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Atahualpa (Ecuador)

Intensivmedizin - SCOPH (Public-Health Austausch)
von Jana, Düsseldorf

Motivation

Zu meiner Famulatur im Ecuador ist es eigentlich ganz spontan gekommen. Nach meiner Zwischenprüfung wollte ich unbedingt länger weg und habe mich dann auf der Seite der bvmd informiert. Als ich gesehen habe das Ecuador als Restplatz bestand, habe ich angefangen ein bisschen zu lesen und war direkt begeistert.
Ein Land mit wahnsinnig schöner Natur, wenig Touristen, bunter Kultur - und ein guter Start für Spanisch-Anfänger. Ecuador ist dafür bekannt, dass sein Spanisch sehr deutlich und gut verständlich ist. In Kombination mit dem Sprachkurs von Atahualpa also insgesamt eine gute Basis.
Da ich vorher noch keine Auslandsfamulatur gemacht habe, hat mich auch einfach mal interessiert wie Medizin anders wo praktiziert wird.
Ich hatte nach wochenlangem Lernen einfach mal Lust auf eine neue Herausforderung, ein kleines Abenteuer.

Vorbereitung

Zunächst einmal bewirbt man sich über die Bvmd. Ich würde empfehlen sich dafür frühzeitig ein paar Tage einzuplanen, da ihr unter anderem zur Bvmd Beauftragten euer Uni müsst- insgesamt kein großer Aufwand und schnell zu erledigen.

Bestimmt auch interessant ist für den einen oder anderen die Möglichkeit der Reisebezuschussung, die euch, wenn ihr gute Flüge findet, die Hin- und Rückreise finanzieren kann.

An wesentlicher Vorbereitung stand bei mir nur das Impfen an- und das sollte natürlich mit zeitlichem Abstand zur Anreise erfolgen.
Bei mir haben alle Impfungen insgesamt ca 300€ gekostet. Darunter: Gelbfieber, Tollwut, Meningitis, Typhus.

Am besten in die Tropenambulanz marschieren und erzählen, welche Teile des Landes ihr zu Bereisen plant.
Je nach Versicherung kriegt ihr einen Großteil wieder.

Visum

Solange ihr unter 90 Tage in Ecuador seid braucht ihr kein Visum.

Gesundheit

Vorherige Impfung: Gelbfieber, Typhus, Meningitis, Tollwut.
Ich habe mir zu Beginn meines Aufenthaltes erstmal wahrscheinlich aus dm Flugzeug die Grippe eingefangen. Apotheken gibt es an jeder Ecke, Ibuprofen wird rezeptfrei verkauft.

Ich würde ansonsten empfehlen Leitungswasser vor dem Trinken abzukochen. Ich habe von Anderen gehört ,die es auch direkt aus dem Hahn getrunken und gut vertragen haben, da meine Gastfamilie mir allerdings geraten hat es nicht direkt aus der Leitung zu trinken, habe ich mich daran gehalten.
Die Hygienestandarts sind hier insgesamt sehr gut. Ja, an jeder Ecke wird ungekühltes Obst, Fleisch etc verkauft, aber in Restaurants oder Im Kranken enspricht Alles europäischen Standarts.
Ich habe mir regelmäßig an Straßenständen Essen gekauft und mir ist nichts passiert.

Zu Beginn meines Aufenthaltes hatte ich wirklich mit der Höhe zu kämpfen. Sinnvoll ist auf jeden Fall Folsäure einzunehmen und genug Fleisch zu essen um sich schnellstmöglich zu akklimatisieren. Auch nach 4 Wochen habe ich deutlich den Unterschied zwischen Wanderungen in großer Höhe und zu Hause gemerkt, ich war jedoch an keinem Punkt Höhenkrank.
Der Puls und die Atmung steigt einfach sehr schnell an, solang ihr keine starken Kopfschmerzen oder Schwindel habt könnt ihr bedenklos weiter aufsteigen beim Wandern. Mehr als 700 Höhenmeter am Tag sind jedoch nicht zu empfehlen.

In Ecuador gibt es vorallem in Dschungel Regionen Malaria, eine Prophylaxe habe ich allerdings nicht mitgenommen. Die Ärtze hier sind wirklich gut ausgebildet und ich hätte zu jeden Zeitpunkt die Möglichkeit gehabt , schnell einen Arzt aufzusuchen.

