zurück

;IFMSA - Egypt(Egypt);Tumour markers;;;;

Neurologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Lisa Marie, Köln

Motivation

Ich habe mich eigentlich sehr spontan entschieden, an dem Austausch teilzunehmen und mich umso mehr gefreut, als ich mit Ägypten ein Land im nahen Osten auf der Liste der Restplätze gefunden habe. Ich dachte immer schon, dass es eine interessante Erfahrung sei, ein arabisches Land zu besuchen.

Vorbereitung

Ich habe mich nicht besonders viel vorbereitet. Es ist wahrscheinlich lohnenswert, wenn man zu Beginn schon ein paar ägyptisch-arabische Floskeln kann. Ich habe erst in den ersten Tagen angefangen, "Hallo" "Bitte" und "Danke" zu lernen, was ich etwas schade fand, da sich alle Ägypter wirklich wahnsinnig über jedes arabische Wort freuen, das man mit Ihnen sprechen kann.
Außerdem hätte ich mir Uber (und andere Apps, die man braucht) vielleicht schon vor meinem Aufenthalt runtergeladen, da es in Ägypten kein Wlan gibt.

Visum

Um nach Ägypten mit dem Reisepass einzureisen, muss dieser noch 6 Monate gültig sein. Da das bei mir nicht der Fall war, bin ich mit Personalausweis eingereist. Dafür braucht man zwei zusätzliche biometrische Passbilder und muss die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Dann bekommt man am Flughafen in Ägypten ein extra Dokument für das Visum zum Ausweis hinzu. Dafür muss man 25€ bezahlen und bekommt auch ein paar Ägyptische Pfund in die Hand gedrückt.
Ich musste die Fluggesellschaft in Deutschland aber vor Abflug nochmal wirklich überzeugen, dass das Einreisen so möglich ist. Nach einer kurzen Recherche der Mitarbeiter ging das aber ohne Probleme.

Gesundheit

Man braucht für Ägypten keine besondere Prophylaxe. Ich war extra bei der reisemedizinischen Beratung meiner Uniklinik. Es gibt kein Malariarisiko und ein Typhusrisiko, das dem in Deutschland entspricht. Eine Hepatitis A-Impfung empfiehlt sich aber natürlich.

Sonnencreme sollte man natürlich mitbringen.

Ansonsten kann man sämtliche Medikamente in Ägypten sehr günstig rezeptfrei kaufen. Alle Apotheker sprechen perfekt englisch und beraten einen gerne.

Sicherheit

Ich habe mich in Ägypten durchweg sehr sicher gefühlt - ich war während der Präsidentschaftswahlen mit "erhöhtem Sicherheitsrisiko" in Kairo und in einer Stadt am roten Meer für die eine Teilreisewarnung ausgesprochen war.
Es sind überall Militär und Polizei und auch sehr viel Security. Das Ain Shams Krankenhaus liegt neben dem Verteidigungsministerium in einer "safety zone". Jedes Fahrzeug und jede Person wird erst von Militärs, dann von der Krankenhaus-Security überprüft.
Es gibt wenig Kriminalität (abgesehen von Korruption), da die meisten Leute wirklich sehr fromm sind. Ich bin einen ganzen Monat mit einem Jutebeutel rumgelaufen, ohne Angst um meine Wertsachen zu haben. In einem Slum ist mir einmal jemand hinterher gelaufen, weil ich meine Visa-Karte verloren hatte.
Ich habe mich überall sehr frei bewegt und wirklich jeden Zipfel dieser Stadt angeschaut, ohne mich unsicher zu fühlen. Klar kann man sehr vorsichtig sein und nicht auf Märkte und in Wohnviertel und so gehen; verpassen wird man aber viel. Die Studenten von IFMSA Egypt begleiten einen sonst auch gerne, zu allem, was man sich ansehen möchte.
Woher die seltsamen Vorurteile mit den übergriffigen Männern kommen, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ich war (gewollt) sehr viel alleine unterwegs und bin als 1,80m große hellblonde Frau schon sehr auffällig - angesprochen wurde ich von allen möglichen Leuten; nicht nur von Männern. Wenn man sich mal unwohl fühlt hilft, natürlich das Bauchgefühl und gesunder Menschenverstand: Blickkontakt meiden, schneller gehen oder umdrehen; was auch immer man halt auch in Deutschland tun würde.

