica angesehen, eine Weintour in der Nähe von Santiago gemacht, bin den W-Trek in Patagonien gewandert und habe die Atacama-Wüste entdeckt. Da das Land so unglaublich vielseitig ist, ist auf jeden Fall für jeden etwas dabei und es gibt so viel zu sehen!
Alle Chilenen, die ich getroffen habe, waren super freundlich, liebeswürdig und grundsätzlich hilfsbereit. Sie haben sich immer gefreut, wenn man mit ihnen auf Spanisch sprechen konnte und sich für ihr Land und ihre Kultur interessiert hat.
Das bestimmende Thema zur Zeit meines Aufenthalts war natürlich die politische Unruhe und die Proteste im Land, zu denen jeder eine Meinung hatte und die jeden merklich beschäftigt haben. Das war eine, denke ich, sehr einmalige Erfahrung, die besonders durch die komische Stimmung der „Pause“ im Februar zustande kam. Insgesamt war es aber auch sehr interessant, auf diese Weise einmal etwas von so offen gelebter Demokratie und von solchen Protestbewegungen mit zu bekommen, die ich in Deutschland so noch nicht erlebt habe.
Eine Sache, die etwas gewöhnungsbedürftig war, war die Menge des Fleisches, die in Chile konsumiert wird. Ich bin zwar keine Vegetarierin, aber dennoch wurde mir der Fleischkonsum nach kurzer Zeit zu viel, sodass ich wann immer möglich versucht habe, etwas Vegetarisches zu finden. Das ist allerdings nicht so einfach. Es gibt natürlich leckeres chilenisches Essen, von Churrasco über Completos bis zu Empanadas, viel davon ist aber eben mit Fleisch. Mein Lieblingsessen war Pastel de Choclo, eine Art Auflauf mit Mais, unbedingt probieren! In Temuco und der ganzen Region gibt es außerdem viel „Kuchen“ (heißt wirklich Kuchen, das ist der deutsche Einfluss), von denen ausnahmslos alle, die ich probiert habe, sehr lecker, sehr günstig und sehr zu empfehlen waren. In Temuco eben vor allem im Café Paris.

Fazit

Insgesamt hat mir mein Auslandsauenthalt sehr gut gefallen und ich kann jedem empfehlen, eine Famulatur in Chile zu machen. Das Land und die Abläufe im Krankenhaus sind sehr anders als in Deutschland, aber dennoch findet man sich recht schnell zurecht und bekommt durch die freundliche Art der Menschen auch schnell Anschluss. Langfristig könnte ich mir allerdings nicht vorstellen in Chile zu leben und zu arbeiten.
Chile ist ein unglaublich vielseitiges und facettenreiches Land und besonders, wenn man im Nachhinein noch die Möglichkeit hat, etwas zu reisen, wird man in kürzester Zeit die unterschiedlichsten Erfahrungen sammeln. Ich muss definitiv auch noch mal wieder hin, um den Rest zu sehen :)

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