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India (MSAI-India)

Chirurgie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Tania, Düsseldorf

Motivation

Eine Auslandsfamulatur stand schon immer auf der Liste der Dinge, die ich unbedingt während meines Studiums mitnehmen wollte. Gleichzeitig war ich mir der Schwierigkeit einer Adaptation an ein fremdes Gesundheitssystem inklusive Sprachbarriere und anderen Krankheitsbildern bewusst, weswegen ich mich unbedingt erst in den fortgeschrittenen Semestern dieser Herausforderung stellen wollte. Zum Ende des 7. Semesters fühlte ich mich endlich bereit und war selbstbewusst genug bezüglich meines Wissens, um dieses in dem medizinischen Versorgungssystem eines fremden Lands unter Beweis zu stellen.

Vorbereitung

Ich kaufte mir einen Indien-Reiseführer, in dem ich aber nur ein bisschen rumblätterte. Zudem lieh ich mir ein Allgemeinchirurgiebuch in Englischer Sprache, was mir retrospektiv allerdings nichts brachte, da in Indien sehr buchnah gelehrt wird und die Literaturwahl sehr eingegrenzt ist.
Ich schaute mir einige Dokus über den Hinduismus und Indien als Reiseland an, um mich ein bisschen auf das bevorstehende einzustimmen, was auch keine effektive Maßnahme war, da mich der Kulturschock so oder so vollends überrollte.
Außerdem schaute ich ein paar Bollywoodfilme, darunter „Om Shanti Om“, den ich sehr empfehlen kann.

In meiner Heimuni lieh ich mir den Kittel, die Kasacks und die OP-Kleidung. Außerdem schrieb ich eine Packliste, die ich über einige Wochen hinweg vervollständigte.
Über Email und dann Whatsapp stellte unser LEO kurz nach der lokalen Zusage den Kontakt her. Wir telefonierten ein paar Mal via Whatsapp-Call und er half mir mit der Planung meiner Ankunft (Hotel, Abholung, Bus nach Bijapur). Hier stießen wir auf Probleme, bei deren Beseitigung er mir half: Bei dem Versuch der Buchung eines Busses nach Bijapur stellten wir fest, dass die meisten deutschen Karten von den indischen Seiten nicht akzeptiert werden. Daher buchte er freundlicherweise für mich und ich konnte ihm das Geld vor Ort zurückgeben.

Visum

Man erhält das E-Visum recht unkompliziert über diese offizielle staatliche Seite: https://indianvisaonline.gov.in/evisa/tvoa.html

Den Link findet man auch auf der Informationsseite von MSAI, zusätzlich wird man nochmal separat per Mail über die benötigte Beantragung und deren Durchführung informiert.
Auf der Seite wird man dann durch ein mehrseitiges Online-Formular durchgeführt, welches wahrheitsgemäß ausgefüllt werden muss (Vorsicht, keine Fehler machen!). Am besten man beantragt ein 1-jähriges Visum. Als Bearbeitungsgebühr überweist man 40 Dollar, das ging ganz unkompliziert via Paypal. Dann kriegt man eine Bestätigungsmail über den Eingang des Visumantrags und die anstehende Bearbeitung. Ein paar Tage später kommt idealerweise die Bestätigungsmail, die man ausdrucken und dann bei Einreise vorzeigen muss.

Gesundheit

Ein von MSAI geforderter Nachweis in der List of Documents war der TBC-Nachweis, welchen ich ganz unkompliziert und kostenlos beim Betriebsarzt meiner Uniklinik durchführen ließ. Ausstellung der Bescheinigung und Test dauerten zusammen ca. 1 Woche.
Außerdem nahm ich eine Beratung in der reisemedizinischen Beratungsstelle der Infektiologie in Anspruch, in der alle meine Impfungen vom Tropenmediziner durchgecheckt wurden.
Mir fehlten die japanische Meningoenzephalitis-Impfung. Diese empfand der Arzt als unnötig und empfahl sie mir nicht. Ich bekam die Einmalimpfung gegen Typhus sowie eine Dosis gegen Tollwut. Ich kam leider sehr kurzfristig vor Abreise erst ins Tropeninstitut, sodass ich mir den zweiten Shot der Tollwutimpfung nach einer Woche selbst in Indien geben musste. Der Transport des Impfstoffs, der permanent gekühlt sein musste, war umständlich, daher empfehle ich eine rechtzeitige Überprüfung des Impfstatus, mit einigen Wochen Vorlaufzeit.
Weitere gesundheitsfördernde Maßnahmen waren die Mitnahme und sehr häufige Nutzung von Desinfektionsmittel und Flüssigseife. Auch Nitrilhandschuhe habe ich mitgenommen und häufig gebraucht, da die Handschuhe dort sehr begrenzt verfügbar sind.
Zu Beginn der Reise hatte ich noch aus Deutschland eine Erkältung mitgebracht, die ich über mehrere Tage durch die vielen Klimanalagen nicht los wurde. Zudem entwickelte ich in der ersten Woche eine leichte Stauballergie gegen die Unmengen an Straßenstaub, sodass meine Nase bei Fahrten mit dem Rikscha oder dem Scooter permanent lief. Zudem erlitt ich einmalig einen Sonnenstich durch zu langes Sonnen am Strand in Goa. Ich fühlte mich einen Tag lang sehr elendig, hatte Kopfschmerzen und erbrach, dann war es aber auch schnell wieder vorbei. Einige Male war die Verdauung etwas überfordert durch die Fülle an Gewürzen, Geschmäckern, aber es war nie kritisch und definitiv erträglich.
Zudem gab es im College eine Apotheke, wo man rezeptfrei alle benötigten Medikamten günstig kaufen konnte. Somit wurde die von mir mitgebrachte Reiseapotheke bestehend aus Elotrans, Vomex, MCP, Ibuprofen, Paracetamol und Verbandsmaterial nicht benutzt.