Geld

In Ägypten bezahlt man mit dem Ägyptischen Pfund (LE), was während meines Austausches 22 LE = 1 Euro wert war. Wegen der Währungskrise ist alles unfassbar günstig; der Kurs ist um 2/3 eingebrochen.
Ein Falafelsandwich kostet vielleicht 12 LE, ein Essen in einem hippen westlichen Restaurant inklusive Getränk 60 LE ~ 3€.
8GB Internetvolumen kosten 100 LE ~ 5€
Eine halbstündige Taxifahrt kostet 40 LE ~ 2€
Ein U-Bahn-Ticket kostet 1LE ~ 0,05€
Ich habe kein Geld gewechselt, sondern einfach immer mit der Visakarte den Gegenwert von 15€ abgehoben. Im Krankenhaus gibt es zwei Visa-Automaten; sonst auch an jeder anderen Ecke.

Sprache

In Ägypten spricht man den ägyptischen Dialekt des Arabisch. Sich ein bisschen vorzubereiten, wird einem viel Lächeln bescheren; ich bin aber auch so gut klar gekommen. Man sollte sich abseits von touristischen Orten natürlich darauf einstellen mit Händen und Füßen zu reden - ein Teil der Ägypter sind Analphabeten und nicht jeder spricht englisch. Auf der anderen Seite werden einem aber viele Leute gerne helfen, wenn sie ein paar Brocken können.
Die Ärzte und Medizinstudenten sprechen wahrscheinlich besser Englisch als die meisten deutschen Ärzte, da sowohl Studium als auch die ganze Fachliteratur auf Englisch ist. Mir wurde alles übersetzt, wenn nicht, konnte ich einfach nachfragen.

Verkehrsbindungen

Flüge nach Kairo sind relativ günstig und gibt es von diversen Airlines. In Kairo ist Uber sehr bequem und sicher - man kann die Taxen vorbestellen, muss kein Wort arabisch sprechen, kann GPS-Daten als Zielort angeben und sogar bargeldlos zahlen.
Ich persönlich habe manchmal auch normale Taxen genommen. Da muss man dann halt sicher auftreten, ein bisschen arabisch sprechen und Preise verhandeln.
Zwischen Städten fahre Busse und Züge, aber das organisieren dann die IFMSA-Leute vor Ort

Kommunikation

Also was man sich definitiv sparen kann, ist einen Computer mitzubringen. WLAN gibt es eigentlich nirgends und auch in Cafes wie Starbucks und co funktioniert das einfach nicht. Dafür habe ich gleich nach Ankunft eine SIM-Karte bekommen und mir viel Volumen geholt. Das kann man günstig und bequem immer mal wieder aufladen.

Unterkunft

Die Unterkunft ist im Wohnheim des Krankenhauses auf dem Gelände. Ich habe ein Dreierzimmer alleine bewohnt, das die Incomings sich sonst teilen müssen. Im März ist aber sonst nie jemand da - ich war ganz froh darum, alleine zu sein.
Es gibt keine wirkliche Küche, aber Spüle, Wasserkocher und Kühlschrank. Verpflegung gibt es ansonsten in der Krankenhauskantine umsonst, aber ich wollte abends doch lieber außerhalb essen. Bettwäsche ist da und ich habe auch ein Handtuch bekommen.
Für einen Preis von 300 LE ~ 15 Euro kann man den ganzen Monat seine Wäsche in der Wäscherei waschen lassen. Man muss also nicht viel Kleidung mitbringen.

Literatur

Die Seite des auswärtigen Amts mit den Sicherheitsinformationen ist natürlich empfehlenswert. Ebenso hatte ich "Kauderwelsch Ägyptisch-Arabisch" als E-Book und Aussprachetrainer auf dem Handy, um in Pausen ein bisschen Arabisch zu üben.

