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Armenia (AMSP-Armenia)

Anästhesie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Die Famulatur bietet sich für einen Auslandsaufenthalt an. Eigentlich wollte ich mich nur über die Bewerbungsfristen für das nächste Semester informieren. Nachdem ich die Restplätze gesehen habe, beschloss ich mich für Armenien zu bewerben. Ich wusste nicht sehr viel über das Land und beschloss, es selbst zu erkunden und auch das Gesundheitssystem dort kennen zu lernen.

Vorbereitung

Leider hatte ich vor meinem Austausch nicht sehr viel Zeit wegen einer anderen Famulatur mich auf den Aufenthalt vorzubereiten. Als zwei Wochen vor meinem geplanten Austausch war noch immer keine Card of Acceptance in meinem Profil war, schrieb ich an die bvmd, der mir mitteilte, dass manche Länder so lange brauchen. Schließlich war die CA da, und ich konnte meine Flüge buchen. Einen Tag vor meinem Flug nach Eriwan bemerkte ich eine E-Mail, dass die Armenier für mich keinen Schlafplatz und Mittagessen organisieren könnten und ich solle mich an meine NEO wenden. Obwohl sie auf einem Kongress war, hat sie doch schnell geantwortet und erklärt, dass es ihr schon mitgeteilt wurde und sie es schon geregelt hat.
Da ich noch Reisen wollte, habe ich mir den Lonely planet Reiseführer für Georgien, Armenien und Aserbaidschan gekauft. Außerdem habe ich mir ein paar Websiten durchgelesen, allerdings fand ich sie nicht so informativ, dass sie mich super auf Armenien vorbereitet hätten.

Visum

Für Armenien wird kein Visum benötigt. An der Passkontrolle im Flughafen oder an der Landgrenze erhält man ein Visum. Deutsche Staatsangehörige dürfen 180 Tage im Jahr in Armenien verbringen.

Gesundheit

Als Reiseapotheke habe ich nur Antibiotika und Durchfallmittel mitgenommen. Die Antiobiotika habe ich nicht gebraucht. Am letzten Abend habe ich mir leider eine Lebensmittelvergiftung eingefangen, weshalb ich froh war, Elektrolyte etc. dabei zu haben. Besondere Impfungen sind nicht erforderlich. Das Leitungswasser kann man auch bedenkenfrei trinken.

Sicherheit

Ich hatte nur eine zusätzliche Krankenversicherung. Diese ist auch sinnvoll, wenn man ins Krankenhaus gehen muss. Ansonsten ist Eriwan eine der sichersten Städte, in denen ich jemals war. Wie in jeder großen Stadt sollte man auf Taschendiebe aufpassen, auch wenn es nur wenige gib. Die Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan sind geschlossen. Trotzdem ist Armenien sicher. Nur die Region Artsakh/Nagorno-Karabakh ist mit etwas mehr Vorsicht zu besuchen. Wenn man jedoch die Grenze zu Aserbaidschan meidet und insgesamt in Armenien nachts nicht zu nah an die Grenze geht (es wird nachts teilweise noch geschossen), ist es sicher.

Geld

In Armenien wird mit armenischen Dram bezahlt. Der Wechselkurs ist ca. 1€ zu 560 Dram. In der Hauptstadt werden teilweise Euro und Dollar akzeptiert. Aber nicht überall. Es werden auch nicht überall Kreditkartenzahlungen akzeptiert. Sobald man Eriwan verlässt, sollte man Bargeld dabei haben. Sich Geld vor Reiseantritt zu holen ist nicht nötig. Überall in Eriwan gibt es Geldautomaten und exchange offices. Die Hauptstadt ist im Vergleich zum Rest des Landes sehr teuer, aber meist billiger als Deutschland.

Sprache

In Armenien wird Armenisch gesprochen. Alle Armenier sprechen auch fließend Russisch. Jüngere Leute sprechen auch Englisch, aber das Niveau ist sehr unterschiedlich. Einige Armenier sprechen Deutsch, weil Deutschland ihr Traumland zum Auswandern ist. Die Armenier freuen sich allerdings, wenn man etwas Armenisch spricht. Und wenn es nur Hallo, Danke und Tschüss ist. Wegen vieler Armenier, die im Ausland leben, sind alle Schilder in Armenisch und Englisch. Dadurch kommt man überall hin ohne das armenische Alphabet zu lernen, dass etwas schwieriger ist. Armenisch hat Ähnlichkeiten zum Persischen, ist jedoch eine eigenständige Sprache.

