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IFMSA Peru(Peru);Convulsive epilepticus status in patients with infections of the central nervous system from National Institute of Neurological Sciences.

Neurologie - SCORE (Forschungsaustausch)
von Valentina, Köln

Motivation

Ich wollte schon immer nach Südamerika Reisen, doch es hat sich nie die Möglichkeit geboten. Ich Wollte endlich mal den Latin-Spirit erleben und Peru war für mich ein guter Start. Meine Erwartungen waren auf jeden Fall die Kultur besser kennen zulernen.

Vorbereitung

Leider war der Forschungsaustausch bisschen spontan für mich, da ich mich für ein Restplatz beworben habe und meine endgültige Bestätigung von dem Gastland erst knapp 1 1/2 Monate zu vor bekommen habe, es jedoch mitten in meiner Prüfungsphase war. Das war der Grund, weshalb ich mich auf das Spanisch nicht richtig konzentrieren konnte. Würde auf jeden Fall ein kleinen Sprachkurs empfehlen oder dass man wenigstens sich bisschen mit der Sprache auseinandersetzt. Dadurch dass ich italienisch gelernt habe , kam ich gut durch aber nur mir Englisch wird es bisschen schwierig.

Visum

Das gute an Peru war, dass man kein Visum beantragen musste, sondern in dem Zeitraum eine Art Touristenvisum hat. Die Anzahl der Tage bin ich mir leider nicht sicher ich glaube es waren 90 Tage.

Gesundheit

Man sollte sich vor der Reise auf jeden Fall über verschiedene Impfungen und Auffrischungen am besten beim Arzt informieren. Gelbfieber sollte man auch vorsichtshalber sich impfen lassen, vor allem wenn man auch Wochenendtrips macht ( wie ich in den Dschungel ). Hinsichtlich der Reiseapotheke würde ich das wichtigste wie Ibuprofen, Cetirizin, Immodium, vielleicht auch Schleimlöser usw. mitnehmen. Es gibt natürlich auch hier Apotheken, dennoch würde mir von meinen Arbeitskollegen gesagt, dass manchmal der Wirkstoff nicht in der Dosis enthalten ist wie er eigentlich sollte.

Sicherheit

In Peru habe ich mich sehr sicher gefühlt. Es ist natürlich klar, Dass man nachts nicht alleine rumtingeln sollte, was man meistens aber auch nicht in einer Großstadt in Deutschland machen sollte. Die Menschen sind mega hilfsbereit und wenn man den Tipps von den Einheimischen befolgt wie nur spezielle Taxis zu nehmen oder in gewisse Stadtteile nicht zu gehen, dann kann man die Zeit auch ohne Probleme genießen.

Geld

Die Währung war peruanische Pesos. Ein Euro ist knapp 4 Soles, was für und Europäer sehr günstig ist. Würde aufjedenfall eine Kreditkarte empfehlen zu mal man oft bei den Geldmaschinen oft nochmal ein Gebühr zahlen muss, um abzuheben.
Immer bisschen extra Euro oder Dollar für Umtauschen ist immer gut.
Insgesamt war das Leben für mich in Peru sehr günstig.

Sprache

Wie bereits erwähnt hatte ich leider keine Zeit mich auf den Trip vorzubereiten. Es ist empfehlenswert, bisschen die Sprache zu lernen, damit man nicht ganz aufgeschmissen ist, da viele einfach nur Spanisch können und man nur mit Englisch eher schlecht durchkommt. Aber man lernt es ziemlich schnell, da einem auch nichts anderes übrig bleibt. Während des Praktikums hat Englisch komplett gereicht. Das Englisch muss selbst da nicht das beste sein. Meine Gastfamilie konnte nur Spanisch, was wiederum gut ist die Sprache zu lernen .

Verkehrsbindungen

Die Verkehrsmittel sind ziemlich anders wie in Deutschland. In Arequipa habe ich jeden morgen den Bus genommen und muss sagen der Verkehr in Arequipa war ziemlich chaotisch. Der Bus hält wo er möchte und ist immer ziemlich voll... dafür sehr günstig und man braucht genauso lang wie ein Taxi. Allgemein kann man in Peru gut Busse nehmen. Die Ausstattung sind echt top jedoch die Straßen sind bisschen aufregend und würde auch behaupten ziemlich gefährlich. Es gibt aber auch gute günstige Flüge.

