zurück

Brazil (DENEM)

Orthopädie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Norah, München

Motivation

Seit meinem viermonatigen Aufenthalt liebe ich Südamerika. Ich war noch nie in Brasilien und wollte dieses Land unbedingt erkunden. Da Englisch und Spanisch von Vorteil sind, habe ich mich für Brasilien entschieden. Ich freute mich auf Karneval, wunderschönen Strände und Menschen.

Vorbereitung

Ich habe mich direkt für den Restplatz für Brasilien beworben. Da Brasilien ein sehr großes Land ist, habe ich viel Zeit damit verbracht, mir die möglichen Städte und Fächer anzuschauen. Ich wollte ein chirurgisches Fach wählen, da ich keine Portugiesischkenntnisse habe und somit mehr sehen kann. Es ist aber für jeden was dabei.
Im Vorhinein hatte ich auch schon mit meiner ‚Host’ und meiner ‚Godmother’ (contact person der Partnerorgansiation, kurz CP, Anm. der Berichtekoordination) Kontakt aufgenommen. Auch über Facebook hatte ich auch schon eine andere Deutsche gefunden, die zeitgleich mit mir dort sein würde.

Visum

Es wird kein Visum für Brasilien gebraucht, daher musste ich kein Visum vorab beantragen.

Gesundheit

Ich hab mein Impfausweis nochmal von einem Tropenmedizinier überprüfen lassen. Es ist sehr gebietsabhängig, welche Vorkehrungen und Impfungen nötig sind. Gelbfieber ist eine Impfung die empfohlen wird. Da Dengue-Fieber in vielen Gebieten Brasiliens ein Problem ist habe ich auch Mückenschutz dabei gehabt. Auch hatte ich vor, in den Amazonas zu reisen nach meiner Famulatur, deswegen empfiehlt es sich noch dazu eine Malaria Prophylaxe dabei zu haben. Natürlich sollte man die Reiseapotheke an seine eigenen Vorerkrankungen anpassen. Impfausweis beim Reisen nicht vergessen, es kann in der Klinik oder an Grenzen danach gefragt werden.

Sicherheit

Ich habe eine dreimonatige Auslandsreiseversicherung über meine Mastercard von der Sparkasse. Ich würde ich eine Berufs-Haftpflichtversicherung abschließen, generell sollte dies jedoch schon bei Beginn des Studiums erfolgen. Diese Versicherung gilt dann auch bei Berufsunfällen im Ausland.
Brasilien ist gefährlicher als Deutschland. Dabei ist zu beachten, dass es extreme Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und Städten in Brasilien gibt. Rio de Janeiro oder Salvador sind deutlich gefährlicher als die Stadt Joao Pessoa, wo ich war. Trotzdem sollte man nicht alleine auf den Straßen herumspazieren und vor allem nicht mit seinen Wertsachen. Es gibt jedoch auch Strandpassagen oder Viertel, die sehr sicher sind, also einfach die Ansprechpartner vor Ort fragen wie es mit der Sicherheit in der jeweiligen Stadt ist. Ich habe mich aber während meines gesamten Aufenthaltes sehr sicher gefühlt und mich bei Fragen dazu einfach an die Locals gewendet. Und Achtung hinsichtlich des Karnevals! Diesen würde ich nicht ohne Locals empfehlen und dann nochmal mehr auf deine Wertsachen achten.

Geld

Brasilianische Real ist die Währung in Brasilien. 5 BR waren zu dem Zeitpunkt meiner Famulatur in etwa 1 Euro. Ich würde immer empfehlen, Dollar bei einer Reise dabei zu haben. Ich würde vor Ort direkt am Flughafen (meist recht sicher) mir an einem Bankautomaten Brasilianische Real holen. Danach natürlich auf unterschiedliche Taschen verteilen! Da Ausrauben gang und gäbe ist, hatte ich immer einen 20 BR oder 50 BR Schein in der Hosentasche für den Notfall. Kartenzahlung ist überall möglich. Die Lebenserhaltungskosten sind definitiv geringer als in Deutschland. Supermärkte sind ungefähr gleich teuer. Ansonsten Fahrtkosten, Essen und Unterkünfte auf jeden Fall günstiger als in Deutschland. Es gibt dennoch große regionale Untrschiede (z.B. Rio de Janeiro hat deutlich höhere Lebenerahltungskosten als Joao Pessoa).

