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El Salvador (IFMSA-El Salvador)

Pädiatrie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Lea, Leipzig

Motivation

Meine Motivation ins Ausland zu gehen war vor allem eine fremde Kultur und andere Arbeitsbedingungen im Krankenhaus kennen zu lernen. Ich wollte in ein Land, das nicht mit unseren Verhältnissen vergleichbar ist und das andere Krankheitsbilder bietet. Zudem war es mir wichtig, dass die Landessprache Spanisch ist.

Vorbereitung

Die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt bestand darin mich ca. 1 Jahr vor dem gewünschten Austauschzeitraum bei der BVMD zu bewerben. Dafür waren für spanischsprachige Lände neben dem Englischtest auch ein Spanischtest nötig. Außerdem musste ein Motivationsschreiben für das erste Wunschland auf Englisch geschrieben werden. Als ich kurz nach der Bewerbung die Zusage für mein drittes Wunschland, El Salvador, bekommen habe, musste ich mich nochmal bei der IFMSA bewerben. Dazu mussten unter anderem 4 Motivationsschreiben für die gewünschten Fachrichtungen geschrieben werde. Da ich erst 6 Wochen vor meinem Austausch die endgültige Zusagen erhalten habe, konnte ich erst da mit den letzten Vorbereitungen beginnen. Meinen Flug habe ich aus Zeitgründen über ein Reisebüro gebucht. Ansonsten habe ich mich noch impfen lassen, mich um die Auslandskrankenversicherung gekümmert und eine Kreditkarte, mit der man umsonst im Ausland abheben kann, beantragt.

Visum

Für El Salvador ist es nicht nötig ein Visum zu beantragen. Bei der Einreise bekommt man ein Touristenkarte für 90 Tage ausgestellt. Dafür muss man im Normalfall 10$ zahlen, die von mir aber nicht verlangt wurden. Mit diesem Visum kann man in die Nachbarländer wie Guatemala, Honduras und Nicaragua einreisen, ohne nochmal eine Gebühr zahlen zu müssen.

Gesundheit

Im Vorfeld habe ich mich noch zusätzlich gegen Meningokokken und Typhus impfen lassen. Die Impfungen gegen Hepatitis A und B hatte ich schon. Mein Reisemediziner hätte mir zusätzlich noch Tollwut und Cholera empfohlen, was ich aus Kostengründen nicht gemacht habe. In meiner Reiseapotheke hatte ich unter anderem Mittel gegen Durchfall, Schmerzmittel, Halslutschtabletten und Nasenspray. Das hat sich alles als sehr nützlich erwiesen, da ich nach einer Woche erkältet war. Vermutlich dadruch, dass es in einigen Räumen, die klimatisiert sind, sehr kalt ist. Sehr wichtig ist außerdem ein Mückenspray, Mückennetz und lange helle Kleidung. Die Mücken, die das Dengue-Fieber übertragen, sind tagaktiv und die die Marlaria übertragen nacht- bzw. dämmerungsaktiv, sodass ein Mückenschutz rund um die Uhr nötig ist. Trotz Prophylaxe hatte ich den ein oder anderen Stich. Das Trinkwasser habe ich nicht getrunken, meine Gastfamilie hatte einen extra Kanister Wasser für mich gekauft.

Sicherheit

Das Thema Sicherheit war in El Salvador jeden Tag präsent. Das Auswärtige Amt rät Reisenden davon ab, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen und nur in gekenzeichneten Taxis zu fahren. Zudem sind gefährliche Plätze und Viertel zu meiden. Daran habe ich mich auch streng gehalten. Ich bin jeden Tag von der Schwester meines Gastbruders zur Klinik gefahren worden, dort am Eingang von den Studenten abgeholt worden und nach der Arbeit wieder von der Gastschwester nach Hause gebracht worden. Selbst die Straße entlang zu gehen, hat mir die Familie verboten bzw. mir davon abgeraten. Auch alle Ausflüge haben wir in einem Privatfahrzeug der Studenten oder der Familie gemacht. Waffen waren überall gegenwärtig und nicht verboten. Beispielsweise wurde der Parkplatz des Supermarkts von bewaffneten Männern bewacht. Beim Einkaufen auf dem Markt nimmt die Gastschwester z.B. nur das nötige Geld mit und lässt Handy und den Rest im Auto und meidet den gefährlichen hinteren Teil des Marktes. Auch sieht man viele bewaffnete Polizisten und Soldaten auf den Straßen. Die meisten Studenten, mit denen ich gesprochen habe, sind auch schon einmal bedroht und ausgeraubt worden. Dennoch habe ich mich in der ganzen Zeit nie unsicher gefühlt und hätte es mir zugetraut mich auch alleine in der Stadt zu bewegen. Allerdings waren die Einheimischen sehr besorgt um mich und hätten mich lieber gefahren.

