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Slovenia (SloMSIC)

Urologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Theresa, Regensburg

Motivation

Ich hatte als Erstwahl zwar Spanien, aber da ich wusste, dass das immer sehr schwierig ist, habe ich mich schon darauf eingestellt, dass es, wenn ich Glück habe, wenigstens ein anderes Land wird. Ich war davor schon einmal in Slovenien und mir hat das Bergige aber doch auch bisschen südliche sehr gefallen. Es ist nicht gerade der Balkan, aber ein bisschen anders als bei uns ist es schon und das hat mir sehr gefallen. Ich wollte einfach einen schönen Monat mit netten Leuten aus vielen verschiedenen Ländern und eine interessante Famulatur haben.

Vorbereitung

Also ich bin immer sehr spät mit den Firsten. Wenn man eine Zusage hat, sollte man sich dann schon auch ma besten früh darum kümmern, sonst ist das ein wenig stressig. Sonst hatte ich für Fragen dann relativ schnell meine Contact person und das hat wirklich alles super geklappt!

Visum

Für Slovenien braucht man kein Visum. Man braucht lediglich ein Formular von der slovenischen Regierung, um die sich aber eh das Austauschteam vor Ort kümmert. Also ist das kein Stress!

Gesundheit

Ich hatte einge Titer nachzuweisen und theoretisch auch mein Impfbuch mit allen Standard-Impfungen vorzuzeigen, aber letztenendes hat das niemanden interessiert. Eine Auslandskrankenversicherung habe ich nicht abgeschlossen. Ich hatte nur die Haftpflichtversicherung durch den Hartmannbund, die gratis ist. Auch fürs Ausland!

Sicherheit

Slovenien ist ja einfach EU, also hab ich da zu keiner Zeit irgendwie Unsicherheit gehabt. Man sollte sich einfach um die Haftpflichtversicherung kümmern, die man aber vom Hartmannbund eigentlich eh gratis bekommt.

Geld

Es wird mit Euro bezahlt. Also das ist schon einmal keine Umstellung. Von den Lebenserhaltungskosten ist es vielleicht ein ganz bisschen billiger, aber dennoch ziemlich nah an unseren deutschen Standards. Auch die meisten Läden kennt man aus Deutschland.

Sprache

Man kommt hier mit Englisch gut durch. Manchmal gab es auch Leute, die sofort mit einem Deutsch weitersprechen. Das ist dann manchmal auch einfacher, weil ja nicht jede Krankenschwester und jeder alte Arzt Englisch kann.

Verkehrsbindungen

Ich bin einfach mit dem Flixbus gefahren. Das ist einfach und sehr billig!Ich glaube, ein Zugticket lohnt sich nicht, weil das dann viel teuer ist! In Maribor hat man eigentlich alles zu Fuß gemacht und das war dann auch immer nicht sehr weit zum Klinikum. Ich glaube so 15 min.

Kommunikation

Internet gibt es als Lan im Studentenwohnheim und da ja die deutschen Handys einfach ihren Internetvertrag nutzen können, hat man da überhaupt keine Probleme mit dem Internet. ich hatte ein langes lankabel dabei, weil sie mir gesagt haben, dass es keine dort gibt.

Unterkunft

Wir waren alle in einem fast leeren Studentenwohnheim mit Küche, Waschmaschine und allem, was man so braucht. Nur waren die meisten zu zweit im Zimmer, aber da gewöhnt man sich ja auch dran. Geschirr, Topf, Besteck usw muss man mitnehmen, wenn man vorhat, zu kochen oder dort zu essen.Sonst war alles da!

Literatur

Ich habe nicht wirklich vorbereitet muss ich sagen, aber ich war ja auch davor schon einmal dort. Und es ist ja eh so europäisch, dass es da nicht wirklich irgendeinen Kulturschock gibt! Das kann man entspannt angehen. Die Trips, die dort organisiert werden, zeigen einem ja auch das Land!

Mitzunehmen

Ich hatte wie gefordert meinen Kittel dabei. Für die Freizeit hatte ich von sehr sommerlichen Sachen, weil es manchmal wirklich sehr heiß werden kann, bis zu dickem Pulli, weil man einen Ausflug in die Berge machen kann, alles dabei.

