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Chile (IFMSA-Chile)

Innere - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Alia, Freiburg

Motivation

Ich wollte unbedingt die Chance nutzen Erfahrungen im Ausland zu sammeln, da später als Arzt ggf. nur noch wenig Zeit dafür bleibt oder weniger Gelegenheiten die vergleichbar sind. Meine Favoriten waren alle Länder in denen man sein Englisch und Spanisch aufbessern konnte. Schließlich entschied ich mich für Südamerika und Chile, aufgrund der Fülle an Kultur und der relativ guten Entwicklung des Landes.

Vorbereitung

Um nicht irgendein Formular zu übersehen und nichts zu vergessen habe ich mir eine Liste angelegt und bei jeder Email vom bvmd abgeglichen was noch für wann aussteht. Zur Vorbereitung ahabe ich einige Spanischkurse gemacht und zuletzt auch einen für Mediziner. Dieser war viel mehr ein Vokabeltraining, aber hilfreich grundlegende Begriffe im klinischen Alltag zumindest schon mal gehört zu haben.

Visum

Für Chile braucht man als Deutscher kein Visum. Im Zweifel siehe Links vom bvmd/IFMSA zur „Visa policy of Chile“

Gesundheit

Impfungen, Apotheke
Ich habe mich informiert, ob es noch sinnvoll wäre irgendeine Impfung auf zu frischen oder ob die STIKO oder das Auswärtige Amt noch etwas für die Reise empfiehlt. Gelbfieber und Hepatitis A kann man sich überlegen. Im Zweifel ist man bei seinem Hausarzt des Vertrauens oder Tropenmediziner auch gut beraten, wenn man sich unsicher ist. Einen Blick in seinen Impfpass muss man sowieso werfen, da für die Card of Documents auch ein Nachweis der Hepatitis B-Impfung gefordert wird, was ich als Scan aus meinem Impfpass hochgeladen habe. Allgemein sind Repellents wärmstens zu empfehlen, um Mückenstiche zu vermeiden und Antihistaminika bekommt man auch vor Ort günstig in der Apotheke. Es kann auf jeden Fall nicht schaden eine kleine Reiseapotheke zu haben, wenn man noch eine Weile rumreist (an den Wochenende/vor/nach dem Praktikum), aber wer es sich zutraut kann auch alles Mögliche dort in der Apotheke kaufen und sich beraten lassen. Apotheken gibt es in den Städten an fast jeder Ecke („Cruz verde“). Im Nachhinein empfehle ich noch was symptomatisches bei einer akuten Gastroenteritis, damit man es halbwegs würdevoll in die nächste „emergencia“ schafft, wenn man schnell genug schaltet – es hat nicht mich erwischt und wir vermuten es war das Flugzeugessen

Sicherheit

Ich musste laut „Exchange conditions of IFMSA-Chile“ nur eine Krankenversicherung haben, hatte durch mein ApoBank-Paket aber noch eine Auslandshaftpflichtversicherung für Studenten.
Was die Sicherheit in der Stadt angeht, war ich mit Linares in einer relativ kleinen und ruhigen Stadt in der ich mich sehr sicher gefühlt habe. Auf Nachfrage hatten meine Gasteltern auch keine Bedenken, als ich nachts mit dem Fahrrad unterwegs war. In einer größeren und ggf. auch touristischeren Stadt wie Santiago und Valparaíso empfiehlt es sich Hab und Gut immer im Auge zu behalten, Wertsachen gut zu verstauen, und umsichtig zu sein beim Bezahlen, mit dem Handy oder Fotografieren mit der teuren Kamera. Mittlerweile gibt es in Chile auch viele Flüchtlinge aus Kolumbien, Venezuela und Haiti, die je nach Stadt mehr oder minder integriert sind und ggf. auch Touristen ins Visier nehmen. Mir ist nirgendwo was passiert oder aufgefallen, aber Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht.

Geld

Mein Wechselkurs in Santiago war 12/2017 mit 1€ = 760 chilenische Pesos im Nachhinein gut getroffen. Ich habe „nur“ 200€ mitgenommen und vor Ort gewechselt und kam damit gut hin. Wurde von meiner Gastfamilie aber auch komplett durchgefüttert und kann daher keine qualifizierte Angabe machen. Im Zweifel hätte ich noch eine Visakarte und Bankkarte gehabt um Geld abzuheben (vorher erkundigen was euch das kostet oder ob es sogar kostenfrei ist und wo verfügbar).
Chile ist im Vergleich zu Deutschland für ein südamerikanisches Land gar nicht mal so billig. Wenn ihr in den Supermarkt geht ist vieles so „teuer“ wie in Deutschland – behaltet die Umrechnung am besten immer im Hinterkopf, wenn ihr sparsam sein wollt. In kleineren Geschäften findet ihr wie gesagt einiges an Obst, Gemüse und Brot sehr günstig oder günstiger als in großen Einkaufsgeschäften. Was ihr jedoch außer leckerem Obst und Gemüse noch super günstig bekommt wenn ihr nur etwas genauer hinschaut sind Klamotten und Schuhe. Wenn ihr neue Klamotten für den Sommer braucht dann lohnt es sich auch mit fast leerem Koffer zu kommen. Versucht zu handeln und vor Anfrage Preise auszumachen, merken die Verkäufer, dass ihr Touristen seid, kann es gleich teurer werden. Weitergehen, vergleichen, runterhandeln und Einheimische Freunde und Kollegen nach dem Durchschnitts- und Höchstpreis fragen (das gilt sowieso für alles, die wissen es am besten).