Verkehrsbindungen

Von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge nach Eriwan. Man kann über Kiew, Wien, Warschau, Prag (nicht oft) oder Athen (nur im Sommer) fliegen. Dadurch, dass die Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan geschlossen sind, kann man über den Landweg nur von Georgien einreisen. Von Tbilisi gibt es mehrere Möglichkeiten nach Armenien zu kommen. Der günstigste ist der Landweg mit einer Marshrutka (Minibusse in Armenien). Die Fahrt dauert zischen 6h und 7h. Es fährt auch ein Zug. Dieser ist jedoch etwas teurer und dauert auch wesentlich länger, da er überall hält.
Innerhalb Armeniens reist man am besten mit einer Marshrutka oder, wenn man mehrere Leute ist, per Taxi. In Eriwan fahren Marshrutkas, Busse und eine Metro. Jede Fahrt, egal wie weit, kosten 100 Dram (20ct). Überwiegend sind sie zuverlässig, doch nicht alle fahren bis spät abends. Neben den Bussen kann man auch mit dem Taxi fahren. Entweder winkt man eins herbei. Diese sind die teuersten, aber für 2€ kommt man um die 5km weit. Yandex Taxi ist das billigste. Die Taxen werden über eine App geordert, aber die meisten sprechen kein Englisch. Etwas teurer ist ggf Taxi. Die Chancen, dass der Fahrer Englisch spricht ist am höchsten, und zuverlässig und sauber sind die Taxen auch. Die ersten 4km kosten 600 Dram (1,10€). Danach jeder weitere km 100 Dram.

Kommunikation

Durch WhatsApp brauchte ich keine besonderen Dinge, um mit zu Hause in Kontakt zu bleiben. Wenn ich im Ausland bin, versuche ich nicht allzu viel Kontakt nach Hause zu haben. Man kann sich auch Telefonkarten kaufen, um nach Hause zu telefonieren, die vergleichsweise günstig sind.
Innerhalb der ersten Tage habe ich mir eine armenische SIM-Karte zugelegt. Somit habe ich Internet und Freiminuten gehabt. 5-10 GB kosten zwischen 10-13€. Im Studentenwohnheim gab es kostenfreies Internet. Je nachdem, in welchem Zimmer man gewohnt hat, war der Empfang allerdings gut bis nicht vorhanden.

Unterkunft

Ich habe im Studentenwohnheim für Medizinstudenten gewohnt. Das Zimmer habe ich mir mit einer anderen Austauschstudentin geteilt. Während ich dort war, haben nur 3-8 andere Austauschstudenten gewohnt. Ansonsten 1-2 Familien und die restlichen Zimmer waren frei. Deshalb habe ich auch nicht verstanden, warum die armenische Organisation angeblich kein Zimmer zur Verfügung stellen kann. Meine tschechische Mitbewohnerin hat die gleiche Nachricht bekommen. Wir hatten für 2 Personen 1 Kleiderschrank, 1 Schreibtisch, 2 Stühle und 1 Kühlschrank (nicht alle Zimmer haben einen). Die Zimmer waren mit einem Bad ausgestattet. Die Reinlichkeit war mittelmäßig. Nach 3 Wochen haben wir schließlich den Grund für meine unzähligen Stiche/Bisse gefunden. Bettwanzen. Nachdem sie uns erst 2 weitere Tage im Zimmer schlafen lassen wollten (es war Samstagabend), haben wir uns ein Hostel für die Nacht gesucht und unsere NEO angerufen. Am nächsten Tag haben wir doch ein neues Zimmer bekommen. Uns wurde zwar vorgehalten, wir hätten die Bettwanzen mitgebracht und wir sollten doch unser Gepäck nicht bewegen, aber wir hatten zumindest ein Bettwanzen-freies Zimmer. Im neuen Zimmer bekam ich allerdings ein kaputtes Bett, in dem ich eine Nacht schlafen musste (es war Sonntagabend). Am nächsten Morgen wurde es nach einigem Beschweren repariert. Mit viel beschweren hat man dann doch viel erreicht. Auch hatten wir eine Ausgangssperre ab 0 Uhr. Wenn wir am Wochenende später heimgekommen sind von einer Tour, mussten wir vorher Bescheid geben. Ansonsten wären wir nicht mehr eingelassen worden. Obwohl sie wussten, dass wir spät kommen würden, haben sie uns trotzdem unzählige Male angerufen, wo wir denn bleiben.