Kommunikation

Wie überall ist Whatsapp selbst mit meinem Chef die beste Möglichkeit zu kommunizieren.. um auch ein paar Sachen abzuklären. Deswegen würde ich eine peruanische SIM-karte empfehlen. Bei meiner Gastfamilie hätte ich auch WLAN aber wenn man mal unterwegs ist man froh Internet zu haben, da man einfach auch wenn man gerade nicht weiß wo man ist oder eine Frage hat einfach erreichbar ist.

Unterkunft

Ich habe in einer Gastfamilie gelebt und dies wurde von der Organisation vor Ort organisiert. Meine Gastschwester hat in der Zeit ihr praktisches Jahr absolviert und nahm mich auch ein paar mal mit ins Krankenhaus, was ziemlich interessant war. Die Familie hat sich sehr süß um mich gekümmert. Wurde reichlich bekocht. Für sie war jedoch Dinge wie, dass ich mein eigenes Besteck waschen wollte, eher ungewohnt und komisch, da ich quasi Gast der Familie war und es im Peru dann nicht üblich ist. Es wurde mir alles gegeben von Bettwäsche bis Handtuch...

Literatur

Ich habe viel im Internet geforscht. Die genauen Internetseiten weiß ich leider nicht mehr, Aber Marco Polo Reiseführer ist auch sehr empfehlenswert und auch viele Dokumentation über Peru.- verborgener Schatz. Würde auch abwarten, da die Einheimischen meistens die besten Tipps haben, auch vor dem Trip sich mit seinen Kontaktpersonen in Verbindung zu setzen, kann einem viel helfen bei der Planung.

Mitzunehmen

Man sollte aufjedenfall einen Pullover und Regenjacke nicht vergessen. Je nach dem wo man ist, kann es auch ziemlich kalt und nass sein wie in Cusco. Sonst allgemein nicht zu viel Klamotten. Einfach minimalistisch packen! Man wird unterwegs immer etwas kaufen und man darf auch nicht vergessen, dass man vieles schleppen muss. Also von allem bisschen was.

Reise und Ankunft

Meine Ankunft verlief reibungslos. Ich Wurde sehr herzlich von einem Medizinstudenten, der in der Organisation tätig ist und seiner Familie empfangen und zu meiner Gastfamilie gefahren. Ich musste nicht viel planen, da mir diese Arbeit quasi abgenommen wurde.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Mein erster Tag war sehr aufregend. Ein Medizinstudent hat mich zuhause abgeholt, um mit mir zusammen zu der Universität Santa Maria zu fahren, damit ich weiß, wo ich einsteigen und aussteigen muss. Das Zusammentreffen mit meinen Arbeitskollegen war auch sehr herzlich. Etwas ungewohnt für mich, war das Begrüßen und Verabschieden mit jeweils einem Kuss.. selbst Leute, mit denen man nichts zu tun hatet, begrüßt man damit. Ich wurde direkt dem Leiter der Universität vorgestellt, da dieser mich kennen lernen wollte. Ich habe allgemein das Gefühl bekommen , dass man auf mich gewartet und sich auch gefreut hat. Das war auch der Grund, weshalb ich mich direkt wohl gefühlt habe. Ich arbeitete an einem Computer und in einem Raum, in dem mehrere Leute arbeiteten. Mir wurde quasi ein Student zugewiesen, der mich die ganze Zeit begleitet hat und jede Frage mit der größten Geduld, die ich je bei einer Person gesehen habe, beantwortet hat. Meine Arbeit bestand darin ein Protein namens Amyloid-Beta , dass durch dessen Anhäufungen zu Amyloid-Plaques führen kann und letztendlich eine der vielen nicht bestätigten Ursachen von Alzheimer darstellt. Ich benutze eine Computersoftware namens Gromacs, um dieses Protein zu optimieren bezüglich der chemischen und physikalischen Eigenschaften. Danach habe ich verschiedene Drogen wie Curcumin, Nicotine, Beta-Carotene, Rifampicin und Tetracycline mit einem Programm namens Patchdoc an diese verschiedene Polypeptide ( Monomer, Dimer, Trimer, Tetramer und Pentamer ) angedockt und habe dementsprechend auch positive Resultate bekommen. Außerdem wertete ich noch verschiedene Energien aus und verglich diese miteinander. An meinem letzten Arbeitstag hielt ich meine Final Presentation über meine Ergebnisse. Das schöne war, dass ich mich alleine um dieses Projekt kümmern musste und quasi nicht irgendjemand geholfen habe. Das hat mir eine große Verantwortung gegeben und habe deshalb auch sehr viel mitgenommen. Die unglaubliche Hilfsbereitschaft, Geduld und das sehr entspannte Arbeitsklima werde ich auf jeden Fall vermissen. Auch der Humor war ein großer Bestandteil meiner Arbeit. Meine Arbeitskollegen hatten immer ein Witz parat. Auch das gemeinsame Mittagessen, bei dem man sich immer Gedanken gemacht hat, dass ich sehr viele typische peruanische Spezialitäten probiert haben muss bevor ich wieder nach Deutschland gehe, hat mir sehr gefallen.
Insgesamt bin ich sehr gerne zur Arbeit gegangen, obwohl ich anfangs mir nicht vorstellen konnte, dass Computerarbeit mir jemals Spaß machen Würde.