Sprache

Die vorangegangenen Semester habe ich bereits einige Sprachkurse absolviert und noch einen für Mediziner angefangen. Ich würde ein gutes A2-Niveau empfehlen und Vokabeln für den Medizineralltag (Bezeichnungen am Körper, Organe, Erkrankungen und Symptome kann man sich gut mal durchlesen in einem gebrauchten Pocket oder ähnlichem). Chilenisch ist kein Schulspanisch. Es ist vergleichbar mit American und British English – Akzent und einige Wörter sind anders oder gebräuchlicher. Hinzu kommt, dass die Chilenen wirklich sehr schnell reden und viele landestypische Redewendungen („modismo“) haben. Da mein betreuender Arzt als Venezolaner die Patienten auch nicht immer verstanden hat, musste nicht immer nur ich nachfragen. Irgendjemand ist immer hilfsbereit und übersetzt das chilenische noch mal ins spanische. Wenn ihr vor Ort noch nebenbei lernt und am PC recherchiert, nutzt ruhig die chilenischen Suchmaschinen und bei medizinischen Sachen gebt noch „puc“ dazu ein, dann bekommt ihr ganz gute Suchergebnisse von der chilenischen Uni-Seite.

Verkehrsbindungen

Das Flugticket nach Chile kostet je nach dem wie früh ihr bucht und für welche Saison 700-1200€ Hin- und Rückflug. Ich habe über Chiletouristik Flüge gebucht und 1.100 € gezahlt, auch wenn ich relativ früh gebucht habe (auch vor der Zusage für den Austausch-Platz), da Dezember bis Februar Haupturlaubssaison/Hochsommer in Chile bedeutet. Solltet ihr in der Zeit buchen dann bucht gleich zum Interkontinentalflug den Landesflug mit wenn nötig/möglich, es wird vor Ort nicht günstiger weil alle anderen auch Urlaub machen. Vom Flughafen kommt ihr zur nächsten größeren Stadt oder überhaupt zur nächsten Stadt, praktisch und schnell mit Fernbussen - das Verkehrsmittel der Wahl. Sie sind super günstig, fahren je nach Größe der Stadt sehr regelmäßig und sind auch noch sehr komfortabel. In meinem Fall war das Tourbus von Santiago nach Talca (ca. 10 €) und Linatal ist der beste Anbieter von Talca nach Linares (fährt stündlich tagsüber, Kosten: knapp 2 €). Taxi und Bus („micro“) ist super in der Stadt. In Linares kosten alle Fahrten 300-400 Pesos , also pro Tag ca. 1 € Fahrtkosten. In größeren Städten kann man noch mit der „U“ fahren – besonderes Taxi, das man per App anfordern kann und wohl besonders zuverlässig/vertrauenswürdig ist.

Kommunikation

Um nach Deutschland zu kommunizieren, habe ich bei meinen Gasteltern das Wifi im Haus genutzt um über mein Handy zu schreiben und zu telefonieren. Fast alle Haushalte haben ihren Wifi-Schlüssel parat, wenn du zu Besuch bist und nachfragst. Um im chilenischen Netz zu telefonieren, muss man zunächst sein Handy anmelden oder freischalten lassen, dass es nicht geklaut ist, erst dann funktioniert der chilenische Chip in unserem deutschen Gerät. Oder man holt sich vor Ort ein gebrauchtes chilenisches Handy und dann einen Chip „prepago“, dann braucht man sich nur seine Nummer aufschreiben und kann den Chip an allen möglichen Handy- und Elektrogeschäften aufladen lassen. Wenn man noch ein Laptop oder Tablet dabei hat, kann man überall mit Wifi arbeiten. Ich hatte nicht noch mehr Wertsachen mitnehmen wollen und die PCs im Arztzimmer genutzt. Internetcafés gibt es zur Not auch, die bezahlbar sind.

Unterkunft

Ich wurde bei einer sehr netten Gastfamilie untergebracht, die auch schon vorher ein paar Austauschstudenten bei sich aufgenommen haben und deren Tochter zu der Zeit sogar auch über IFMSA in Europa zum Austausch war. Ich bekam ein eigenes Zimmer, durfte mich am Kühlschrank bedienen und wurde am ersten Tag sogar netterweise zum Krankenhaus gefahren, mit dem Hinweis wo die Taxis und Busse langfahren und wo ich aussteigen müsste. Abends haben wir zusammen gegessen und uns unterhalten. Teilweise war ich auch unterwegs oder Sport machen und habe mich nach dem Essen noch dazu gesetzt. Wenn man so eine nette Gastfamilie hat, lernt man Spanisch gemütlich nebenbei. Als Dankeschön habe ich ein paar Mal gekocht und gebacken, was sehr gut ankam.

