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Mexico (IFMSA-Mexico)

Chirurgie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Ich wollte unbedingt eine Famulatur im Ausland absolvieren, um Erfahrungen zu sammeln, die man so vielleicht in Deutschland nicht machen kann. Da ich schon vorher eine Famulatur auf Malta gemacht habe, wollte ich dieses Mal weiter weg. Schnell war klar, dass ich nach Südamerika gehen wollte, zumal ich schon zu meiner Schulzeit in Brasilien war. Da man aber für fast ganz Südamerika Spanischkenntnisse braucht, konnte ich mich nur für Mexiko entscheiden.

Vorbereitung

Ich habe keine besonderen Vorbereitungen getroffen. Persönlich fand ich die Wahl des richtigen Ortes sehr schwierig, da ich kaum Städte in Mexiko kannte und ein wenig Angst hatte, direkt nach Mexiko City zu gehen. Würde ich mich wieder bewerben, würde ich mich näher mit den Städten auseinandersetzen und alle mal googlen. Ich habe mich auf mexikanische Freunde verlassen und habe auch den ersten Ort auf meiner Wunschliste bekommen.
Schwierigkeiten hatte ich mit der Bewerbung kaum. Man braucht relativ viel Vorlaufzeit und man sollte sich rechtzeitig um alle Dokumente kümmern. Also rechtzeitig einen Reisepass beantragen (das kann schon mal bis zu 8 Wochen dauern), rechtzeitig einen Termin für das DAAD Sprachzertifikat machen und die LEOs kontaktieren. Generell dauert immer alles länger als man denkt, also reichlich Zeit einplanen und nicht erst kurz vor der Deadline bewerben!

Visum

Als deutscher Staatsangehöriger braucht man kein Visum beantragen. Bei der Einreise bekommt man schon im Flugzeug eine Karte zum Ausfüllen. Diese ist auch auf Englisch und das Personal im Flugzeug ist auch sehr hilfsbereit und kann jede Frage beantworten. Man sollte auf jeden Fall ein Touristenvisum beantragen. Ich meine, dass es für 90 Tage gültig ist.

Gesundheit

Ich habe mich vorab über mögliche Erkrankungen informiert und mich gegen zusätzliche Impfungen entschieden. Auf der Seite des RKI werden Hepatitis A und B sowie die Grippeschutzimpfung empfohlen und die habe ich auch auffrischen lassen. Ansonsten sollte man eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitnehmen. Ich nehme immer Schmerzmittel, Tabletten gegen Durchfall und ein Antihistaminikum mit. Zu empfehlen ist auch Fenistil oder ein ähnliches Produkt, das man bei Mückenstichen anwenden kann. Auch ein Antimückenspray kann ich jedem ans Herz legen. Außerdem sollte man beachten, dass man Sonnenschutzcreme mitnimmt; auch im Winter ist die Sonne ziemlich stark und man kann sich leicht verbrennen.
Für das Praktikum musste ich keine zusätzlichen Untersuchungen durchführen lassen.
Ich habe mich zusätzlich versichern lassen, da die normale Krankenversicherung die Kosten in Mexiko nicht deckt. Ich habe bei meiner Krankenkasse einfach angerufen und gefragt an wen ich mich wenden soll. Auch hier sollte man beachten, dass es bis zu 4 Wochen dauert bis man die Versicherungsnummer erfährt (die braucht man teilweise für die Card of Confirmation).

Sicherheit

Mexiko gilt nicht als sicherstes Land, in das man reisen kann. Meiner Meinung nach wird die Lage schlechter beschrieben als sie tatsächlich ist. In Monterrey konnte ich mich gut zu Fuß bewegen und ich hatte nicht ständig Angst, dass ich ausgeraubt werde. Generell sollte man nie abends alleine unterwegs sein. Außerdem sollte man nicht in dunkle Gassen gehen und sich nicht ansprechen lassen, aber genauso würde ich mich auch in Deutschland verhalten. Da die Strecken, die man zurücklegen muss ziemlich groß sind, kann ich UBER empfehlen. Mit der App kommt man sicher von A nach B. UBER soll auch sicherer als Taxi sein (wurde mir von Mexikanern berichtet). Generell würde ich Mädels immer empfehlen in einer Gruppe von Leuten auszugehen vorzugsweise mit mindestens einem Kerl, so fühlt man sich deutlich sicherer. Ich muss dazu sagen, dass ich innerhalb von 4 Wochen keine einzige gefährliche Situation erlebt habe.
Trotzdem habe ich eine Krankenversicherung fürs Ausland abgeschlossen, die auch die Rückführung des Leichnams beinhaltet. Also nur für den Fall der Fälle.