Sicherheit

Ich habe mich in Quito und Ecuador zu jeder Zeit sehr sicher gefühlt. Man hört vereinzelt von Raubüberfällen aber verletzt wurde Niemand. Zudem waren wir immer zu 2. unterwegs und beide für Ecuador überdurchschnittlich groß. Mit an die 1,80 als Frau ist man hier ein totaler Riese und ich kann mir gut vorstellen, dass auch das Gelegenheitsdiebe abschreckt.

Wirklich gefährlich wird es laut Gastfamilie wenn man nachts alleine als Frau Taxi fährt. Unsere Gastsschwester wurde zb während der Taxifahrt alle 5 Minuten angerufen, um zu signalisieren, dass man erwartet wird.

Wertsachen versteckt halten- nicht in einsame Gassen Wandern, dann passt das schon.

Geld

In Ecuador wird mit USD bezahlt. 1€ entsprich ca 1,25 USD, der Wechselkurs liegt so bei 1,74% an vielen Automaten.

Automaten gibt es an jeder Ecke, Visa Karte würde ich immer möglichst nah bei mir tragen und nie mehr Geld abheben als nötig.
Zudem geben die meisten Geldautomaten eh nicht mehr als 200$ aus.

Günstig ergattert man hier Essen und Mittagessen ‚Almuerzo‘ für 2,50$. Busfahrten innerhalb der Stadt kostet 25 Cent, weitere Strecken 50 Cent und Reisen über mehrere Stunden 2-4$.
Auch Taxis sind verhältnismäßig günstig. Wichtig hierbei: nur Taxis mit blauer Rufnummer in der Windschutzscheibe sind eingetragen.
Man sollte auf ein Taximeter bestehen- häufig ist dieses angeblich kaputt- dann unbedingt vorher den Preis erfragen.

Einkäufe in Supermärkten entsprechen deutschen Standards, günstiger sind Wochenmärkte und kleine Straßenstände.
Gekauft wird auch gerne im Busen und besonders als Tourist wird man sobald man Markthallen betritt mit jeder Menge Angeboten überschüttet.

Handeln ist hier ein Muss. Erfahrungsgemäß kriegt man alles ca zum halben Preis.

Sprache

Ich bin ohne ein Wort Spanisch zu sprechen angereist. Gerade am Anfang fand ich es einfach energetisch anstrengend sich den ganzen Tag bewusst auf eine neue Sprache konzentrieren zu müssen.
Wir hatten die ersten 3 Wochen insgesamt 13 Tage Sprachschule a 4 h pro Tag. Danach kann man auf jeden Fall ausreichend kommunizieren um zu überleben.
Im Krankenhaus ist die Verständigung noch weniger ein Problem- die Fachsprache bleibt die gleiche mit spanischer Endung.
Da wir zu 2. unterwegs waren, zusätzlich eine weitere Deutsche in der Gastfamilie gewohnt hat und wir viel mit Deutschen gereist sind, hätte das Spanisch lernen sonst bestimmt auch noch schneller gehen können.

Ich konnte vorher schon Französisch, das erleichtert definitiv das Verstehen, macht die Aussprache dafür aber komplizierter.

In Ecuador gibt es keine Form des ‚vosotros‘, stattdessen wird ustedes also Sie im Pl. benutzt.
Fast alles wird hier verniedlicht.
Man trinkt keinen Café, sondern einen cafésito.

Verkehrsbindungen

Reisen lässt sich wundebar per Bus, man sollte jedoch immer 2 mal fragen, ob die Richtung stimmt.
Busse sind oft falsch beschildert oder fahren nur zu bestimmten Zeiten an bestimmte Orte. Am besten einfach durchfragen.

Kommunikation

Vielerorts gibt es W-LAN. Für 5$ kann man eine SIM Karte erwerben und ein ‚Saldo‘ drauf buchen.
Telefonieren ist günstig, Internet zumindest bei dem Anbieter Klaro sehr teuer und nicht zu empfehlen. Günstiger sei wohl CNT.

Unterkunft

Ich habe zusammen mit meinem Freund die ersten 3 Wochen bei einer Gastfamilie verbracht. Der Empfang war sehr herzlich- obwohl wir kaum Spanisch konnten. Wir wurden von einem Freund der Familie am Flughafen abgeholt und zur Familie gefahren.
Die Familie war der freundlich und aufgeschlossen, wir haben uns schnell eingewöhnt. Trotz Sprachproblemen in den ersten 2 Wochen waren alle stets bemüht, wir haben jedes Abendessen zusammen verbracht und oft Karten gespielt. In der 3. Woche hat die Verständigung wirklich gut geklappt und wir waren sehr traurig unser kleines Paradis außerhalb von Quito verlassen zu müssen.
Wir hatten eine kleine Lodge im großzügigen Garten des Grundstücks, ein großes helles Badezimmer mit warm Wasser und waren jederzeit im Haus selbst willkommen. Das Herzstück des Hauses bildet die Küche in der wir oft alle zusammensaßen.
Das Essen war sehr lecker, es gibt jedoch typischerweise jeden Abend Suppe, Reis und durchgebratenes Fleisch.