Mitzunehmen

Ich habe ja vieles oben schon erwähnt.
Unverzichtbar ist Sonnenschutz - das ist in Ägypten nur sehr schwer zu bekommen. Auch Tampons sind natürlich importierte Mangelware in einem arabischen Land.
Ohne was ich wahrscheinlich nicht hätte überleben können: eine kleine abgefüllte Flasche Seife, wie für ein Festival. Seife ist keine Selbstverständlichkeit in Ägypten (nicht mal im Krankenhaus) und viel nützlicher als Desinfektionsmittel! Die habe ich überall hin mitgenommen.
Sonnenbrille ist auch wichtig!
Genug langärmlige Sachen für den Anfang, wenn man vielleicht nicht extrem auffallen möchte und einen Schal, den man für Moscheen zum Kopftuch umfunktionieren kann.
Ein mobiles Ladegerät hilft, weil man alleine doch ziemlich vom Smartphone abhängig ist.
Man sollte außerdem seine eigenen Scrubs mitbringen. Die kann man nahe der medizinischen Fakultät kaufen. Ich habe mich dafür entschieden, Schwesternkleidung aus Deutschland mitzubringen und dann nicht mit zurück zu schleppen.

NICHT MITBRINGEN sollte man gelatinehaltige Gummibärchen und Alkohol als Gastgeschenke und zu viel Kram. Man kann viele tolle Sachen in Ägypten kaufen und sollte den Koffer halb leer lassen für die Rückreise.

Reise und Ankunft

Leider war das bei mir alles etwas chaotisch. Mein Praktikumsanfang wurde eine Woche nach hinten verschoben (ich musste den Flug umbuchen) und aus meinem Forschungsaustausch wurde spontan eine Famulatur in der Neurochirurgie.
Ich wurde von IFMSA-Leuten am Flughafen abgeholt und ins Krankenhaus gebracht. Dann habe ich am nächsten Tag meinen Ausweis bekommen und mir wurde die Klinik gezeigt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich durfte mir spontan zwei Wochen vor meinem Aufenthalt eine chirurgische Abteilung aussuchen, in der ich famulieren wollte. Ich habe mich dann ohne viel nachdenken für die Neurochirurgie entschieden. Das Krankenhaus ist das Ain Shams Specialized Hospital, also der private/spezialisierte Teil der öffentlichen Uniklinik der Ain Shams Universität. Die Umstände dort sind entsprechend besser - es gibt nur Ein- und Zweibettzimmer, sehr renommierte Chirurgen - dafür keine Medizinstudenten, da die in der großen public clinic Demerdash arbeiten. Die Ärzte dort haben mich sehr gut aufgenommen. Mir wurde viel übersetzt, sehr viel erklärt und eigentlich standen die Leute immer für Fragen bereit. Zur Neurochirurgie sollte man sagen, dass diese auch Wirbelsäulenchirurgie umfasst, also viele Bandscheiben operiert werden. Dabei ist das OP-Feld winzig klein und man kann als Beobachter eigentlich gar nichts sehen. Auch die OPs mit Kraniotomie werden meist mit Mikroskop operiert, bei dem nur zwei Personen etwas sehen können. Das war dann manchmal etwas enttäuschend für mich und ich würde die Neurochirurgie deswegen nicht für eine observership Famulatur empfehlen. Von einer 4-stündigen OP sieht man oft nur einen Bruchteil. Durch die hohe Hierarchie in der Facharztausbildung sind meist 4-5 Chirurgen am Tisch, von denen die Jüngeren selbst probieren einen Blick zu erhaschen, man selbst steht dann natürlich (verständlicherweise) an letzter Stelle. Auf Station ist es natürlich wesentlich spannender, da man viel über neurologische Untersuchungen lernt und sehen kann, wie es Patienten post-operativ besser geht. Es werden viele Kinder mit Epilepsie behandelt, aber auch viele junge Erwachsene, die dem Kairoer Verkehrschaos zum Opfer fallen. Da die medizinische Versorgung in Kairo wirklich unverhältnismäßig viel besser ist als im Rest von Ägypten, reisen viele Patienten an, um dort behandelt zu werden. Ich habe aber auch Patienten aus dem Sudan und dem Yemen gesehen. Zu den Patienten lässt sich noch sagen, dass sie wirklich alle sehr nett waren. Auch wenn ich natürlich nicht wirklich mit ihnen kommunizieren konnte, waren alle sehr herzlich, haben ihre zwei Sätze Englisch ausgepackt, mir Essen geschenkt, mich ihre Kinder streicheln lassen und so weiter. Die Schwestern können auch alle kein Englisch; hier gilt dann Arabisch lernen oder Hände und Füße benutzen.
Die Ausstattung ist nicht mit Deutschland zu vergleichen, ist aber trotzdem relativ gut, dafür dass Ägypten wirklich nicht einfach an Medizinprodukte kommen kann - wie oben beschrieben haben sich die Preise für Importware in den letzten Jahren verdreifacht! Das Material für einen ZVK kommt dann halt nicht aus einem einzigen sterilen Pack, sondern wird einzeln ausgepackt. Das Personal weiß darum, dass es hygienisch besser ginge, kann aber halt nicht anders arbeiten. Auch solche Dinge wie das Gerät, mit dem man den Schädel aufsägt, ist dann schon mal einfach kaputt, weil die Klinik sich die Wartung nicht leisten kann - die Ärzte machen es dann halt von Hand.
Es war für mich sehr leicht, in Kontakt mit anderen Ärzten zu treten, so dass ich irgendwann sehr frei im OP-Bereich unterwegs war und mir angesehen habe, was ich wollte. Insbesondere in der Herz-Thorax-Chirurgie war es sehr spannend und ich habe viel lernen können. Außerdem ist vielleicht spannend zu erwähnen, dass es in Ägypten viele Lebend-Leber-Transplantationen zu sehen gibt. Die Hep C-Prävalenz ist wegen einer unsterilen Impfkampagne in den 80ern riesig, aber es gibt aus religiösen Gründen kein Organspendewesen. Also werden dann in parallel in zwei OP-Räumen einem Spender 2/3 seiner Leber entnommen und dem Empfänger dann im Anschluss direkt transplantiert.