Geld

In Monterrey habe ich vergleichsweise wenig Geld ausgegeben, da die Verpflegung im Krankenhaus kostenlos ist und man Frühstück, Mittag- und Abendessen vor Ort essen kann. Pro Woche habe ich mit Ausflügen in die Umgebung ca. 70 Euro ausgegeben. Monterrey ist für mexikanische Verhältnisse eine relativ teure Stadt. Anziehsachen kosten genauso viel wie in Europa. Essengehen und Feiern ist viel günstiger, aber auch nicht umsonst. Man kann gut Euro wechseln und man benötigt keine Dollar. Ich hatte dummerweise zuerst in Dollar gewechselt, weil ich nicht wusste, dass man auch problemlos Euro wechseln kann. Generell ist da zu empfehlen 100 Euro Scheine mitzunehmen, da diese einem besseren Wechselkurs unterliegen. Man kann fast überall bequem mit Kreditkarte zahlen (ACHTUNG: beim Bezahlen von Hostels/Hotels fallen + 5% für die mexikanischen Behörden an). UBER kann man über PayPal bezahlen.
Also generell kann man sagen, dass man relativ günstig leben, aber auch schnell sein Geld ausgeben kann, wenn man sich verrechnet.

Sprache

Ich kann leider kein Spanisch und hatte dadurch große Probleme mich zu verständigen. Ich spreche zwar Italienisch, dadurch konnte ich vieles schnell verstehen, aber man fühlt sich doch sehr machtlos, wenn man auf Fragen nicht antworten kann. Generell würde ich jedem empfehlen ein Minimum an Spanisch zu lernen, also sich zumindest mit einer Sprach-App auf den Austausch vorzubereiten. Die Ärzte haben im Krankenhaus alle gutes und verständliches Englisch gesprochen. Schwierigkeiten gab es vor allem, wenn ich mich mit Studenten und dem Pflegepersonal verständigen wollte. Leider können nicht alle Studenten Englisch, aber sie versuchen trotzdem einem zu helfen. Zum Glück gibt es Google Translate, damit kann man wenigstens ein bisschen seine Meinung äußern, wenn die Sprache im Weg ist.

Verkehrsbindungen

Ich bin aus Düsseldorf nach Atlanta und von dort nach Monterrey geflogen. Der Flug war super. Ich bin das erste Mal mit Delta Airline geflogen und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden war. Wer sich die ESTA Gebühren sparen will, kann direkt über Mexiko City oder Cancun kommen. Leider habe ich meine Zusage sehr spät bekommen und so war der günstigste Flug über die USA.
In Monterrey kann man sich, wie gesagt, gut mit UBER und Taxi fortbewegen. Ich habe nicht versucht einen lokalen Bus zu benutzen. Aber in Mexiko City habe ich den Metro-Bus genommen und es war weder gefährlich, noch hatte ich irgendwelche Probleme.
Wenn man in Mexiko reisen möchte, kann ich nur das Flugzeug empfehlen. Die Strecken in Mexiko sind unglaublich lang und kaum mit dem Auto zu bewältigen. Fliegen ist sehr sicher in Mexiko. Es gibt verschiedene Airlines, die relativ günstig sind. Viva Aerobus kann man zum Beispiel ganz gut mit Ryanair vergleichen. Sprich man kann nur mit Handgepäck reisen und den Koffer in der Unterkunft lassen. ;) Außerdem hat jede Fluggesellschaft eine App, sodass der Check In kein Problem ist und man keine lästigen Tickets drucken muss. Auch die Sicherheitskontrolle am Flughafen hat einem gewissen internationalen Standard entsprochen, da war ich schon an schlechteren Flughäfen in Europa.