Geld

Die offizielle Währung ist der US-Dollar (seit 2001, voher war es der Colón). Mit meiner Kreditkarte von der Apobank konnte ich umsonst Geld abheben. Das hat auch immer problemlos geklappt. Ich habe die Geldautomaten in Einkaufszentren bzw. in Supermärkten bevorzugt, das das sicherer ist als auf offener Straße. Aus Deutschland habe ich keine Dollar mitgebracht. Die Preise sind im Vergleich zu Deutschland niedriger. Auf der Straße bekommt man ein Mittagessen für 1$, auch so kostet fast alles 1 $. Will man allerdings Produkte aus den USA, im Supermarkt einkaufen oder in den guten Restaurants essen, ist das Preisverhältnis mit Deutschland vergleichbar. Spezielle Produkte, wie z.B. ein Glas Nutella kosten 12$. Für den ganzen Monat habe ich insgesamt ca. 160€ gebraucht. Meine Gastfamilie hat alles an Essen für mich gezahlt, wenn wir allerdings in einem Restaurant waren, wollte ich meinen Anteil meist selbst zahlen. Das meiste Geld habe ich wahrscheinlich für Mückenschutz und für das Essen unterwegs gebraucht. Ein Student im 8. Jahr (ein soziales Jahr) verdient bis zu 300$ monatlich, ein seit ca. 20 Jahren praktizierender Arzt im Krankenhaus um die 1300$.

Sprache

Die Amtssprache in El Salvador ist Spanisch. In meiner Schulzeit haben ich für 5 Jahre Spanisch gelernt. Dadurch dass man einen Sprachtest in Spanisch bei der Bewerbung vorweisen musste, hab ich mich auf diesen dementsprechend vorbereitet. Im Test habe ich das Niveau B1 erreicht, was auch erforderlich war, um etwas aus dem Krankenhaus mitnhemen zu können. Meist ist keine Zeit, alles nocheinmal in Ruhe erklärt zu bekommen. Direkt vor dem Austausch habe ich aufgrund von Klausurenstress kein Spanisch mehr gelernt. Für die Reise habe ich mir ein Wörterbuch "Spanisch im klinischen Alltag" gekauft, das für die medizinischen Begriffe hilfreich war. Die Verständigung klappte gut, wenn die Einheimischen direkt mit mir gesprochen haben. Bei der Visite allerdings war es fast unmöglich für mich etwas zu verstehen. Das Spanisch hat sich in einigen Begriffen und Ausdrucksformen von dem Spanisch unterschieden, das ich damals in der Schule gelernt habe. Die fachlichen Begriffe konnte ich aufgrund der Ähnlichkeit zum Deutschen relativ gut verstehen.

Verkehrsbindungen

Da es die aktuelle Sicherheitslage nicht zugelassen hat, allein zu reisen, kann ich zu diesem Punkt nichts weiteres sagen. Ich habe nie ein öffentliches Verkehrsmittel genutzt. Die meisten Studenten hatten ihr eigenes Auto, manche waren mit den Bussen unterwegs.

Kommunikation

Gleich am ersten Tag habe ich mir eine Simkarte für 2$ besorgt. Das war im Einkaufszentrum möglich. Dafür musste man nur einen gülten Personalausweis bzw. Reisepass vorlegen. Für 10$ habe ich die Simkarte für einen Monat aufgeladen und hatte somit unterwegs Internet. Über Whatsapp habe ich sowohl mit den anderen Studenten als auch mit meiner Familie zuhause telefoniert.

