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Fundacion Omar Mosquera (Ecuador)

Verschiedene - SCOPH (Public-Health Austausch)
von Manuela, Köln

Motivation

Ich wollte schon seit langem unbedingt nach Südamerika und wollte die Semesterferien vor der Examensvorbereitung nochmal nutzen, um eine große Reise zu machen. Dass es dann Ecuador und der Public-Health-Austausch wurde, war ganz spontan, weil ich den Restplatz auf Facebook gesehen habe und das Projekt von Omar sehr spannend fand.

Vorbereitung

Was ich an dem Projekt ansprechend fand, war wie gesagt vor allem die Fundación Omar Mosquera. Dazu habe ich mir viele Fotos und Videos auf Facebook angesehen, die mich alle begeistert haben. Das Hospital Andino klang zwar auch interessant, aber in den Erfahrungsberichten war rauszulesen, dass die Stimmung dort nicht so gut ist. Daher hatte ich mehr Lust auf die Fundación und habe mich auch mit dem Gedanken beworben, dort hoffentlich mehr als nur eine Woche verbringen zu können.
Die bvmd-Info hierzu war mehr oder weniger, dass ich theoretisch bis zu 3 Wochen in der Fundación sein kann, aber dass ich das vor Ort mit dem Tutor Dr. Solís klären müsste und von seiner Unterschrift abhängig wäre. Nachdem über diesen in den Erfahrungsberichten viel negatives steht, hatte ich schon ein mulmiges Gefühl vor meiner Abreise, dass da etwas nicht klappen könnte und hätte mir von Seiten der bvmd in dieser Hinsicht mehr Unterstützung gewünscht.
Aber dieses Problem wird es hoffentlich in Zukunft nicht mehr geben, da das Hospital Andino wegen eines Vorfalls wohl kein Projektpartner mehr ist und der Austausch dann nur noch mit der Fundación stattfinden wird.

Als ich mich für den Austausch beworben habe, habe ich auch schon mit Omar über Facebook Kontakt aufgenommen. Er war super lieb und hat mir viel geschrieben, ob und wann ich denn jetzt kommen würde. Ca. 1,5 Monate vorher wollte er die genauen Daten wissen und ich sollte ihm 180Dollar überweisen, um die Unterkunft etc zu reservieren. Das habe ich über Western Union gemacht.
Mit Dr. Solis habe ich kurz Emails geschrieben, um zu fragen, wie lange ich bei Omar bleiben könnte, woraufhin er meinte, dass ich das selbst entscheiden muss, aber dass er nur den Zeitraum im Krankenhaus unterschreiben würde.

Visum

Für 6 Wochen in Ecuador habe ich kein Visum gebraucht.

Gesundheit

Vor meiner Reise habe ich mich gegen Gelbfieber und Typhus impfen lassen, alles andere hatte ich noch aktuell.
Mir wurde damals bei der Reiseberatung zwar ein Malarone-Rezept aufgeschrieben, aber ich habe mich dann dagegen entschieden, das zu kaufen, da es mir zu teuer war und ich das Risiko dafür zu gering fand. Vor Ort habe ich auch nichts von Malaria oder anderen Tropenkrankheiten gehört, auch der Guide bei einem 5-tägigem Dschungeltrip meinte zu mir, dass es dort (in Cuyabeno) keine Krankheiten gäbe. Wer länger in den Dschungel will sollte sich natürlich nochmal genau informieren.
Sonst hatte ich Nobite als Mückenschutz dabei und nützlich war aus meiner Reiseapotheke: Ibu, Paracetamol, Fieberthermometer, Lopedium, Elektrolytpulver!, Micropur Tabletten (zur Trinkwasseraufbereitung), Salbe gegen Mückenstiche, Ciprofloxacin!!, reichlich 50er Sonnencreme und auch UV-Lippenschutz.