Literatur

Um zwischendurch mal was nach zu schauen und Gelerntes zu ergänzen, habe ich mein Innere-Skript mitgenommen. Für den Medizinerspanischkurs sollten wir >Spanisch im klinischen Alltag< von Sabine Müllauer anschaffen. Um Vokabeln zu lernen ist es ganz gut, aber als Pocket in der Kitteltasche fand ich es weniger praktisch. Ein Wörterbuch für zwischendurch würde noch in die Kitteltasche passen aber ist zu umständlich, dann lieber aufschreiben und später schauen und versuchen mit Umschreibungen zum Ziel zu kommen – mehr reden und weniger nachschlagen hat sich bewährt. Zu Internetseiten: Suchmaschine nutzen („XY.cl“), neben den Suchbegriffen noch „puc“ dazuschreiben (Seiten der Uni von Chile), wenn ihr „manual semiología puc“ sucht kommt ihr auf diese tolle Seite: http://publicacionesmedicina.uc.cl/ManualSemiologia/025LaHistoriaClinica.htm mit allen möglichen Untersuchungen, Symptomen, und Erklärungen zum Beispiel was eine „historia clínica“ enthalten sollte etc., also super zum nebenbei lernen.

Mitzunehmen

Neben Klamotten für Herbst/Winter (in Deutschland bei Abreise war es ja kalt und wenn man mal in ein paar Tausend Meter Höhe ist wird es auch schon mal frisch) bis Hochsommer (tagsüber bis zu 35°C und pralle Sonne), Badesachen, Sportsachen, Hygieneartikeln, Sonnenschutz und einer kleinen Reiseapotheke, habe ich vor allem was zu Lesen mitgenommen, was möglichst handlich ist, Kamera, Handy, Geld und Dokumente wie Ausweise, Versicherungsschein, Zugangsdaten zu der Austauschplattform sicherheitshalber mitgenommen und das ausgedruckte Logbuch. Meine Cousine hat mir zum Glück noch einen Thermobecher mitgegeben fürs Krankenhaus, damit man noch einen Notfallkaffee für zwischendurch mitnehmen kann von Zuhause. Für Das Praktikum sollte man noch seinen eigenen Kittel und Stethoskop mitbringen, ich hatte auch mein Namensschild von meiner Heimatuni dabei und getragen bis ich 2-3 Tage später mein neues bekommen habe. Allgemein ist Sonnenschutz und Mückenschutz wichtig, alles nötige kann man sich aber auch vor Ort kaufen, wenn man nicht zu viel mitnehmen will. Allerdings sind 23 kg pro Koffer ausreichend, wenn man hauptsächlich nur leichte Sommerbekleidung mitnimmt.