Land und Leute

In Peru gibt es sehr viele abwechslungsreiche Trips. Von Arequipa ( Süßen von Peru ) ist vieles nicht allzuweit entfernt. Wochenendtrips wie Puno oder Cusco, wurde von der Organisation vor Ort geplant . Von Cusco konnte man Machhu Picchu besuchen, wo es auch sehr viele Wanderungen gibt. Rainbow Mountain oder auch ein Bus nach Puerto Maldonado gehen von Cusco aus . Von Arequipa habe ich die Colca Canyon Wanderung gemacht, die eine wunderschöne Natur geboten hat. Auch die Wanderung auf den höchsten Vulkan Chanchani in Arequipa Umkreis war eine Erfahrung wert. Es war ziemlich hart aufgrund der Höhe, aber es war eine neue Herausforderung für mich. Insgesamt kann man sagen, Dass Peru sehr viel zu bieten hat. Auch die Nähe zu Bolivien und Chile bietet mehrer Optionen an, auch diese zu bereisen.
Peru hat eine sehr ausdrucksstarke Kultur im Blick auf ihre Musik und Tänze. Das hat mich sehr beeindruckt. Ich denke, dass das Land auf einem sehr guten Weg ist. Was ich leider nicht sehr schön fände, ist wie sehr die Medizinstudenten im Krankenhaus arbeiten müssen. Meine Gastschwester hatte immer nur Sonntags frei ( in der Zeit als ich dort war, musste sie selbst an ihrem freien Tag arbeiten ). Sie arbeitet von morgens bis abends im Krankenhaus und muss alle 3 Tage Nachtschicht machen. Nach ihrer Nachtschicht kann sie aber nicht nach Hause, sondern muss den weiteren ganzen Tag arbeiten. Ich habe gesehen wie müde und erschöpft sie war und das war eher eine negative Erfahrung. Zumal sie für dieses praktische Jahr, indem sie sich kaputt arbeitet, kein Geld bekommt. Habe mich sehr wohl in meiner Gastfamilie gefühlt, waren immer für mich da und haben auch immer Gespräche mit mir gesucht. Ich hatte das Glück, diese liebevollen Menschen kennen lernen zu dürfen. Das Essen war sehr lecker, jedoch insgesamt sehr Fleisch lastig. Die Mahlzeit bestand meistens aus Reis, Kartoffeln und Fleisch. Nach einer längeren Zeit war es für mich echt schwierig weiterhin so viel Fleisch essen zu müssen. Die politische Situation in Peru ist nach wie vor von Korruption geprägt. Insgesamt würde ich sagen, dass die Peruaner sehr offen gegenüber den Touristen sind, dennoch muss man stets achtsam sein in Bezug auf Betrug und Diebstählen. Ich habe keinerlei unangenehme Erfahrungen gemacht, jedoch ist Es offensichtlich, dass man als Europäer dort sehr auffällt und man auch oft angestarrt wird. Mit diesem Punkt haben viele andere Austauschstudenten Probleme gehabt. Hygiene im Krankenhaus meiner Meinung nach leider sehr schlecht. in der Hinsicht muss sich auf jeden Fall was ändern.

Fazit

Meine Erwartungen wurden total erfüllt. Ich würde jeden diesen Trip oder diesen Austausch weiterempfehlen. Habe nicht nur sehr viel über die Forschung und wie diese läuft erfahren sondern auch die Chance bekommen, die wundervollen Menschen und ihre Kultur in Peru kennen zulernen. Nach diesem Austausch bin ich mir sicher, dass ich zurückkommen werde und bin auf den Geschmack noch weitere Länder im Südamerika zu erkunden.

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