Kommunikation

Meine Unterkunft hatte WLAN, sodass ich keine Probleme hatte ab und zu zu Hause anzurufen. Ich habe mir direkt vor Ort eine Prepaidkarte fürs Smartphone gekauft, um auch unterwegs Internet zu haben. Man braucht Internet unterwegs! Man braucht es für UBER oder auch, um sich mit anderen Studenten zu treffen und zu verabreden. Telcel ist ein günstiger Anbieter. Man kann verschiedene Tarife wählen z.B. 500 MB für 10 Euro/30 Tage oder 1,5 GB für 15 Euro/30 Tage. Die Prepaidkarte selbst kostet um die 8 Euro. Ich würde nicht aufs mobile Internet verzichten, nur um Geld zu sparen. Man braucht es einfach.
Man kann untereinander und auch mit den Studenten aus Mexiko sehr gut über WhatsApp schreiben. Selbst die Ärzte haben WhatsApp und es ist nicht ungewöhnlich bzw. es ist normal, dass man die Nummern der Ärzte auf Station hat. Das erleichtert einem das Praktikum ungemein! Man kann viel flexibler sein. Zum Beispiel kann man vormittags eher schlecht bei OPs assistieren, da der Oberarzt die Assistenzärzte anlernt. Aber nachmittags oder abends kann man ohne Probleme auch mal bei einer OP helfen. Damit man aber nicht den ganzen Tag im Krankenhaus auf eine OP wartet, kann einem der Arzt einfach über WhatsApp Bescheid geben, wenn es eine interessante OP gibt.

Unterkunft

Ich war ziemlich schockiert als ich erfahren habe, dass ich in einem 4 Sterne Hotel wohnen werde. Das Hotel war ziemlich gut. Es hat ein Schwimmbad und ein kleines Fitnessstudio. Außerdem kann man problemlos seine Wäsche waschen und auch trocknen. Das Four Points ist über eine Brücke mit der angrenzenden Shopping Mall verbunden, sodass man keine Probleme hat über die recht chaotische Straße zu kommen.
Das Krankenhaus kann man sehr gut zu Fuß erreichen, man braucht ungefähr 15 Minuten. Dabei sollte man lediglich darauf achten, dass man nie bei Rot über die Straße geht und auch bei Grün in alle Richtungen schaut - nur für alle Fälle.
Das Frühstück im Hotel ist ausgesprochen gut. Man teilt sich das Zimmer mit anderen Studenten. Es sind 4 Studenten pro Zimmer und man teilt sich auch ein Doppelbett.
Das Hotel verfügt über einen Fahrer, der einen bis auf einen Umkreis vom 5 km kostenlos fahren kann. Natürlich ist ein kleines Trinkgeld erwünscht, aber das versteht sich von selbst.

Literatur

Um ehrlich zu sein, habe ich mich kaum zu Mexiko belesen. Da ich bei meinem Erasmus Auslandsjahr Mexikaner kennengelernt habe, habe ich einfach sie gefragt. Das war um einiges einfacher und sehr nützlich. Die Mexikaner sind eine sehr herzliche Nation und sehr sehr sehr hilfsbereit. Sobald man mal mit einem ins Gespräch kommt, wollen sie direkt helfen und einem den Aufenthalt so schön wie nur möglich zu machen. Ich war am Anfang sehr von dieser Herzlichkeit überrascht; so nette Leute findet man in Europa nicht.
Für Ausflugsziele habe ich mich auf Pinterest umgeguckt. Ansonsten habe ich die Seite des Auswärtigen Amtes mehrmals durchgelesen, also einfach vor und nach der Bewerbung, um zu sehen, ob sich was geändert hat.

Mitzunehmen

Generell habe ich mich zu warm angezogen. Auch wenn in Mexiko zur gleichen Zeit Winter ist wie bei uns, ist es doch viel wärmer. Selbst wenn das Thermometer 18 Grad anzeigt, ist es warm genug, um im T-Shirt rauszugehen. Es reicht, wenn man maximal zwei/ drei Strickjacken und vielleicht eine dünne Jacke mitnimmt. Das Wetter ist in Monterrey sehr wechselhaft. Es kann montags 34 Grad warm sein und dann sinkt die Temperatur am Dienstag schon wieder auf 18 Grad.
Für das Praktikum im Krankenhaus braucht man einen Kittel und Scrubs (falls man sie nicht schon hat, kann man auch welche vor Ort kaufen, ab 15 Euro für Kasack und Hose). Ansonsten kann man noch sein Stethoskop und Reflexhammer mitnehmen. Ich würde auch ein kleines Desinfektionsmittel empfehlen, welches man sich in die Tasche vom Kittel tun kann. Glaubt mir, man braucht es!! Leider ist Desinfektionsmittel nicht überall im Krankenhaus verfügbar. In der Ambulanz habe ich keins gefunden, dafür aber 3 Stück in der Mensa. Die Prioritäten sind ein bisschen anders verteilt als bei uns.

