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France (ANEMF)

Orthopädie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Ilias, Berlin

Motivation

Mein Bvmd Austausch hat in Straßburg, Frankreich stattgefunden.
Ich wollte mein Französisch verbessern und habe mich sehr für die französische Küche interessiert.

Vorbereitung

Mein Sprachniveau war offiziell C1, aber ich hatte eine lange Zeit kein französisch auf die Dauer gesprochen.
Was ich auf jeden Fall weiter empfehlen kann, ist Interpol auf französisch, was von der Universität angeboten wird.

Visum

Visum war nicht nötig für Frankreich. Reisepass dabei zu haben, ist empfohlen.

Gesundheit

Ich musste leider ein Röntgen-Thorax und Tuberkulose-Test machen lassen. Ich empfehle allen, sich die beide Tests vom Hausarzt oder Betriebsarzt verschreiben zu lassen, sonst wird es wirklich teuer.

Sicherheit

Strasbourg ist eine sichere Stadt. Es gab keine Gegend, in der ich mich unwohl gefühlt habe. Es ist sehr sinnvoll eine Haftpflichtversicherung zu haben, wenn man famuliert oder später für das PJ, falls was schief gehen soll.

Geld

Als offizielle Währung gilt der Euro in Frankreich. Die Lebensmitteln sind um 30-50% teuerer als in Deutschland. Einzige Ausnahme ist das Baguette. Raucher sollten ihren eigenen Tabak mitbringen, weil dieser dort sehr teuer ist.

Sprache

Für Bestellen oder einfache Interaktionen könnte man mit Englisch gut klar kommen. Im Krankenhaus braucht man allerdings auf jeden Fall Französisch. Ich konnte die Sprache schon sehr gut, deswegen war keine besondere Vorbereitung notwendig.

Verkehrsbindungen

In Strasbourg gab es Tram und Busse. Das Ticket hat 2 Euro gekostet pro Fahrt. Eine Monatskarte ist günstiger, wenn man die Öffis viel benutzen will.
Fahrrad zu fahren ist natürlich das Idealste, wenn ihr eins organisieren könnt.

Kommunikation

Ich hatte leider kein Internet, wo ich gewohnt habe. Glücklicherweise ist seit 2017 Roaming ohne zusätzliche Kosten innerhalb der europäischen Union möglich. Wenn man eine Postkarte an seine Oma schickt, ist das auch nett.

Unterkunft

Ich habe in einer 1-Zimmer Wohnung von einer Medizinstudentin aus Strasbourg gewohnt. Die Unterkunft war sehr nah am Krankenhaus, was natürlich voll praktisch war. Ich musste keine Bettwäsche oder Decke/ Kissen selbst mitbringen.

Literatur

Die Medizinstudentin, bei der ich gewohnt habe hatte französische medizinische Bücher, die ich mir angeguckt habe. Ansonsten kann man gut im Internet alles Mögliche nachschauen. Bücher auszuleihen geht eher nicht so gut, wenn man nicht vor Ort studiert.

Mitzunehmen

Ich habe ganz normal nur meine Klamotten mitgenommen. Wichtig ist, vorher zu wissen, ob Kissen, Bettwäsche, Waschmaschine, Föhn vor Ort zu finden sind oder was auch immer man unbedingt braucht.

Reise und Ankunft

Ich bin Zug gefahren und wurde von der Person, bei der ich gewohnt habe, empfangen. Leider war das mit dem Krankenhausanmeldung eine kleine Katastrophe. Keiner wusste so richtig Bescheid, dass ich komme und hat sich nicht so richtig um mich gekümmert. Aber ok. So ist es halt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Mein erster Tag war ein bisschen enttäuschend. Erst habe ich den Professor gesucht, der zugestimmt hat, dass ich in der Orthopädische Abteilung famulieren kann. Nach lange Suche hat sich rausgestellt, dass er eine Woche im Urlaub ist und keiner von dem Team Bescheid wusste, dass ich da anfangen sollte.
Die Situation war etwas frustrierende und die Tatsache, dass keiner den Überblick hatte, hat mich demotiviert. Trotzdem bin ich postiv geblieben und habe versucht, das meiste rauszuholen aus der Situation.

Nach ein paar Tagen hat sich rausgestellt welche Ärzte sympathisch und motiviert waren einem was beizubringen oder zu beschreiben, was genau sie machen, damit es was bringt, die Operation anzugucken.
Es gab leider nur zwei Ärzte, die Interesse an Lehre hatten und leider haben die nicht jeden Tag operiert. Es gab viele Studenten, die auch im Krankenhaus Unterricht hatten plus die PJ-ler, deswegen war es schön kuschelig im OP. Ich habe mich mit den jungen Ärzten sehr gut verstanden und konnte Fragen stellen. Ältere Ärzte haben weniger Interesse gezeigt den Famulanten/ PJlern was beizubringen oder zu erklären.