Sprache

In Brasilien spricht man Portugiesisch. Ich spreche und verstehe ein bisschen Spanisch. Damit habe ich einige Konversationen oder Sätze im Krankenhaus auch verstanden. Meine Ansprechpartner vor Ort haben sehr gut Englisch gesprochen und in alltäglichen Situationen übersetzen können. Es ist jedoch praktisch, sich die Basics (Bestellen, nach dem Weg fragen, Begrüßungen etc.) anzueignen bevor man ankommt. Man sollte auch daran denken, dass in den meisten kleinen Städten kaum jemand Englisch spricht. Ein Sprachkurs vor der Abreise zu besuchen bringt auf jeden Fall was. Zu empfehlen ist natürlich auch, während des Aufenthalts einfach Sprach-Apps zum Üben zu nutzen (z.B. Duolingo, Babble,…). Ein Translator/Google Übersetzer empfiehlt sich auf jeden Fall auf seinem Mobiltelefon einzurichten

Verkehrsbindungen

Bianca meine ‚Godmother’ hatte ein eigenes Auto. Die meisten Brasilaner und Brasilianerinnen fahren überall mit dem Auto hin. Wenn sie kein eigenes besitzen, dann fahren sie mit dem Uber. Uber ist in Brasilien vergleichsweise sehr günstig. Der Preis für ein Uber liegt zwischen 5BR und 15BR, das ist umgerechnet 1 bis 3 Euro.
Sonst nutzen die Einheimischen für längere Strecken auch ‚Driver’.

Kommunikation

Bei Bianca (Godmother) und Ananda (Host) gab es Internet. Um jedoch dort auch für meine ‚Host’ und auch ‚Godmother’ jederzeit erreichbar zu sein, holte ich mir mit Biancas Hilfe direkt am zweiten Tag eine brasilanische Sim-Karte. Ich zahlte für meine Sim-Karte ungefähr 15 Euro. Ich hatte jeden Tag neues Datenvolumen und überall auch sehr gutes Netz um erreichbar zu sein. Eine Sim-Karte lohnt sich auf jeden Fall, vor allem wenn der Aufenthalt länger als 2 Wochen sind und man sich nicht dauerhaft an Orten/Hostels/Touristenspots aufhält, an denen es Wifi gibt

Unterkunft

Meine ‚Host’ bei der ich geblieben bin, hatte sich auch im Vorhinein schon bei mir gemeldet. Sie hieß Ananda und lebte eher im südlichen Teil der Stadt. Da ich eine Woche früher anreiste, verbrachte ich die erste Woche bei der Bianca und ihrer Familie. Bianca ist meine ‚Godmother’ dort, die sich so ein bisschen um meine Aktivitäten und mein Wohlbefinden kümmert.
Sie wohnen in Tambau, das ist fünf Minuten vom Stadtstrand entfernt. Es ist ein recht wohlhabendes Viertel. Die Hochhäuser sind mit Zäunen umrandet und haben alle 24h ‚Doormen’ .
In den folgenden 3 Wochen wohnte ich bei Ananda meiner eigentlichen ‚Host’ in Bancarios. Das erinnerte mich eher an ein selbstständiges WG-Leben. Das Viertel war nicht ganz so schön, aber die Wohnung hatte einen super Blick vom Balkon mit einer Hängematte.

