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IFMSA-Spain(Spain);Functional and phenotypic characterization of T lymphocytes in patients with cancer/ infl. Conditions.

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
von Andreeva, Heidelberg

Motivation

Ich wollte meinen letzten freien Monat vor dem 4. Semester und der Physikumsvorbereitung benutzen um neue Perspektiven zu gewinnen, um zu verstehen ob ich in der Zukunft forschen will, um eine andere Kultur besser kennenzulernen. Da ich ein bisschen Spanisch in der Schule gelernt habe und mehrmals Spanien als Tourist besucht habe, dachte ich dass ich gut für einen Austausch dort vorbereitet war, aber dass ein Monat in diesem Land eine komplett andere Erfahrung als eine Reise sein würde.

Vorbereitung

Ich habe einfach die Exchange Conditions von IFMSA Spain gelesen und mich mit allen Fragen bezüglich des Praktikums an meinem Tutor und bezüglich der Wohnung, Flüge, etc an meiner Kontaktperson gewendet.

Visum

Ich musste kein Visum beantragen weil Spanien ein Land der EU ist.

Gesundheit

Ich musste keine spezielle Vorkehrungen hinsichtlich der Gesundheit treffen weil ich einen Forschungsaustausch gemacht habe. Meine Mitbweohner mussten ihren Impfpass mitbringen, weil sie im Krankenhaus gearbeitet haben.

Sicherheit

Da ich aus Bulgarien komme und auch in Deutschland meine Europäische Krankenversicherungskarte benutze, musste ich keine zusätzliche Versicherung benutzen.
Die Sicherheitslage in Spanien ist ähnlich wie in Deutschland. Aufgrund von Fallas gab es selbstverständlich erhöhte Polizeipräsenz da Valencia mehr als 1 Million Besucher empfangen hat.

Geld

Die Währung in Spanien ist Euro. Man kann fast überall sowohl bar, als auch mit Kreditkarte zahlen. Die Preise sind ähnlich wie in Deutschland. Um in den Museen eine Studenten Ermäßigung zu bekommen, ist es emofehlenswert den Studentenausweis nicht zu vergessen (besonders im Aquarium!)

Sprache

In Valencia reden die meisten jungen Menschen Castellano und nur sehr wenige benutzen den lokalen Dialekt Valenciano. Deswegen konnte ich auch als Anfänger in Spanisch die Einheimischen relativ gut verstehen auch wenn man nur ein bisschen Spanisch gelernt hat. Die meisten Spanier verstehen Englisch aber nicht alle mögen es auf Englisch zu reden. Unsere Betreuer (contact people) haben alle ausgezeichnet Englisch geredet. Mein Mentor im Labor war auch fließend auf Englisch, aber mit den anderen musste ich auf Spanisch kommunizieren.
Ich habe in der Schule Spanisch als dritte Sprache gelernt (also nur 2 Stunden die Woche) und habe im Semester vor meinem Austausch einen Kurs in dem Sprachlabor gemacht(EU Niveau A2/B1). Das war völlig ausreichend um im Alltag gut zurechtzukommen. Falls man aber alles im Labor auf Spanisch verstehen will, ist es empfehlenswert die Sprache mindestens auf dem Niveau B2 zu beherrschen.

Verkehrsbindungen

Von Deutschland ist es am einfachsten nach Spanien zu fliegen (es gibt auch Zug und Bus Verbindungen, jedoch dauert die Fahrt viel länger). Ich bin direkt vom internationalen Flughafen in Frankfurt nach Valencia geflogen. Vom Flughafen in Valencia gibt es direkte U Bahn Verbindungen mit der Innenstadt.
Die Flüge waren mit einem Low-cost-airline etwa 100 Euro pro Richtung. Leider habe ich meine Zusage für Valencia erst in Dezember bekommen und konnte nicht früher einen Flug für März buchen.

Kommunikation

Ich konnte in Spanien meine deutsche SIM Karte ohne zusätzlichen Gebühren benutzen. Das Problem war nur dass meine Mobile Daten für Spanien viel weniger waren als in der Tarife für Deutschland vorgesehen. Deswegen habe ich zusätzlich eine spanische SIM Karte nur mit Mobilen Daten für 15 Euro/4GB gekauft.
Mein Labor war in der Medizinischen Fakultät wo ich problemlos eduroam benutzt habe. In unserer WG gab es leider kein WiFi. Ich habe zuhause entweder meine mobile Daten benutzt oder bin mit meinen Mitbewohner in dem Cafe 2 Minuten von unserem Gebäude hingegangen, wo es freies WiFi gab.

