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;BeMSA(Belgium);Optimization of lung-sparing pleural intensity-modulated radiotherapy for malignant pleural mesothelioma: the role of 4D-CT;;;;

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
Anonym

Motivation

Da ich bereits einige Auslandsaufenthalte mit Erasmus und SCOPE hinter mir hatte, reizte mich ein Forschungsaustausch. Da ich mich bei der Wahl des Landes sehr auf das angebotene Projekt beschränkte, fiel meine Wahl auf Belgien.

Vorbereitung

Da Belgien Teil der EU ist, gab es so gut wie keine Formalitäten zu erledigen. Ich kontaktierte lediglich meinen Supervisor, der mich anschließend an der Universität in Leuven anmeldete.
Vor und während des Austausches stand mir meine Kontakt-Person zur Seite und beantwortete mir jegliche Fragen bezüglich Anreise und Ablauf des Austausches.

Visum

Belgien ist Teil der EU, deshalb war kein Visum nötig. Da wir Incomings nur für einen Monat blieben, registrierten wir uns auch nicht im Rathaus.

Gesundheit

Auch hier gilt wieder: Da Belgien Teil der EU ist, waren keine zusätzlichen Versicherungen oder Impfungen nötig. Die europäische Gesundheitskarte genügt hier.
Da ich in meinem Forschungspraktikum mit Tieren arbeitete, musste ich lediglich einen aktuellen Tuberkulosetest vorlegen.

Sicherheit

Belgien ist ein sehr sicheres Land. Speziell in Leuven leben überwiegend Studenten, weshalb man sich keine Sorgen über die eigene Sicherheit machen musste. Es waren deshalb keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.

Geld

In Belgien bezahlt man mit dem Euro. Außerdem ist die Bezahlung mit Kreditkarte in den meisten Geschäften möglich. In den Bars musste man meistens in bar bezahlen. Das Preisniveau ist im Vergleich zu Deutschland ein wenig höher.

Sprache

Belgien hat offiziell 3 Amtssprachen: Flämisch/Niederländisch, Französisch und Deutsch.
In Leuven wurde flämisch gesprochen. Man konnte zwar als Deutscher wenig verstehen, aber es war durchaus möglich, das meiste zu lesen. Im Labor sprach das gesamte Personal ausgezeichnetes Englisch.

Verkehrsbindungen

Da Leuven eine kleine, schnuckelige Studentenstadt ist, empfiehlt sich das Mieten eines Fahrrads. Mit dem Studentenausweis kostete es lediglich 17 Euro für einen Monat. Ansonsten hatte die belgische Bahn ein Summer-Holiday Special, das unter 26-Jährigen erlaubte, für 25 Euro einen Monat unbegrenzt zu reisen.

Kommunikation

Mit Erhalt der Studentenkarte konnte man auf das Studentennetzwerk zugreifen und auf verschiedene Hotspots in der Stadt. Da das Roaming innerhalb der EU abgeschafft wurde, konnte man ohne zusätzliche Kosten zuhause anrufen.

Unterkunft

Alle Incomings wurden in einem Wohnheim untergebracht. Es gab 3 Stockwerke mit Gemeinschaftsküchen und Toiletten/Duschen am Flur. Jeder Student hatte ein spartanisch eingerichtetes Einzelzimmer mit Schrank, Bett, Schreibtisch, Waschbecken und manchmal sogar Kühlschrank. Bettwäsche und Schlafsack musste man selbst mitbringen.

Literatur

Um mich auf mein Praktikum vorzubereiten, kontaktierte ich meinen Supervisor, der mir einige Artikel und Internetseiten schickte.
Da ich mir keinen Reiseführer für Belgien zugelegt hatte, informierte ich mich auf Wikipedia und sonstigen Seiten über die Städte, die wir im Laufe unseres Austausches besuchten.

Mitzunehmen

Da wir im Juli/August eine Hitzewelle mit Temperaturen über 30°Grad erlebten, waren besonders Sommerklamotten und Sonnenbrille gefragt. Da dieses Wetter in Belgien eher eine Ausnahme war, sollte man dennoch einen guten Mix aus kurzen und langen Klamotten dabei haben. Ansonsten konnte man sich alles auch in Belgien besorgen.

Reise und Ankunft

Die Anreise am Samstag verlief problemlos. Ich reiste mit dem Zug aus Hamburg an und wurde am Bahnhof in Leuven von meiner Kontaktperson empfangen. Sie führte mich in die Unterkunft und erledigte mit mir den Check-in.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich arbeitete im Labor der Neurophysiologie der Universität Leuven. Es wurde hauptsächlich Grundlagenforschung an Rhesus-Äffchen betrieben. Da Forschung mit Tieren ein heikles Thema ist und ich deshalb auch viele Diskussionen mit anderen Studenten hatte, werde ich die Arbeit im Labor nicht im Detail ausführen.

Am ersten Tag bekam ich eine kleine Einführung im Labor und wurde den meisten Mitarbeitern vorgestellt. Da das Personal im Labor sehr international war, sprach hier jeder Englisch. Mir wurde unter anderem gezeigt, wie mein sich bei den Affen verhält und sie aus den Käfigen holt. Außerdem bekam ich einen kleinen Einblick, woran die anderen Abteilungen forschten.