Reise und Ankunft

Die Chilenen sind sehr streng was die Einreise mit unbehandelten Lebensmitteln angeht. Evt. müsst ihr vor Ankunft im Flugzeug noch ein Formular ausfüllen, ob ihr was mitgebracht habt. Beim Flug ab Frankfurt steigt man in der Regel in Madrid um. Dabei braucht man dann nicht noch mal sein Gepäck suchen, das wird automatisch umgeladen und ihr müsst nur zum Check In (ich war mir kurz unsicher, da ich das Flugbuchen delegiert habe und habe zur Sicherheit noch mal bei der Information nachgefragt).
In Santiago hat mich dann meine Cousine abgeholt. Weihnachten und Neujahr habe ich bei ihr verbracht und am 01.01.2018 hat sie mich auch nach Talca zu meiner NEO gebracht. Nach Rücksprache hätte ich Silvester auch bei meiner NEO und ihrer Familie verbringen können.
Wenn mich niemand abgeholt hätte, wäre ich vom Flughafen Santiago mit Tourbus oder ggf. einem anderen Fernbus nach Talca gefahren. Im Zweifel findet man alle Kontaktdaten seines NEO auf der „Card of Acceptance“. Weiter nach Linares gibt es dann wie gesagt regelmäßig günstige Busse. An den Busbahnhöfen hat man alle Busgesellschaften in einem kleinen Geschäft vertreten und kann sich in Ruhe beraten lassen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Allgemein war mein Eindruck sehr gut. Alle Ärzte haben auf mich einen super kompetenten Eindruck gemacht. Alle unterhalten sich auch gerne mal mit dir fachlich oder beantworten Fragen zwischendurch.
Mein betreuender Arzt hat auch sehr gerne Lehre gemacht, mir also sehr viel erklärt, gezeigt und mich gefordert. Bei Interventionen wie ZVK-Anlage oder Thorax-Drainage hat er mich auch dazu gerufen, damit ich zuschauen kann.
Im Krankenhaus in Linares in der Inneren, gab es nur venezolanische Ärzte (Flüchtlinge der letzten Jahre, wegen immer instabilerer politischer Verhältnisse in Venezuela) und den ecuadorianischen Chef. Die Pflege war hingegen überwiegend chilenisch. Wenn also mein Tutor mal einen Patienten nicht verstanden hat (Chilenen nutzen wie gesagt viele Redewendungen), dann konnte die Pflege helfen oder der Patient hat sich noch mal erklärt. Venezolanisches Spanisch hat mehr Melodie, wie einen „Sing-Sang“, während Chilenen relativ unbetont reden, dafür aber mit ihren Redewendungen sehr vielfältig sind.
Tagesablauf: Um 8 Uhr war ich morgens da und habe im Arztzimmer, mit meinem Kaffee von Zuhause, auf meinen Tutor gewartet. Währenddessen habe ich noch Logbuch geschrieben, meine Notizen durchgesehen, ggf. korrigiert und evt. noch mal was nachgelesen und recherchiert. Sobald mein Tutor dann bereit für die Visite war, bin ich mitgelaufen und habe ihm über die Schulter gesehen, durfte Fragen stellen oder wurde gleich zum Patienten/Befunden/Erkrankungsbildern befragt oder mit kleinen Sachen beauftragt. Wenn er einen Fall interessant/geeignet fand, bekam ich den Patienten zum Evaluieren. Das hieß komplette Anamnese, Aufnahmegrund, aktuelle (und bei Aufnahme) Beschwerden, Ergebnisse der klinischen Untersuchung und Plan für die Akutversorgung und wichtigste Diagnostik überlegen und ordentlich aufschreiben, damit er das gut korrigieren und mit mir später durchgehen kann. Zwischendurch hat er mich auch dazu gerufen, wenn er zum Beispiel einen ZVK angelegt hat oder einen interessanten Fall sowieso mit einem anderen Studenten besprochen hat.
Etwa um 12 Uhr gehen die meisten Ärzte in ihre Privatklinik, nachdem sie alle ihre zugeteilten Patienten mal gesehen haben und alle Indikationen in der Akte stehen. Da im öffentlichen Bereich nicht viel gezahlt wird arbeiten die meisten Ärzte halbtags noch in Privatkliniken, um besser zu verdienen. Um die Umsetzung der Anordnungen kümmert sich dann hauptsächlich die Pflege und ggf. die Studenten im Praktischen Jahr. Bei Notfällen ist dann ab mittags, bis zum nächsten Tag, der Arzt im „turno“ verantwortlich.
Für mich vergingen die 4 Wochen wie im Flug und ich wäre gerne länger geblieben und habe jeden Tag locker rumbekommen. Ich durfte in der Regel schon ab 12/13 Uhr gehen, habe dann aber normal bis 15 Uhr (spätestens 18 Uhr) noch Patienten angeschaut, ein paar Sachen im Arztzimmer am PC nachgelesen (Hausaufgaben) oder meine nächste Präsentation vorbereitet. Dann hat es, dank des schönen Wetters, immer noch gereicht ins Freibad zu gehen und abends was zu unternehmen. Meine brasilianischen Austausch-Kolleginnen waren bei einem anderen Tutor und haben die Chance genutzt um 11 zu gehen, ihre Hausaufgaben zum Großteil dezent ignoriert und haben wohl daheim (in einer Ferienwohnung) noch etwas gelernt. Wer also mehr Urlaub will kann den auch ohne Probleme bekommen. Ich habe dafür zum Ausgleich auch mal einen Donnerstagnachmittag und Freitag frei genommen, um das verlängerte Wochenende nach Valparaíso zu fahren und mit meiner Mutter und Freunden die Stadt und das Casino an zu sehen.