Sicherheit

Auf dem Collegegelände fühlte ich mich generell sicher, da an den Eingängen Securityguards sitzen. Zusätzlich war man von den Hostels und Wohnhäusern der Studierenden und Mitarbeiter umgeben, vor denen in der Nacht ebenfalls Securitypersonal sitzt. Hier sind wir in der Gruppe sogar in der Nacht noch entspannt nach Hause gelaufen, ohne uns Sorgen zu machen. In der Stadt fühlte ich mich die meiste Zeit sehr sicher, was zu einem Großteil dadurch bedingt war, dass wir stets von unserem lieben LEO Yasir begleitet wurden. Wir hatten somit beinahe permanent einen Local mit uns, der auf uns aufpasste und uns auf Feinheiten im Umgang mit anderen, auf zu vermeidende Verhaltensweisen und Bezirke aufmerksam machte. Auch waren wir die meiste Zeit in unserer Vierergruppe unterwegs.

Die 3-4 Male, die ich alleine unterwegs war, habe ich ein leichtes Unbehagen verspürt, da häufig Warnungen von Einheimischen ausgesprochen wurden, man sei als Frau am Abend ab Einbruch der Dunkelheit nicht mehr sicher. Daher habe ich stets acht gegeben, genug Geld für ein Rikscha dabei zu haben oder, falls nicht, mich von anderen Studierenden oder Bekannten mit ihrem Scooter/Auto nach Hause bringen zu lassen.

Tagsüber muss man sich keine Sorgen machen, aber ab Einbruch der Dunkelheit sollte man Vorsicht walten lassen und sich möglichst wenig alleine auf offener Straße aufhalten, sondern entweder in einer Gruppe, oder im Rikscha/Taxi/Scooter nach Hause fahren.

Geld

In Indien zahlt man mit Rupien. Ein Euro war nach damaligem Kursstand ungefährt 78 Rupien. Die Preise sind sehr niedrig. Für einen Chai zahlt man 10-20 Rupien, ein Frühstücksgericht in der Canteen kostete zwischen 30 und 50 Rupien, für unser vegetarisches Thali (Menü aus mehreren kalten Gemüsebeilagen, Chapati, Soßen, Chutney, einer Hauptgemüsesoße und Reis) zum Mittagessen zahlten wir 40 Rupien pro Person. Abendessen ist variabel je nach Fancyness des gastronomischen Betriebs, man kriegt schon für 80-100 Rupien sehr leckeres Abendessen, in den etwas gehobeneren Restaurants zahlt man zwischen 180 und 300 Rupien pro Gericht. Eine Rikschafahrt auf einer Stammstrecke bist zu einer festgelegten zentralen Kreuzung kostete uns nur 10 Rupien, während eine spezifische Strecke von einem konkreten Punkt A nach Punkt B zwischen 50 und 150 Rupien kostete.

Ein großes Problem stellte leider das Geldabheben dar: am besten und häufigsten funktionierte die Karte der Apo-Bank, mit allen anderen Karten war es nur in Ausnahmen möglich, Bargeld zu bekommen. Häufig probierte ich 3-4 ATMs aus, bevor es endlich klappte. SBI funktionierte manchmal, jedoch muss man hier 300 Rupien Gebühr zahlen. Häufig sind die Geldautomaten auch leer, sodass man den gewünschten Betrag nicht ausgezahlt bekommen kann. Manche Banken haben auch einen sehr schlechten Konvertierungskurs, daher immer darauf achten, wie viel Euros für die gewünschte Rupiensumme abgebucht werden.

Ich hatte bei der Ankunft 100 Euro in bar bei mir, die ich am Flughafen für einen schlechten Kurs (70 Rupien/Euro) umgetauscht habe. Leider hat man sonst wenige Möglichkeiten, bei Anreise an Bargeld zu kommen, daher würde ich diese Vorgehensweise trotz schlechtem Kurs empfehlen. Danach habe ich nur noch an ATMs abgehoben und dafür meist 4-5 Anläufe in unterschiedlichen Banken gebraucht.