Literatur

Viel an Literatur habe ich nicht gelesen, da ich etwas unter Zeitdruck war. Der Reiseführer von lonely planet ist allerdings ganz gut gemacht. Die Informationen sind nach Regionen aufgeteilt und es stehen auch ein paar allgemeine Tipps drin, sowie ein paar Redewendungen auf Armenisch.
Als medizinische Lektüre hatte ich USMLE 2 als pdf dabei. Das hat völlig ausgereicht.

Mitzunehmen

Im Studentenwohnheim konnte man für wenig Geld waschen. Von daher wird nicht allzu viel Zeug benötigt. Sonnencreme ist ganz wichtig bei hellem Hauttyp. Bettwäsche wurde gestellt. Aber Handtücher muss man selbst mitbringen. Außerdem sollte ich meinen weißen Kittel und mein Stethoskop mitbringen. Beides habe ich nie gebraucht (ich war auf der Intensivstation). Als Frau sollte man keine kurzen Hosen tragen. In Eriwan geht es noch, jedoch außerhalb lieber lange Hosen oder Kleider und Röcke. Egal wie kurz der Rock ist, ist es nicht so schlimm wie eine kurze Hose. Wollt ihr Artsakh bereisen, nehmt auch eine Jacke mit. Obwohl es in Eriwan 40 Grad sind, werdet ihr sie in Artsakh brauchen. Ein Adapter wird benötigt. Man sollte sich auf jeden Fall überlegen, ob man Händedesinfektionsmittel mitnimmt oder nicht. Nicht überall im Krankenhaus gibt es Desinfektionsmittel.