Unterkunft

Ich habe zusammen mit den anderen 3 Austauschstudenten in Valencia für März in einer WG in einem Vorort von Valencia gewohnt. Die Unterkunft wurde von IFMSA Valencia organisiert und ich musste nichts zusätzlich bezahlen. Die WG war sehr modern, groß, hell und sauber. Es gab alles was man brauchen könnte um sich zu verpflegen - Kühlschrank, Herd, Teller. Wir mussten nur unsere eigene Bettwäsche und Tücher mitbringen. Der einzige Nachteil von der WG war ihre Lage. Burjassot ist ein Vorort von Valencia und wir mussten jeden Tag etwa 40 Minuten bis zum Labor/Krankenhaus mit der U Bahn fahren. Manchmal gab es keine U Bahn als wir spät nach hause gefahren sind. Es gab aber eine ziemlich einfache Lösung, da die Taxis in Spanien viel billiger als in Deutschland sind: weil wir immer zusammern feiern gegangen sind, mussten wir nur 4/5 Euro für die Fahrt nach Hause bezahlen.

Literatur

Ich habe mich einen Monat vor dem Austausch mit meinem Tutor in Verbindung gesetzt. Er hat mir einige Artikel empfohlen, die mir geholfen haben den Forschungsbereich der Arbeitsgruppe kennenzulernen. Außerdem ist es empfehlenswert die Kenntnisse im Fach Immunologie aufzufrischen. Während des Austauschs habe ich mich immer zu den Themen vorbereitet, die mit den Aufgaben im Labor am nächsten Tag verbunden waren: Videos geschaut und Protokolle online gelesen (für meinen Austausch waren das Western Blot, qPCR, ELISA, Transfection, siRNA)

Mitzunehmen

Für das Praktikum im Labor braucht man den IFMSA Tagebuch und einen Labormantel
Für die WG braucht man Bettwäsche und Tücher
Für das soziale Programm braucht man Ideen bzw Produkte für typisch deutsche Gerichte (ich habe Spätzl, Nürnberger Würstchen und einige bulgarische Sachen mitgenommen)

Reise und Ankunft

Meine Kontaktperson hat mich vom Flughafen abgeholt und ist mit mir zur WG gefahren. Ich hatte nur einen Abend zwischen Ankunft und Praktikumsbeginn. Sie ist am nächsten Tag mit mir zur Medizinischen Fakultät hingegangen und hat mich im Labor vorgestellt. Die anderen Incomings mussten erst am 5 März anfangen und sind deswegen erst später angekommen. Ich habe die ersten 2 Abende mit den Incomings aus Februar verbracht weil sie ein bisschen länger in der Wohnung geblieben sind.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe in der Pharmakologie der Medizinischen Fakultät gearbeitet. Ich musste um 8:15 von der Wohnung losfahren um kurz vor 9 im Labor zu sein. Ich hatte keine spezifische Aufgaben, sondern ich habe meinen Tutor immer begleitet und ihm mit Pipettieren, Eis holen, Proben messen geholfen. Er hat mir immer erklärt was er gemacht hat und meine Fragen geantwortet. Die ersten 2 Wochen war ich fast ausschließlich mit ihm, weil er sich mit so vielen verschiedenen Projekten beschäftigt hat und es gab viel dass ich gelernt habe. Sein Hauptprojekt ist die Messung von verschiedenen Chemokinen, die eine Rolle bei Entzündungsprozessen spielen. Dafür benutzt er unterschiedliche Methoden aber am häufigsten ELISA und Flow Cytometry. In der zweiten Hälfte vom Monat habe ich auch sehr viel mit den anderen Mitgliedern der Forschungsgruppe gearbeitet. Ich durfte bei immunhistochemischen, Immunofluoreszenz, Cell Culturing, Western Blot, qRT PCR und Parallel Plate Chamber (mein Labor war angeblich das einzige in Spanien, das diese Methode benutzt, wir haben deswegen vielen Proben aus Madrid und Barcelona bearbeitet) Verfahren beobachten und helfen.
Ich hatte eine 15 Minuten Pause um 11 und durfte dann ab 15h nach Hause gehen. Es gab aber viele Tage wo ich freiwillig bis 17h geblieben bin, weil die Ausführung der Protokolle oft lange gedauert hat.
Ich habe viel über die Forschung in diesem Gebiet gelernt weil ich auch sehr viel nachgelesen habe, was mir dann erlaubt hat sinnvolle Diskussionen mit meinen Betreuern zu haben. Es ist empfehlenswert selbst die Initiative zu ergreifen und viele Fragen zu stellen weil der Austausch ansonsten sehr passiv und langweilig sein kann - ich hatte auch viele Tage wo ich geärgert war dass ich nichts selbstständig machen durfte. Aber selbstverständlich ist es sehr schwierig ein Projekt alleine für den Monat zu übernehmen, weil die Einarbeitung so lange dauert.
Ich habe mich sehr gut mit meinem Betreuer und die anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe vertsanden, sie haben sich sehr viel Mühe gegeben mir die Methoden, ihre Ziele in dem Versuch, aber auch biologische Konzepte zu erklären.
Da mein Austausch in einem Labor und nicht im Krankenhaus war, konnte ich nicht so viel über das Gesundheitssystem in Spanien lernen. Ich habe viel von meinen Mitbewohner und von Gesprächen mit unseren Kontaktpersonen mitgenommen. Das Leitmotiv war dass während des Studiums die Medizinstudenten in Spanien nicht so viele Eindrücke in der eigentlichen Arbeit eines Arztes gewinnen dürfen, weil sie nicht so viele Praktika und Famulaturen haben.