Literatur

Über das Land habe ich vorher nicht viel gelesen. Ich hatte mir zu der Gegend in und um Joao Pessoa ein paar Blogs durchgelesen. Diese Blogs beschrieben ein paar schöne Spots an der Küste und schwärmten von dem Karnveal in Recife/Olinda. In Deutschand hatte ich mir den Stefan Loose – Brasilien Führer von einem Freund ausgeliehen. Da das Buch sehr dick ist, beschloss ich ein paar Passagen im Vorhinein zu lesen, das ganze Buch aber nicht mitzunehmen. Den Führer kann ich auf jeden Fall empfehlen für jeden, der mehr Zeit in Brasilien verbringt. Es gibt ein paar super Tipps.

Mitzunehmen

Nur Kleidung für warmes Wetter erforderlich! Ich hatte genau einen Pulli und eine Regenjacke für Notfälle und die kalten Flüge dabei, ansonsten trägt man nur Tshirt und kurze Hose.
Für die Klinik hatte ich mir noch einen weißen Arztkittel aus Deutschland mitgenommen. Es wäre wahrscheinlich auch ohne gegangen, aber ich fand es für die Visite sehr angebracht. Im OP habe ich natürlich auch Kasacks vom Krankenhaus bekommen. Es hat sich als hilfreich bewährt selber aus Deutschland ein Desinfektionsmittel mitzubringen. Die Chirurgen desinfizieren sich beim Einwaschen vor der OP, aber ansonsten nie. Vielleicht ein kleines Notizbuch für die Kitteltasche.

Reise und Ankunft

Ich habe den Flug relativ kurzfristig ungefähr 3 Wochen vor Abflug mit einem Stoppover in Lissabon gebucht. Da ich zur Karnevalszeit nach Brasilien geflogen bin, waren die Flüge natürlich auch ein bisschen teurer als normal.
Bianca meine „Madrinha“ also „Godmother“ die vor Ort zuständig war, mir die Stadt zu zeigen und Dinge mit mir zu unternehmen, schickte einen Driver nach Recife um mich dort vom Flughafen abzuholen. Wir fuhren ca. 2h nach Joao Pessoa. Der Fahrer setzte mich direkt vor Biancas Tür ab. Bianca kam herunter an die Tür um mich zu empfangen/begrüßen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich arbeite im Complexo Hospitalar de Mangabeira Tarcisio de Miranda Burity, bei den Locals auch bekannt als Trauminha (Verniedlichung von Trauma), da es das zweitgrößte Trauma-Zentrum in der Stadt ist. Ich fahre jeden morgen mit dem Uber in die Klinik. Dort geht es um 7 Uhr los mit der Visite. Bei der Visite sind alle Orthopäden der Station dabei, es wird einmal kurz jeder der Patienten besprochen. Auf der Station, auf der ich arbeite, gibt es nur männliche Orthopäden und Patienten. Auf der Station liegen etwa 40 Patienten, pro Zimmer 4. Am Ende des Ganges gibt es auch zwei Einzelzimmer, diese werden jedoch nur für Schwerverbrecher genutzt und von einem Polizisten/Guard bewacht. Die Orthopädie des Krankenhauses Trauminha ist spezialisiert auf Extremitäten-Chirurgie d.h. es werden nur Ellenbogen bis Hand und Knie bis Fuß operiert. Alle größeren Traumata werden an das große Trauma-Krankenhaus in der Stadt weitergeleitet.
Bei mehr als 95% aller Patienten auf Station sind Motorradunfälle die Ursache ihres Aufenthaltes. Meisten sind die Frakturen Trümmerfrakturen.
Um etwa 9 Uhr geht es in dem OP Trakt mit den ersten Operationen los. Ich darf bei allem dabei sein und zuschauen. Wenn genug Bleischürzen und Operationskittel verfügbar sind darf ich auch direkt vorne mit am Operationstisch stehen. Ich darf auch assistieren, Hakenhalten und gegen Ende das ein oder andere mal sogar zunähen.
Im Krankenhaus gibt es zwei OP Trakte den „Bloco Orthopedia“ und den „Bloco HN“ beide sind ausschließlich für die Orthopädie und Unfallchirurgie. Der Bloco Ortopedia besteht aus 3 OP Sälen, einem Aufwachraum und einem Gips Raum. Meistens liefen zwei OPs gleichzeitig. Im Bloco HN, der sich im Erdgeschoss befand, waren auch 3 OP Säle und ein Aufwachraum. Eine genaue Unterscheidung der zwei OP Trakte gab es nicht. In den Trakten wurden die gleichen Operationen durchgeführt.
An einem Tag fuhren wir in ein anderes Krankenhaus außerhalb der Stadt (Hospital Metropolitano Dom José Maria Pires), um dort größere Operationen zu sehen. Das Krankenhaus war im Vergleich sehr viel hygienischer und hat fast deutschen Standards entsprochen.
In der Klinik war es mit der Sprache manchmal schwierig. Nur ein Resident (äquivalent zu Assistenzarzt), mit dem ich immer unterwegs war, sprach ein wenig Englisch. Kein riesiges Problem in der Chirurgie, da kann man sonst auch einfach zuschauen und lernen! Da der Resident und ich aber schnell bemerkten, dass auf Grund der Sprachbarriere die Visite für mich wenig Sinn ergibt, beschlossen wir, dass ich immer erst um 9 Uhr kommen muss.