Reise und Ankunft

Meine Anreise aus Kiew verlief problemlos. Am Flughafen hat mich die NEO abgeholt, da meine Kontaktperson zu der Zeit in Russland und danach in Georgien war. Sie hat mich zum Studentenwohnheim gebracht und danach sind wir direkt in die Stadt gefahren. Sie hat mir die Haltestelle fürs Krankenhaus gezeigt. Dann haben wir Geld gewechselt und eine Sim-Karte besorgt. Da die Austauschstudenten vom vorherigen Monat ihren letzten Abend hatten, sind wir noch zu ihnen gestoßen und sind noch zum Republic square gegangen.
Ich hatte noch einen Tag frei bevor meine Famulatur angefangen hat. Am ersten Tag hat meine NEO mich und meine Mitbewohnerin am Krankenhaus getroffen und uns zu unseren Abteilungen gebracht. Da es schon Nachmittag war, habe ich mich nur vorgestellt und musste erst am nächsten Morgen anfangen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich war auf die Intensivstation eines überwiegend chirurgischen Krankenhauses eingeteilt. Von einer litauischen Austauschstudentin hatte ich schon erfahren, dass das Englisch der Ärzte nicht so gut sei, aber die meisten Deutsch sprechen würden. Am ersten Tag war ich nur kurz zur Vorstellung da. Am nächsten Tag sollte ich um 9 Uhr da sein. Allerdings hatten die Ärzte dann meistens eine Besprechung, weshalb ich nach einer Woche um 9.30 Uhr gekommen bin. Die Klingel zur Intensivstation war defekt, weshalb ich besonders in der ersten Woche einige Minuten vor der Tür stand. Danach hatte ich die Handynummer eines Arztes und gelang ohne Probleme auf die Intensivstation. Kurz vor 10 machten wir eine Visite. Wir hatten 4 Räume. Einer war eine neurochirurgische Intensivstation, eine Notfallintensiv und zwei2 post-chirurgische Intensivstation.
Im neurochirurgischen Raum waren häufig Patienten in terminalem Koma. Bei diesen wurde im Prinzip nur darauf gewartet, dass sie starben. Die Ausstattung des Krankenhauses war nicht sonderlich gut. Wie mir allerdings ein junger Arzt erklärte, war dieses Krankenhaus sehr gut ausgestattet, hätte aber kein Geld. So gab es Beatmungsmaschinen ohne Sauerstoffsensor, da die Reparatur dafür zu teuer gewesen wäre; Medikamente waren zu teuer, manche Operationstechniken waren zu teuer für einige Patienten (besonders Neurochirurgie), weshalb alte Methoden eingesetzt wurden. Die Intensivstation besaß kein eigenes Hämodyalysegerät etc. In den Arztzimmern durfte man rauchen (auch auf der Intensivstation), in der plastischen Chirurgie hat man den Mundschutz unter der Nase getragen und die Klimaanlage im OP-Saal hat nicht funktioniert. Nach der Händedesinfektion wird das Desinfektionsmittel mit einem sterilen Tuch abgetrocknet. Der Chefarzt kann auch mal ungewaschen sterile Handschuhe anziehen und mitoperieren (ohne Kittel oder ähnliches).
Nach der Visite gab es nicht sehr viel auf der Intensivstation zu tun. Deshalb durfte ich mit in den OP. Obwohl es ein chirurgisches Krankenhaus war, gab es bei „vielen“ Operationen 5-12 OPs auf 10 Operationssäle verteilt. Häufig waren donnerstags keine Operationen geplant. Auch fingen die Operationen frühestens um 11 Uhr an. Nachdem die Anästhesisten die Patienten intubiert hatten oder Spinalanästhesie verabreicht hatten, durfte ich mich teilweise einwaschen und den Operateuren assistieren. Fast alle Operateure sprechen gutes Englisch und erklären alles. Als Gast darf man mehr als armenische Studenten. Dazu sei auch gesagt, dass in Armenien die Ausbildung nur theoretisch stattfindet. Ein Student im 5. Jahr hatte sich noch nie eingewaschen.
Ich durfte zu jeder Operation gehen und habe dadurch Traumachirurgie, plastische Chirurgie, Allgemeinchirurgie, urologische Chirurgie, Mikrochirugie, Neurochirurgie und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Die Ärzte waren immer freundlich und haben sich gefreut, dass jemand aus Deutschland nach Armenien gekommen ist. Mit dem Pflegepersonal hatte ich keinen Kontakt, da sie weder Englisch noch Deutsch sprachen.
Durch meine Mitbewohnerin, die in der plastischen Chirurgie war, durfte ich mit dem Arzt nach Artsakh/Nagorno-Karabakh mit und diese Krankenhäuser sind wesentlich schlechter ausgestattet gewesen. Im Operationssaal wurden dort 2 Patienten im gleichen Raum operiert. Die Decken und Stoffkittel waren häufig von deutschen oder amerikanischen Krankenhäusern. Artsakh ist aber besetztes Gebiet und es finden teilweise noch immer Kriegshandlungen statt. Dort ließ mich der Arzt allerdings intubieren und die meisten Sachen eigenverantwortlich machen. Durch den Krieg in diesem Gebiet hat Armenien sehr gute Chirurgen.
Ich war die einzige Medizinstudentin auf Station und auch im OP-Saal. Eigentlich sollte ein armenischer Student eine Rotation auf der Intensivstation machen, aber er tauchte nur 1x auf. Die meisten Ärzte sprachen Deutsch oder Englisch. Besonders die Anästhesisten lernen Deutsch und haben oder wollen in Deutschland arbeiten.
Da es nicht genügend Ambulanzen gibt, werden die meisten Patienten von verwandten ins Krankenhaus gebracht. Die Verwandten müssen die Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes pflegen und nicht selten bei Untersuchungen die Patienten von einem Bett zum anderen heben.