Sicherheit

An meinem ersten Tag bin ich spät abends in Quito angekommen und habe die erste Nacht dort alleine in einem Hostel verbracht. Da in meinem Reiseführer stand, dass man sich nachts nicht mehr draußen aufhalten sollte, hatte ich schon ein bisschen Angst auf dem Weg dahin. Aber letztendlich habe ich mich dann während der ganzen Zeit in Ecuador super sicher gefühlt. Es gibt "Taxis seguros", die kann man auch nachts problemlos nehmen. Klar, wenn man nicht aufpasst kann es schon vorkommen, dass man beklaut wird, aber ich es gibt wohl kaum Überfälle wie in vielen anderen südamerikanischen Ländern. Außer in Guayaquil, aber da muss man ja nicht hin.

Geld

Ich habe mir vor meinem Abflug am Flughafen noch ca. 250Dollar wechseln lassen, was auch praktisch war, weil ich mich erstmal nicht um Geld kümmern musste. Wer aber bei Tag ankommt und genug Zeit hat kann auch einfach am Flughafen einen Geldautomaten suchen. Mit einer DKB-Visakarte o.ä. kann man dann vor Ort Dollar abheben und spart sich die teure Kommission.
Insgesamt habe ich in den 6 Wochen vor Ort ca. 900€ ausgegeben, wobei ich mir auch einen teuren Dschungeltrip (ca. 350€) gegönnt habe. Abgesehen von allen Touri-Aktivitäten kann man in Ecuador sehr günstig leben. Essen gibt es ab 2$ aber eben auch sehr simpel, was die Einheimischen dort essen. Die 180$ an Omar enthielten Unterkunft und Verpflegung, d.h. während der Wochen im Projekt habe ich unter der Woche kaum etwas für Essen ausgegeben. Nachdem wir aber die ganze Woche in den Comunidades Reis mit Hühnchen gegessen haben, hatten wir auch manchmal Lust uns etwas zu gönnen. Übernachtungen in Hostels kosten meistens 8-10$. Busfahrten sind auch günstig und gibt es überall hin, zB Quito-Riobamba 5$, Riobamba-Baños ca2$, Riobamba-Cuenca 8$.

Sprache

Da ich zwei Jahre in Spanien gelebt habe, konnte ich schon fließend spanisch. Wer sein spanisch vor Ort noch verbessern will, kann aber in Riobamba auch einen Sprachkurs (nicht billig) machen.
Vor meiner Abreise habe ich mir keine großen Gedanken über die Kommunikation gemacht. Dort in der Fundacion war es dann aber gar nicht so leicht. Die indigene Bevölkerung spricht vor allem Quechua und manchmal gar kein Spanisch. Oft konnten die Patienten zwar schon einigermaßen auf Spanisch ihr Problem erklären, aber wir hatten das Gefühl, dass sie uns kaum verstehen und die ganze Zeit nur "ja ja" sagen. Es haben dann immer wieder auch andere Patienten gedolmetscht, aber auch dann war die Kommunikation oft noch fragwürdig. Andere konnten zwar gutes spanisch, aber es war schon ein größerer Unterschied zwischen dem südamerikanischen und dem spanischen Spanisch, als ich gedacht hätte. Viele Ausdrücke haben wir (also auch die spanischen Freiwilligen) nicht verstanden und oft hatten wir das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Aber letztendlich klappt es schon alles, auch wenn es oft viel Geduld gebraucht hat. Auf jeden Fall würde ich empfehlen, nur mit gutem Spanisch in das Projekt zu gehen, damit die "Sprechstunde" irgendwie klappen kann.

Verkehrsbindungen

Insgesamt ist das Busnetz in Ecuador super gut und günstig und die Busse sind fast immer sehr bequem, auch um über Nacht längere Strecken zu fahren. Alle Infos zu Abfahrtszeiten und Preisen kriegt man aber fast immer nur über die Terminals raus. Tickets für längere Strecken lohnt es sich manchmal schon ein paar Stunden vorher zu kaufen, da die Busse an Wochenenden auch schon mal voll werden. Aber sonst kann man die Tickets meistens auch im Bus kaufen.

