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;ASSOCIA-MED(Tunisia);The study of viral B hepatitis vaccination efficiency among a young Tunisian population;;;;

Innere - SCORE (Forschungsaustausch)
von Lena, Köln

Motivation

In Köln müssen wir im vorklinischen und im klinischen Abschnitt ein wissenschaftliches Projekt machen. Gerne wollte ich in den Semesterferien aber auch wegfahren. Also entschloss ich mich einfach beides zu verbinden. Außerdem ist es eine unbezahlbare Möglichkeit Einblicke in das Leben der Menschen eines anderen Landes und deren Kultur zu bekommen.
Was das Land anging war ich relativ offen und da ich über Restplätze ging war die Auswahl sowieso nicht mehr so groß. Ich bin zuvor noch nie in Afrika oder einem arabischen Land gewesen und stellte es mir als eine interessante Erfahrung (mit gutem Wetter) vor. Also entschied ich mich, mich für Tunesien zu bewerben. Meine Erwartungen waren möglichst viel von dem Land zu sehen, nette Leute aus verschiedenen Ländern kennen zu lernen und einen Einblick in den Alltag eines tunesischen Krankenhauses sowie die wissenschaftliche Arbeit dort zu bekommen.

Vorbereitung

Da ich eine Woche vor meinem Flug noch die Anatomie-Physikumsprüfung geschrieben habe, hatte ich wenig Zeit für andere Dinge, also ist meine Vorbereitung eher gering ausgefallen. Ich habe im Internet ein bisschen über das Land gelesen und versucht meine Französischkenntnisse wieder ein bisschen aufzufrischen. Ansonsten habe ich es einfach auf mich zukommen lassen.

Visum

Nein ich musste kein Visum beantragen. Wenn man in Tunesien einreist muss man einen kleinen Zettel ausfüllen mit Name, Adresse etc., den man dort dann abgibt.

Gesundheit

Ich habe habe meinen Impfpass kontrolliert, ob eventuell Impfungen aufgefrischt werden müssen aber ansonsten habe ich keine Vorkehrungen getroffen. Ich habe ein paar Medikamente mitgenommen, die ich zuhause hatte, wie Ibuprofen und Nasenspray aber nichts Besonderes. Apotheken gibt es in Tunesien schließlich auch. Eine Auslandskrankenversicherung hatte ich vorher schon.
Besondere Krankheiten sind mir nicht direkt aufgefallen, ich habe aber auch wenig direkten Kontakt mit Patienten gehabt. Allerdings sind die Menschen häufig „kranker“ oder haben verschiedene Krankheiten gleichzeitig, da sie oft erst zum Arzt gehen, wenn es nicht mehr anders geht. Dies betrifft vor allem die ärmere Bevölkerung.

Sicherheit

Alles in allem ist Tunesien ein sehr sicheres Land und ich habe mich nie in meiner Sicherheit gefährdet gefühlt. Ich habe mich vorher im Internet informiert und diesbezüglich auch nichts anderes gefunden. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich auch eine eher unängstliche Person bin. Man sollte genauso vorsichtig wie in anderen Ländern auch. Taschen geschlossen und im Blick behalten, in manchen Gegenden vielleicht nicht mit dem Geldbeutel in der Hand rumlaufen und einfach aufmerksam bleiben. Man wird viel von Einheimischen angesprochen, die einen als Tourist erkennen und entweder was verkaufen wollen oder anderweitig Kontakt aufbauen möchten. Dies kann schonmal sehr nervig sein aber wenn man ihnen bestimmt sagt, dass man nichts kaufen möchte und auch keinen Kaffee trinken möchte lassen sie einen in Ruhe.
Es gibt bestimmte grenznahe Bereiche, vor Allem im Süden, in die man nicht reisen sollte, das lässt sich aber leicht vermeiden.

Geld

Die Währung in Tunesien ist Dinar. 1 Dinar ist in 1000 Millimes unterteilt und 1€ entspricht umgerechnet ca. 3 Dinar (März 2018). Am günstigsten ist es Euro in bar vor Ort zu tauschen allerdings gibt es auch überall Geldautomaten, bei denen man mit der Kreditkarte Geld abheben kann, deren Kurs nicht allzu sehr schlechter ist. Mein Hotel in Tunis konnte ich auch mit Euro bezahlen, ansonsten habe ich es aber nie versucht kann dazu also nicht viel sagen.
Wichtig ist aber zu wissen, dass man ohne Bargeld in Tunesien nicht weit kommt! Selbst in Restaurants kann man oft nicht mit Karte bezahlen.
Die Lebenserhaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland sehr gering. Für ein Essen im Restaurant bezahlt man üblicherweise 4-12D (1,50-4€). Auch das Essen im Supermarkt ist meist nicht besonders teuer, wenn man die Sachen kauft, die in Tunesien produziert werden und Obst und Gemüse der Saison kauft.

