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;IFMSA-Panama(Panama);Evaluation of the immune response in T. cruzi infection transmitted by Rhodnius pallescens with Wolbachia species. And without Wolbachia species using an animal model.;;;;

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
Anonym

Motivation

Die Möglichkeit, viele Praktika im Ausland zu absolvieren, die unser Studium bietet, wollte ich auf jeden Fall nutzen um das Leben, die Menschen und das Gesundheitssystem eines anderen Landes besser kennen zu lernen.

Vorbereitung

Eigentlich war für meinen Aufenthalt nicht sonderlich viel Vorbereitung nötig, außer die Kontaktaufnahme mit dem Ansprechpartner vor Ort, Flug buchen etc.

Visum

Mit deutscher Staatsbürgerschaft kann man sich 90 Tage ohne Visum in Panama aufhalten.

Gesundheit

Ich hatte noch alle Impfungen von meiner letzten Reise, ansonsten kann man bei einem Reisemediziner kompetente Beratung über benötigte Impfungen im Zielland einholen und dort auch eine Reiseapotheke erstehen. ( Ich war bei Dr. Helma Hesse) Man könnte sich vorher angucken, wie man sich bei einem Stachelrochenstich verhält, da das im Wasser schon passieren kann und bei manchen zu Panik geführt hat. Im Fuß aber kein Weltuntergang. (Fuß in heißes Wasser, desinfizieren etc)

Sicherheit

Insgesamt habe ich mich in Panama eigentlich immer sicher gefühlt. Natürlich sollte man immer seinen gesunden Menschenverstand nutzen und kann sich bei seiner Gastfamilie viele Informationen holen. Ich habe aber keine schlechten Erfahrungen gemacht. Es ist aber empfehlenswert z. B. eine laminierte Kopie seines Reisepasses immer mit sich zu führen, da Ausweiskontrollen durch die Polizei vorkommen können.

Geld

Schlau ist es schon vor der Abfahrt bei seiner Hausbank um die Auszahlung von Dollar zu fragen, damit man schon bei der Einreise die Währung besitzt. Ansonsten zahlt man jedes mal, wenn man in Panama mit Kreditkarte Geld abhebt mindestens 5$ Gebühr, weshalb die meistens immer eine etwas größere Summe abheben.
Die Lebenserhaltungskosten und Preise waren für mich überraschend hoch. Eigentlich zahlt man überall deutsche Preise.

Sprache

Bei meinem Auslandsaufenthalt handelte es sich um einen Forschungsaustausch, weshalb vom Gastland keine Spanischkenntnisse vorausgesetzt wurden, es erleichtert das ganze natürlich dennoch erheblich. Die Leute im Labor sprechen fast alle Englisch, ein paar Studenten auch, aber man hat schon eine bessere Zeit wenn man etwas besser Spanisch spricht, es ist aber kein muss.

Verkehrsbindungen

In Panama City sollte man sich in den ersten Tagen eine Metrocard für das Busfahren in Panama City holen (Prepaid-Karte für Busse, erhältlich an Metrostationen oder der Albrook-Station) Alle Busse weiter ins Land starten von der Albrook-Station, wo man sich seine Tickets holen kann. (10-20$) Es gibt sehr gute Reisebusse und kleinere, klapperigere Busse zu den kleineren Orten.

Kommunikation

In jedem Supermarkt kann man sich eine Prepaidkarte für mobiles Internet kaufen, wenn man möchte. ich glaube man zahlt in etwa um die 5$ für 200MB Datenvolumen. Sonst muss man keine speziellen Vorkehrungen treffen.

Unterkunft

Ich habe bei einer Gastfamilie gewohnt, wo ich jede Mahlzeit bekommen habe, meine Wäsche waschen konnte und auch Decke und Kissen bekommen habe. Ich musste mir dort eigentlich nie Nahrung kaufen, sondern war gut versorgt.

Literatur

Ich habe mir eigentlich nur ein bisschen einen Reiseführer angeguckt, in dem es eigentlich viele Informationen gab. Sonst kommt es natürlich auf den jeweiligen Aufenthalt an ob man sich medizinische Literatur durchliest, bei mir war es nicht nötig.

Mitzunehmen

Obwohl es sich um ein sehr warmes Land handelt sollte man lange Hosen mitnehmen, da es in der Universität eine Art Kleiderordnung gibt. Zumindest läuft niemand in kurzer Hose rum. Im nachhinein hätte ich mehr dünne, lange Hosen mitgenommen.