Taxis sind auch billig, aber von Ausländern wird auch gerne mal mehr verlangt. Einfach vorher den Preis verhandeln oder nach Taxímetro fragen. In Riobamba kann man sich für 1-1,5$ überall hinbewegen, vor allem für kürzere Strecken lohnt sich das Taxímetro. Für längere lohnt es sich eher vorher den Preis zu verhandeln. Und in Quito können Taxis auch echt teuer werden durch den vielen Verkehr. Die "Taxis seguros" erkennt man an einem Aufkleber außen und einer Kamera im Auto, und in denen habe ich mich (abgesehen vom Fahrstil) auch immer sicher gefühlt.

Kommunikation

In der Unterkunft von der Fundación hatten wir kein Wlan, es gab aber einen kostenlosen Hotspot auf dem Dorfplatz. Das gibt es in vielen Dörfern und Städten. Ich habe mir damals an meinem ersten Tag in Quito eine Simkarte von "Claro" geholt und für 15$ 30Tage Internet und Anrufe gehabt. Das war ein bisschen kompliziert und hat gedauert, weil die Verkäuferin keine Ahnung von diesem Tarif hatte und erstmal viel telefonieren musste, aber hat dann geklappt. Sonst kann man an jeder Ecke 3$Aufladungen kaufen und hat dann für 3 Tage Internet (was die Leute dort auch alle machen).

Unterkunft

Ursprünglich hatte ich mit Ines geschrieben, die auch super nett war. Da ich dann während der Zeit mit Omar eine Freiwillige kennengelernt habe, die in Riobamba wohnte und bei der ich umsonst schlafen konnte, habe ich Ines dann abgesagt. Sie war trotzdem sehr freundlich und hatte mich sogar eingeladen mal einen Kaffee trinken zu gehen. Bei ihr ist man also bestimmt super aufgehoben, auch wenn es ein bisschen teuer ist für ecuadorianische Verhältnisse.

Während der Zeit im Projekt mit Omar haben wir in einem Kloster in Licto gewohnt, einem Dorf ca 20min von Riobamba entfernt. Die Unterkunft war super simpel und da Omar mir irgendwann mal etwas von Hotel geschrieben hatte, hat es mich ein bisschen unvorbereitet getroffen. Wir haben zu 14. in einem Raum mit ganz vielen Hochbetten geschlafen, die recht unbequem waren. Nachts wurde es schon echt kalt, ich war froh um meinen dünnen Schlafsack und abends bin ich meistens mit meiner Winterjacke rumgelaufen. Es gab zwei große Bäder, die Dusche war am Anfang kalt und musste erstmal repariert werden und die Klospülungen haben oft nicht funktioniert. Wir haben uns aber schnell daran gewöhnt und die Unterkunft am Ende fast lieb gewonnen. Man darf davor halt keine großen Erwartungen haben, dann ist es auch ok! ;)

Literatur

Ich habe eigentlich nur zwei Tage vorher ein bisschen im Reiseführer geblättert. Hatte ihn dann auch dabei aber fand ihn nicht besonders hilfreich. Die Ausflüge haben wir eh immer in der Gruppe geplant, sodass ich mir da nicht groß überlegen musste wohin und auch fürs Reisen danach hatte ich genug Tipps bekommen bzw bekommt man dort. Was ich gebraucht hätte stand meistens nicht im Reiseführer (Busfahrzeiten, Preise..) und es gab viele Sicherheitstipps, die ich dann vor Ort übertrieben fand. Also das nächste Mal würde ich mir das Gepäck sparen.