Sprache

In Indien wird neben der Amtssprache Hindi in dem jeweiligen Bundesland eine unterschiedliche Sprache gesprochen, es gibt wohl insgesamt über 30 lokale Sprachen, die sich alle sehr voneinander unterscheiden.
Bijapur liegt im Bundesland Karanataka, wo die lokale Sprache „Kanada“ ist. Diese wurde von einem Großteil der Patienten gesprochen und hat kaum Ähnlichkeit mit Hindi. Sogar einige der Interns (=PJler), die aus anderen Bundesländern nach Karnataka für das Studium eingeteilt wurden, konnten nicht mit den Patienten kommunizieren.
Die offizielle medizinische Fachsprache ist Englisch. Dieses wird im offiziellen Setting, zB bei Vorlesungen, Seminaren, Konferenzen etc. gesprochen. Die Lehrbücher sind allesamt auf Englisch und man wird auf Englisch geprüft, wobei großer Wert auf die Benutzung der korrekten Fachbegriffe gelegt wird. Dies bereitete mir zT erhebliche Probleme, da ich nicht die exakten englischen Korrelate zu dem deutschen Klinikvokabular parat hatte.
Die indische Aussprache des Englischen ist zT genuschelt und leise. Ich musste mich erst an den Wortlaut gewöhnen, mich beim Zuhören sehr konzentrieren und häufig mehrmals nachfragen, um die Fragen oder Antworten zu verstehen. Nach ungefähr 2 Wochen hatte ich mich aber an das Englisch adaptiert und konnte den meisten Konversationen folgen.
Bei kurzen Befundbesprechungen unter den Ärzten, bei der Visite, im Patientengespräch, bei der Anamneseerhebung und im OP sprechen jedoch alle entweder Kanada oder Hindi.

Eine direkte Anamneseerhebung am Patienten war nicht durchführbar. Ich musste mir entweder von aus Karnataka kommenden Studenten/PJlern bei der direkten Übersetzung helfen lassen und mich auf auf die Korrektheit verlassen, oder gänzlich auf die Anamnese verzichten und später aus den Akten zusammenreimen, da die Dokumentationen auf Englisch verfasst wurden.

Verkehrsbindungen

Ich kam am Flughafen Mumbai an, von dort aus holte mich unser LEO Yasir mit einem Mietwagen ab, mit dem wir 2 Tagesausflüge in Mumbai unternahmen. Yasir ist ein sehr guter Fahrer und an den Verkehr gewöhnt, aber grundsätzlich würde ich vom Autofahren in Mumbai abraten, da der Verkehr extrem chaotisch und gefährlich ist.
Danach ging es mit dem Nachtbus nach Bijapur, die Fahrt dauerte ca. 10 h. Es gibt eine Einteilung der Nachtbüsse in Seater und Sleeper. Uns wurden von Yasir die Sleeper empfohlen, da man hier eine eigene Matratze hat und gut schlafen kann, sofern man Oropax dabei und einen der vorderen Plätze (idealerweise 2-3 Reihe oben) ergattert hat. Eine Fahrt nach Bijapur kostete 1000 Rupien (mit AC), man kriegt aber auch schon Fahrten für 500-600 Rupien (ohne AC). AC ist nicht unbedingt notwendig, weil man in NON-AC-Bussen die Fenster öffnen kann und es dann durch den Windzug kalt genug ist. Ich würde empfehlen, für Busfahrten lange Sachen anzuziehen und einen Schlafsack (es kann nachts kalt werden) sowie Desinfektionstücher (die Matratzen sind unter Umständen dreckig) mitzunehmen.
In Bijapur selbst lag das College am östlichen Rand der Stadt. Man war auf Rikschas oder lokale Busse angewiesen, um ins Stadtzentrum zu kommen. Eine Busfahrt kostete 7 Rupien, allerdings wurde es zur Rushhour häufig sehr voll. Beim Rikschafahren war es deutlich günstiger, zu den Stammorten (zentrale Kreuzungen) zu fahren und dort umzusteigen, weil man dann den lokalen Festpreis (10 Rupien pro Strecke) zahlt. Sagte man hingegen eine bestimmte Destination, gingen die Preise meist bei 50 Rupien los. Als Ausländer bekam man außerdem meistens den doppelten bis dreifachen Preis gesagt.
Am Abend, ab ca. 21 Uhr, wurde es immer schwerer, ein Rikscha zu bekommen und es wurden deutlich erhöhte Preise verlangt (ca. 100-150 Rupien), dafür wurde man dann direkt vor das Collegetor gefahren.
Das Collegegelände ist sehr groß und weitläufig. Von unserer Wohnung aus war es 1 km bis zum Krankenhaus, 1,5 km bis zum Eingangstor. Morgens in der Früh und am Abend bei milden Temperaturen war das kein Problem, aber Mittags bei glühender Hitze war das Laufen sehr anstrengend. Daher haben wir stets dankbar angenommen, wenn uns Studenten eine Mitfahrt mit ihrem Scooter angeboten haben.