Land und Leute

Ich hatte im Voraus schon von Deutschland aus mit meiner Godmother („Madrinha“) und meiner Host gesprochen. Sie sind zwei Medizinstudentinnen und untereinander sehr gut befreundet. Ich buchte einen Flug nach Recife, mit der Ankunft eine Woche bevor das Praktikum beginnen sollte. Ananda meine Host kam erst am Wochenende vor Beginn meines Praktikums nach Joao Pessoa. Ich wurde von Bianca (22 Jahre) und ihrer Familie eingeladen für die Zeit bis Ananada kommt, bei ihnen zu bleiben. Die Familie wohnt in einer sehr schönen Gegend (Tambau) nahe des Stadtstrandes (Cabo Branco) in einem typischen eingezäunten brasilianischen Hochhaus mit „Doorman“.

Bianca hatte für unsere gemeinsame Woche schon einige Aktivitäten geplant. Mit Bianca und ihren Freunden gehen wir am Sonntag, einen Tag nach meiner Ankunft, auf den Karneval in Olinda/Recife. Das ist der dritt-bekannteste Karneval in Brasilien nach Salvador und Rio, ich hatte auch vorab schon einiges über diesen Karneval gelesen. Laut den Locals ist dieser Karneval der Traditionellste Brasiliens. Wir nahmen den Bus nach Olinda mit einer Gruppe von 10 bis 15 Leuten aus ihrem Schul-Freundeskreis. Wir liefen in die Altstadt wo die Karneval Parade stattfand und sich die Menschenmassen tummeln. Wir tanzten, feierten und tranken den ganzen Tag in der prallen Sonne. Bianca hatte mir schon ein knappes Outfit für den Karneval Tag zurecht gelegt gehabt, ich wusste nämlich nicht genau was für Kleidung man zu Karneval trägt. Auf jeden Fall kurz und knapp. Die bunten und gestopften Straßen der Kulturstadt Olinda waren auf jeden Fall eines meiner Brasilien Highlights.

Die Familie ist extrem gastfreundlich und verbringt die darauffolgenden Tagen damit, mir ein paar umliegende Strände zu zeigen. Bianca lebt wie die meisten Brasilianer mit ihrer Familie bestehend aus ihrer Mutter (Giselle), ihrem Vater (Souza) und ihrer 16 jährigen Schwester (Sarah).
Wir fahren in ein Strandhaus von Bekannten der Mutter. Die über die Feiertage bzw. den brasilianischen Sommer „Januar/Februar“ ein Haus am Strand (Praia do Tabatinga) gemietet hat. Das Haus mit Pool und laufenden BBQ ist gefüllt mit ihren brasilianischen Freunden. Im Haus gibt es ein typisch brasilianisches BBQ mit Fleisch, (FaRaofa) Bohnen und Reis. Zum Trinken Caipirinhas, aber natürlich auch sehr viel Kokosnuss Wasser.
An einem anderen Tag fuhren wir in den Norden von Joao Pessoa an den Strand Intermares. Dort ist auch die Isla de Vermelha (Die rote Insel bei Low Tide zu sehen), die eine große Touristen Attraktion ist in Joao Pessoa.