Land und Leute

Erst einmal sollte man sagen, das Kairo eine riesige Stadt ist und man dort von Leuten, die in den wuseligen dreckigen Straßen ihren spärlichen Lebensunterhalt verdienen, in dem sie ein bisschen Obst/Flip-Flops/lebende Hühner verkaufen, bis zu Vorstadt-Villenvierteln und Luxus-Malls alles gibt. Ägypter, die man in der Stadt trifft, die mitunter nicht lesen und schreiben können und noch nie einen Ausländer gesehen haben, verhalten sich anders als die Universitätsprofs, die man im OP trifft, deren Kinder auf deutsche, englische oder französische Privatschulen gehen. Insofern liegen natürlich Welten zwischen den Erlebnissen, die ich gemacht habe.
Grundsätzlich sind wirklich alle Menschen sehr nett, hilfsbereit und offen. Ich wurde durch ein ganzes Marktviertel zu einer Toilette geführt, als das Geld nicht gereicht hat, wurden zwei Augen zugedrückt, als die Straße gefährlich war, begleitete mich eine ältere Dame auf die andere Seite. Ich habe hunderte Male den Satz "Welcome in Egypt" gehört - nicht selten wurde er mir über eine Straße entgegen gerufen. Das ist dann aber auch das, was mich in Ägypten am meisten gestört hat. Man ist einfach auffällig und hat dadurch nie wirklich seine Ruhe, wenn man alleine unterwegs ist (aber auch nur dann!). Viele Ägypter werden es sich niemals leisten können, nach Europa oder in irgendein Ausland zu reisen - selbst die priviligierten Medizinstudenten, die dann gerne mal in Villen leben und auf Privatschulen waren, haben Ägypten noch nie verlassen und müssen selbst für die Pilgerreise nach Mekka lange sparen. In dem Kontext muss man dann sehen, was es für die Menschen bedeutet einen Ausländer die Straße runtergehen zu sehen; alle wollen in Kontakt treten, quatschen, Fotos machen, ohne darüber nachzudenken, dass das einem selbst schon 50 mal vorher an diesem Tag passiert ist. Ich war leider oft genervt, alle 200 Meter jemandem erklären zu müssen, wo ich herkomme - das ist aber vielleicht auch Typfrage.
Zu touristischen Zielen wie den Pyramiden MUSS ich raten, einen Ägypter mitzunehmen. Die Leute, die noch vom völlig eingebrochenen Tourismus leben, stürzen sich wie die Geier auf die letzten Touristen - das macht wirklich einfach keinen Spaß und man kann sich gar nicht alle Abzockestrategien merken, die im Internet beschrieben sind.
Was ich sehr empfehlen kann, ist sich die vielen wunderschönen Moscheen in Kairo anzusehen. Viele sind über 1000 Jahre alt. Es war sowieso eine spannende Erfahrung für mich so viel über den Islam zu erfahren. Relgion ist überall präsent - in der Alltagssprache, im Stadtbild, im OP-Bereich mit den Gebetsteppichen in der Umkleide. Wenn man nett und respektvoll fragt, werden einem die Leute gerne von ihrem Glauben und ihren Traditionen erzählen und das war für mich einfach Gold wert. Ich habe auch viel über die Beziehungen Ägyptens zu Israel, Saudi-Arabien und so weiter erfahren und über die aktuelle politische Situation reden können.