Aufgaben: Wie bereits erwähnt habe ich meinen Tutor bei der Visite begleitet, ihm Fragen zu unseren Patienten gestellt oder wurde selbst befragt. Das Zwischenfragen zum Patientenfall (Wie findest du das Röntgen/die BGA/das EKG? Warum könnte dieser Laborwert jetzt so verändert sein? Was sind mögliche Differenzialdiagnosen für …? Welche Differenzialdiagnose ist die Wahrscheinlichste in diesem Fall? Wie klären wir das diagnostisch ab?) empfand ich als sehr lehrreich. Wenn ich was nicht genau wusste und es war ein gutes Thema, sollte ich es als „Hausaufgabe“ nachlesen, um es dann am nächsten Tag vor zu stellen. Das Vorstellen hat er auch wieder vergessen, aber ich habe alles gerne mit ihm besprochen und manches sollte ich auch mit Power Point-Präsentation vorstellen.
Wenn es bei ihm mal sehr stressig war, dann bekam ich mehr Patienten zugeteilt zur Evaluation, die wir dann später kurz besprochen haben, mit Korrektur meiner Notizen auf Spanisch (historia clínica* siehe Link unter Literatur, examen físico, plan). Dazu habe ich mir am Anfang aus der verlinkten Seite grob rausgeschrieben, was alles dazu gehört und mir eine Art Muster geschrieben. Im Verlauf habe ich das Muster mit typischen Sätze und Vokabeln ergänzt, als Hilfestellung für die nächsten Berichte.
Interventionen, besondere Diagnostik: An Interventionen, die mein Tutor mir extra gezeigt hat, gäbe es die ZVK-Anlage und Thorakozentese zu nennen. Manchmal sind wir wegen schlechter Auflösung der Monitore und mangels radiologischem Befund auch direkt in die Radiologie, um die Kollegen zu konsultieren. So konnten wir dann deutlich zeitnaher erfahren, dass unsere Patienten mit der rezidivierten Pankreatitis, mit lokalem Druckschmerz im rechten unteren Quadranten dort wirklich noch Flüssigkeitsansammlungen hatte, aber Nekrosen ausgeschlossen werden konnten. In der Gastroenterologie, durfte ich dann noch bei der Endoskopie (eine ÖGD und eine Koloskopie) zuschauen.
Selbstständig Patienten anschauen: Man kann sich zu jeder Zeit eine Akte schnappen und selbstständig Patienten anschauen. Niemand hatte damit ein Problem, solange die Akte nicht verschleppt wurde oder die Routine gestört wird. Wenn ihr einen Patienten gerne untersuchen möchtet fragt ruhig, ich hatte keinen der was dagegen hatte untersucht zu werden oder seine Symptome noch mal zu schildern. Sogar Patienten denen es richtig schlecht ging und deren Angehörige waren froh, dass jemand da ist und zuhört und haben sich gerne zur Verfügung gestellt.
1 Tag Gastro, 1 Tag Neuro, kurz in der Notaufnahme: Angesichts des Urlaubs meines Tutors habe ich mir noch einen Tag mit dem Neurologen auf Station und einen Tag in der Gastroenterologie Ambulanz organisiert. In der Gastro-Sprechstunde habe ich einfach alle Patienten untersucht, das schien gut an zu kommen und war noch bei einer ÖGD (Ösophagusvarizen und Gastritis) und einer Koloskopie (Erstdiagnose Colitis ulcerosa bei einer 20-jährigen Patientin) dabei und wurde wie ich finde für 1 Tag mehr als entlohnt. Bei einem kurzen Abstecher für eine „interconsulta“ während des „turno“, bin ich auch noch eine Weile da geblieben, da ich danach sowieso gehen durfte. Ich habe mir da noch einen entspannten Patienten angeschaut, wie ihm nach einem Kettensägenunfall das große zerfranste Loch an seinem Unterarm gespült und genäht wurde. Mich hat das als Studentin ohne plastische Chirurgie-Ambitionen (weder an Patienten, noch an mir) sehr beruhigt. Da konnte man sich fast schon als dreister und sensationsgieriger Patient aus dem Neben- oder Wartezimmer auch dazustellen, also keine Scheu, immer fragen und die Gelegenheit nutzen.
Seminare: Neben meinen eigenen Präsentationen (1-2/Woche), konnte ich mich noch bei meinen chilenischen Kommilitonen mit in die Seminare setzen, wo sie auch Präsentationen vor den Fachärzten des Bereichs gehalten haben und der Gruppe Rede und Antwort stehen mussten. Präsentationsgestützt kam man da auch gut mit und ich habe mir auch Anreize holen können so manches noch mal nach zu lesen.
UTI/UCI = unidad de terapia intensiva/de cuidados intensivos. Die Intensivstation, gehörte zum Teil auch zu den Aufgaben des Arztes „de turno“, was meinen Arzt 1x/ Woche betraf. Dann blieb ich etwas länger bei ihm und bekam die Übergaben mit, also die grobe Patientengeschichte und was es akut zu beachten gibt. Im Nachhinein hätte ich mich auch an die Ärzte wenden können, die öfter für die Intensiv zuständig sind, ob ich dort auch noch ein paar Tage oder mal einen „turno“ komplett bleiben darf. Das wäre sicher auch kein Problem gewesen, da dort noch ein anderer Kommilitone eingeteilt war und mir immer gerne alles erklärt hat, wenn wir da waren. Fazit: Schneller schalten, gleich fragen oder einfach machen, stört normalerweise niemanden.