Bei der Familie Barros gab es morgens, mittags und abends sehr leckeres Essen. Am brasilianischen Frühstück waren die Säfte, Tapioca und die leckere Früchte ein absolutes Highlight.
Es gab sonst immer typische brasilianische Speisen bestehend aus einer Sorte Fleisch (Hühnchen oder Rind), als Beilage zum Beispiel Couscous, Kartoffelbrei, Bohnen Eintopf, Tapioca und/oder Reis. Das Essen war hervorragend. Meistens wurde es von der Rosario („Hosario“ ausgesprochen), der Haushälterin, zubereitet. Für Vegetarier ist es jedoch schwieriger, sich in Brasilien gesund zu ernähren. Da es außer Fleisch und vielleicht mal einem Salatblatt nur Kohlenhydrate gibt. Man isst sehr viel Eier, Tapioca und Käse.

Am Wochenende vor dem Beginn der Famulatur ziehe ich zur Ananda meiner „Host“. Sie ist 21 Jahre und eine totale nette und sehr entspannte Host. Wir feiern ihre Rückkehr und mein Ankommen mit einer netten Dinner-Party und ihren besten Freunden. Unter anderem natürlich auch Bianca. Es gibt zwei Zimmer und ein großes Zimmer bestehend aus Wohnzimmer Küche und Balkon. Jedes Schlafzimmer hat jedoch sein eigenes Bad. Das ist in Brasilien ganz normal, da teilt man auch schon im Elternhaus keine Bäder.
Die Wohnung liegt in einem südlichen Viertel der Stadt (Bancarios). Von dort bin ich besonders nah an der Klinik. Ich nehme jeden morgen ein Uber in die Arbeit. Kosten dafür betragen 5 BR also ungefähr 1,30€.
Sport in Brasilien ist auf jeden Fall mit anderen Temperaturen verbunden. Die meisten Brasilianer/innen gehen ganz in der Früh laufen, da es dann noch nicht so heiß. Sport oder Joggen ist eigentlich nur an der Strandpromenade gut möglich. Dort ist es auch sicher, mit dem Handy an der Straße herumzulaufen. Die Strandpromenade ist ein Traum zum Joggen, vor allem wenn man sich dann danach einfach mit 2 bis 3 BR eine frische Kokosnuss holen kann.
In dem Viertel, wo ich mit Ananda wohne, sollte man nicht unbedingt joggen gehen. Ananda zeigt mir in den darauffolgenden Tagen ihr Gym wo sie 3 bis 4 mal zum trainieren hingeht. Ich
gehe ein, zwei mal mit ihr dort hin. Trotz Klimaanlagen ist es dort sehr heiß, aber Spaß macht es da auf jede Fall. Wie man es sich vorstellt, tummeln sich dort die schönsten und fittesten Brasilianerinnen und Brasilianer. Auf jeden Fall mal eine Erfahrung wert.