Reise und Ankunft

Panama ist nicht sehr groß, so kann man schon an Wochenenden an interessante Orte reisen. Vom Flughafen zahlt man um die 30$ mit dem Taxi in die City, wenn man sich zur richtigen Bushaltestelle durchfragt, zahlt man nur 1$.
Wenn man direkt zur Gastfamilie reist, hätte man sich in meinem Fall sicher auch vom Flughafen abholen lassen können.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich habe im Institut für Mikrobiologie im Labor gearbeitet. Die Person, die für meine Betreuung zuständig war hat auch Mikrobiologiepraktika der Studenten in den früheren Semestern betreut, weshalb ich auch oft dort anwesend war und mit den Studenten den ein oder anderen Versuch durchgeführt habe. Ansonsten haben wir über die Tage verteilt Bakterien in Kultur genommen, verschiedene Kits zur Isolierung von DNA ausprobiert (also viel pipettieren von einem Tube in den anderen, zentrifugieren etc), Gelelektrophoresen durchgeführt. Es war nicht besonders schwer aber interessant an den Sachen teilzuhaben. Natürlich kann in einem Labor in einem Monat ein bisschen reinschnuppern, aber nicht groß eine neue Methode etablieren.
Insgesamt verfügen die staatlichen Universitäten in Panama leider nicht über so viele Mittel, wie sie sollten und so ist die Ausstattung und die Mittel im Labor und das was den Studenten zur Verfügung steht, gemessen an deutschen Standards, etwas dürftig. Nichts desto trotz ist mein Eindruck, dass in der Lehre und Forschung das Beste aus den zur Verfügung stehenden Mitteln gemacht, was ich einer der wichtigsten Erfahrungen finde.

Wenn man wollte, konnte man auch ein paar Tage in der Klinik auf der Station der Infektiologie verbringen und sich dort interessante Fälle zeigen lassen.
Die Betreuung war sehr gut und die Leute im Labor aber auch die Studenten waren immer sehr nett und interessiert. Allerdings ist die Kommunikation ohne Spanisch mit den Studenten schwer, da nur wenige Englisch sprechen.
Wenn man mal aufgrund eines geplanten Ausflugs früher gehen wollte war das kein Problem. Die Arbeitstage waren auch so nie übermäßig lang.


Land und Leute

Nach der Arbeit bietet es sich an sich Panama City besuchen. Insgesamt kann man, da Panama ein kleines Land ist, wenn man in Panama City wohnt, ein paar ziemlich gute Wochenendtrips machen, vor allem wenn man mal an einem Freitag oder Montag frei hat. Ein muss ist auf jeden Fall San Blas, eine Inselgruppe nördlich auf der karibischen Seite Panamas. Die Inseln sind wunderschön. Man kann die Reise einfach bei Hostels in Panama City buchen.
Dann bietet sich noch Ausflug nach Santa Catalina, ein kleiner Ort an der Pazifikküste Panamas an. Dort kann man ein bisschen Surfen gehen, Schnorcheln usw. Als weiterer Ausflug bietet sich noch El Valle de Anton an. Ein kleiner Ort der in der mit eines inaktiven Vulkankraters errichtet wurde. Hier gibt es schöne Wasserfälle und man kann ein paar coole Hikes machen. Wenn man bei einer Gastfamilie wohnt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man nicht unbedingt im Zentrum von Panama City wohnt. Es ist auch empfehlenswert mal ein paar Tage in der Altstadt von Panama City zu wohnen. Die Altstadt ist sehr schön und es gibt auch ein paar coole Hostels. Und es der richtige Ort wenn man mal lust hat ein wenig feiern zu gehen. Hier findet man mehrere Rooftop Clubs oder Bar. Oder es gibt Bars die ins Hostel integriert sind.
Als ich mit dem Praktikum fertig war bin ich dann weiter nördlich gereist, zu den Orten die etwas weiter entfernt sind. Einer davon war Boquete, wo man mit dem Vulcan Baru den höchsten Ort Panamas besteigen kann. Es ist allerdings sehr anstrengend und man sollte es nicht unterschätzen. Von Boquete bin ich dann weiter nach Bocas del Toro weiter gereist. Hier gibt es auch ein paar schöne Inseln auf der Karibikseite Panamas. Der Ort ist auch bekannt für seine Partys, aber es gibt auch eine ruhigere Insel, wo man sich dem ein bisschen entziehen kann beim Red Frog Beach. Wenn man noch genug Zeit hat kann man auch noch mal kurz nach Costa Rica reinschauen, da Bocas nahe an der Grenze liegt. Man konnte eigentlich überall ohne Bedenken Essen ohne Probleme mit dem Magen zu bekommen. Die Menschen in Panama waren sehr oft sehr nett, herzlich und hilfsbereit. Meine Gastfamilie war auch sehr nett, mir hat es an nichts gefehlt, allerdings ultra konservativ und streng, was anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war.

Fazit

Ich hatte eine super schöne Zeit in Panama und bin froh, dass ich den Austausch gemacht habe. Ich würde gerne einmal wieder nach Panama reisen. Auch einen weiteren Auslandsaufenthalt würde ich sehr gerne einmal wieder realisieren.

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