Mitzunehmen

Da das Wetter je nach Region super unterschiedlich ist, braucht man Sommer- und Winterklamotten.
Ich hatte dabei: Regenjacke (mit rausnehmbaren Fleece), Mütze und Handschuhe, dünner Schal, Turnschuhe+Wanderschuhe+Flipflops, einen dünnen Schlafsack, 2 Reisehandtücher, Klamotten für ca 10 Tage jeweils bei gutem und schlechtem Wetter. Damit bin ich ganz gut gefahren. Nützlich ist auch ein Taschenmesser, ein Vorhängeschloss für Hostels etc, Stirnlampe für den Dschungel. Warme Klamotten (Alpaca-Pullis, -Handschuhe etc) kann man auch dort kaufen. Für die Arbeit mit Omar bekommt man von ihm Kleidung, man braucht also keinen Kittel oder so. Ansonsten kann man ja einfach Omar vor Abflug fragen, welche Instrumente da sind und was fehlt; bei mir gab es alles und ich hatte nur mein Stethoskop dabei, aber vieles hatten auch die anderen Freiwilligen mitgebracht. Die Medikamente, die wir im Projekt benutzt haben, wurden auch alle von den Freiwilligen mitgebracht. Wenn ihr also noch Gepäck übrig habt, freut sich Omar über alles, was mitgebracht wird. Am meisten wurde gebraucht: Omeprazol, Augentropfen, Paracetamol, Ibuprofen, Brillen, Zahnbürsten&Zahnpasta, Sonnencreme.

