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Czech Republic (IFMSA CZ)

Chirurgie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Rishard, Würzburg

Motivation

Osteuropa sagt man nach, es sei ganz anders als Zentraleuropa. Ich habe schon mal im Ausland studiert (Bulgarien) und weiß wie die Mentalität dort ist. Somit wollte ich nach Tschechien und dort famulieren.

Vorbereitung

Viel vorbereitet habe ich ehrlich gesagt nicht. Ca 1 Monat vor dem Antritt wurde ich von der lokalen Vertretung aus Brno kontaktiert und einfach ein bisschen nach Freizeit und Natur gefragt. Ansonsten habe ich mir ein Flixbusticket gekauft und bin 2 Tage vor Beginn hingefahren, alles recht einfach.

Visum

Als Deutscher braucht man kein Visum um nach Tschechien einzureisen.

Gesundheit

Es wurde HepB-Titer und Tuberkulin-Test (veraltet, IGRA test ist in Deutschland jetzt) angefordert. Ich hatte den HepB-Titer noch von vor einem halben Jahr gehabt. Tuberkulin-Test habe ich nicht gemacht, zumal es 50 EUR gekostet hätte. Am Ende hat es dann aber auch keinen interessiert.

Sicherheit

Tschechien ist ein sicheres Land, es ist nicht notwendig sich Sorgen zu machen. Ich habe jede Menge nette und hilfsbereite Leute kennengelernt, einer hat mich sogar kostenlos zum Bahnhof mal gefahren.

Geld

In CZ. gibt es eine andere Währung (Kronen); Man kann überall Geld abheben mit einer deutschen Kreditkarte und Geld ebenso wechseln. Alles sehr einfach und unkompliziert. Die Preise sind vergleichbar zu Deutschland, außer Bier. Bier ist schweine günstig in CZ. Die Unterkunft wurde zum Glück gestellt, ebenso die Fahrkarte.

Sprache

Im Krankenhaus konnten so gut wie alle Ärzte gutes Englisch sprechen. Die Schwestern und Patienten weniger, aber das kann man natürlich nicht erwarten. Ich bin der Überzeugung, dass jeder der Abi in Englisch gemacht hat keine Probleme haben wird mit der Sprache.

Verkehrsbindungen

FLixbus, Zug, Blablacar, mit dem eigenen Auto...
Es gibt viele Wege nach Brno. Ich bin wie gesagt mit dem Bus angereist, war unkompliziert und günstig. An der Busstation hat mich meine Kontaktperson abgeholt und mich zur Unterkunft gebracht. Anschließend haben wir die Stadt angeschaut.

Kommunikation

EU-Datenroaming regelt das Internet. Ansonsten habe ich auf Englisch gesprochen und war erstaunt wie gut die meisten gesprochen haben. Weiteres habe ich nicht gemacht, es gab sehr viele Erasmus-Studenten aus allen Ländern, mit denen ich gerne mal ausgegangen bin.

Unterkunft

Wir waren im Studentenwohnheim, nur 2 Busstationen von der Klinik. Man musste sich das Zimmer mit einer weiteren Person teilen. Es gab eine kleine Kochnische, aber leider keine Küchenwerkzeuge, als musste ich Teller, Besteck und Pfanne eben mal kaufen. Bettswäsche, Handtücher wurden gestellt.

Literatur

Ich habe keine Bücher oder Internetseiten gelesen. Ebenso keine medizinische Fachliteratur. Die Ärzte haben gerne einen etwas erklärt, ob auf Station oder im OP. Ich durfte auch am OP-Tisch assistieren.

Mitzunehmen

Das übliche Reisezeugs in meinen Backpack. Eigentlich wollte ich an den Wochenenden die größeren Städte um Brno bereisen (Bratislava, Budapest, Wien, Graz, ...), das war aber leider wegen Corona nicht möglich.