Meine Schwerpunkte: Mir war vor allem wichtig die Sprache zu lernen und Innere Medizin inhaltlich und praktisch zu üben. Also Themen aus Innere zu wiederholen, meine Notizen zu korrigieren (Beispiel: Neuauflage der Bluthochdruck-Klassifikation, AHA/ACC 2017) und strukturiert eine Anamnese zu erheben und Patienten zu untersuchen. Da ich vorher nur in der Chirurgie famuliert habe, hatte ich bis dato eher wenig mit Patienten gesprochen und sie höchstens grob untersucht oder gezielt vor ihrer OP. Meine Erfahrungen in Anamnese und im Untersuchen beschränkten sich leider auf den Untersuchungskurs, Patienten im Blockpraktikum und Doktorspiele daheim. Dass ich ein paar Mal unter Aufsicht und dann selbstständig so viele Patienten ausquetschen und untersuchen konnte wie ich wollte, war für mich ideal. Dazu habe ich mir auch noch mal einen kurzen Leitfaden aus dem U-Kurs zurechtgeschrieben, damit ich nichts wichtiges vergessen und jeden Tag ein paar Patienten nach dem Schema untersucht und befragt. Ich hätte sicher auch andere Schwerpunkte legen können, aber so hielt ich es für mich besonders sinnvoll bei der Gelegenheit. Je nach Vorkenntnissen oder Vorlieben kann man sich natürlich auch andere Schwerpunkte setzen. Zum Beispiel haben meine brasilianischen Austausch-Kolleginnen die Chance genutzt und sind schon um 11 gegangen und haben ihren Schwerpunkt mehr auf Urlaub und Freizeit gelegt, was auch legitim ist und niemanden gestört hat.
Sich mit der Pflege gut stellen und freundlich sein schadet auch auf keinen Fall. Man kann immer Fragen stellen und bekommt auch fachlich gute Hilfe oder wenn ihr noch andere Informationen zu eurem Patienten einholen wollt oder in der Akte sucht – Pfleger wissen gefühlt alles über ihre Patienten. Die Pflege nimmt in der Regel das Blut ab, wenn man mal einen Tag oder regelmäßig mithelfen will, zum Beispiel um Blut abnehmen zu üben kann man das sicher auch.
Interessante Patientenfälle: Da der Zugang zum Gesundheitssystem in Chile nicht so gut ist wie bei uns und auch das Gesundheitsverständnis mir etwas anders erscheint, hat man viele Patienten mit eher fortgeschrittenen und komplizierten Verläufen. Es ist die Ausnahme, dass man einen Patienten älter als 60 ohne Diabetes oder Hochdruck sieht. Die Compliance oder Adhärenz (ich bin mir bei den Begriffen noch etwas unsicher) ist bei den betroffenen Patienten bekanntlich schlecht.
Meinem Eindruck nach kommt man dort viel leichter und schneller dran schwer kranke Patienten oder interessante Fälle zu sehen und zu untersuchen. Unter anderem liegen die Patienten hier in 8-Bettzimmern, die meisten stört es trotzdem nicht noch mal untersucht zu werden, hier findet man keine Privatpatienten, die Ärzte und die Pflege halten es nicht für unzumutbar, dass der Student noch mal nachuntersucht etc.. Alles gute Voraussetzungen, dass man selber noch mal das Stethoskop zücken kann, ohne Zeitdruck.
In den 4 Wochen, die ich in Linares in der Inneren auf Station war habe ich unter anderem folgende Fälle/Krankheitsbilder gesehen (und zum Großteil auch selbst untersucht, Differenzialdiagnosen überlegt etc.):
- >80% Diabetiker, Hochdruckpatienten, Adipositas
- Niereninsuffizienz
- Leberzirrhose bis zu Child C
- Autoimmunhepatitis
- Endokarditis-Sepsis-Patient
- adoleszenter Patient mit frisch diagnostizierter unklarer Niereninsuffizienz, nach Sono Schrumpfniere unklarer Ursache
- Z.n. akuter rezidivierter Pankreatitis
- Z.n. OP eines zerebellären Tumors, Stimmbandplastik, zur Abklärung einer Hypoventilation
- COPD-Patient mit Exazerbation
- rezidivierte Schlaganfälle, Biot-Atmung
- Rheumatoide Arthritis, Gelenkdeformitäten, Rheumaknoten
- UCI/UTI: beatmete Patienten
o AV-Block °3 mit Einsatz eines transienten Schrittmachers
o ITP mit Thrombozytenzahlen, die laborautomatisch kaum mehr nachweisbar waren
- Ambulanz: Mann, der sich mit seiner Kettensäge den Unterarm lädiert hat
Chilenische Studenten: Meine chilenischen Kommilitonen haben die Patientenakten jeweils so vorbereitet, dass sie die Indikationen mit dem Arzt nur noch durch gegangen sind und Unklarheiten noch mit ihm besprochen haben. Das war für mich ganz praktisch, da so der Patient noch mal vorgestellt wurde und wieder viele Fragen geklärt wurden im Übungsmodus. Wenn es ein Seminar gab, wurde ich netterweise immer von irgendwem mitgenommen und habe mir ein paar Sachen mitgeschrieben. Zwischendurch gab es auch mündliche Prüfungen am Krankenbett, ohne Vorwarnung und das vor versammelter Mannschaft. Da wurden auch Exempel statuiert, hatte ich das Gefühl, aber angeblich um alle Studenten noch mal wach zu rütteln sie müssten sich ein paar Sachen dringend noch mal anschauen.