Kommunikation

Die digitale Kommunikation klappte problemlos, da der LEO mir eine lokale SIM besorgte. Man kann sich auch selbst am Flughafen eine SIM kaufen, allerdings sind sie hier deutlich teurer (12-15 Euro). Wir kauften die SIM auf seinen Namen in Bijapur bei einem lokalen Händler für umgerechnet 4 Euro. Ich hatte einen Monat lang 1,5 GB pro Tag plus Telefonflat, konnte somit sowohl vor Ort das Internet nutzen und schnell anrufen, als auch den Kontakt nach Hause problemlos aufrechterhalten. Das war äußerst praktisch, da wir im Apartment kein WLAN hatten.
Die Kommunikation mit den Ärzten und Studenten funktionierte, wenn auch zu Beginn etwas holprig und mit häufigem Nachfragen von meiner Seite aus. Fachliche Fragen wurden von den Ärzten und Professoren fast ausnahmslos sehr positiv aufgenommen und fundiert und ausführlich beantwortet. Nach den ersten 2 Wochen hatte ich mich an das Englisch gewöhnt und konnte den Seminaren, Gesprächen und Konferenzen ohne Anstrengung folgen.
Die Ärzte und Professoren achteten penibel auf die richtige Fachsprache. Dies war für mich eine Herausforderung, weil ich die exakte Bezeichnung für Untersuchungsbefunde nicht aus dem Deutschen ins Englische zu übersetzen wusste und häufig umschreiben musste, was als mangelndes Wissen aufgefasst wurde.
Mit den Patienten kam leider kaum Kommunikation zustande, da sie kaum oder nur extrem gebrochen Englisch sprachen. Somit entfiel der gesamte Teil der Anamneseerhebung, was mir einen wichtigen Baustein der Diagnosefindung raubte. Wenn ich die PJler, Studenten oder Ärzte während eines Patientenkontakts um Übersetzung bat, wurde meist nur sehr wenig Inhalt tatsächlich übersetzt.
In dem Out Patient Department (OPD) war es für mich aufgrund der fehlenden Kommunikation zwischen mir, dem Patienten und den Ärzten sehr langweilig: Die Ärzte unterhielten sich mit dem Patienten auf Kanada, untereinander auf Hindi und meine Bitten nach Übersetzung waren meist frustran.

Unterkunft

Wir (2 weitere Famulanten und ich) wurden im Staff-Quarter auf dem Collegegelände untergebracht. Staff-Quarter bedeutet, dass hier normalerweise die Lehrenden mit ihren Familien wohnen.
Unsere Wohnung bestand aus einem sehr großen Eingangsbereich mit Wohn- und Esszimmer, einem Küchenraum, der keinerlei Ausstattung bis auf ein Waschbecken hatte, 2 Zimmern mit jeweils 2 Betten, 2 Badezimmern und 2 Balkonen. Außerdem führte eine Treppe auf das Dach des 2-stöckigen Hauses, welches wir als Dachterasse zum Yoga und zur Meditation benutzten.
Die Ausstattung der Wohnung war sehr spärlich, wir hatten keinen Kühlschrank, keinen Herd, kein Besteck, keine Schränke. Trotzdem war die Wohnung sehr schön, ruhig, sauber und kalt. Wir konnten nicht kochen, aber bei den dortigen Preisen und den leckeren lokalen Gerichten war es kein Problem und sogar sehr willkommen, jede Mahlzeit auswärts einzunehmen.
Bis zum Krankenhausgebäude sind es 10 Minuten zu Fuß, bis zum Ausgang 15, bis zur Cantine 8.

Literatur

Noch in Deutschland lieh ich mir ein Allgemeinchirurgiebuch auf Englisch, was mir allerdings rückblickend nichts brachte, da das Vorkommen der Erkrankungen in Indien ein ganz anderes ist.
Auf dem Collegegelände gab es eine Bibliothek, wo man vor Ort mit den Büchern arbeiten, aber sie nicht ausleihen konnte. Die Professoren erkundigten sich stets nach den Büchern, mit den in Deutschland gelernt wird, allerdings hatte ich darauf keine eindeutige Antwort. Das verwunderte sie sehr, da in Indien sehr strikt bestimmte Buchautoren und Bücher vorgegeben werden, mit denen man zu lernen hat und die man im Zweifel auch in Prüfungen zitieren können muss.
Mir wurde sehr häufig gesagt, ich solle in den Büchern nachschauen, wenn ich etwas nicht detailliert genug wusste, statt es zu erklären.
Von dem Detailreichtum der indischen Bücher war ich überwältigt und fasziniert zugleich. Die Bücher sind sehr gut, wenn auch extrem ausführlich. Für die Allgemeinchirurgie galten Standardwerke, mit denen auch ich lernte :
S. Das - A manual on clinical surgery
S. Das - A concise textbook of surgery.
Zusätzlich dazu empfahlen mir die Ärzte zur Vertiefung folgende, sehr gute Werke:
Baileys and Loves Short Practice of Surgery
Zollingers Atlas of Surgical Operations
Diese 4 Bücher fand ich sehr hilfreich. Das „manual on clinical surgery“ ist perfekt für die klinische Untersuchung und Diagnosestellung. Das concise textbook ist gut für die theoretische Vorbereitung zu Krankheitsbildern. Die anderen beiden sind hervorragend geeignet zur Nachbereitung von speziellen OP-Techniken, die man gesehen hat.
Es war stets sehr gut, sich am Vortag nach den anstehenden OPs zu erkundigen, zu diesen Krankheitsbildern Wissen auffrischen, die OP sehen und dann die einzelnen OP-Schritte nochmal nachträglich nachzuvollziehen.