Reise und Ankunft

Ich hatte Glück und habe einen sehr günstigen Direktflug von Madrid nach Quito bei Iberia gefunden, der auch mit dem Fahrtkostenzuschuss abgedeckt war. Nach Madrid bin ich ein paar Tage vorher mit Ryanair geflogen.
Am Flughafen in Quito wurde ich von einem Flughafenshuttle abgefangen, der mich für 6$ zum alten Flughafen gebracht hat, von dort ist das Taxi dann für 8$ ins Zentrum gefahren. Das wurde mir so als "sichere Variante" auch empfohlen. Jetzt im Nachhinein würde ich aber einfach den normalen Bus bis zum nördlichen Busbahnhof Rio Coca nehmen für 2$ und von dort den normalen Bus für 0,25$ ins Zentrum oder bei viel Gepäck mit dem Taxi für ca 5-8$.
Von Quito kommt man dann vom südlichen Busterminal "Terminal Terrestre Quitumbe" für ca 5$ nach Riobamba. Quito ist riesig; vom Zentrum dauert es je nach Verkehrslage fast eine Stunde in einem völlig überfülltem Bus bis zu diesem Terminal. Tagsüber fahren sehr viele Busse nach Riobamba, die letzten wohl gegen 18-20Uhr abends. Die Fahrt dauert 3,5h. Man kann auch nach Guayaquil fliegen, ist beides ungefähr gleich weit von Riobamba weg.
In Riobamba hat Omar mich dann vom Bahnhof abgeholt und in unsere Unterkunft gebracht.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Mit Omar sind wir jeden Tag ca. 10-30Minuten in Dörfer (jeden Tag ein anderes) rund um Riobamba gefahren. Dort haben wir in irgendwelchen Räumlichkeiten (Kirchen, Schulen,..) immer je einen Bereich für Präventionsvorträge, einen für die Sprechstunde und einen für die improvisierte Apotheke hergerichtet. Jeder, der zur Sprechstunde wollte, musste sich zuerst die Vorträge anhören. Es ging um gesunde Ernährung, Prävention von Bluthochdruck und Diabetes, Hygiene (Händewaschen, Zähneputzen) und wenn Jugendliche dabei waren auch um Sexualprävention. Eigentlich war dieser Teil des Projekts meiner Meinung nach der sinnvollste. Allerdings hatten wir auch oft das Gefühl, dass die Patienten eigentlich nur ihre Medikamente wollen und es sie nicht interessiert, was wir da erzählen. Es wurde oft nicht zugehört, geschlafen,... manche Gruppen haben aber auch gut mitgemacht, dann hat es Spaß gemacht. Die Vorträge haben immer abwechselnd zwei aus der Gruppe gehalten. Danach wurden an gut organisierten Tagen Größe, Gewicht und Blutdruck der Patienten gemessen und sie wurden weiter zur „Sprechstunde“ geschickt. Dort haben wir dann Medikamente aufgeschrieben, die bei unserer „Apotheke“ abgeholt werden konnten und auch improvisierte Überweisungen gemacht, wenn wir nicht weiter wussten. Die häufigsten Krankheitsbilder waren: Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, grauer Star, Bluthochdruck. Meistens haben wir den Patienten Paracetamol für 10 Tage oder Omeprazol mitgegeben.
Das Problem ist, dass man für die Patienten oft sehr wenig tun kann. Mit einer Packung Paracetamol oder Omeprazol klebt man vielleicht ein Pflaster auf die Wunde, aber was die Patienten eigentlich bräuchten wäre eine anständige Diagnostik und Dauermedikation. Insgesamt hatten wir alle das Gefühl, dass unsere Arbeit nicht besonders sinnvoll ist. Die Patienten freuen sich über die Medikamente und sind sehr dankbar, das ist keine Frage. Aber man muss sich bewusst sein, dass man mit der Freiwilligenarbeit niemandem groß helfen wird. Hier scheitert es an viel grundlegenderen Strukturen. Es ist schwierig, Kindern beizubringen, sich die Hände zu waschen, wenn es an deren Schulen keine Seife in den Toiletten und manchmal nichtmal fließendes Wasser gibt. Oder zu sagen, dass sie Sonnencreme benutzen sollen, wenn eine kleine Packung dort 9$ kostet. Wenn wir die Patienten zum Facharzt oder ins Krankenhaus weitergeschickt haben, wussten wir eigentlich auch schon, dass sie sich das einfach nicht leisten können oder keinen Zugang dazu haben. Abgesehen von mangelnder Diagnostik wussten wir auch oft nicht, was die Patienten haben, schließlich sind wir noch keine Ärzte. Den Patienten werden wir aber als Ärzte verkauft und das ist irgendwie auch nicht fair. Einmal waren wir an einer Schule für behinderte Kinder, dort haben wir uns richtig verloren gefühlt, weil wir von den Krankheitsbildern dort natürlich oft keine Ahnung hatten. Und die Eltern kamen, weil ihnen gesagt wurde, es gäbe dort Orthopäden und haben sich erhofft, dass man ihnen mit irgendwelchen Fußfehlstellungen o.ä. weiterhelfen kann.
Natürlich gab es auch Erfolgserlebnisse. Die ein oder andere infizierte Wunde zu reinigen oder Antibiotika bei einem Harnwegsinfekt mitzugeben, ist natürlich schon sinnvoll und löst im besten Fall auch das Problem.
Vielleicht klingt das jetzt insgesamt sehr negativ, aber ich würde mir nicht wünschen, dass es anders gelaufen wäre. Für mich war es eine unglaubliche Erfahrung, die mich persönlich sehr weitergebracht hat und die ich auch jedem weiterempfehlen würde. Man sollte sich einfach vorher bewusst sein, dass man dort nichts bewegen kann und dass es manchmal frustrierend ist, nicht helfen zu können. Die Arbeit an sich kann man in der Gruppe natürlich mitgestalten, vielleicht könnte man in Zukunft noch mehr Wert auf die Präventionsarbeit legen.

Die Zeit im Hospital Andino war im Vergleich zum Projekt mit Omar sehr entspannt. Ich war dort im Bereich der andinen Medizin. Alle waren sehr nett und es war spannend, die Schamanen bei ihrer Arbeit zu beobachten. Erklärt haben sie mir aber nicht viel, auch wenn ich nachgefragt habe. Trotzdem lohnt es sich, soetwas mal zu beobachten. Mit Dr. Solís hatte ich dann nach dem Vorfall mit der letzten Studentin zum Glück keine Probleme, aber insgesamt hatte ich auch einfach nichts mit ihm zu tun außer am ersten und am letzten Tag wegen der Bescheinigung.