Ich bin jeden Tag um 8.00 Uhr in den Operationssaal gegangen und habe da zugeschaut, Fragen gestellt und durfte manchmal Haken halten. Außerdem habe ich geholfen die Patienten für die jeweilige OP richtig zu lagern (wichtig vor allem bei Orthopädischen Eingriffe). Ich hatte dann meistens um 15:00 Uhr Schluss gehabt, je nachdem ob die jeweilige Operation zu Ende kam.

Mein französisch Niveau war C1, aber Verständnisschwierigkeiten hatte ich trotzdem, weil mein medizinischer Wortschatz auf französisch relativ arm war. In der Klinik in Frankreich werden sehr oft Abkürzungen benutzt. Ich musste dann regelmäßig nachschauen oder jemanden fragen.

Letztendlich war die Famulatur nicht besonderes gut organisiert. Es gab keine Lehre und keiner hat sich für die Studenten verantwortlich gefühlt. Es ist schwer zu sagen ob es an dem Krankenhaus oder der Abteilung lag, aber ich kann mit keinem guten Gewissen sagen, dass mein Wissen sich durch diese Famulatur vermehrt hat. In meiner Zeit habe ich auf Amboss oder anderen Portalen weiter über die OPs gelesen, um auf diese Weise die Erfahrung lehrreicher zu machen. Ich hätte gerne in den Ops assistiert und wäre gerne mehr in der Ambulanz gewesen. Eine Rotation im Zusammenhang mit Lehre, hätte die Famulatur interessanter gemacht.

Der Vorteil vom Mangel an Organisation war, dass man früher gehen und den Tag in Strasbourg genießen konnte.

Land und Leute

"Straßburg ist die Hauptstadt der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine im Nordosten Frankreichs und auch offizieller Sitz des Europäischen Parlaments. Die Stadt liegt an der Grenze zu Deutschland und verbindet in ihrer Kultur und Architektur deutsche und französische Elemente."

Quelle: https://www.alamy.com/straburg-ist-die-hauptstadt-der-region-alsace-champagne-ardenne-lorraine-im-nordosten-frankreichs-und-auch-offizieller-sitz-des-europischen-parlamen-image244021691.html

Straßbourg ist eine prachtvolle Stadt mit reicher Geschichte. An dem Elsässischen Museum kann man sehr viel über die Stadt und der Region Alsace-Loraine erfahren. Eine Sehenswürdigkeit die nicht zu verpassen ist, ist die Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg. Am höhsten Punkt von der Cathédrale hat man ein 360 Grad Blick über die ganze Stadt. Außerdem kann man über die interessante Geschichte der Kirche lesen und hat zusätzlich Zugang zu Bildern und Photos vor Straßbourg in den verschiedenen Jahrhunderten.

Frankreich und seine famöse Küche ist nach wie vor eine Reise wert. Strassbourg stellt keine Ausnahmen dar. Durch der COVID-19 Ausbruch wurde meine Famulatur früher abgebrochen. Trotzdem in den zwei Wochen die ich da verbracht habe, habe ich geschafft zahlreiche Restaurants auszuprobieren und eine wunderbare kulinarische Zeit zu haben. In der Mittagszeit haben alle Restaurants ein Plat du Jour und ein Drei-Gänge- Menü zur Angebot für ungefähr 20 Euro. Das ist ein tolles Angebot weil man für einen vernüftigen Preis hohwertiges, ästhetisches, feines Essen bekommt. Meiner Meinung nach einer der besten Restaurants in Straßburg ist Le Banquet des Sophistes. Wenn Sie zur einem Restaurant gehen dann musst ihr unbedingt dahin.
Die Restaurants La Hache, La Casserole und Brasserie des Haras waren auch sehr gut und Empfehlungswert.

Ein typisches Gericht für die Region ist Flammkuchen mit verschiedene Käsesorten und das sollt ihr auch probieren, Die traditionelle Küche von Strsßbourg hat viele EInflüsse von Deutshland bekommen und ist meiner Meinung nicht so lecker und das Essen ilegt schwer im Magen. Deswegen lieber bei der obengenannte Resraurant die die Cuisine Parisienne entsprechen.

Zusätzlich zu der Restaurants gibts auch viele Pâtisseries und Cafés wo man leckere, frische Gebäck und Kaffee genießen kann.

DIe Gastronomie in Frankreich gehört zu den Sehenswürtigkeiten und soll nicht verpasst werden. In der Innenstadt spazieren zu gehen und die schöne alte Gebäude und kleine Geschäfte anzuguckren dient für eine angenehmen Abend nach der Klinikalltag.

Leider wurde meine Famulatur plötzlich unterbrochen wegen der COVID-19 Maßnahmen und der Schließung der Grenzen zwischen Deutshland und Frankreich.

Fazit

Insgesamt war die ganze Erfahrung sehr positiv obwohl die Famulatur nicht so top war. Ich glaube Personen mit einem guten französisch Niveau sollen sich auf jeden Fall bewerben und können dann gut in der Klinik klar kommen.

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