Reise und Ankunft

Die Anreise verlief ohne Probleme. Ich hätte mich sehr gefreut, wenn mich jemand am Flughafen abgeholt hätte. Das war leider nicht der Fall. Aber man kommt auch mit dem Taxi gut vom Flughafen weg. Ich bin zwei Tage vor Praktikumsbeginn angekommen. Am 13.2 bin ich abends gelandet und bin dann am 14.2 ins Krankenhaus gegangen, um mich umzuschauen, eine ID zu machen und mich schon mal bei den Ärzten vorzustellen. Generell ist es in Mexiko kein Problem, falls man früher oder später ankommt. Die Mexikaner sind lockerer als wir und machen keine Probleme. Ich bin mit einem der LEOs ins Krankenhaus gegangen. Er hat mich überall herumgeführt und mir alles Wichtige gezeigt, sodass ich keine Probleme hatte zu Recht zu kommen. Die Cafeteria/ Mensa im Krankenhaus ist sehr gut und lecker; außerdem bekommt man reichlich zu essen und zu trinken. Auch ist der LEO mit zur Ambulanz gekommen und hat mich den Ärzten vorgestellt. Falls man Probleme hatte, konnte man sich immer bei den LEOs melden.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich war auf der Neurochirurgie und war zum Glück fast jeden Tag im OP. Generell kann ich es nur empfehlen ein chirurgisches Fach zu wählen, wenn man die Landessprache nicht spricht. Der Patientenkontakt fiel mir aufgrund meiner fehlenden Sprachkenntnisse schwer, obwohl sich alle Patienten immer sehr bemühten. Wenn sie kein Englisch konnten, lächelten sie wenigstens nett und fragten immer die anderen Studenten über mich aus. Generell hab ich von den Ärzten, Studenten und Patienten nur positives Feedback bekommen. Alle waren sehr nett und sehr bemüht und neugierig. Wie gesagt, war ich fast immer im OP. Die OPs dauern länger als in Deutschland (das war jedenfalls mein Gefühl). Ich durfte meistens nur zusehen und nur sehr selten assistieren. Die Ärzte waren aber sehr bemüht mir alles zu erklären. Ich finde, ich habe mit der Famulatur richtig Glück gehabt. Ich hatte nette Ärzte und Studenten um mich, die sehr hilfsbereit waren. Außerdem habe ich sehr gute Eindrücke in die Neurochirurgie gewonnen. Es war auch spannend die Unterschiede des mexikanischen zum deutschen Gesundheitssystem festzustellen. Generell ist es immer spannend seine Heimatuni mit einer Uni im Ausland zu vergleichen und Schlüsse für sich zu ziehen. Ich finde, dass die Neurochirurgie in Mexiko auf einem relativ guten Niveau ist. Besonders lustig fand ich, dass das Equipment aus Deutschland stammte. Leider sind die hygienischen Standards viel niedriger als bei uns. Es wird sehr oft Blut abgenommen, ohne das die Ärzte Handschuhe tragen. Desinfektionsmittel gibt es kaum. Lediglich einen Spender bevor man die OP-Säle betritt. Ich habe in 4 Wochen keinen einzigen Stauschlauch gesehen, es wurde immer ein Handschuh zum Abbinden benutzt. Also es gibt schon erschreckende Unterschiede. Und man lernt, dass nicht alles selbstverständlich ist. Das mexikanische Gesundheitssystem ist nicht gerade das Beste. Die Menschen in Mexiko haben relativ wenig Geld, sodass sie häufig erste sehr spät zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Dadurch sieht man Sachen, die man in Europa kaum zu Gesicht bekommen würde. Patienten kommen mit großen Wunden oder aber mich schon groß wuchernden Tumoren. In der Notaufnahmen kann man viele spannende und außergewöhnliche Fälle sehen. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen für Ärzte sehr hart. 24h Dienste sind keine Seltenheit, sondern die Regel. Auch Studenten machen 24h Dienste und gehen danach noch in die Vorlesung und zu Seminaren. Die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt sind für Mexikaner auch sehr teuer und teilweise kaum zu bezahlen.