Land und Leute

Ecuador ist wunderbar! Ein so vielfältiges Land, das noch relativ wenig touristisch ist. Da es nicht so groß ist, kann man in wenig Zeit viel sehen! Die Menschen sind super freundlich und herzlich und einem wird immer gerne weitergeholfen.

Unter der Woche haben wir nach dem Projekt, so ab 16 Uhr in der Gruppe meistens noch etwas unternommen. Meistens haben wir uns einfach in Riobamba absetzen lassen und waren dort was essen, auf dem Markt, haben Wäsche gewaschen usw.
Zweimal wurden für uns auch Ausflüge organisiert, einmal zum Chimborazo und einmal zu einem kleineren Vulkan. Den Chimborazo wurden wir bis zur 1.Schutzhütte hochgefahren, von dort kann man bis zur 2. Hütte laufen, was nicht so lange dauert, oder noch weiter.
An den Wochenenden haben wir dann immer richtig viel erlebt. Am ersten Wochenende waren wir in Baños, das 2. Quilotoa und Cotopaxi, das 3. Cuenca und Cajas(sehr empfehlenswert!!). Damit hatte ich schon allein an den Wochenenden vieles von meiner must-see Liste geschafft. Am besten haben mir Chimborazo, Quilotoa und der Cajas-Nationalpark gefallen. Im Cajas und Quilotoa kann man auch campen, was super schön sein muss! Man braucht nur eine gute Ausrüstung, da es wie immer sehr kalt werden kann.
Danach hatte ich noch 12 Tage zum reisen. Die ersten 5 Tage war ich mit einem Teil der Gruppe an der Küste. Das war sehr schön aber kann man meiner Meinung nach auch weglassen, wenn man nicht zu viel Zeit hat. Wir haben uns eine Ferienwohnung in Puerto López gemietet und haben von dort einen Ausflug zur Isla de la Plata gemacht und die umliegenden Strände erkundet. Die Isla de la Plata war sehr schön, aber man sollte keine kleine Galapagos erwarten, wie sie oft verkauft wird. Man kommt nur mit Guide dorthin, auf dem Weg haben wir Delfine gesehen und auf der Insel viele Vögel. Schildkröten aber nicht und das schnorcheln war auch nicht so besonders.
Danach bin ich weitergefahren zu einem 5-tägigem Dschungeltrip in Cuyabeno. Der war teuer aber super empfehlenswert: in der Nicky Lodge, kann man in Quito oder übers Internet gut organisieren. Da man mit diesen Touren relativ weit in den Dschungel reinfährt, kann man super viele Tiere sehen (Giftschlangen, Faultiere, Süßwasserdelfine, tausende Vögel...).
Am Ende war ich noch einen Tag in Otavalo um Mitbringsel zu kaufen und einen Tag in Quito bevor es wieder zurück ging. Ich konnte es davor nicht so richtig glauben aber tatsächlich hat man in Otavalo alles viel günstiger bekommen als in anderen Städten.
Für Galapagos war am Ende leider keine Zeit mehr, aber auch so hatte ich das Gefühl, das Land sehr gut kennengelernt zu haben in diesen 6 Wochen.

Fazit

Zusammenfassend waren die 6 Wochen in Ecuador eine unglaubliche Erfahrung. Durch das Projekt von Omar hat man die Gelegenheit, so tief in eine Kultur einzutauchen, wie man es sonst niemals schafft, wenn man einfach nur ein Land bereist. Auch wenn in dem Projekt nicht immer alles perfekt läuft, ist das letztendlich ein wichtiger Teil der Erfahrung. Omar ist ein wundervoller Mensch, der sich über jeden Freiwilligen freut und ich würde mich freuen, wenn das Projekt vielleicht auch mit den zukünftig kommenden Freiwilligen wächst und mitgestaltet wird. Ich kann die Erfahrung auf jeden Fall jedem ans Herz legen!

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