Sprache

Tunesisch ist eine Mischung aus arabisch und französisch. Französisch wird daher von den meisten Menschen mehr oder weniger fließend beherrscht. Vor allem im Krankenhaus wird viel Französisch gesprochen da die Lehrsprache der medizinischen Fakultäten in Tunesien französisch ist. Kann man einigermaßen Französisch sprechen, kann man sich mit den meisten Leuten also weitestgehend gut verständigen. Außerhalb der größeren Städte in den ländlichen Bereichen kann aber auch das schwierig werden. Da muss man dann mit Händen und Füßen versuchen sich verständlich zu machen. Irgendwie klappt es aber immer. Im Notfall ruft man halt einen tunesischen Freund an der kurzerhand als Übersetzer fungiert.
Mit Englisch ist es schwieriger wird aber auch von vielen Einheimischen gesprochen bzw. verstanden, wenn auch nicht so fließend wie Französisch. Die Studenten des Austauschteams, meine Contact Persons und eigentlich fast jeder mit dem ich etwas mehr zu tun hatte konnte gut englisch sprechen, wodurch ich mich hauptsächlich auf Englisch verständigt habe. Auch im Krankenhaus findet man hin und wieder jemanden der Englisch kann. Oft haben wir uns mit einer Mischung aus Englisch und Französisch unterhalten.
Es ist auf jeden Fall wichtig Französisch zu verstehen, sonst kommt man im Krankenhaus nicht weit. Ein bisschen was sollte man auch sprechen können, das macht die Kommunikation auf jeden Fall einfacher und verhindert Missverständnisse.
Ich selber hatte Französisch als LK im Abi, was dann aber leider auch schon wieder 4 Jahre her war. Verstehen konnte ich alles, aber um einen Satz zu bilden habe ich grundsätzlich eine Ewigkeit gebraucht. Es kann nicht schaden sich vorher nochmal ein paar Vokabeln anzuschauen und vielleicht ein Buch oder einen Film auf Französisch zu lesen/schauen. Im Nachhinein hätte ich es mir gewünscht von Anfang an etwas mehr französisch zu reden, anstatt bei der kleinsten Schwierigkeit zu Englisch zu wechseln. Ich hätte deutlich mehr mitnehmen können, was die Sprache angeht.

Verkehrsbindungen

Bei meiner Anreise bin ich in Tunis gelandet und 2 Tage später weiter nach Sousse gefahren. Ich hatte geplant vom Flughafen ein Taxi zu nehmen, konnte aber spontan von jemandem vom Austauschteam abgeholt werden.
Transportmittel sind in Tunesien grundsätzlich ziemlich günstig. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es, habe ich mich aber nicht viel mit auseinandergesetzt.
Für kurze Strecken innerhalb der Stadt kann man sehr günstig ein Taxi nehmen, was auch viel genutzt wird. Ich bin noch nie in meinem Leben so viel Taxi gefahren. Steht man an einer etwas größeren Straße dauert es selten länger als 5 Minuten bis man ein freies Taxi gefunden hat. Fährt man ca. 15-20 Minuten zahlt man knapp 6D (2€). Nachts verdoppelt sich der Preis. Wichtig ist es darauf zu achten, dass das Taximeter eingeschaltet ist und Festpreise sollte man grundsätzlich ablehnen. Vor Allem wenn man alleine als nicht-Tunesier ein Taxi nimmt versuchen die Fahrer gerne mal etwas mehr zu verlangen.
Für weitere Strecken gibt es sogenannte Louages. Dies sind Minibusse die zwischen Stationen verschiedener Städte hin und her fahren. Es gibt einen Festpreis, den man entweder direkt an der Station bezahlt oder später dem Fahrer gibt. Louage-Stationen sind anfangs ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Es ist nicht besonders sauber und überall sind Menschen, die einen fragen wohin man möchte. Man fühlt sich schnell verloren und überfordert. Letztendlich findet man aber immer jemanden der einem hilft. Auch Louages sind sehr günstig. Für die Strecke zwischen Sousse und Tunis (140km) beispielsweise bezahlt man 10D (ca. 3€). Um Neuwagen handelt es sich weder bei den Taxis noch bei den Louages und Anschnaller sind oft auch einfach nicht vorhanden. Von 100%er Sicherheit kann man da also nicht reden, andere Möglichkeiten sucht man jedoch vergeblich.
Züge gibt es teilweise auch, habe ich aber nie benutzt, da sie wohl langsamer sind und nicht besonders komfortabel.