Mitzunehmen

Für das Krankenhaus wurden benötigt: Kittel, Kasak, Hose, OP-Kleidung, Stethoskop, kleines Notizbuch, Kugelschreiber (Mangelware!). Der Kleidungsstil im Krankenhaus war förmlich und bedeckt. Die weiblichen Ärztinnen und Studentinnen trugen lange Hosen, darüber knielange Kleider und Kittel. Männer trugen Hemden und Hosen. Interessant ist, dass man anhand der Ärmellänge der Kittel den Bildungsstand der Mediziner sehen konnte: Untergraduates tragen kurzärmlige Kittel, die Interns mittellange und die Post-Graduates (=Assistenzärzte) dürfen langärmlige Kittel tragen. Daher wurde man häufig in langem Kittel für einen ausländischen Arzt und musste stets seine Zugehörigkeit zu den Undergraduates erklären gehalten.

Für die Zeit außerhalb des Krankenhauses empfiehlt es sich lange und luftige Kleidung in großen Mengen mitzunehmen, da man viel schwitzt und aus Respekt vor der dortigen Kultur eher wenig Haut zeigen sollte. In Indien werden von Männern kaum kurze Hosen getragen. Die Frauen tragen häufig bodenlange Kleider und die Schultern sind bedeckt, von Ausschnitten und knapper Bekleidung ist dringend abzuraten. Auch sollte man möglichst keine weiße Kleidung mitnehmen, weil die Straßen sehr dreckig sind und man häufig Flecken bekommt. Um sich vor dem Dreck, der Spucke und dem Kot, die abwechselnd die Straßen säumen, zu schützen, sollte man auf jeden Fall feste, geschlossene Schuhe mitnehmen, in denen man nicht zu stark schwitzt. Auch Sandalen und Flip-Flops sollte man für kürzere Ausflüge und gegen die Hitze mitnehmen. Im OP stehen Flip-Flops bereit, die man anziehen kann.

Wichtige und hilfreiche Dinge, die ich sonst dabei hatte und wärmstens mitzunehmen empfehle:
- Mückenspray/-repellent – am Abend gab es viele Mücken
- Sonnencreme mit hohem LSF und Sonnebrille (!) – die Sonne ist ungewohnt stark, man verbrennt schnell und wird mittags stark geblendet
- Latexhandschuhe – gab es im Krankenhaus nur in sehr begrenzter Anzahl und schlechter Qualität. Es war stehts praktisch, ein paar davon in der Kitteltasche zu haben, vor allem wenn man spontan eine DRU durchführen oder eine eitrige Wunde versorgen musste
- Handdesinfektionsmittel – das Desinfektionsmittel im Krankenhaus ist mengenmäßig stark begrenzt. Außerdem hat es keinen rückfettenden Effekt und macht die Hände kaputt. Aber auch außerhalb der Klinik sollte man stets Desinfektionsmittel dabeihaben, es rettet einen in Indien in sehr vielen Situationen
- Seife – man muss sich extrem häufig die Hände waschen, denn es wird auch mit den Händen gegessen. Allerdings gibt es nicht in allen Restaurants Seife, daher ist es praktisch, eine kleine Taschenseife dabeizuhaben

Reise und Ankunft

Meinen Flug buchte ich ca. 2 Monate im Vorraus für 560 Euro, die Kosten wurde freundlicherweise durch den Fahrtkostenzuschuss gedeckt.

Am einem Freitagmorgen flog ich mit Turkish Airlines aus Düsseldorf los nach Istanbul, hatte dort einen 4-ständigen Aufenthalt, flog dann 7 Stunden weiter und landete um 5 Uhr morgens am Samstag in Mumbai. Dort holte mich unser lieber LEO Yasir ab, wir mieteten einen Leihwagen und fuhren zum Hotel, das er freundlicherweise im Voraus für uns alle gebucht hatte. Dort traf ich die anderen 2 Austauschstudenten und wir fuhren zu viert mit dem Auto los, machten einen Tagesausflug nach Lonavla, schliefen im Hotel und hatten dann noch den ganzen Sonntag Zeit für Sightseeing in Mumbai. Am Sonntagabend stiegen wir dann in einen Nachtbus, der uns in 10 Stunden Fahrt nach Bijapur brachte. Dort kamen wir am Montag um 7 Uhr morgens an, gingen von dort aus kurz in unsere Unterkunft, legten die Sachen ab und dann gegen 9 für die Vorstellung und das Kennenlernen in die Klinik.