Land und Leute

Leider wird im Winter kein social program angeboten, sodass wir Studenten uns selbst Ausflüge überlegen mussten. Am besten kann man dazu mal bei Google gucken, was es so gibt. Ich war öfters im Fundidora Park. Der Park ist wirklich sehr schön, man kann Fahrräder ausleihen und seine Runden drehen. Der Park ist ein stillgelegtes Fabrikgelände. Die Fabriken dienen teilweise als Museen. Alle Museen sind sonntags umsonst, aber auch sonst zahlt man maximal 4 Euro. Monterrey ist von einem großen Gebirge umgeben. Man kann zum Beispiel im Chipinque Park sehr gut wandern gehen oder innerhalb von 45 Minuten den Obispado erklimmen. Der Obispado ist ein kleiner Berg mitten in der Stadt, auf dem eine gigantische Fahne weht. Von dort aus hat man auch einen schönen Blick auf die Stadt. Im Zentrum gibt es das Museum für mexikanische Geschichte und das Museum Marco für moderne Kunst. Jeden Mittwoch gibt es Konzerte im Marco und der Eintritt ist ebenfalls umsonst. Im Obergeschoss wurden sogar einige deutsche Künstler ausgestellt. Mit UBER kann man zu der Grutas de Garcia fahren, das ist eine wunderschöne Tropfsteinhöhle mit Stalaktiten und Stalakmiten. Der Eintritt liegt auch bei 4 Euro. Generell lohnt es sich die Ausflüge mit anderen Studenten zu unternehmen, da man so Fahrtkosten spart und natürlich macht es viel mehr Spaß, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist. Ich würde auch allen empfehlen einen Trip nach Mexiko City zu machen. Monterrey ist sehr amerikanisiert, wenn man das richtige Mexiko kennenlernen will, muss man nach Mexiko City. Und wenn man noch Zeit für Cancun hat, würde ich da auch hin.
Die Mexikaner sind ein wirklich sehr sehr nettes und hilfsbereites Volk. Ich habe, glaub ich, noch nie so viel Herzlichkeit erfahren wie hier. Im Flugzeug habe ich zum Beispiel eine Mexikanerin kennengelernt und da sie von ihren Eltern am Flughafen abgeholt wurde, haben sie mich direkt mitgenommen und zum Hotel gebracht, obwohl es ein Umweg von einer Stunde für sie war!!! Außerdem haben sie mir noch was zu essen und zu trinken gekauft und wollten kein Geld annehmen. Jeder Student hat mir im Krankenhaus seine Hilfe angeboten, egal bei was. Ich konnte immer nach Ausflugtipps fragen und ich habe auch einige Ausflüge mit den Studenten vor Ort unternommen. Im Bus habe ich eine Frau kennengelernt und ihr erzählt, dass ich nach Mexiko City gehe und sie wollte mir unbedingt bei WhatsApp ihre Tipps schicken. Am Flughafen hatte ich Probleme den Bus zu finden und ich habe einen Mann um Hilfe gebeten, weil ich den Ticketautomaten nicht finden konnte. Als ich nach 5 Minuten nicht wieder an der Haltestelle war, ist er nach mir gucken gegangen und hat mir geholfen, das richtige Ticket zu kaufen. Ich weiß selbst nicht, was ich noch schreiben soll, um deutlich zu machen, dass die Mexikaner die netteste und hilfsbereiteste Nation sind, die ich je getroffen habe. Obwohl sie selbst nicht viel haben, sind sie immer bereit zu teilen und einem zu helfen. So viel Nettigkeit, Herzlichkeit und Nächstenliebe hatte ich nicht erwartet und ich hoffe, dass ich wenigstens einen Funkten dieser Einstellung mit nach Hause nehmen kann :)

Fazit

Meine Famulatur hat alle Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich hatte nicht gedacht, dass mich die Ärzte soweit miteinbeziehen würden. Ich habe die Routine im Krankenhaus sehr gemocht und ich könnte mir zwar nicht vorstellen auf Dauer in Mexiko zu leben, aber nach dieser tollen Famulatur überlege ich ernsthaft, ob ich nicht vielleicht fürs PJ wiederkommen soll. Die Leute haben mich so positiv überrascht, dass ich auf jeden Fall in dieses tolle Land wiederkommen möchte. Außerdem würde ich gerne nochmal wiederkommen, um andere Ecken im Land zu sehen und natürlich um die gewonnenen Freundschaften zu erhalten. Ich bin wirklich sehr zufrieden. Das Einzige, was ist schade fand ist, dass wir wenige Studenten waren und es kein social program gab. Aber diese kleinen Minuspunkte haben die Leute, die ich hier kennengelernt habe wieder ausgebügelt. Ich kann jedem nur empfehlen nach Mexiko zu gehen. Aber informiert euch gut, wo ihr hingeht und sucht euch die Stadt aus. Lasst euch nicht von der Masse überwältigen und macht eure eigene Recherche, um den geeigneten Ort für euch zu finden. Aber egal wo ihr hingeht, das wichtigste an diesem Austausch sind die Leute, die ihr kennenlernt!

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