Kommunikation

Direkt bei meiner Ankunft habe ich eine tunesische Simkarte gekauft. Diese sind sehr günstig. Zum Aufladen kann man für 5D Guthaben in jedem Kiosk kaufen. Das hat die Kommunikation innerhalb Tunesiens und auch nach Deutschland übers Internet deutlich erleichtert. In vielen Restaurants gibt es außerdem kostenfreies Wlan.

Unterkunft

Ich habe bei einer anderen Medizin-Studentin gewohnt. Dies wurde von Assoccia-Med (dem tunesischen Austauschteam) organisiert und sie hat mich auch von der Louage-Station abgeholt.
Ich hatte mein eigenes kleines Zimmer, mit einem Bett, Nachttisch und Schrank. Nicht groß aber reichte vollkommen aus. Es war eine normale Wohnung, in der alles vorhanden war was man so braucht mit normaler Küche und Bad, ich konnte mich also gut selbst verpflegen. Kissen, Decke oder ähnliches musste ich nicht mitbringen.

Literatur

Ich muss zugeben, dass ich mich nicht super intensiv vorbereitet habe. Ich habe ein bisschen im Internet über Tunesien gelesen, mir letztendlich aber vorgenommen einfach mein eigenes Bild über das Land und die Menschen zu machen.
Von einem Professor in Deutschland habe ich ein Heft über Hepatitis bekommen, mit dem ich mich ein bisschen auf das Projekt vorbereiten konnte.

Mitzunehmen

Eigentlich habe ich außer dem üblichen Reisegepäck nichts Besonderes mitgenommen. Es empfiehlt sich einen Laptop mitzunehmen um für das Projekt daran arbeiten zu können. Außerdem habe ich ein paar deutsche Süßigkeiten als Mitbringsel mitgebracht. Alles Grundlegende was man zum Leben braucht lässt sich aber auch in Tunesien günstig kaufen. Nur kosmetische Produkte sollte man selber mitbringen.