In Chile sind es 2 praktische Jahre mit mehr Fächern und jeweils anschließender Prüfung zusätzlich zur Prüfung zum Ende des Studiums. Das Studium dauert dort 7 Jahre und der Facharzt Innere mit Schwerpunkt zum Beispiel 6 Jahre (3 Jahre allgemeine Innere Medizin und 3 Jahre zum Beispiel Spezialisierung zum Kardiologen). Um zu studieren muss man aber auch noch einiges bezahlen, also gut verdienende Eltern haben oder einen Kredit aufnehmen, den man dann nach dem Studium abzahlt. Ähnlich wie in manch anderen europäischen Ländern wie Schweden, sind die chilenischen Medizinstudenten auch mit Beginn des klinischen Abschnitts viel im Krankenhaus und nicht den ganzen Tag in der Uni oder haben so viel „freie“ Lernzeit. Ich habe zwar noch nicht so vielen deutschen PJ-Studenten im Vergleich auf den Zahn fühlen können, aber hatte schon das Gefühl, dass die Chilenen schon ganz gut auf das PJ vorbereitet waren und gut gelernt haben.
Pflicht zur Aufklärung: Als Besonderheit ist mir noch das „familienfreundliche Krankenhaus“ aufgefallen, das wohl allgemein und nicht nur in diesem Krankenhaus so angestrebt wird. Das bedeutet, dass das Krankenhaus für Angehörige zugänglicher und für alle verständlicher gestaltet werden soll. Dies wird wohl dadurch erreicht, dass die Ärzte unter anderem dazu verpflichtet sind, nach ihrer Visite die Angehörigen ihrer Patienten zu informieren, wie der Stand der Dinge ist und das nicht mal im Beisein des Patienten. Dazu warten die Angehörigen außerhalb der Station, bis sie, um die Mittagszeit rum nach der Visite, vom entsprechenden Arzt aufgerufen werden. Mein Tutor hat sich dafür immer sehr viel Zeit genommen und alles Mögliche ausführlich erklärt, obwohl er es, seiner Aussage nach, als sehr anstrengend und zeitintensiv empfand. Ich würde sagen, dass ein Fachfremder das alles sowieso nicht aufnehmen kann oder ihn eben deswegen hauptsächlich das Fazit und die Konsequenzen interessieren. Aber die meisten schienen sehr glücklich, dass sie mit einem fürsorglichen Arzt reden konnten und fragten weiter nach und versuchten die ganzen Erklärungsansätze für sich zu übersetzen. Wer in Deutschland auf Station als Patient oder Angehöriger schon mal einen Arzt oder teilweise sogar „nur“ mal einen Pfleger sprechen wollte, der weiß: jede Information wäre schon hilfreich und beruhigend gewesen. So gesehen können wir uns auch mal eine Scheibe von den Chilenen abschneiden. Zumindest die Scheibe und nicht den ganzen Schinken finde ich gut. Im Austausch mit den Brasilianerinnen stellte sich heraus, dass das System in Chile vergleichsweise eine Scheibe vom brasilianischen Schinken ist und die das in Chile viel besser als bei sich empfanden. In Brasilien im Krankenhaus sei es noch viel extremer. Da sei praktisch immer Besuchszeit und die Angehörigen schauen dir, bei der Visite, praktisch auf die Finger und reden auch mal dazwischen. Ich habe vergessen zu fragen ob sie auch mit in den OP dürfen …
Weiterhin haben auch viele Angehörige zur Besuchszeit mittags beim Füttern geholfen, auch Patienten deren Angehörige nicht da waren und Hilfe beim Anreichen brauchten. Das erschien mir sehr lieb, aber im ersten Moment auch etwas gewöhnungsbedürftig, da Patienten mit Magensonde dann auch ihren „Suppen-Shot“ bekamen und dabei weniger glücklich aussahen. Aber das lag vermutlich allgemein an der Magensonde oder dass sie gar nicht mehr essen wollten in ihrem Stadium.
Und die mir eben noch eingefallene Besonderheit, die ich fast schon vergaß, weil es da ganz normal war: Am Krankenhauseingang und zu fast allen Stationseingängen gibt es Security. Nicht, dass mal zwischendurch was passiert ist, aber wie Ordnungshüter haben sie dort die Türen zu den Stationen bewacht und den Ein- und Ausstrom von Besuchern kontrolliert. Zwischendurch habe ich manche auch wachsam den Stationsflur ablaufen sehen. Ich kann mir nicht genau erklären, wie manche Angehörige auch so viel Zeit haben, um diese wartend im Krankenhaus oder sogar davor zu verbringen. Ab und zu kam einem der Parkplatz vor der Klinik wie eine Grillparty vor, da direkt am Eingang Tortillas und Steaks verkauft wurden zum Mitnehmen und gleich essen. Andere wiederum arbeiten den ganzen Tag im Krankenhaus als Pfleger und haben noch einen Zweitjob um ihren Kindern das Studium in Chile und sich selbst das Überleben zu finanzieren. Es erscheint alles strebend nach dem Vorbild im Norden, interessant und zum Nachdenken anregend.