Wir blieben unter der Woche und an 2 Wochenenden in Bijapur, an 2 Wochenenden machten wir Ausflüge: Einmal zum Strand nach Goa, das andere Mal nach Hampi, für die Besichtigung alter Tempelruinen. Beides sehr zu empfehlende Orte, die eine Menge toller Eindrücke hinterließen.

Nach Ende der Famulatur flog ich noch in den Norden und schaute mir in 2 Wochen den Taj Mahal und Agra, Rajasthans Hauptstadt Jaipur, den Tiger-Nationalpark Ranthambore und Udaipur an. Allerdings ist der Norden verglichen mit dem Süden deutlich touristischer, voller und anstrengender. Dann flog ich von Dehli nach Mumbai und von dort aus, kurz vor Corona-bedingtem Schluss der Grenzen, zurück nach Deutschland.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Der Arbeitstag begann um 9 Uhr morgens, Mittagspause ging von 12-15 Uhr, dann ging es weiter bis 17 Uhr. Die Anwesenheit in meinem Department wurde von einem Aufseher streng kontrolliert und protokolliert, bei Verspätung gab es Ärger, obwohl die Ärzte erst eine halbe Stunde später kamen.
In der Allgemeinchirurgie gab es insgesamt 3 Ärzteteams, die abwechselnd zwischen OPD (Out Patient Department), OT (Operation Theatre) und den Wards (=Stationen, also Visite) rotierten. Ich wurde einem Team zugeordnet und hatte dann jeden Tag eine der drei möglichen Zuteilungen.

Im OP war es meist recht spannend. Auf Nachfrage konnte ich immer problemlos mit an den Tisch, durfte assistieren, nähen und bei kleineren Eingriffen sogar Inzisionen durchführen. Es gab keinen offiziell einlesbaren OP-Plan, man musste im Arztzimmer nach den anstehenden OPs fragen und dann zum OT gehen, dort weiter rumfragen. Es gab zwischen 1 und 4 OPs pro Einteilungstag, sie begannen meistens mit Verspätung. Das war nicht weiter schlimm, weil man sich vorher gut mit den supernetten Anästhesisten unterhalten und den Anästhesie-Teil der OP erklären lassen konnte. Die Eingriffe waren zu einem großen Teil aus dem Allgemeinchirurgie-Standardrepertoire: Appendektomien, Cholezystektomien, Lipomeexzisionen, Abszessöffnungnen, Analfissuren, Hernien. Während Cholezystektomien und die häufigsten Appendektomien standardmäßig lapraskopisch durchgeführt wurden, gab es fast ausschließlich offene Hernien-OPs. Im offenen Operieren waren die Chirurgen gut, ihre größere Stärke lag aber eher im theoretischen Bereich.
Häufig wurden die Patienten in einem deutlich späteren Stadium vorstellig, sodass die OPs anschaulicher und die Verläufe extremer waren. Auch gab es immer wieder sehr beeindruckende Fälle, die man in Deutschland niemals gesehen hätte, so zum Beispiel ein 4-jähriges Kind mit akutem Abdomen, welches eine Nekrose und einen Ileus durch über 200 Bandwürmern im Ileum und Colon als Ursache hatte, oder ein junger Mann mit einem Kompartmentsyndrom und nekrotisierender Fasziitis des gesamten Arms.

In den Wards gab es meistens nicht viel zu tun. Die Interns (=PJler) hatten sich um die Verbände zu kümmern und Dokumentationsbögen auszufüllen. Auf Wunsch konnte man ebenfalls bei der Wundversorgung mithelfen. Die Visiten waren unregelmäßig und wurden meist auf Kanada und Hindi abgehalten, sodass ich daraus keinerlei Mehrwert zog und, nach ein paar ernüchternden Versuchen, nicht mehr an ihnen teilnahm. Wenn unser Ärzteteam die Rotation Ward hatte, bin ich meistens zu dem anderen Team in den OT geflüchtet.