Zum Essen kann ich sagen, dass man als Vegetarier wahrscheinlich nach einer Woche auf westliches Essen umsteigen wird. Die ägyptische Küche ist sehr fleisch- und kohlenhydratlastig. Wenn die Fleischkomponente wegfällt, wird es schnell eintönig. Falafel und Hummus bekommt man aber natürlich an jeder Ecke und italienische Restaurants gibt es ja auch überall auf der Welt.
Die lieben Leute von IFMSA stehen einem grundsätzlich immer bei Fragen zur Verfügung und versuchen auch, einen immer zu belgeiten, aber ich brauchte halt manchmal meine Ruhe. Mein Austausch war insofern besonders, als dass ich die einzige Autauschstudentin war. Sonst werden am Wochenende Reisen für die Incomings-Gruppe organisiert, für mich ging das ja nicht.
Ich bin an einem Wochenende mit einem Studenten zum Schnorcheln nach Dahab am roten Meer gefahren, an einem anderen Wochenende bin ich alleine nach Alexandria gefahren. Auf eine mögliche Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan mit persönlichem Guide für das Tal der Könige habe ich verzichtet, weil es für mich alleine etwas zu teuer war. An meinen freien Nachmittagen habe ich mir in Kairo das ägyptische Museum, die Pyramiden, den Kunstmuseumscampus und so weiter angesehen.

Fazit

Es lohnt sich auf jeden Fall einen Auslandsaufenthalt zu machen. Jede Erfahrung, die nicht optimal ist, ist ja doch eine Erfahrung! In Ägypten war es nicht immer einfach für mich, was ich mit meinem "Entdeckerverhalten" auch in Kauf genommen habe, aber nichtsdestotrotz habe ich doch sehr viel über eine andere Kultur, Religion und schließlich auch über mich selbst gelernt. Ich war schon froh, den Staub und Lärm von Kairo auch irgendwann hinter mir zu lassen, aber ich habe sehr viele sehr herzliche Menschen kennen gelernt, die mir einen tollen Aufenthalt bereiten wollten und mit mir sehr viel über ihr Leben und ihr Land geteilt haben. Ich konnte sowohl eine arabische Sichtweise auf politische Konflikte kennen lernen, als auch mich mal damit auseinander setzen, was es bedeutet in einem Land zu leben, in dem Meinungsfreiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind. So einen Einblick in eine andere Kultur und so einen persönlichen Kontakt zu den Menschen kann man nur beim Reisen einfach nicht bekommen, da ist eine Famulatur eine gute Gelegenheit. Und klar ist es bequem und nett eine Famulatur in einem Industrieland zu machen, aber dieser eine Monat kann auch sehr dazu beitragen, sich seiner eigenen Privilegien bewusst zu werden (in Europa aufzuwachsen und dort arbeiten zu können - wählen zu gehen, eine perfekte Ausstattung im Job zu erwarten). Mein Aufenthalt in Ägypten hat mich rückblickend dahingehend wirklich verändert.

zurück