Land und Leute

Chile ist ein sehr schönes abwechslungsreiches Land. Wenn man dort noch rumreisen will, empfiehlt sich etwas mehr Zeit, angesichts des Flugtickets und der der größere Strecken zwischen den Städten. Solltet ihr Auto fahren anstatt mit dem Fernbus vergesst nicht beim Verlassen jeder Stadt voll zu tanken.
Von Strand und ewigem Sommer im Norden wie in Arica, zu Metropolen in der Mitte wie Santiago, der Hauptstadt und der reichlich vorhandenen Kultur im Süden, ist für jeden was dabei und alles sehenswert. Wenn man die Chilenen fragt, muss man allerdings unbedingt in den Süden. Dort sei alles schön, die Kultur die Architektur und „la gente es muy cariñosa y de piel“ (die Menschen dort sind sehr liebevoll).
Allgemein sind die Chilenen ein sehr offenes und kommunikatives Völkchen. Man kommt sehr leicht ins Gespräch und versteht sich gut. Sie zeigen Ihre Zuneigung vor allem mit übertrieben viel Essen. Im Zweifel einfach weiter essen bis es wirklich nicht mehr geht. Sie sind erst zufrieden wenn du glaubhaft vermittelst, dass dir schon langsam schlecht ist, aber versicherst dass alles hervorragend geschmeckt hat (ist praktisch auch immer so).
Sie sind auch sehr temperamentvoll, emotional und häufig abergläubisch. Wenn man sich mittags mal eine Telenovela ansieht, hat man das Gefühl „hier geht es glaube ich wirklich so ab“. Es macht auf jeden Fall Spaß das Land und seine Leute näher kennen zu lernen, es wird nie langweilig.
Kaum mit meinen chilenischen Kommilitonen ins Gespräch gekommen und auf die Frage, ob wir mal was zusammen trinken gehen wollen, haben sie schon eine Whatsapp-Gruppe gegründet. Es wurde gleich zur „carrete“ am Freitagabend geladen wo man sich alkoholtechnisch nicht mit dem Pisco verschätzen sollte und das latinotypische Tanzen nicht vermissen wird. Ja hier hört man auch schon seit über 10 Jahren Reggaeton und kommt ums Hüfteschwingen nicht herum.
Vom kulinarischen Aspekt her (ich war mit Talca/Linares so ziemlich in der Mitte des Landes und gleichzeitig im Zentrum der Landwirtschaft): Obst, Gemüse, Fleisch und Wein sind für die Qualität geschenkt, und vor allem in kleineren Geschäften super günstig. Wer sich gerne ab und zu einen Obstsalat oder Smoothie macht, gerne Guacamole nascht und für den gutes Fleisch und Grillen Herzenssache ist, kommt ganz auf seine Kosten. Das chilenische „asado“ (Grillen, gegrillt) ist legendär und das Obst ist verboten günstig und lecker. Die Esskultur der Chilenen spiegelt sich auch im Patientenklientel wider, wie im Abschnitt Praktikum bereits angedeutet. Solltet ihr ein paar Kilo zulegen, keine Panik, in Deutschland schmeckt plötzlich alles nach Pappe und pendelt sich wieder ein.
CAVE! Klimaanlage, Eis und Zucker: Hier wird gekühlt wie blöd. Ich habe bei 35° C draußen, im Arztzimmer und in Einkaufszentren dank der auf 16° gestellten Klimaanlage gefroren und mir für das Arztzimmer und morgens einen dünnen Schal mitgenommen. Wenn ihr in eine Saftbar geht, sagt Bescheid, wenn ihr keinen extra Zucker wollt, sonst könnt ihr gleich auch Cola trinken, kein Scherz …

Fazit

Nicht im Jetlag den Bericht schreiben. So kann einem auch schon mal erst beim vorletzten Abschnitt auffallen, dass da Minimum 2000 Zeichen steht und nicht Minimum 2000 Wörter …
Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Abgesehen vom Sprachaspekt, habe ich auch genug verstanden um medizinisch wirklich viel zu lernen und zu üben. Ich war schon vorher der Meinung, dass Auslandserfahrungen sehr wertvoll sind, aber wenn man dann mal wirklich wieder die Gelegenheit hat, schwärmt man offensichtlich noch mehr als vorher. Ich überlege mir jetzt auch für das Chirurgie-Tertial Bewerbungen für Chile fertig zu machen, um die Möglichkeiten komplett aus zu schöpfen. Ob ich da arbeiten könnte ist eine schwierige Frage: Ich würde dort gerne PJ machen und auch Erfahrungen sammeln, aber würde mich denke ich nie an dieses System gewöhnen können. Deutsche sind im Vergleich so strukturiert und planen so viel, da ist die chilenische Mentalität vielleicht ein paar Spuren zu entspannt und chaotisch für meinen Geschmack, vom Jetlag mal abgesehen.
Falls ihr euch noch überlegt OB ihr eine Auslandsfamulatur machen sollt: Wir sind Mediziner und keine Pharmazeuten. Es wird nach dem Studium nicht besser – Jetzt oder nie!

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