Anschließend sind wir in das Apartment der Sprachschule umgezogen. Dieses bietet leider nicht viel Komfort, ist dafür aber zentral in Quito gelegen. Mir hat es auch mal sehr gut gefallen wirklich in Ecuador zu wohnen, selbst einzukaufen und zu kochen. Man sollte darauf achten, dass man im Apartment pro Person zahlt und nicht einen Betrag für das ganze Apartment. Prinzipiell ist es eher eine WG mit 3 Betten, mir persönlich wäre es mir 3 Personen aber definitiv zu eng geworden und die Ausstattung hätte nicht gereicht. So gibt es z.B nur 3 Teller und 2 Messer. Bei all unsere Unterkünften auch auf Reisen gab es stets warmes Wasser zum Duschen.

Literatur

Ich habe mir den Kauderwelsch für Ecuador geholt. Als Sprachanfänger wirklich nützlich. Ansonsten habe ich vor allem meine Gastfamilie und Freunde befragt was man hier so machen und sehen kann. Sicherlich auch gut sind viele Reiseblogs, in denen ich mal hier, mal dort gestöbert hab.

Mitzunehmen

1. Kosmetik, Tampons, Sonnencreme. In Ecuador sind alle Hygieneartikel so viel teurer, dass ich mir gut überlegen würde, wie viel Zahnpasta und Shampoo ich wohl brauchen werde. Im Supermarkt kosten Shampoos bis zu 8$, ein bisschen günstiger geht es auf der Straße- Marken werden jedoch häufig gefaket und die Vertrauenswürdigkeit solcher Angebote ist fraglich.
2. Adapter für Elektronische Geräte: es gibt 2 Arten von Steckdosen, ich würde empfehlen einen Adapter zu kaufen der auf Beide passt.
3. Sonnencreme. Die Intensität der Sonne auf 2800 Metern ist wirklich nicht zu unterschätzen. Also 50 SPF, Alles andere nutzt nicht. Wer in den Dschungel will sollte an Insektenspray mit Icaridin als Inhaltsstoff denken.
4. Sonnenbrille und Schutz vor der Sonne für den Kopf- ihr werden euch ansonsten garantiert die Kopfhaut verbrennen
5. Passwörter zum sperren eurer Visa-Karte falls ihr beklaut werdet.
6. Gute Wanderschuhe wenn Ihr Ausflüge plant sind hier absolutes Muss. Die Wanderwege sind sehr steil und häufig mit feiner Vulkanasche bedeckt.
7. Bauchtasche oder ähnliches zum Transportieren von Wertsachen ggfs. einen Trockensack für sehr regnerische Tage
8. Kittel für die Famulatur und kleine Geschenke für die Station und den Arzt

Reise und Ankunft

Wir sind über Madrid nach Miami und dann nach Quito geflogen. In Miami wurden wir unschönerweise aufgrund eines vergessenen Sandwiches gefilzt und hätten fast den Anschlussflug verpasst. Unbedingt darauf achten KEIN Essen in die USA einzufliegen.
Ansonsten lief alles rund. Wir wurden von einem Freund der Familie abgeholt und bei der Gastfamilie abgeliefert.