Reise und Ankunft

Meine contact person hat mich netter weise mit dem Auto einfach von der Bushaltestelle abgeholt und hat mir dann auch gleich die Stadt gezeigt. Er hat auch mit mir eine Telfeonkarte besorgt, weil man mit einer slovenischen Nummer manchmal in den Restaurants Rabatt bekommt, aber das erklären sie einem dann auch in Ruhe.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich war in der Urologie, was nicht unbedingt mein Traumfachbreich war, muss ich sagen. Aber am ersten Tag hat mich meine contact person bis in die Station gebracht und hat mich dort auch gleich dem leitenden Oberarzt vorgestellt und sich drum gekümmert, dass ich da auch ankomme. Die Ärzte und die Pflege waren eigentlich alle nett. Nur mein betreuender Arzt war eigentlich immer sehr beschäftigt und hat sich nicht so sehr um mich gekümmert, beziehungsweise für mich übersetzt. Ich hatte aber auch das Gefühl, dass das Englisch irgendwie eine Barriere war. Aber ich habe auch ein bisschen assistieren dürfen im OP, von Nähen bis bei der Labaroskopie die Kamera führen. Das war sehr cool! Ich glaube, dass es wie überall ist, dass man sich einfach selber immer einbringen muss und sagen muss, was man sehen will und was man erklärt bekommen will. Dann funktioniert das meistens besser. Die Standards sind so wie bei uns, vielleicht ein bisschen "eingestaubter" aber sonst kann man das mit unserem Wissen auch alles immer ganz gut verstehen. Als Mädchen in der Urologie zu sein, ist vielleicht auch nicht optimal, weil das manchen Männern dann doch auch ein bisschen unangenehm ist, aber da muss man sich finde ich eh auch einfach dran gewöhnen. Man bekommt auch Mensagutscheine für jedes Mittagsessen. So trifft man meistens die anderen Mittags und kann sich bisschen austauschen und ein bisschen entspannen und dann wieder auf Station. Ich war meistens bis 15 Uhr in der Klinik, aber viele andere waren manchmal nur drei Stunden im Klinikum und hatten dann keine Lust mehr. Man muss sich also selber viel motivieren und viele Leute ansprechen. Die meisten freuen sich auch wenn man dann sagt, wo man herkommt und man sich sozusagen für ihr Land interessiert. Und hier ist auch wie überall, es lohnt sich sehr, nett zu den Schwestern zu sein. Denn die wissen sehr viel und meine hatten immer Lust mir Sachen zu erklären. Also von Blutwerten bis OP-Verfahren. Und da die ja meistens doch eher jung sind, können die meistens auch ganz ok Englisch oder eben manchmal auch Deutsch. Ich habe dann sogar auch meinen eigenen Spind gehabt, wo ich dann immer meine Schuhe und meinen Kittel reingeschmissen habe, sonst muss man den quer durch die Stadt wieder heim tragen und das ist dann ein bisschen nervig. Noch ein Tipp von mir an euch wäre, sich immer an die Assistenzärzte zu halten. Denn die erklären noch gerne und, wenn die kleine Eingriffe machen, darf man auch manchmal mitmachen und ein bisschen nähen üben.

Land und Leute

Man wohnt ja mit den anderen Austauschstudierenden zusammen und trifft sich morgens vorm Spiegel und abends in der Küche. Also ist das Zusammengefühl sehr schnell da. Ich bin erst eine Woche später als alle anderen gekommen, aber auch das war kein Problem. Es macht wirklich sehr viel Spaß, so viele verschiedenen Leute auf einem Haufen zu haben und wir haben auch viel diskutiert über Politik, Musik usw. Von den slovenischen Leuten bekommt man nicht so viel mit, aber manche concat persons haben sich wirklich sehr bemüht und sind oft zu irgendwelchen Aktionen mit und haben sich mit ihren zu Betreuenden oft getroffen. Das war dann bei machen irgendwann sehr nett. Sonst muss man sich leider auf Schlafmangel einstellen ;) Weil man abends stundenlang noch reden und dann morgens ( ich zumindest musste zur Morgenbesprechung) früh raus muss. Dann hat unsere Austauschgruppe noch jedes Wochenende Trips organisiert. Da musste man sich vorher dafür anmelden und etwas zahlen, das war in meinen Augen relativ viel, aber ich reise auch normal sehr billig, aber sie haben sich im Großen und Ganzen doch auch sehr gelohnt. Man fährt dann zum Beispiel in die Berge und macht Rafting, was alle sehr cool fanden und es ist dann wirklich wie so ein Klassenausflug. Wir hatten auch einen Trip zum Meer, was auch immer sehr schön ist, weil es ja schließlich auch ein bisschen Somemrurlaub sein sollte. Im Allgemeinen bin ich nach dem Austausch heim und musste erst mal ein paar Tage nichts tun, weil man viel erlebt hat und viele Leute kennen gelernt hat! Mit dem Essen war das sehr cool. Zum einen bekommt man Mittags in der Mensa immer umsonst essen und zum anderen gibt es in Slovenien ein besonderes Studentenrabattsystem mit Handy usw. Da bekommt man vor 8 und ich glaube zweimal am Tag Menüs für 3 oder 4 Euro. Das wird vom Staat subventioniert. Die Menüs sind dann halt manchmal einfach nur Salat, ein Hauptgang und dann einen Apfel, aber wenn man keine Lust hat in der kleinen Küche zu kochen, ist das sehr cool und lecker. Wir sind dann immer in einer riesen Gruppe in unser Lieblingsrestaurant, das ca. zwei Minuten von unserem Haus weg war, gegangen und das Essen dort war wirklich sehr gut! Leider wird man ja immer erst zum Schluss so richtig eng in der Gruppe und dann muss man sich immer schon Tschüss sagen, also wäre mein Tipp am Anfang nicht zu schüchtern sein und wirklich immer mitzugehen, wenn jemand was unternimmt. Denn es lohnt sich eigentlich immer was mit den anderen zu unternehmen. Auch wenn's nur kurz was essen gehen ist!

Fazit

Meine Erwartung im sozialen Bereich wurden mehr als erfüllt. Ich habe auch mit einigen noch Kontakt und es gefällt mir sehr, viel Nationalitäten kennen zulernen. Wenn man nur fürs Krankenhaus einen Austausch in Slowenien macht, sollte man sich schon darauf einstellen, dass es nicht ganz so läuft wie in Deutschland.

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