Unterkunft

Ich habe bei einer Gastfamillie gewohnt, die mir die Organisation zugteilt hat. Scheinbar ist kurzfristig meine ursprüngliche Gastfamilie abgesprungen. Deshalb hat meine neue Familie erst 2 Tage vorher von meiner Ankunft erfahren. Die Familie bestand aus meinem Gastbruder, dessen Mutter und Schwester und dem 3-Jährigen Sohn von ihr. Ich durfte mich an allem bedienen, was im Kühlschrank war und zudem wurde mittags und abends immer gekocht. Das Haus der Familie war eher ein Bungalow mit großem Wohnzimmer und Küche und vier weiteren Zimmer. Eins davon war meins, leider ohne Fenster, dafür mit angrenzendem Bad, das ich mir mit der Mama geteilt habe. Fließendes Wasser gab es meistens nur nachts. Geduscht habe ich immer kalt und aus einem großen Wasserbottich. Bettwäsche oder Decken musste ich nicht selbst mitbringen. Auch meine Wäsche wurde einmal in der Woche für mich gewaschen.

Literatur

Ich habe mir das Buch "Spanisch im klinischen Alltag - Das Kitteltaschenbuch für den Auslandsaufenthalt" von Sabine Müllauer gekauft. Das war sehr nützlich, um das ein oder andere Wort nachzuschlagen bzw. sich im Vorfeld auf den Klinikalltag vorzubereiten. Außerdem habe ich noch den Reiseführer "Zentralamerika für wenig Geld" von Lonely Planet gelesen. Dort waren die wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten aufgelistet und allgemeine Hinweise zu Land und Leute, Sicherheit, Geld usw.

Mitzunehmen

Auf jeden Fall mitnehmen sollte man: einen Steckdosenadapter, Mückenspray, Mückennetz, lange luftige Kleidung, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, eine gute Kamera, eine Kreditkarte, alle wichtigen Dokumente (inkl. Impfausweis) und Gastgeschenke. Für die Klinik zusätzlich: Desinfektionsmittel, evtl. Handschuhe, weiße Hosen, Kittel, ein Set farbige Hose und Kasack für die Nachtschichten, Stethoskop, eine Einmal-Haube und Mundschutz und bequeme Schuhe.