Der Service ist allerdings mit 40$ sehr teuer. Wenn ihr vorher die Adresse kennt ist Taxifahren definitiv günstiger.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe meine Public Health Famulatur im Hospital Ingles in Quito auf der Intensivstation verbracht. Unter der Leitung von Dr. Llano wurde man von 12:30-16:00 betreut. Nebenbei hatte ich auch die Möglichkeit, mir andere Stationen anzugucken. So z.B die pädiatrische Station und die Notaufnahme.
Das Personal hier ist sehr freundlich, gut gelaunt und entspannt. Auf unserer Station gab es einen Personalschlüssel von mindestens 1 Schwester für 4 Patienten.
Diese haben die typischen Tätigkeiten eines Famulanten übernommen, sodass für mich selbst praktisch nicht viel zu lernen war. Die Pflege und die medizinische Versorgung ist sehr gut. Für jeden Patienten wird sich viel Zeit genommen und jeden Tag wird visitiert.
Der Arzt hat uns sehr viel erklärt, besonders spannend sind die Unterschiede im Blutbild aufgrund der Höhe- daran musste man sich erstmal gewöhnen.
Selbst üben durften wir z.B Dopplersonos der Hirngefäße, alles invasive wird von fertigen Ärzten erledigt.
Die Famulatur war ein echtes auffrischen von Basics: ausführlich Untersuchung ohne viel Hilfsmittel, als Bildgebung eigentlich fast nur CT und Röntgen. Man lernt hier mit viel weniger Bildmaterial auszukommen. Da der praktische Teil hier weniger existiert, beschäftigt man sich mit den Patientenakten und kann jederzeit Fragen stellen. Die Anamnese und körperliche Untersuchung erfolgt hier sehr ausführlich. Sehr gut hat mir such die Betreuung der Angehörigen gefallen. Man durfte Aufklärungs- und Familiengesprächen beiwohnen.

Regelmäßig besuchen andere Fachärzte die Station und beraten über schwierige Fälle- auch von Ihnen wurden wir mitbetreut.

Die Famulatur war insgesamt sehr interessant und entspannt. Ich hätte gerne auch etwas mehr Praktisches gelernt, dafür erhält man hier einen sehr guten Eindruck des Gesundheitssystems.
Es gibt, wie auch in Deutschland, eine gesetzliche und private Versicherung. Zusätzlich gibt es Krankenhäuser die speziell für Militärs und Ihre Familie sind. Viele Private Versicherungen haben einen maximalen Jahressatz der bezahle wird- Leistungen darüber hinaus hat der Patient selbst zu tragen.

Die gesetzlichen haben kein Limit, zahlen dafür aber häufig bessere Medikamente nicht. So wird zb. bei Antiarrythmika das Risiko von Torsade de Point Tachykardien und QT-Verlängerung in Kauf genommen, und laut Ärzten nur das billigere Medikament bezahlt.
Der Standard auf der Intensivstation entspricht ungefähr deutschen Häusern. Die Pflege ist allerdings besser und die Stimmung wesentlich entspannter.

Land und Leute

Ecuador ist wunderbar vielfältig. Es hat 3 völlig unterschiedliche Regionen: Costa, Amazonsregion und Andenregion. Zudem besteht natürlich noch die Möglichkeit nach Galapagos zu fliegen- am besten vor Ort buchen, da billiger (im April).
Man kann wunderbar Wandern, trifft dabei verhältnismäßig viele Touristen. Nächte in Hostels gibt es auch ab 12$, ist allerdings Verhandlungssache. Wer vorher über Booking.com oder ähnliches bucht, zahlt etwas mehr. Besser sind da private Unterkünfte: ca 7$ pro Person.
Zu empfehlen sind: Banōs mit seinen Wasserfällen und Thermalbädern, Quilotoa als Höhenwanderung um einen Kratersee, Der bunte Markt in Otavalo am Samstag und in Quito eine Fahrt mit dem Téleferico auf den Rocopinchincha. An der Küste ist Puerto Lopez eine wunderbare Alternative zu Galapagos.
Im Dschungel lässt sich als wunderbar in dem biologischen Reservat Jatun Sacha aushalten. Eine Nacht kostet 25$ , 3 Mahlzeiten sind inklusive. Das Projekt rettet aussterbende Tierarzen z.B Wildscheine und beschäftigt sich mit den medizinischen Pflanzen der Ureinwohner. Es liegt ca 1 h östlich von Rena Richtung Ahuano.

Das typische Essen hier ist Reis mit Hühnchen- arroz con pollo. Dieses gibt es typischerweise Mittags als Almuerzo mit einer Kartoffelsuppe vorweg. In fast jeden Gericht ist Koriander verarbeitet, nachgewürzt wird mit Aji, einer sehr pikanten Soße.
Ansonstem gibt es viel Fleisch und Salat, für unsere Verhältnisse wenig Gemüse.

Vegetarisches Essen gestaltet sich etwas schwierig, ist jedoch bei dem wahnsinnig guten Obst hier laut einer Freundin wohl gut auszuhalten. Man muss allerdings die typischen Gerichte hier meiden- sie enthalten alle Fleisch.
Die Spezialität hier ist Meerschweinchen ‚cuy‘ und wird hier vor allem an Touristen weit über dem eigentlichem Wert verkauft. Von 5-20$ pro cuy ist Alles dabei.