Reise und Ankunft

Ich bin vier Tage vor dem Praktikumsbeginn in Tunis gelandet. Am Flughafen wurde ich von einem Studenten des Austauschteams abgeholt, der mich mit zu seiner Familie genommen hat. Ich habe mit ihnen ein traditionelles tunesisches Essen zu Abend gegessen. Die Familie hat mich super nett empfangen und mir auch angeboten bei ihnen zu schlafen. Allerdings hatte ich da schon ein Hotel gebucht. Es lag mitten in der Medina und war sehr schön. Einen Tag habe ich dann in Tunis verbracht und bin am nächsten Tag mit einem Louage nach Sousse gefahren. Dort wurde ich von Sarah, meiner dortigen Mitbewohnerin, abgeholt. Vor dem Praktikumsbeginn hatte ich dann noch einen Tag in dem ich Sousse ein bisschen erkundet habe.
Am Tag des Praktikumsbeginns ist Sarah mit mir zu der Station gegangen, in der ich mein Projekt gemacht habe. Alle waren sehr nett und ich habe die Schwestern und Ärzte kennengelernt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Mein Projekt hat im Department für infektiöse Krankheiten stattgefunden. Es war eine klinische Studie über die Wirksamkeit einer Behandlungsmöglichkeit gegen Hepatitis B. Ich habe dort in einem Raum gearbeitet in dem Ärzte und Studenten ein und ausgingen und verschiedenes besprochen haben, zwischendurch aber auch mal ein Patient untersucht wurde. Teils war das sehr störend und ablenkend, andererseits habe ich dadurch aber auch ein bisschen den Krankenhausalltag mitbekommen und habe Leute kennengelernt. In den ersten Tagen hat meine betreuende Ärztin mir Artikel und Guidelines zu Hepatitis B gegeben, damit ich mich erst einmal in das Thema einlesen konnte. Danach hat sie mir eine Exeltabelle gegeben in die retrospektiv verschiedene Daten aus Patientenakten eintragen sollte und diese anschließend auswerten sollte. Das Ziel war am Ende das Projekt zu präsentieren und einen Artikel zu schreiben. Leider hatte die Ärztin sehr wenig Zeit für mich als ich da war, wodurch ich mehr oder weniger auf mich alleine gestellt war, zwischendurch aber keine Ahnung hatte was ich da gerade tue bzw. welchen Sinn es hat. Mein Pech war, dass die Studentin, die normal viel auf der Station helfen, in dem Zeitraum, in dem ich dort war gestreikt haben. Dadurch blieb natürlich viel Arbeit liegen und die Ärzte die noch da waren hatten keine Zeit für anderes. Letztendlich habe ich weder eine Präsentation gehalten noch den Artikel zu ende geschrieben. Das hat mich ein bisschen geärgert, da ich mich schon bemüht habe und Arbeit hineingesteckt habe, vor Allem weil ich weiß dass es besser hätte laufen können. Trotzdem kann ich sagen, dass ich viel über Hepatitis B und dessen Behandlung gelernt habe, sowie einen kleinen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten bekommen habe.
Ansonsten habe ich mich im Krankenhaus sehr wohl gefühlt. Alle waren sehr nett und hilfsbereit. Viele waren neugierig, was ich dort mache und ich wurde regelmäßig gefragt warum ich denn aus Deutschland nach Tunesien komme. Normal möchte nämlich gefühlt jeder zweite tunesische Medizinstudent oder auch Arzt über kurz oder lang in Deutschland arbeiten. Die Bedingungen (und auch die Bezahlung) sind in tunesischen (öffentlichen) Krankenhäusern halt schon schlechter. Die Kommunikation fand hauptsächlich auf Französisch statt, was für mich nicht immer ganz so einfach war und ich manchmal ein Weilchen gebraucht habe bis ich rüberbringen konnte was ich sagen wollte. Irgendwie hat es dann aber immer geklappt, manchmal hat man auch jemanden gefunden der Englisch konnte. Und ich habe sogar ein paar arabische Wörter gelernt.
Die medizinische Ausbildung habe ich als sehr gut eingeschätzt. Sie ist an der medizinischen Ausbildung in Frankreich orientiert. Ab dem ersten Semester helfen die Studenten (mehr oder weniger) schon auf Station mit, sie ist also sehr praxisorientiert. Wie in Deutschland auch gibt es dann Ärzte, die sehr bemüht sind den Studenten etwas beizubringen und dann gibt es natürlich auch wieder andere die einen eher links liegen lassen und wenig erklären.
Generell sind die Ärzte und auch die Studenten sehr kompetent.