Ich arbeitete in der Klinik oft bis kurz nach dem Mittagessen. Gegen 14 der 15 Uhr war ich meistens schon wieder daheim. Während des Zeitraumes meiner Famulatur war auch noch eine andere Studentin aus Deutschland da. Ich hatte über die IFMSA International (Südamerika) Facebook-Gruppe Britta schon vorab gefunden. Ich war total erleichtert, dass ich zu dem Zeitraum nicht die Einzige dort war. Ich machte über IFMSA eine Famualtur (SCOPE) und sie einen Forschungsaustausch (SCORE) für einen Monat.
Bianca und Ananda waren zu dem Zeitpunkt in ihrem ersten Semester, dementsprechend lernten sie sehr viel und hatten unter der Woche kaum Zeit für andere Dinge.
Ich verstand mich sehr gut mit der anderen Deutschen und somit verbrachten wir jeden Nachmittag zusammen. Sie arbeitete in der Universität in der medizinischen Forschungsabteilung. Nach der Arbeit fuhren wir meist mit einem gemeinsamen Uber an einen der wunderschönen Strände in und um Joao Pessoa. Wir hatte uns auch noch ein paar gute Touristenaktionen rausgesucht. Wir lagen sehr viel am Strand oder spazierten an der Strandpromenade entlang. Wir hatten direkt am Anfang schon unseren Lieblings Acai-Laden gefunden. Das kann ich jedem ans Herz legen: Acai Bowls!

Am ersten Wochenende hatten Ananda und Bianca uns beiden für Samstag Abend Karten bzw. Tickets gekauft für eine Mediziner-Party. Die Location sah ein bisschen aus wie ein ehemaliges Freibad. Alle Getränke waren in unserem Ticket enthalten. Dementsprechend war die Feier wahnsinnig lustig. Britta und ich versuchten erfolglos auch ein paar Hüftschwünge zu lernen.

An einem anderen Wochenende waren Britta und ich in Olinda. Olinda ist eine Stadt ca. 2 Stunden von Joao Pessoa. Ich war zwei Wochen vorher schon einmal für den Karneval dort, aber freute mich erneut darauf das Städtchen mal in seinem natürlichen Charm zu sehen. Wir nahmen den Bus für ungefähr 15 Euro nach Recife und von dort mit einem Uber nach Olinda. Olinda liegt ungefähr 6km nördlich von Recife. Dort blieben wir eine Nacht in einem Hostel und spazierten durch die Altstadt. Abends tranken wir noch ein paar Caipirinhas auf der Mauer oben am Hügel der Stadt. Von dort oben hatte man einen wunderschönen Blick auf die Hochhäuser der angrenzenden Stadt Recife. Am Sonntag nahmen wir ein Uber nach Recife. Wir waren den ganzen Tag auf der Halbinsel direkt am Wasser und erkundeten dort ein bisschen die Straßen. Mit dem Uber zurück zum Busbahnhof und wieder ab nach Joao Pessoa zurück.

Da Corona immer mehr zu einer Krise wurde in Deutschland, meinten unsere Eltern, dass wir uns mal Gedanken darüber machen müssen, wann und wie wir nach Hause kommen. Dann ging die Heimreise doch schneller als gedacht. Sobald wir zurückkamen von unserem Wochenend-Ausflug beschlossen Britta und ich dann, so schnell wie möglich auch Flüge zurück nach Deutschland zu buchen.
Britta beschloss nach Rio de Janeiro zu fliegen. Ich hatte einen Flug von Recife direkt nach Lissabon, der am Morgen des Fluges schon gecancelled war. Ich entschied mich mit Britta nach Rio zu fliegen, da das die einzigen offenen Flughäfen waren. Dort war natürlicherweise wahnsinnig viel Trubel. Der Flughafen war ausnahmslos voller Europäer die nach Hause fliegen wollten. Wir bekamen Tickets mit KLM nach Amsterdam. Wir waren sehr froh, sobald wir zu Hause waren.

Fazit

Es war eine super Zeit, ich muss unbedingt nochmal hin! Ich kann Brasilien jedem empfehlen, der einfach Lust auf Sommertemperaturen am Meer hat. 30 Grad , es gibt Sonne jeden Tag und eine fruchtige Acai Bowl am Strand kann man auch essen. Leider wurde meine Famulatur verkürzt, aufgrund der Corona Pandemie. Leider fiel die geplante einmonatige Reise nach dem Praktikum aus. Ich hatte geplant, mit der anderen Deutschen noch den Nordosten von Brasilien für 4 Wochen zu erkunden.

zurück