Land und Leute

Das soziale Programm von IFMSA Valencia war wirklich wunderschön! Wir haben mindestens zwei Mal in der Woche verschiedene Aktivitäten mit unseren Kontaktpersonen gemacht - wir waren Paella, Pinchos, Churros, Bunuelos, Horchata con farton, Turron essen (das Essen in Valencia ist seeehr vielfältig und es gibt unendlich viele coole Cafes und Restaurants), wir haben einen Free Tour der Stadt gemacht, das Naturschutzgebiet Albuferra, die 2 Kunst Gallerien, die Kathedrale und den Micalet Turm besucht. Wir hatten auch ein Welcome Dinner mit allen aus IFMSA Valencia.
Es gibt viele andere touristische Sehenswürdigkeiten die meine Mitbewohner und ich ohne den Kontaktpersonen besucht haben - wir waren Rikscha in der Ciudad de las Artes y las Sciencias fahren, wir haben die Stadt von unten in dem Turia Park entdeckt, wir haben das Aquarium besucht und uns die Delfin Show angeschaut. Das Aquarium ist eins der größten in Europa und man muss mindestens 3 Stunden dafür einplanen (wir sind nach der Arbeit gegangen und hatten leider nicht genug Zeit um alles entspannt zu sehen). Einer von meinen Mitbewohnern hat auch den Bioparc besucht und empfohlen. Der Museo de las Bellas Artes hat nicht so viel anzubieten, aber das Gebäude selbst ist sehr schön und der Eintritt ist kostenlos, deswegen haben wir entschieden einfach vorbeizuschauen.
Es lohnt sich auf jeden Fall mindestens einmal im Mercado Central einkaufen zu gehen! Die Produkte dort kommen aus der Umgebung von Valencia und ihre Qualität ist viel besser als alles was man im Supermarkt finden könnte, obwohl der Preis nicht viel höher war. Aber Achtung es schließt immer um 15h.
Die Spanische Menschen sind sehr offen, lustig, positiv, warmherzig. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, obwohl ich die Sprache nicht so gut kannte. Alle im Labor, von IFMSA Valencia aber auch im Supermarkt, Museum, auf der Straße waren sehr freundlich und hilfsbereit.
März in Valencia ist wunderschön auch weil dieser Monat für die Einheimischen mit dem Wort Fallas zusammengefasst werden kann. Niemand kann Fallas erklären, weil es einfach alle Aspekte vom Leben der Einheimischen und der Touristen in den mittleren zwei Wochen von März umfasst. Fallas ist ein Festival, es sind die Straßen Organisationen die eine Statue aus Papier bauen, die Paellas die wir zusammen mit Tausenden von Menschen auf der Straße, umgeben von Rauch und Borrachos, gekocht haben, die Churros die einem auf jeder Ecke locken, die Musik und Paraden bis 4 in der Nacht, die typische Fallera Tracht und so viel mehr. Ich bin so dankbar dass ich genau zu dieser Zeit in Valencia wohnen durfte! (Fallas bedeutete natürlich auch dass die U-Bahn auch in der Nacht gearbeit hat und wir mussten uns keine Sorgen um den Transport machen)

Fazit

Ich hatte sehr wenige Erwartungen als ich einige Tage nach meiner Integrierten Klausur nach Valencia geflogen bin. Ich hatte keine Berichte über Valencia gelesen, es gab auch sehr wenige Informationen über mein Labor. In diesem Monat habe ich sehr viel gelernt, neue Perspektiven über mein Studium der Medizin in Deutschland gewonnen, interessante und inspirierende Menschen kennengelernt. Ich betrachte diesen Monat als Urlaub und Erholung obwohl ich jeden Tag mehr als die vorgesehenen 6 Stunden gearbeitet habe. Die Stimmung in Valencia allgemein ist einfach sehr entspannt und man atmet es einfach ein, ohne es aktiv versuchen zu müssen.

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