2 Mal die Woche hatten wir OPD und das war leider die überwiegende Zeit ein sehr langwieriger und unspannender Teil der Famulatur. Der Abteilungsleiter, 2 Oberärzte, 2 Assistenzärzte saßen um einen Tisch herum, die Interns und ich mussten uns in zweiter Reihe dazuquetschen. Dann kamen die Patienten durcheinander in den Raum rein, wurden nach ihren Beschwerden gefragt und kurz untersucht. Alles ging meistens sehr schnell, es wurde viel aufgeschrieben und wenig mit uns gesprochen. Auf Nachfrage meinerseits antworteten die Ärzte meist nur kurz und mit wenig Informationsgehalt, sodass die Anamnese für mich unergrundbar blieb. Manchmal durfte ich auch selbst untersuchen und sollte dann Verdachtsdiagnosen nennen, was ohne Anamnese eine große Herausforderung darstellte. Es gab keine wirkliche didaktische Struktur, obwohl ein recht hohe Patientenzahl dabei war und man theoretisch viele Fälle hätte gut und lehrreich aufbereiten können. Einige wenige Professoren/Oberärzte waren jedoch auch interessiert und erklärten sehr vieles. Praktisch untersuchen durfte man nur für sich, auf die korrekte Durchführung wurde nicht geachtet, Hauptsache man hatte viel präsentables Wissen über die der Untersuchung zugrundeliegenden theoretischen Inhalte.
Insgesamt unterscheidet sich das indische medizinische Lehrsystem sehr stark in der Gewichtung von Theorie und Praxis: In Indien wird sehr viel Wert auf hyperkorrektes und extrem detailliertes Wissen aus dem Buch gelegt. Man muss eine körperliche Untersuchung nicht richtig durchführen können, aber theoretisch genau wissen, was man da eigentlich gerade macht. Diese Gewichtung fand ich schade, da man daher als Famulant nur sehr eingeschränkt praktisch tätig sein kann. Gleichzeitig wird man extrem motiviert, sich zu belesen und fundierteres und detaillierteres Wissen anzueignen und dieses auch korrekt wiederzugeben. Somit ergaben sich für mich aus diesem Ungleichgewicht einige Nachteile, gleichzeitig wurde ich angespornt, mein theoretisches Wissen massiv auszubauen.

Land und Leute

Indien ist so unterschiedlich zu allem, was man sonst kennt, dass die Beschreibung schwer fällt und man den Eindruck wirklich nur durch einen Aufenthalt dort einfangen kann. Die Straßen sind sehr bunt und wuselig, das Treiben chaotisch, der Verkehr ein einziges unberechenbares 200 Dezibel Hupkonzert. Man sieht so viel wunderschönes und trauriges gleichzeitig, dass die Sinne und Emotionsverarbeitungsmechanismen sehr überfordert sind: Hier ein paar farbenfrohe Saris-tragende Damen in, die überrreife, aufplatzende Granatäpfel am staubigen Straßenrand verkaufen; dort eine Kuh mit aufgemaltem dritten Auge, daneben ein bettelndes Straßenkind; ein ausgemergelter, beinahe sterbender Hund; ein nach Futter suchendes, grunzendes Schwein – alles in einem Diameter von 5 Metern nebeneinander stattfindend.
Es fühlt sich zum Teil so an, wie ein Festival, das nie ein Ende fand, seit Jahrzehnten weiterläuft, von der Fröhlichkeit der Menschen und den darauf aufgebauten, neu entstandenen Organisationsstrukturen beruht, die aber nicht immer reibungslos funktionieren. Aus Deutschland gewohnte Planbarkeit kann man in Indien komplett vergessen. Hier geht alles in einem anderen, unvorhersehenen Tempo vonstatten, dem man sich unbedingt anpassen muss, um nicht genervt und gestresst zu sein.

Die Menschen in Indien erschienen mir sehr an uns Ausländern interessiert und kommunikativ. Wir wurden mehrmals täglich angesprochen, nach Name und Herkunft gefragt und um Selfies gebeten. Am meistens an den mir begegneten Indern beeindruckte mich die Hilfsbereitschaft, mit denen sie mir/uns begegneten: wenn man einmal nach etwas fragte, hatte man direkt eine immer größer werdende Anzahl Menschen um sich, die sich sehr bemüht um eine gemeinsame Lösung des Problems einsetzten.
Als blonde Frau wurde ich sehr offensiv angeschaut, jedoch in den allermeisten Fällen mit einem willkommenheißenden, freundlichen Interesse. Es erschien mir, als würde die Mehrzahl der Männer durch ein Gefühl von Angst vor Distanzlosigkeigt den Kontakt mit mir mieden.
Die Konversationen waren fast immer oberflächlich, aber trotzdem sehr herzlich. Man muss sich auf diese Art der Kommunikation und die Menschen insgesamt einlassen können, da die Kontaktmöglichkeiten durch rudimentäre Englischkenntnisse häufig eingeschränkt sind und die Kontaktversuche in fast allen Fällen freundlich und interessiert gemeint sind, auch wenn sie bisweilen taktlos rüberkommen können.