Reise und Ankunft

Ich bin an einem Samstag Abend um 23 Uhr in San Salvador gelandet und wurde direkt am Flughafen von einem Mitglied der Organisation abgeholt. Den Sonntag habe ich dann mit der Gastfamilie verbracht und am Montag hatte ich meinen ersten Arbeitstag im Krankenhaus. Eine Studentin war für mich zuständig und ich sollte alle Tutorien und Vorlesungen wie sie besuchen. Mein erster Tag bestand daraus, der verantwortlichen Ärtzin für die Studenten vorgestellt zu werden und eine Führung durch das Krankenhaus zu bekommen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Meine Famulatur habe ich in der Pädiatrie im staatlichen Krankenhaus in Santa Ana abgeleistet. Der erste Tag bestand aus einer Führung durch das gesamte Krankenhaus. Es gibt eine Seite für Männer mit allen Fachrichtungen (also eigetlich nur Innere Medizin und Chirurgie) und die andere für Frauen. Pro Fachrichtung gib es zwei riesige Krankensäle mit einem Tisch in der Mitte, an dem der Arzt und mehrere Schwestern sitzen. Außerdem wurde ich mehreren wichtigen Leuten, wie dem Chef der Pädiatrie und der Verantwortlichen für die Studenten vorgestellt. Alle sind sehr schick gekleidet mit Hemd und Krawatte, der Chef der Pädiatrie war sogar im Anzug. Die Studenten trage kurze Kittel, nur die Ärzte lange. Allein deswegen falle ich also schon auf. Mein allgemeiner Tagesablauf sah folgendermaßen aus: ab und zu musste ich ab 7 Uhr morgens für die Visite auf der Kinderintensivstation sein. Diese dauerte ca. 1 Stunde. In den ersten Wochen hatte ich um 9 Uhr ein Tutorium zusammen mit meiner Gruppe, die aus 8 Studenten bestand. Alle mussten in diesem Tutorium einen Vortrag halten, wobei ich verschont geblieben bin. Die Themen waren unter anderem: Anamnese in der Pädiatrie, Körperliche Untersuchung, Impfungen, Entwicklung der Kinder, Ernährung im ersten Lebensjahr, Pneumonie und Meningitis. Das Tutorium hat insgesamt eine Stunde gedauert. Zusätzlich hatten wir meistens am Nachmittag, manchmal auch schon morgens und manchmal gar keine Vorlesung. Die Themen deckten sich größtenteils mit denen des Tutoriums. In allen Veranstaltungen herrscht Anwesenheitspflicht. Zusätzlich dazu hat jeder Student zusammen mit seiner Tutoriumsgruppe alle 6 Tage eine 12-Stündige Nachtschicht, an den Wochenenden sogar 24 Stunden. Jede Nachtschicht beginnt um 17 Uhr mit einem Tutorium, danach wird man einer Station (Neonatologie, allg. Station oder Notaufnahme) zugeteilt. Dort ist man für die Verneblungen für die Kinder mit Atemwegserkrankungen, das Notieren der Vitalparameter, Bilanzen ausrechnen, Anamnese und körperliche Untersuchung durchzuführen und verschieden Zettel abzuschreiben bzw. Laboranforderungen auszufüllen, zuständig. Jeder Student bekommt für seine Arbeit in der Nachtschicht eine Note, in die auch die Note des Testats einfließt, das mitten in der Nacht zu einem vorher bekanntgegebenen Thema stattfindet. Um Mitternacht findet zusätzlich eine Visite statt, in der die Studenten Fragen beantworten müssen. Meine Tätigkeiten entsprachen denen der anderen Studenten. Dadurch, dass ich in den ganz normalen Unialltag miteingebunden war, war meine Zeit, in der ich wirklich im Krankenhaus gearbeitet habe, begrenzt. Vielleicht hätte ich mir gewünscht mehr praktische Tätigkeiten zu lernen, als die Theorie in Tutorien und Vorlesung. Die Studenten haben mindestens einmal in der Woche eine Prüfung, weshalb sie sehr viel lernen müssen. Auch alle Einzelheiten, wie z.B. genaues Impfschema, Medikamente in allen Dosierungen, werden abgefragt. Insgesamt sind sehr viele Patienten wegen Pneumonien und Diarrhoen im Krankenhaus. Ein 3 Monate altes Kind, das an Dengue Fieber erkrankt war, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es befand sich schon in der dritten Phase, dem hämorrhagischen Schock, und ist nach wenigen Tagen verstorben. Die Behandlung durch die Ärtze erschien mir durchweg professionell, das einzige was oft fehlte, waren die erforderlichen Materialien und Ressourcen. Auch auf Hygiene wurde durch Händewaschen und ein Waschgel geachtet. Allerdings gab es kein Desinfektionsmittel, weshalb ich sehr froh war, dass ich mein eigenes mitgebracht hatte.
Zum Ablauf des Studiums: Die Studenten sind in den ersten drei Jahren nur an der Uni. Im 4. Jahr kommen sie dann als Externos 1 an die Klinik und machen auch ihre ersten Nachtdienste (Turnos). Dabei rotieren sie für ca. 7 Wochen in den Abteilungen Chirurgie, Innere, Gyn und Pädiatrie. Im 5. Jahr werden die Studenten dann als Externos 2 bezeichnet. Im 6. Jahr ist man ein Interno und sowas wie ein PJler und verbringt die meiste Zeit im Krankenhaus (alle 3 Tage wird ein Dienst von 36 Stunden abgeleistet, am Tag danach wieder 10 Studen). Im letzten Jahr müssen die Studenten dann in einer Unidad de Salud, die es überall in den kleinen Städten gibt, arbeiten. Zu den Aufgaben gehören in diesem sozialen Jahr z.B. auch die Prävention und somit die Schädlingsbekämpfung und Aufklärung der Bevölkerung. Z.B. wo und wie sich die Mücken vermehren können. Je nach Ort verdient man auch ein bisschen Geld in dieser Zeit (ca. 400$). Danach folgen 3 Jahre Facharztausbildung. Je länger man arbeitet, desto mehr verdient man. Der Arzt, der einer der Chefs der Pädiatrie ist, verdient so um die 1300$.