Land und Leute

Während meines Aufenthaltes habe ich versucht möglichst viel zu unternehmen und vom Land zu sehen.
Wie schon gesagt, war ich bevor ich nach Sousse gefahren bin noch einen Tag in Tunis. Da ich aber nur einen Tag hatte und nicht schnellstmöglich alle Sehenswürdigkeiten abklappern wollte, bin ich einfach ein bisschen durch die Stadt und vor Allem die Medina gelaufen. Die Medina ist quasi die Altstadt und in fast jeder etwas größeren tunesischen Stadt zu finden. Sie besteht aus vielen Gassen und überall sind kleine Läden die von Klamotten bis Gewürzen und Düften fast alles verkaufen. Es hat eine besondere Atmosphäre, ich persönlich fand es manchmal aber auch sehr anstrengend, da man alle 5m angesprochen wird und jeder einem was (zu viel zu hohen Preisen) andrehen will. Man muss ein bisschen aufpassen, da es gerne mal vorkommt, dass einem wie selbstverständlich eine kleine Führung gegeben wird, danach dann aber Geld dafür verlangt wird, ohne es vorher abzusprechen. Abgesehen davon sind Tunesier sehr nette und fürsorgliche Menschen, die sich freuen, wenn sie helfen können.
An einem Wochenende sind wir mit dem Austauschteam aus Sfax (2h südlich von Sousse) in den Norden nach Kef, Douga, Zaghouan etc. gefahren. Ich bin nicht so ein Fan von organisierten Bustouren, aber es war trotzdem ein sehr schönes Wochenende und wir haben sehr viel gesehen und erlebt. Wir waren so um die 40 Leute und sind mit dem Bus aus Sfax losgefahren. Insgesamt waren wir aus beiden Städten nur 4 Incomings, der Rest war Teil des tunesischen Austauschteams. Es war eine sehr lustige Fahrt, habe mich zwischenzeitlich ein bisschen wie auf Klassenfahrt gefühlt. Wir haben in einem Hotel in Kef übernachtet, das war günstig aber dafür nicht besonders gut, was zum Glück niemand zu ernst genommen hat. Abends wurde getanzt und auf den Zimmern heimlich Alkohol getrunken. Da habe ich mich dann tatsächlich auch ein bisschen in die 10. Klasse zurückversetzt gefühlt. Alkoholkonsum wird den Meisten von den Eltern verboten, wodurch solche Fahrten dann natürlich ausgenutzt werden, wenn es dort keiner mitbekommt.
An einem anderen Wochenende bin ich mit einem anderen Incoming mit einer Reiseagentur in den Süden gefahren. Wir wollten das eigentlich alleine machen, uns wurde aber gesagt das sei nicht so einfach, besonders wenn man kein tunesisch spricht. Also sind wir mit ca. 50 Tunesiern in einem Bus durch den Süden Tunesiens getourt. Es war wunderschön! Wir sind auch auf einem Kamel geritten und haben eine Quadtour durch die Sahara gemacht. Die Kommunikation war nicht immer ganz einfach, da englisch schonmal so gut wie keiner konnte und französisch dann oft auch nicht wirklich fließend. Alle waren aber sehr bemüht uns auch interessiert sich mit uns zu unterhalten und wir hatten viel Spaß bei dem Trip. Tunesier sind sehr herzliche und gastfreundliche Menschen. Sie tanzen viel und sind gut gelaunt. Eine Sache jedoch, die ich auf Dauer sehr unangenehm fand waren viele tunesische Männer. Mich hat noch nie so oft jemand gefragt, ob ich einen Kaffee trinken möchte, ob ich Facebook habe oder meine Handynummer geben würde. Am Anfang ist es noch schmeichelnd, aber spätestens nach 2 Tagen wird es sehr sehr nervig. Mit der Zeit lernt man aber auch damit umzugehen.
Unter der Woche haben wir öfters mal Tages- oder Nachmittagstrips nach Monastir, Kairouan oder Kantaoui gemacht. Alles sehr einfach mit Louages zu erreichen. Leider ist Tunesien kein sehr sauberes Land und man findet überall Müll, sowie niedrige hygienische Standarts, vor Allem was öffentliche Toiletten angeht. Auch die Luft ist ein bisschen weniger sauber als in Deutschland. In Sousse selber kann man sich bei gutem Wetter aber sehr schön an den Strand legen und ein bisschen Meeresluft schnuppern oder sich in ein schönes Café setzen. Das ist bei Tunesiern (besonders Männern) sehr beliebt. Man sieht reihenweise Cafés, die von morgens bis abends voll mit tunesischen Männern sind. Was mich allerdings sehr gestört hat war, dass man überall rauchen durfte und sich nach jedem Restaurantbesuch erstmal umziehen musste.
Außerdem gibt es ein kleines Kino, in dem wir ein paar Mal waren, wenn das Wetter nicht so gut war. Abends sind wir oft in Bars oder Clubs gegangen. Da die Medizinstudenten zu dem Zeitpunkt in dem ich da war gestreikt haben, hatten sie auch sehr viel Zeit zum Feiern. Somit bekam ich die ersten Wochen relativ wenig Schlaf.
Das tunesische Essen ist zwar alles andere als gesund, dafür aber sehr lecker und günstig. Es wird ziemlich fettig und süß gekocht, sowie zu allem Fleisch gegessen. Selbst auf der Salatkarte war es schwierig einen Salat ohne Hühnchen o.ä. zu finden. Vegetarier sein erweist sich dort also eher als schwierig.

Fazit

Es war eine unglaublich gute Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich habe viel gelernt und kann jedem empfehlen es zu machen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, noch einmal nach Tunesien zurückzukehren, alleine um die Leute, die ich dort kennengelernt habe noch einmal wiederzutreffen.
Über längere Zeit dort zu Arbeiten könnte ich mir nicht vorstellen. Dafür gibt es doch zu viele Sachen, die mich auf Dauer stören würden. Für einen Urlaub oder auch ein Praktikum werde ich aber auf jeden Fall noch einmal zurückfliegen.

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