Land und Leute

Am Wochenende sind die anderen Austauschstudenten und ich gereist. Wir haben alle wichtigen Ziele in Armenien bereist. Besonders schön war Artsakh. Dabei sollte man beachten, dass man nicht mehr nach Aserbaidschan einreisen darf, wenn man ein Visum von Artsakh in seinem Pass hat. Aber man kann fragen, ob sie es auf einen extra Zettel stempeln, der lose in den Pass gelegt wird. Ich hatte sogar die Zeit für einen Kurztrip nach Georgien. Nach jedem Wochenende haben mich die Ärzte gefragt, was ich denn schon in Armenien gesehen habe und haben Vorschläge für weitere Ausflüge gemacht. Manche Sehenswürdigkeiten sind sogar in der Nähe von Eriwan, sodass man nach einem Arbeitstag noch dorthin fahren kann.
Die Armenier sind sehr stolz darauf, dass sie das erste Land waren, das das Christentum als Staatsreligion anerkannt hat. Bei jeder sich ergebenden Gelegenheit erzählen sie einem das. Dementsprechend gibt es viele Klöster, die erhalten wurden oder sogar wieder aufgebaut wurden. Dabei gleichen sich viele (sie sind im sogenannten armenischen Stil erbaut) und man muss auch nicht alle gesehen haben.
Im Sommer ist es besonders in der Hauptstadt häufig 40 Grad. In anderen Teilen Armeniens ist es jedoch kälter. Der Norden hat viele Wälder, der Süden und Südosten ist wesentlich bergiger und kahler. Vor allem im Sommer besteht die Landschaft aus Steppe. Obwohl es im Sommer so heiß ist, ist der Winter streng und sehr kalt.
Die Hauptstadt sieht architektonisch chaotisch aus. Alte Gebäude werden abgerissen und neue moderne Gebäude werden errichtet. Die Bevölkerung versucht teilweise, die alten Gebäude zu erhalten. Durch die Abschottung von seinen Nachbarn gestaltet sich die wirtschaftliche Situation schwierig. Über die Hälfte der armenischen Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze.
Das soziale Programm durch IFMSA bestand überwiegend aus Essen gehen und in Museen gehen. Die armenischen Kontaktpersonen haben sich erst abgewechselt, doch am Ende waren nur 1 oder 2 Armenier wirklich aktiv und haben ein soziales Programm geplant.
Armenien ist eine junge Republik und feiert zur Zeit ihre geglückte Revolution. Ihren neuen Präsidenten lieben sie. Außerhalb der Hauptstadt sieht das Land eher ärmlich aus und besteht viel aus Landwirtschaft. Neben jeder Straße findet man Stände, die Früchte verkaufen.
Jeder Armenier fragt einen, woher man kommt und ist erstaunt, dass Europäer nach Armenien kommen. Sollte man mal nicht wissen, wo man ist, kann es auch sein, dass ein Armenier einen zum gewünschten Ziel bringt, obwohl es in der entgegengesetzten Richtung lag. Wirklich ärgerlich war die Unpünktlichkeit der Armenier. Nicht selten hat man eine halbe Stunde gewartet, wobei es auch Ausnahmen gab, die überpünktlich waren. Entweder bringt man Geduld mit oder man lernt geduldig zu sein. Auf der anderen Seite waren sie super freundlich und hilfsbereit. Dem Anschein nach brachte sie nichts aus der Ruhe.
In meiner letzten Nacht war ich noch wegen einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus. Dabei war es wirklich gut, dass wir einen armenischen Freund dabei hatten, da sich die Kommunikation mit den Krankenschwestern etwas schwierig gestaltet hat.

Fazit

Ich habe meinen Austausch genossen. Obwohl im Krankenhaus einiges etwas seltsam läuft, gewöhnt man sich schnell daran. Und es klingt vielleicht sehr rückständig, aber die Beschreibungen klingen schlimmer, als es wirklich ist. Die Ärzte haben eine wirklich gute Ausbildung. Besonders die Chirurgen und ich würde empfehlen ein chirurgisches Fach zu wählen, da man dort am meisten lernt und auch viel machen darf.
Die Erfahrungen haben mich auf jeden Fall gelehrt, dass wir hier froh über unser Gesundheitssystem sein sollten und unsere Krankenhäuser sehr gut ausgestattet sind. Selbst die ältesten deutschen Krankenhäuser sind in einem besseren Zustand als die meisten armenischen Krankenhäuser.

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