Während des Praktikums unterstützte ich einen PhD-Studenten bei seinen Versuchen mit den Rhesus-Äffchen. Es wurde untersucht, ob Rhesus-Affen die Fähigkeit haben, visuell unterschiedliche Tiefen wahrzunehmen. Dabei wurde den Affen unterschiedliche Tiefen auf einem Monitor präsentiert.
Meine Aufgabe war es, die Äffchen am Morgen aus dem Käfig zu holen und die Versuchseinrichtung zu vorzubereiten. Danach konnte ich die Software starten, die den Affen unterschiedliche Tiefen darbot. Im Laufe des Tages dokumentierte ich die Ergebnisse und verglich sie mit den vorangegangen Tagen.
Da wir als besseren Vergleich zwei Äffchen testeten, wiederholten wir die Versuche mit dem anderen Affen am Nachmittag. Da die Tiere manchmal mehrere Stunden am Stück arbeiteten, waren Tage mit 8-10 Stunden keine Seltenheit.

Da ich während des Praktikums viel alleine durchführen konnte, fühlte ich mich sehr involviert. Mein Tutor war sehr engagiert und wollte, dass ich so viel mitnehme wie möglich. Er führte mich auch ein in die Analyse der Daten mit speziellen Computerprogrammen. Während die Affen die Versuche durchführten, hatte ich deshalb die Zeit, einige Tutorials in den Analysenprogrammen zu machen und einen kleinen Einblick zu gewinnen.

Es war mir auch freigestellt, einige Tage andere Wissenschaftler aus der Abteilung zu begleiten und deren Arbeit kennen zu lernen. Innerhalb der Abteilung war mir jeder sehr aufgeschlossen und daran interessiert, welchen beruflichen Hintergrund ich habe. In der Abteilung gab es einen großen Mix an Fachrichtungen. Mein Tutor war beispielsweise ein studierter Ingenieur, der über Umwege in der Neurophysiologie-Forschung landete.

Ich bekam einen sehr guten Eindruck davon, wie der grobe Alltag eines Forschers im Labor aussieht. Diese Erfahrung ist für mich sehr wertvoll, da ich bald selbst entscheiden muss, ob ich in der Klinik arbeiten will oder in die Forschung gehen will.

Land und Leute

Allgemein wird man als Deutscher in Belgien definitiv keinen Kulturschock erleben. Das Land und die Sprache ähneln der deutschen Kultur doch sehr. Dennoch gibt es viele interessante Unterschiede. Ich habe definitiv gelernt, dass die Belgier besseres Bier brauen als wir Deutschen ;-)

Dank der guten Organisation der Kontaktpersonen, hatten wir ungelogen jeden Tag eine Aktivität. Wir gingen Bowlen, hatten ein International Dinner, besuchten Museen, gingen in eine Chocolaterie, besuchten ein Festival, gingen Baseball spielen, besuchten eine bekannte Brauerei und und und...
Da wir während des Austausches eine Hitzewelle erlebten, hatten wir spät abends noch über 25°Grad und konnten deshalb oft die Abende am Marktplatz mit einem belgischen Bier ausklingen lassen.
Wie schon erwähnt, ist Leuven eine Studentenstadt. Das heißt, das Stadtzentrum ist auf ein partyfreudiges Studentenleben ausgerichtet. Es gibts viele Bars und viele unterschiedliche Restaurants. Ein kulinarisches Highlight der Belgier sind definitiv ihre Frites. Da Leuven sehr kompakt ist, konnte man alles leicht mit dem Fahrrad erreichen.

Da die Kontaktpersonen aus Leuven alle sehr engagiert waren, hatten wir einen engen Kontakt zu den Lokals. Man traf sich nicht nur zu den geplanten Aktivitäten, sondern unternahm auch viel privat. Dadurch lernte man auch viele andere Belgier kennen.
An den Wochenende besuchten wir gemeinsam die bekannten belgischen Städte, wie Ghent, Brugge oder Brüssel. Ein besonderes Highlight war das Wochenende, das wir in Brugge und am Strand verbrachten. Mit einem Mietwagen besuchten wir Brugge und verbrachten anschließend die Nacht am Meer. Außerdem hatten wir die Möglichkeiten am nächsten Tag den von Hitler errichteten Atlantikwall zu besichtigen.

Da ich leider sehr viel im Labor tätig war, hatte ich nur die Möglichkeit die großen belgischen Städte zu besichtigen. Einige Incomings schwärmten von den kleinen Städten in Belgien, die sie oft nach Feierabend besuchten.

Leider kam es während des Aufenthalts zu Untergruppierungen der Incomings, sodass viele Grüppchen ihr eigenes Ding machten und die Anderen nicht informierten. Da ich schon an einigen Austauschen teilgenommen habe und dies noch nicht erlebt hatte, fand ich es im Nachhinein sehr schade.
Dennoch hatten wir gemeinsam alle eine gute Zeit und genossen die 4 Wochen in Belgien.

Wenn ich nochmal nach Belgien zurückkehren werde, hoffe ich, Brüssel nochmal besuchen zu können. Da ich im Labor leider immer sehr beschäftigt war, konnte ich die Hauptstadt leider nur einmal unter der Woche für wenige Stunden besichtigen.

Fazit

Der Forschungsaustausch war ein unvergessliches Erlebnis. Auch wenn mir bewusst ist, dass die Forschung an Tieren sehr umstritten ist, sehe die Teilnahme an einem Praktikum mit Tierversuchen als Privileg an. Neben der Arbeit habe ich viele neue interessante Eindrücke und Freunde gewonnen.

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