Als 'Blanco' wird man vielerorts, ausserhalb von Quito, noch angestarrt. Prinzipiell wird man als Amerikaner eingeschätzt, da diese hier scheinbar häufig Urlaub machen.
Die meisten Leute sprechen allerdings kein Englisch- Spanisch zu sprechen ist hier obligat.
Ausserhalb der Großstätte sind die Leute wahnsinnig gastfreundlich. Neben einen z.B gerne im Auto auch über weite Strecken umsonst mit.

In Quito selbst herrscht viel Armut. Fast jeder scheint im Verkauf tätig zu sein. Die schiere Menge an Strassenverkäufern, -Ständen und Angeboten kann einen wirklich überrumpeln. Besonders als Tourist wird einem Viel hintergerufen. Ich würde empfehlen beim Handeln freundlich und respektsvoll zu bleiben- es findet sich schnell eine freundliche Ebene. Angebote werden immer extrem hochpreisig begonnen (gerade für Touristen) und man sollte es nicht persönlich nehmen.
Ein grosses Problem hierzulande ist die Korruption der Politik- ein Großteil des Ölvorkommens Ecuadors wurde durch ausländsiche Firmen gefördert, und der Verdienst kam den Leuten hier nicht zugute. Obgleich ein Gesetz das Eigentum Ecuadors an seinem Öl beschlossen hat, sind die Menschen hier der Politik gegenüber sehr misstrauisch. Es gibt oft Proteste von Studenten in der Stadt. Ein weiteres Problem ist vor allem im Norden die Grenzüberschreitung des Drogenhandels. Die Grenze zu Kolumbien würde ich meiden.

Die Menschen hier haben ein sehr konservatives Gedankengut, sind stark geprägt vom Katholizismus. Der Mann arbeitet, die Frau soll Kinder bekommen und Kochen. Aktuell sieht es so aus als würde die Lage sich langsam verbessern- Frauen dürfen studieren und werden häufig Lehrinen. Ebenso viele Frauen leben alleine eben so oft wie verheiratet.
Trotzdem prägt Ungleichberechtigung hier den Alltag. Frauen verdienen weniger und erfahren häusliche Gewalt. Man hat das Gefühl, die Gesellschaft erwacht langsam, Initiativen und Aufklärungsfilme werden begonnen.
Trotzdem wird man als kinderlose und ledige Frau hier weniger Wert geschätzt. Ledige Frauen leben häufig bei den Eltern.

Fazit

Ich würde jeder Zeit wieder die Entscheidung treffen herzufliegen. Ecuador ist ein wunderbares Land mit vielen faszinierenden Menschen und ich habe sehr schnell Spanisch lernen können.
Die Famulatur war sehr entspannt und für mich genau richtig, da das Viele Sprechen und Reisen doch anstrengend sein können. Ich habe hier gelernt mich in Geduld zu üben. Morgen heißt manchmal auch erst in 3 Tagen- in der Ruhe liegt hier die Kraft.
Für mich war es sehr interessant ein anderes Gesundheitswesen kennenzulernen. Obwohl die Praxis gefehlt hat, habe ich mir nebenbei viel Wissen über Amboss aneignen können- so viel Zeit hätte man dafür nicht in Deutschland. Zudem gefällt mir hier wirklich das Arbeitsklima und das Tempo des Alltags. Alles ist etwas entspannter, wenig Bürokratie und Ordnung- mal ein echter Kontrast zur Heimat.
Die Sprachschule Atahualpa war gerade für die ersten Wochen gut, ist jedoch für ecuadorianische Verhältnisse teuer.
Wer Zeit hat und gut Spanisch kann, kann sich für wesentlich weniger Geld eine Sprachschule und Wohnung organisieren.
Das Durchschnittseinkommen liegt hier so im Monat bei 470$, wenn man Unmengen mehr bezahlt wurde man wahrscheinlich übers Ohr gehauen.
Leider ist man für die Einheimischen also Gringo eine super Einkommensquelle, damit musste ich mich erstmal abfinden. Wer freundlich ist und gut Spanisch kann kommt hier aber sicher auf nah an die Preise für Einheimische ran.
Man muss nur einmal die Kluft zwischen Tourist und Ecuadorianer überbrücken- meistens funktioniert das sehr gut. Am Ende war ich richtig traurig abzureisen- 7 Wochen sind wie im Flug vergangen und ich werde sicher noch einmal nach Ecuador zurückkehren um Gastfamilie und das Land zu besuchen.

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