Reise und Ankunft

Ich bin am Wochenende vor Praktikumsbeginn angereist mit dem Nachtbus. Alles verlief reibungslos und meine Kontaktperson war sehr nett und hilfsbereit. Mir wurde direkt auch das Krankenhaus und die Uni gezeigt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich war auf der Transplantations- und Herzchirurgie. Das war wirklich ein privilegierter Einblick! Die Operationen (Bypass, Aortenklappenrekonstruktion, ROSS-Eingriff, ..) sind sehr spannend - und zeitintensiv. Jede OP dauerte gefühlt mindestens 4-5 Stunden. Ich durfte nur bei dem Freilegen des Bypass-Gefäßes aus dem Bein assistieren, am offenen Thorax durfte ich nichts machen (verständlich). Trotzdem konnte man viel spannendes observieren. Leider gab es in meinen Zeitraum keine Transplantationen. Die Ärzte meinten, sie führen regelmäßig Herz und Lebertransplantationen durch.
Die OPs starten in der Regel um 7:00 morgens. Keiner hat kontrolliert ob ich da war. Ich musste keinmal auf Station und bin auch immer direkt in den OP. Gehen durfte ich also auch wann ich wollte. Bin aber meistens bis 14:00 geblieben und habe mit den Ärzten geredet. Eigeninitative ist gefragt, wenn man mit am OP-Tisch sein möchte. Ferner musste ich keinmal Blut abnehmen und einen Zugang legen (auch wenn ich es echt gerne gemacht hätte). Das ist dort Schwestern Arbeit, und die haben kein gutes Englisch gesprochen. Mir wurde einmal angeboten, einen Harnwegskatheter zu legen, aber ich habe abgelehnt. Da man in Brno auch Medizin auf Englisch studieren kann ohne NC, habe ich auch einige internationale Studenten kennengelernt. Auch Deutsche. Überwiegend war ich aber mit den anderen IMFSA Studenten aus Indien und Thailand. Und eben unseren Kontaktpersonen die sich viel Mühe gegeben haben, uns eine schöne Zeit zu machen. Leider kam Corona dazwischen und sämtliche Bars, Clubs usw. wurden geschlossen.
Die meisten Patienten waren über 60, männlich, und starke Raucher und/oder Alkoholiker. Die Operationen waren delikat und lang, jeder Patient war auch an eine Blutgasanalyse und Ösophagus-Ultraschall angeschlossen. Allein die Vorbereitung auf jede OP dauerte gerne mal 2 Stunden. Ein cooles Erlebnis war, als ich selber den Hautschnitt am Bein (für die Freilegung der V. Sapena Magna als Bypass Gefäß) machen durfte und anschließend auch die Haut nähen. Das dürfte man in Deutschland wohl sehr selten in einer OP. Die Herzchirurgie ist ganz anders als zB Orthopädie oder Visceralchirurgie. Die Geräte sind viel feiner, fast alle Chirurgen tragen Lupenbrillen und die Hygiene Vorgaben sind noch strenger als sonst. Ich konnte viel interessanten sehen und denke über eine Karriere als Herz-Thorax-Chirurg nach. Ich empfehle jeden Brno als Auslandsfamulatur, der nicht zu Weit von Zuhause weg möchte. Ich habe viel gelernt.

Land und Leute

Durch Corona waren fast alle Freizeitaktivitäten eingeschränkt, dazu kann ich nicht viel sagen.


Ich war auf der Transplantations- und Herzchirurgie. Das war wirklich ein privilegierter Einblick! Die Operationen (Bypass, Aortenklappenrekonstruktion, ROSS-Eingriff, ..) sind sehr spannend - und zeitintensiv. Jede OP dauerte gefühlt mindestens 4-5 Stunden. Ich durfte nur bei dem Freilegen des Bypass-Gefäßes aus dem Bein assistieren, am offenen Thorax durfte ich nichts machen (verständlich). Trotzdem konnte man viel spannendes observieren. Leider gab es in meinen Zeitraum keine Transplantationen. Die Ärzte meinten, sie führen regelmäßig Herz und Lebertransplantationen durch.
Die OPs starten in der Regel um 7:00 morgens. Keiner hat kontrolliert ob ich da war. Ich musste keinmal auf Station und bin auch immer direkt in den OP. Gehen durfte ich also auch wann ich wollte. Bin aber meistens bis 14:00 geblieben und habe mit den Ärzten geredet. Eigeninitative ist gefragt, wenn man mit am OP-Tisch sein möchte. Ferner musste ich keinmal Blut abnehmen und einen Zugang legen (auch wenn ich es echt gerne gemacht hätte). Das ist dort Schwestern arbeit, und die haben kein gutes Englisch gesprochen. Mir wurde einmal angeboten, einen Harnwegskatheter zu legen, aber ich habe abgelehnt. Da man in Brno auch Medizin auf Englisch studieren kann ohne NC, habe ich auch einige internationale Studenten kennengelernt. Auch Deutsche. Überwiegend war ich aber mit den anderen IMFSA Studenten aus Indien und Thailand. Und eben unseren Kontaktpersonen die sich viel Mühe gegeben haben, uns eine schöne Zeit zu machen. Leider kam Corona dazwischen und sämtliche Bars, Clubs usw. wurden geschlossen.
Die meisten Patienten waren über 60, männlich, und starke Raucher und/oder Alkoholiker. Die Operationen waren delikat und lang, jeder Patient war auch an eine Blutgasanalyse und Ösophagus-Ultraschall angeschlossen. Allein die Vorbereitung auf jede OP dauerte gerne mal 2 Stunden. Ein cooles Erlebnis war, als ich selber den Hautschnitt am Bein (für die Freilegung der V. Sapena Magna als Bypass Gefäß) machen durfte und anschließend auch die Haut nähen. Das dürfte man in Deutschland wohl sehr selten in einer OP. Die Herzchirurgie ist ganz anders als zB Orthopädie oder Visceralchirurgie. Die Geräte sind viel feiner, fast alle Chirurgen tragen Lupenbrillen und die Hygiene Vorgaben sind noch strenger als sonst. Ich konnte viel interessanten sehen und denke über eine Karriere als Herz-Thorax-Chirurg nach. Ich empfehle jeden Brno als Auslandsfamulatur, der nicht zu Weit von Zuhause weg möchte. Ich habe viel gelernt.

Fazit

Meine Erwartungen wurden voll Erfüllt und ich würde jeder Zeit mich wieder für Brno entscheiden. Vor allem deswegen, weil keiner die Anwesenheit kontrolliert hat und man viel machen konnte in der Freizeit. Coronakrise war halt im Weg.

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