Wir waren sehr viel in Bijapur unterwegs und haben die wundervollen alten Ruinen aus alten muslimischen Sultanatzeiten besichtigt. Sehr beeindruckt hat uns Gol Gumbaz, ein Mausoleum aus dem 15. Jahrhundert, welches durch seine absolut einmalige Akustik beeindruckt: auf einer Seite der Kuppel stehend, kann man auf der genau gegenüberliegenden Seite, also in 50 meter Entfernung, laut und deutlich gegen die Wand geflüsterte Worte hören. Wir fanden es dort so schön, dass wir mehrmals dort waren. Das Mausoleum öffnet schon um 6 und es ist sehr empfehlenswert, dort direkt morgens zum Sonnenaufgang hinzugehen, da man das beeindruckende Gebäude komplett für sich alleine hat.
Ein anderes wundervolles Bauwerk, das wir mehrmals besichtigt habe, ist das Ibrahim Rauza, ebenfalls ein Mausoleum mit wundervollem, ruhigem Garten, der einen perfekten Ausgleich zum lauten und staubigen Bijapur darstellt. Dort ist auch das Titelbild entstanden.
Unsere 2 Wochenendausflüge waren auch wundervoll und haben sehr großen Spaß gemacht. Goa war sehr entspannend und architektonisch sehr beeindruckend, da sich hier der portugiesische Einfluss stark bemerkbar macht. Es gibt viele breite Strände, eine tolle Landschaft, die man gut mit einem Mietwagen oder Scootie erkunden kann. Gleichzeitig ist Goa natürlich auch sehr touristisch und es gibt viele Orte, die nur noch auf Touristen zugeschnitten sind. Ich war zunächst skeptisch, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir hatten eine Menge Spaß dort, da man gut feiern kann. Am schönsten fanden wir den Ort Mandrem Beach, wo es viele kleine süße Shops und Bars mit spektakulären Meerblicken und leckeren Cocktails gibt. Wundervoll war der kleine lagunenartige See direkt am Strand, der trotz der vielen Touristen paradiesisch wirkte.
Unseren zweiten Wochenendausflug unternahmen wir nach Hampi - eine UNESCO-Weltkulturerbe-Tempelruinenstadt, die im 15. und 16. Jahrhundert blühende Metropole und Hauptstadt des letzten Hindu-Reichs war. Die Landschaft dort ist fantastisch, man kann sich den ganzen Tag unzählige faszinierende Tempel anschauen und ist umgeben von dramatischen Klippen und Felsbrocken. Hampi selbst ist mittlerweile ein kleines Dörfchen, wo sich ein Hostel an das nächste reiht, aber es ist nicht überlaufen und man fühlt sich sehr wohl und willkommen. Dort gibt es den Elefanten Lakshmi, der einem im Tempel mit seinem Rüssel einen Segen gibt – mein absolutes Highlight! Die Sonnenaufgänge und -untergänge über den Ruinen und Felsbrocken waren wunderschön und einzigartig und sind ein großes Argument für einen Besuch.
Nach der Famulatur bin ich noch 2 Wochen im Norden Indiens rumgereist, der Kontrast zum entspannten Treiben im Süden hat mich in einen erneuten Kulturschock versetzt. Die Menschen im Norden erschienen mir unfreundlicher und aggressiver. In Rajasthan, wo ich hauptsächlich unterwegs war, sind die möglichen Aktivitäten sehr auf die Touristen zugeschnitten, was natürlich auch durch die große Touristenflut ins goldene Dreieck bedingt ist. Gleichzeitig gibt es dort kulturell und architektonisch eine große Menge zu sehen. Retrospektiv bin ich sehr zufrieden mit meiner Reiseroute, obwohl mich eine Vertiefung in den entspannten Süden, das Erkunden der Natur Karnatakas und die Strände Keralas auch sehr gereizt hätten.

Fazit

Indien als Reiseland empfehle ich wärmstens, denn es überwältigt einen komplett mit seiner Einzigartigkeit und Andersartigkeit, die man erlebt haben muss, um sie nachvollziehen zu können. Die Famulatur war für mich, trotz der wenigen praktisch neu gewonnenen Erfahrungen, die spannendste in meiner bisherigen Laufbahn. Die späten Krankheitsstadien machten die Famulatur für mich fachlich sehr wertvoll. Das Kennenlernen einer komplett anderen Krankenhaus- und Lehrstruktur, der Einblick in das indische Gesundheitswesen und der Austausch mit indischem medizinischen Personal über ihre Eindrücke wird mich und meine Sicht auf unser Gesundheitssystem ein Leben lang enorm prägen.
Die lieben, hilfsbereiten Menschen und das wunderschöne, chaotische, farbenfrohe Land werden mir in wärmster Erinnerung bleiben. Ich bin unendlich dankbar für diese Chance und habe, trotz der oben erwähnten Kritikpunkte, rückblickend jede einzelne Sekunde dieser einzigartigen Erfahrung genossen. Lasst Euch auf dieses Abendteuer ein, saugt die Eindrücke ein wie ein nasser Schwamm und ihr werdet um ein Erlebnis bereichert, was sich mit Worten nur schwer beschreiben lässt. Vielen Dank, wundervolle Menschen der bvmd, für die gigantische Organisation und die Ermöglichung dieser traumhaften Erfahrung, deren Prägung ich nun mein gesamtes Leben lang genießen kann.

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