Land und Leute

Santa Ana ist der perfekte Ausgangsort, um die Highlights des Landes zu erkunden. Etwa 20 Minuten mit dem Auto entfernt liegt der Maya-Tempel Tazumal und nicht weit davon eine Lagune, in einem ehemaligen Vulkankrater. Außerdem ist die Ruta de las Flores, eine Straße durch kleine Bergdörfer, in denen viel Kaffee angebaut wird, nicht weit von der Stadt entfernt. Eines dieser Dörfer ist Ataco, wo es ein sehr schönes Café mit eigenger Kaffeeplantage gibt. Der Lago de Coatepeque, ebenfalls ein Kratersee, ist auch direkt in der Nähe. Der Ausblick auf den See ist überwältigend. Alle paar Jahre ändert der See seine Farbe und erstrahlt in leuchtendem Türkis. An einem Sonntag habe ich mit der Familie einen Ausflug ans Meer gemacht. Die Fahrt dauert ungefähr 1,5 Stunden. Schwimmen konnte man zwar nicht wirklich, da die Wellen sehr hoch sind, aber es gab einen langen und breiten, mit Palmen gesäumten Sandstrand und viele leckere Restaurants. Ein weiteres Ausflugsziel ist die Stadt Suchitoto, die an einem riesigen See liegt. An meinem vorletzten Tag habe ich dann noch, zusammen mit einer anderen Touristin, den Vulkan Santa Ana bestiegen. Das war definitiv eins der Highlights. Jeden Tag um 11 beginnt eine Führung, ohne die man den Vulkan nicht besteigen kann. Nach ca. 2 Stunden Aufstieg ist man an der Spitze angekommen und hat einen fantastischen Blick in den Vulkankrater und auf den Lago de Coatepeque.
Die Bevölkerung El Salvadors ist sehr religiös. Meine Gastmutter war jeden Tag mehrere Stunden in der Kirche, hat in ihrer Freizeit Rosenkränze gebastelt und die Bibel abgeschrieben. Auch ohne Heirat schwanger zu werden, ist nach wie vor nicht gerne gesehen. Ein unverheiratetes Pärchen darf nicht bei dem anderen zuhause übernachten. Ansonsten waren aber vor allem die anderen Studenten in ihrem Verhalten den deutschen Studenten sehr ähnlich. Meine Gastfamilie hat mich sehr herzlich aufgenommen. Die Schwester hat mich jeden Tag mit dem Auto ins Krankenhaus gefahren, da mein Gastbruder einen anderen Stundenplan hatte als ich. Die ganze Familie lebte von dem Gehalt der Großmutter, die in den USA als Haushälterin arbeitet.
Das Essen war sehr lecker, aber auch sehr gehaltvoll. Nationalgericht sind Pupusas, das sind Maismehlfladen mit Bohnenpaste, Fleisch und Käse gefüllt. Pupusas werden zu jeder Mahlzeit gegessen und mit eingelegtem Gemüse und Paprika-Tomaten-Salsa serviert. Ansonsten gab es ziemlich oft Bohnen und Reis und ab und zu Eier. Außerdem frittierte Kochbananen. Meine Gastschwester hat jeden Tag mittags und abends gekocht.

Fazit

Zusammenfassend kann ich nur jedem dazu raten, einen Auslandsaufenthalt zu machen. Durch das Leben in der Gastfamilie bekommt man einen sehr guten Eindruck vom Alltag der Bevölkerung. Da ich die einzige Austauschstudentin war und das Land nahezu frei von anderen Touristen ist, konnte ich die einheimische Bevölkerung gut kennen lernen. Ich würde definitiv, aber nur in Begleitung, wieder in das Land reisen, da es im Vergleich zu anderen mittelamerikanischen Ländern sehr unberührt ist und dieses kleine Land einiges zu bieten hat. Allerdings könnte ich mir nicht vorstellen hier zu arbeiten, da sowohl von Studenten als auch von den Ärzten einiges verlangt wird und es ständig an Materialien mangelt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich den Auslandsaufenthalt sehr genossen habe, aber auch sehr froh darüber bin, in Deutschland studieren zu dürfen.

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